Wohnen in modernen Zeiten

In Bali, das ich liebe, sind die Häuser offen und Teil der Natur. Unsere Verhältnisse sind anders, aber auch wir könnten es heute schon viel besser und natürlicher haben. Es gibt nicht mal einen Grund, sich über steigende Energiekosten aufzuregen.

Da meine Bedürfnisse als Autor vor allem auf Licht gerichtet sind, bekam unser Haus einen Wintergarten über die ganze Südfront, was im ersten Stock noch zwei Innenbalkons ergab. Selbst im tiefen Winter kann ich hier im Licht sitzen und schreiben. Sobald die Sonne nur ein wenig scheint, heißt sich der Wintergarten nicht nur selbst auf, sondern auch das ganze in drei Wärmezonen gegliederte Haus. Inzwischen ist die Südfront von Wein überwachsen, der im Sommer Schatten spendet und im Winter bei tief stehender Sonne den Licht- und Heizeffekt nicht behindert, weil er die Blätter verloren und seine Trauben abgeliefert hat.

Das in Ständerbauweise erreichtete Holzhaus kommt spielend ohne Heizung aus. Dazu trägt die kontrollierte Belüftung bei. Wir holen uns die Luft durch die Erde ins Haus. So erreichen wir im Sommer einen leichten Kühlungseffekt und haben im Winter den Vorteil, nie von – 20 auf + 22 Grad hoch heizen zu müssen, sondern höchstens von + 8 auf + 22 Grad. Das schaffen die Erdwärmespeicherung unter dem Fundament. Auf dem Dach ist neben der dafür nötigen Solaranlage noch eine für Brauchwasser. Alles was noch frei blieb und der ganze Car-Port sind von Photovoltaik bedeckt.

Wichtiger ist uns noch die angenehme Atmosphäre im Haus, das nicht einmal einen Anstrich brauchte, weil das Lerchenholz sich selbst am besten schützt. Mir persönlich ist es ein Genuss, praktisch bei jedem Wetter auf den Veranden an drei Seiten des Hauses oder auf den großen überdachten Balkonen im Osten und Westen oder im Wintergarten im Freien zu arbeiten. Und selbst im Winter können wir noch wie im Freien auf den Innenbalkonen im Licht sitzen oder auf Schaukelmöbeln schwingen. Konventionelle Häuser, die so ohne alle Not die besten Möglichkeiten verschenken, sind heute einfach nicht mehr nötig. Wir könnten eine optimal auf unsere Bedürfnisse ausgerichtete weitestgehend natürliche Atmosphäre genießen, während auf dem Dach – ohne unser Dazutun – Geld verdient wird. Obendrein verhindert Licht Depressionen und erhält eine natürlich Atmosphäre die Gesundheit. Und Vorarlberg wäre für all das noch besser geeignet als Niederbayern. Die Aussicht aus den großen Fenstern wäre noch besser und die Sonne scheint noch öfter.