„Wissenschafts-Glaube und Vernunft“

In Zeiten wie unseren, wo der Glauben an Religionen in diesem Teil der Welt immer mehr verfällt, brauchen die Menschen anderen Halt und Inhalt, der das entstehende Vakuum füllt. An irgendetwas wollen sie sich halten und irgendeinen Inhalt brauchen sie. Für einige ist die spirituelle Szene Alternative zu den althergebrachten Religionen. X-mal totgesagt, gedeiht sie munter weiter. Die überwiegende Mehrheit aber hat ihren Glauben auf die Wissenschaft verlagert, die ja wie die Religionen verspricht, letztlich auf alles Antworten zu finden. Dabei ist sie in der komfortablen Lage, dass sie diese gar nicht gleich präsentieren muss, denn es könnte gut sein, dass sie erst noch erforscht werden müssen. So wird die Wissenschaft zu einem Glaubenssystem, das auf die Zukunft setzt und das Prinzip Hoffnung nährt. Auf diese Weise bringt sie den typischen Fortschrittsglauben hervor. Diese fast unbedingte Fortschrittsgläubigkeit ist zu einem Bestandteil der Wissenschaftsreligion geworden, der heute schon große Teile der Bevölkerung moderner Industriegesellschaften anhängen.

Dadurch wird zwar die Wissenschaft an sich noch nicht zur Glaubenssache, aber für unzählige Menschen wird sie doch zum Religionsersatz, auch wenn die Wissenschaftler selbst das gar nicht schätzen. Mir scheint die Gemeinde ist schon riesig und wächst rasch weiter. Die Menschen wollen Wahrheit und diese zu suchen und zu finden, verspricht die Wissenschaft. Sie möchte – ihrem Ideal entsprechend – objektiv und wertfrei forschen und allein der Vernunft gehorchen. So wird die Vernunft zum höchsten Prinzip. Sie ist eine Art Gottheit, bei der sich moderne Menschen gut aufgehoben fühlen, vor allem diejenigen, die sich aus Enttäuschung von den Religionen abwenden, aber auch jene, die sich in den Gefühlswelten ebenfalls enttäuschender Partnerschaften verheddert hatten.

Wissenschaftliches Arbeiten, die Grundlage der Naturwissenschaft, ist allerdings bis heute den meisten Menschen fremd, da sie es nie gelernt haben. Sie bleiben bei den alten, meist analogen Denk- und Erkenntnis-Werkzeugen und ersetzen lediglich die Gottheit der Religion durch die der Vernunft. Da sie auf Grund von dessen Kompliziertheit auch kaum je bis zu den Grundlagen naturwissenschaftlichen Denkens vorstoßen, entgeht ihnen, dass diese längst nicht mehr tragen und zum Beispiel die Objektivität schon wieder aufgeben werden musste. Das so schön einfache Weltbild der Naturwissenschaft, wie es uns Descartes, Galilei und Newton eröffneten, ist längst wieder eingestürzt. Ersterer hatte die Subjektivität aus dem Denken verbannt und durch die strikte Trennung von untersuchendem Subjekt und untersuchtem Objekt, die Basis des mechanistischen Weltbildes gelegt. Galileo Galilei erkannte die Grundlagen objektiven Experimentierens und Newton machte mit seinen Gesetzen der Mechanik aus dem Weltall ein scheinbar maschinenähnlich funktionierendes System. Ärzte wollten an diesem Erfolg versprechenden neuen Denken ihren Anteil und wandelten sich zu Medizinern, die bald auch den Menschen zu einer Maschine umgedeutet hatten, die man nur gut genug verstehen musste. Das daraus resultierende mechanistische Denken beherrscht die bis heute die wissenschaftliche Medizin.

Aber es war die Physik, die dieses Weltbild zuerst kreierte, die ihm auch die ersten und entscheidenden Sprünge versetze. Max Plank entdeckte das sogenannte Wirkungsquantum, das nicht so recht in das alte mechanische Weltbild einzuordnen war, und Werner Heisenberg beendete mit der nach ihm benannten Unschärfe-Relation die Illusion von der Objektivität. Inzwischen wird es immer wahrscheinlicher, dass der Untersucher auch das Ergebnis mitbestimmt und insofern Subjekt und Objekt gar nicht wirklich voneinander zu trennen sind. Auch ist die Quantenphysik mit ihrer Quantenlogik weit jenseits des mechanistischen Weltbildes angekommen, wird allerdings bisher wohl nur von sehr wenigen verstanden.

