Zukunft: Netzwerk

Verbindungen gehören zum Urprinzip des Merkur, dem Gott der Wege, der geraden und der krummen, der alle und alles verbinden will und für die Händler wie für die Diebe steht, die – wenn auch ganz verschieden bewertet – für Austausch sorgen. In unserer Zeit gehört das Merkurprinzip zu den beliebtesten Lebensprinzipien. In den Regierungen ist es reichlich vertreten von reisenden Außenministern über verhandelnde Wirtschaftsminister zu Verkehrs- und Postministern bis zu Kanzleramtsministern. Andere Prinzipien kommen dort dafür gar nicht vor wie das jovische, dem es um Wachstum und Lebensphilosophie ginge, das Plutonische, das für radikalen Wandel steht oder das Neptunische, das auf Transzendenz und das Hintergründige zielt. Insofern Regierungen nicht das ganze Spektrum der Prinzipien abdecken, sind von ihnen auch keine ganzheitlichen Lösungen zu erwarten.

Da das Merkurprinzip voll im Trend des Zeitgeistes liegt, werden Verbindungen über Netzwerke weiter in den Vordergrund rücken und auf ihre typisch oberflächlich leichte und lockere Art Kommunikation über den gesamten Globus bringen – allerdings wohl ohne Gemeinschaft oder gar Kommunion hervorzubringen, das tiefere Anliegen der Kommunikation.

Hinzu tritt in dieser Zeit und speziell bei Netzwerken das Uranusprinzip, das für alles Originelle und die Normen Brechende steht und auf Regierungsebene wenig Anerkennung findet, nicht einmal wirklich im Forschungsminister. Aber es ist das eigentliche Prinzip dieser Wassermann-Zeit und steht für originelle, gerade eben noch undenkbare Lösungen wie in der IT-Welt fast schon üblich. Dinge wie I-Phone und –pad, die Hinterlassenschaften von Steve Jobs, können Verblüffendes, eben noch Unvorstellbares und verbinden in eleganter Weise jeden mit jedem, an jedem Ort zu jeder Zeit.

Ob das notwendig oder gar angenehm ist und die Lebensqualität der Verbundenen verbessert, sei dahingestellt, aber es ist durch und durch uranisch. Und wer mitmischen will, macht mit, auch wenn er mit dem ständigen Handy am Ohr Gehirntumore riskiert, wie eine Studie erschreckend belegt. Wenn Krebs und Psychose im eigenen Kopf zusammenkommen, mischen sich verschiedene im Leben zu kurz gekommene Urprinzipien und daraus folgt eine verrückt uranische Art zu sterben. Im Krebsgeschehen ist das vorwärtsstürmende marsische Prinzip dabei, wenn die betroffenen Zellen sich ungestüm über alle Grenzen hinwegsetzen, das jovische des Wachstums und der Expansion und das plutonische, alles radikal wandelnde und zur Not sich selbst zerstörende. Was keine erlöste Form im Leben gefunden hat, rutscht leicht auf die unerlöste Ebene von Krankheit. Da all das so sehr im Trend der in den Vordergrund tretenden Lebensprinzipien liegt, ist es kaum möglich Menschen und gar junge, die die Zukunft prägen, etwa vom Handy-Telefonieren abzubringen. Die die Gefahren erkannt haben, stehen wie einsame Warner in der Wüste und rufen – weitestgehend vergeblich – gegen den Wind beziehungsweise Trend der uranischen Zeit. Grundsätzlich wäre es sehr wichtig, alle Lebensprinzipien zu integrieren und ihnen im erlösten Sinne Raum im eigenen Leben einzuräumen.