Die große Mehrheit der Mediziner jedenfalls ist im mechanistischen Denken hängen geblieben, das der Welt nie gerecht wurde und der modernen schon gar nicht. Es ist längst von den wirklichen Naturwissenschaften überholt und die Gottheit „Vernunft“ hat dramatische Sprünge bekommen. Das begann schon mit der Theorie des Lichtes, als sich herausstellte, dass dieses sowohl Welle ist, wie die Wellen-Versuche von Young ergaben, als auch Teilchen, wie Einstein belegen konnte. Die auf „entweder-oder“ gegründete archetypisch männliche Logik kam an ihre Grenze. Das auf ihr begründete Weltbild hat Einstein mit seiner allgemeinen Relativitätstheorie vollends gesprengt. Zwar versteht sie außerhalb des engen Kreises der Atomphysiker kaum jemand ganz, aber irgendwie glauben die Menschen an Einstein. Als vielleicht erster Popstar trug er lange vor den Beatles bereits eine weit spektakulärere Frisur, die seinen Kopf weiß umstrahlte und ihn zur Ikone der Wissenschaft machte. Dabei war es Einstein selbst, der immer wieder deutlich machte, dass nicht sein staubtrockener Intellekt zur Allgemeinen Relativitätstheorie geführt hatte, sondern seine visionäre Schau. Außerdem war er ein Quereinsteiger und keineswegs an der Universität, als er die allgemeine Relativitätstheorie entwickelte. Er eignet sich also objektiv gar nicht als Säulenheiliger einer auf reiner Vernunft gegründeten Naturwissenschaft.

Die Illusion einer nur der Vernunft gehorchenden auf Objektivität und Verlässlichkeit gegründeten Wissenschaft wird aber wohl nirgends so deutlich wie in der modernen Medizin. Unter meinen Universitätsprofessoren war noch einer, der die Medizin für eine Kunst hielt und das auch sagte. Den großen Homöopathen, bei denen ich lernen durfte, war diese Einstellung selbstverständlich. Aber das sind vernachlässigbare Randströmungen in einer Medizin, die sich immer mehr als Naturwissenschaft versteht, ohne je die dafür notwendigen Kriterien erfüllt zu haben. Während Naturwissenschaftler Hypothesen aufstellen und diese zu verifizieren suchen und sie dabei auch gegebenenfalls falsifizieren, bilden Medizinprofessoren in der Regel Lehrmeinungen und wer sie widerlegt, wird diskriminiert. Wenn Physiker die Hypothese aufstellen, Schwäne seien weiß, erhärtet jeder weitere weiße Schwan diese lediglich. Der erste echte schwarze Schwan aber widerlegt die Hypothese und damit ist sie vom Tisch. Wenn sich dagegen Schulmediziner geeinigt haben, dass Schwäne weiß sind, wird der Entdecker des ersten schwarzen Schwanes behindert, dies zu veröffentlichen und wenn das misslingt, wird ihm das Leben zur Hölle gemacht. Wo Lehrmeinungen gegen die Wahrheit stehen, ist Schulmedizin und echte Naturwissenschaft ist fern.

In der Bevölkerung spiegelt sich die Wissenschaftsgläubigkeit in der Vorliebe, vom obersten Wissenschaftler, dem Herrn Professor selbst, behandelt zu werden. Auf dem Land jedenfalls gilt dieser bis heute als gottähnliche Autorität. Nach meiner Zeit in der Chirurgie ließe ich mich – wenn schon – dann lieber vom Ober- als vom Chefarzt operieren.

Aber die Wissenschaftsgläubigkeit hat längst auch die Medien erreicht. Ständig werden in Illustrierten und Fernseh-Sendungen Professoren der Schulmedizin zu Themen der Naturheilkunde befragt, als könnten sie wie die Götter über alles Bescheid wissen. Das ist, als würde man einen Marsbewohner über die Lebensverhältnisse auf der Erde interviewen. Dass solcher Unsinn trotzdem ernst genommen wird, dürfte mit Wissenschaftsgläubig- und manchmal sogar Hörigkeit zu tun haben.

In der Internet-Enzyklopädie Wikipedia geht die Wissenschaftshörigkeit so weit, dass alles Schulmedizin kritische in geradezu gehässiger Weise und weit jenseits von Wahrheit und Wissenschaftlichkeit diskriminiert wird, wie ich immer wieder nur an den Einträgen zu meiner Person feststellen muss.