Schon heute umspannen uranisch-merkuriale Daten-Netze die entwickelte Welt und schließen bereits Schwellenländer wie Indien in ihrem reichen Teil mit ein. Und sie werden auf ihre uranische Art weiter wachsen und den Globus umspannen. Natürlich reißen sie auf ihrer Schattenseite auch tiefe Gräben auf zwischen denen, die in den Netzen vertreten sind und den anderen, die sowieso schon zurück, noch rascher und dramatischer ins Hintertreffen geraten werden, wenn sie nicht mitmachen (können). Auch bei uns ist schon sichtbar: wer im Internet nicht vorkommt, spielt immer weniger Rolle und kommt fast gar nicht mehr vor. Zeitungen verlieren dramatisch an Bedeutung, weil alles Wichtige online passiert. Buchläden und Apotheken verlieren gleichermaßen gegen die billigere, schnellere, praktischere Netzkonkurrenz. Es dauerte eine Zeit, aber inzwischen beherrscht Amazon den Buchmarkt. Und was die einfühlsame Beratung der Buchhändlerin war, ist längst das Ranking der selbsternannten Kritiker, die ihre Meinung meist anonym, hinter Phantasienamen versteckt, kund tun. So herrscht aber auch die Mehrheit, jedenfalls die Mehrheit jener, die sich im Netz organisieren und zusammenfinden und so auch wiederfinden.

Wer nicht im Netz ist, ist bald gar nicht mehr – jedenfalls nicht von Bedeutung. Netzwerke, die gerade noch ein harmloses Kinder-Ego-Spiel schienen wie Facebook, erobern über Nacht die Welt. Sie verbinden alle die dazugehören und die anderen schließen sie – unabsichtlich – aus und die gehören dann einfach gar nicht mehr dazu, sind nicht „in“, sondern „mega-out“. Die halbe Welt ist schon miteinander befreundet über dieses Netz, die andere größere Hälfte allerdings steht ohne weltumspannende Freunde da. Vielleicht aber haben diese anderen noch wirkliche Freunde, mit denen sie sich zum Wein am Abend treffen. Natürlich wäre wirkliche Freunde im alten Sinn keine Alternative, aber heute lassen die Netzwerke in ihrer Leben beherrschende Rolle es fast schon so aussehen. Dabei gäbe es natürlich noch Lebensprinzipien wie Venus und damit die erotische Liebe, Mond, die mütterliche und das Saturnprinzip, das Strenge und Struktur mit sich bringt und den heute ganz unpopulären Verzicht kennt und die Reduktion aufs Wesentliche.

Das beherrschende aber ist „Networking“ und es verändert die Welt rascher als viele mitbekommen. Hillary Clinton sah sich schon als sichere Siegerin für die Nominierung zur US-Präsidentschaft, und dann war es die überlegene Netzpräsenz von Obamas Heerscharen, die über networking eine Grasroots-Bewegung ins Leben riefen, gegen die weder Hillary Clinton noch später der Republikaner McCain eine Chance hatte. Hier trafen zwei Generationen im Hinblick auf das Internet zusammen, und gewinnen wird wohl auch in Zukunft jeweils die Netz affinere.

Die Ur- oder Lebensprinzipien im Auge, lässt sich so die Zukunft in den Netzwerken erkennen. Auch die Entwicklung der Kommunikation zeigt diesen Weg. Ich erinnere noch gut die Zeit ohne Fernsehprogramm und dann mit einem einzigen. Ein Bonmot von Hans-Joachim Kuhlenkampf am Samstagabend, kannte danach die ganze Nation. Dann kam mit dem Zweiten Programm eine Alternative und das blieb lange Zeit so. Schließlich aber machten die Privaten das Rennen, die Qualität sank gnadenlos, aber die Menge der Programme ließ die Wahl dafür immer individueller werden. Heute erleben wir, wie die öffentlich-rechtlichen Sender durch ihre Schwerfälligkeit und mangelnde Originalität nicht nur gegenüber den privaten, zurückfallen. Beide werden absehbar gegen die Internet-Portale und -sender verlieren, die in großer Zahl eine immer individuellere Auswahl erlauben. Überall entstehen lokale Sender, kleine Portale, die rasch wachsen, wenn sie gute uranische Ideen haben und viele interaktive Elemente mit in die Kommunikation bringen. In einer so uranischen Zeit ist es leicht vorauszusagen, dass dieser Trend zunehmen wird und es den autoritären Strukturen nicht gelingen kann, die Mehrheit außen vor zu halten.

Im Moment löst gerade die Idee der griechischen Regierung, die Griechen zu einer zentralen Frage ihrer Zukunft selbst zu befragen, veritable Panik aus, so etwas sind deutsche Politiker gar nicht gewohnt. Sie haben die EU beschlossen ohne die deutsche Bevölkerung dabei im geringsten zu befragen. Nun scheinen überall Schweizer Verhältnisse einzureißen, die Menschen wollen mitreden und sogar –bestimmen von den arabischen Staaten bis in die USA. Und die weltumspannenden Netzwerke unterstützen sie darin. Selbst Potentaten, die nicht einmal vor Massenmord zurückschrecken wie in Libyen und Syrien, haben keine Chance. Sie können es noch gar nicht fassen, aber auch die mächtigsten Freunde in Russland und China werden den Mörder Assad nicht retten. Und all die alten bewährten Zensur- und Repressionsmethoden greifen zu kurz angesichts von Internet und Handynetzen. Deren Repräsentanten, heute gern „Provider“ genannt, unterstützen in der Regel die vielen „User“, die mittels Handy zu Millionen Redakteuren werden, gegen die Herren von gestern. Insofern haben die Netzwerke einen spürbaren Schritt zur Demokratisierung und zur Durchbrechung aller Informationsblockaden gebracht.

Auch in der spirituellen Szene zeichnet sich eine Entwicklung zu Netzwerken ab, zumal es hier seit der Esotera nie mehr ein das Feld verbindendes Medium gab. In den etablierten Fernseh-Sendern chronisch verschaukelt und ohne Chance überhaupt nur das Anliegen zu transportieren – dazu sind die Sprechzeiten in den Talkshows zu kurz – hat es nie zu einem eigenen Medium gereicht. Nun aber gibt es viele kleine einzelne Sender, die auf eigene Faust aktiv werden wie Mystica-TV in München. Mit den Redakteuren lässt sich über jedes auch gerade spirituelle Thema in fast jeder Länge und Tiefe reden. Oder aber es reicht bei den kleinen privaten Sendern wenn einer sich für Spirituelles interessiert und öffnet. So mache ich mit RTV, dem Regionalfernsehen für Oberösterreich und Salzburg schon seit längerem einmal im Monat die Sendung „Ansteckende Gesundheit“. Und da über das Netz das alles auch verbunden und eben neudeutsch verlinkt wird, kann wer will es überall sehen. Youtube unterscheidet schon gar nicht zwischen den Regionen, sondern ist überall präsent. Jeder kann jetzt seine eigenen kleinen Filme machen und dort unterbringen und wenn sie den Zeitgeist treffen, finden sie Zuseher und u.U. sogar ein Millionenpublikum.

Das Radio ist hier noch weiter gediehen als das Fernsehen – über Podcast ist alles überall hörbar. Zeitschriften demokratisieren sich dramatisch über die Bloggs, wo jeder seine eigene kleine Zeitung machen kann. Natürlich ist das oft das Niveau von Schülerzeitungen, aber hier bewegt sich etwas. In den großen Zeitungen, Sendern und etablierten Talkshows bewegt sich immer weniger und sie bewegen auch immer weniger. Letzere sind auch typische Kinder des Merkurprinzips, viel Gerede um alles und nichts, und es kommt praktisch nie etwas dabei heraus. Weder werden neue Ideen gefunden, noch geschweige denn Lösungen. Man redet und redet – über Gott und die Welt, auch zu ernsten Themen und auch mit ernstem Anspruch, im Wesentlichen aber bleibt es merkuriales Geplänkel, das bestenfalls manchmal ungewollt komisch und damit uranisch wird. Es geht hier gar nicht um Tiefe sondern um Breite und darum, möglichst viele zu erreichen und Quote zu erzielen. Wer am meisten Quote hat, darf weitermachen. Insofern auch hier ein sehr demokratisches System von Mehrheitsentscheidung.

Netzwerke erreichen heute ebenfalls viele und verbinden sie zugleich, da sie keine Einbahnstraßen mehr sind wie die alten Medien. Hin und wieder erreichen sie im Gegensatz zu den Talkshows sogar politische Relevanz, wenn wir etwa an die Entwicklung von Avaaz denken. Als kleine Gruppe gestartet, die sich gegen die islamische Steinzeit stark machte und dazu aufrief, durch internationale Proteste islamische Frauen vor der Steinigung zu retten, ist es heute zu einem weltumspannenden Netz mit 10 Millionen Mitgliedern geworden. Und wir Mitglieder können durchaus mit wenig Einsatz – ein paar Klicks und wenig Geld – auf freiwilliger Spendenbasis – ziemlichen Einfluss nehmen. Politische Kampagnen werden so in verblüffender Weise vom Laptop oder Handy durchgeführt und dabei sehen wir über eine raffinierte Bildschirmaufbereitung wie es überall auf der Welt – sozusagen um uns herum – ebenfalls klickt. Persönlich klicke ich gern und oft mit und genieße das gute Gefühl in einer großen ständig wachsenden Gemeinschaft von Gleichgesinnten Widerstand gegen den ärgsten Widersinn zu leisten und für Ordnung zu sorgen, wo Unordnung überhand genommen hat.

Von etwas Ähnlichem träume ich noch für die Bewusstseins-Szene, damit wir ansteckende Gesundheit und spirituelles Erwachen verbreiten und in Zukunft inszenierte Panikattacken wie Vogel- und Schweinegrippe-Wellen schon im Keim ersticken können. Heute kann ich meine diesbezüglich entwarnenden Artikel per Knopfdruck an 25 000 Mitglieder unseres Netzwerkes senden. Was aber wenn die 25 000 jeweils zwei weitere informieren würden und diese wieder und wieder…. 6 solche Schritte würden schon über die Millionengrenze bringen – weitere 6 Schritte würden 100 Millionen erreichen und nicht nur ganz Deutschland sondern Europa und die Welt lägen im Bereich weniger weiterer Schritte ….

Das Schneeballprinzip ist natürlich alt, aber in Verbindung mit den Netzwerken ist jetzt alles denkbar und Wunder werden möglich… am liebsten wären mir die aus der anstehenden Ernährungs-Wende hervorgehenden. So könnten die Netzwerke auch zum entscheidenden Punkt bei der Verbreitung der für mich einfachsten und genialsten Idee überhaupt werden. Denn gäben wir – im Sinne von „Peace-Food“ – das Essen von tierischem Protein auf, könnten wir nicht nur, aber auch unser eigenes Leben retten. Die bereits nach der Pubertät einsetzenden Gefäßblockaden der Arteriosklerose würden sich, wie Röntgenaufnahmen zeigen, wieder auflösen, Herzinfarkten und Krebs wäre die körperliche Basis entzogen, die meisten Zivilisationssymptome wie Allergien, Diabetes, Übergewicht bis zu Demenz und Alzheimer gingen dramatisch zurück. Und wir würden eine ungekannte Leichtigkeit und ein sanftes Fließen entwickeln – mangels Übersäuerung – und Geist und Seele würden so viel freier und fähiger.

In der Folge könnten Bauern wieder ihre Würde zurückgewinnen und Lebensmittel produzieren, die diesen Namen verdienen. Da wir aufhören könnten in den ärmsten Ländern die Kohlenhydrate als Tierfutter aufzukaufen, würde das ständige tägliche Verhungern von Tausenden vo nKindern und Erwachsenen in den ärmsten Ländern aufhören.

Nicht Millionen, Milliarden Tiere könnten so vor der Qual der Tier-Zucht-Häuser bewahrt werden und ihnen bliebe der entsetzliche Tod durch moderne Akkord-Schlachtung erspart. Und wir müssten ihre Todesangst in Gestalt ihrer Stress- und Angsthormone nicht mehr essen, könnten Panikattacken und Angstsyndrome hinter uns lassen. Natürlich spielt auch die Psyche eine große Rolle wie ich 30 Jahre betont habe. Sie ist die eine Hälfte der Medaille und der Körper die andere: Psycho-Somatik – Seele und Körper!

Und nichts, nicht einmal die Energie-Wende brächte soviel für die Rettung unseres Klimas und der Ökosysteme wie der Umstieg auf vegane Kost. Der Gewinn für die Menschen, uns und die ärmsten, für die Tiere und die Erde ist noch gar nicht ganz auszumachen – die schönste Perspektive ist bei „Peace-Food“ – Essen für den Frieden, dass wirklich Frieden möglich würde…. Für uns alle könnte der Satz des heiligen Franz von Assisi gelten: Herr mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens. Und der Weg dorthin wäre obendrein noch genussvoll für die Esser.

Früher hätte man gesagt: Weitersagen an alle die man kennt und mag. Heute heißt es weitermailen, verlinken, versenden per Knopfdruck auf den magischen Wegen der Netzwerke rund um die Welt.