Solche den eigenen Kriterien zuwiderlaufenden Fehlgriffe verraten deutlich mehr über die Schwächen des wissenschaftlichen Welt- und Menschenbildes und seiner Anhänger als über die diskriminierten Querdenker.

Aber es kommt noch weit schlimmer für die Schulmedizin, denn ein deutsches Fernseh-Magazin darf – durch Fakten abgesegnet – behaupten, dass 10 % der Forschungsergebnisse schlicht gefälscht sind, um an Forschungsgelder heranzukommen. D.h. aber immerhin auch, dass 90 % seriös und ernst zu nehmen sind. Aber welche sind das? Hinzu kommt, dass die Geldgeber immer häufiger Einfluss auf die Ergebnisse gewinnen. Nach dem – in Bayern bekannten – Motto „Wer zahlt, schafft an“, verschwinden viel Studien, die nicht ins (geschäftliche) Bild passen oder sie werden nicht oder kaum veröffentlicht. Ein Studienergebnis, das offenbarte, dass eine Antibiotika-Kur in den ersten zwei Lebensjahren, die Allergie-Wahrscheinlichkeit bei dem betreffenden Kind um über 50 % erhöht, wird im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ erwähnt, aber kaum in den Ärztezeitungen, wo man sie erwarten würde und wo sie hingehörte und für Aufsehen sorgen könnte. Das alles lässt sich der Wissenschaft zwar nicht zum Vorwurf machen, sondern eher der Pharma-Industrie, aber es bildet doch inzwischen die Basis des ganzen Systems. Wer noch Illusionen über die Pharma-Konzerne hatte, konnte sich über den ZDF-Bericht von Frontal 21 im letzten Dezember eines Besseren belehren lassen. Nicht nur von regelmäßiger Erpressung und Nötigung war da die Rede, sondern auch von systematischer Inkaufnahme von Todesfällen durch dubiose Medikamente. Selbst bei bis dato als seriös geltenden Zeitschriften wie etwa der weitverbreiteten Apotheken-Rundschau kam Gefälligkeits-Journalimus und Bestechung ans Licht. Mit dem vielen Geld ihrer zum Teil grotesk überteuerten Medikamenten können sich die Pharma-Konzerne nicht nur Artikel, sondern auch Wissenschaftler und Mediziner scheinbar fast beliebig kaufen.

Auch das rechtfertigt noch keinen Generalverdacht, und natürlich brauchen wir Pharma-Forschung, aber es zeigt doch, wie dünn das Eis ist und wie fern die reine Vernunft in der modernen Medizin. Vor allem aber zeigt es auch, wie weit wir uns aus der Sicht von Friedrich Dürrenmatts Physikern in die falsche Richtung entwickelt haben. Naturwissenschaftliche Forschung ist oft nicht einmal mehr von der Suche nach Wahrheit geprägt, sondern viel mehr von geschäftlichen und dem Ehrgeiz geschuldeten Interessen. Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit und den Patienten tritt dagegen immer weiter zurück. Das ist vor allem ein Problem in der Medizin, aber natürlich auch in Physik und Chemie, denn hinter all den neuen Waffensystemen und Kampfstoffen stehen ja doch Physiker und Chemiker.

An der Medizin als Wissenschaft lässt sich in letzter Zeit beobachten, wie – im Sinne des Polaritätsgesetzes – der eigene Schatten sie einholt. Jahrelang benutzte man die sogenannte „Evidence based medicine“ (Ebm) um Methoden wie Homöopathie und chinesische Medizin (TCM) unmöglich zu machen. Was wirklich unmöglich insofern ist, als diese extrem individuell vorgehenden Medizinrichtungen nur schwer oder gar nicht mit statistischen Methoden zu be- oder zu widerlegen sind. Grundsätzlich ist aber dieser Ansatz des Engländers Archibald Cochran, die eigene Methode wissenschaftlich zu hinterfragen und zu untersuchen, sehr zu begrüßen. Echte Wissenschaftler müssten froh darum sein zum Wohl ihrer Patienten. Heute wird diese „Evidence based medicine“ (Ebm) auch zunehmend auf die Schulmedizin angewandt und widerlegt oder beschädigt doch zumindest deren liebste und ergiebigste Einnahmequellen. Da die Schulmedizin zu wirklicher Vorbeugung grundsätzlich unfähig ist, da sie sich den Archetypen verweigert und so das Wesen von Krankheitsbildern gar nicht erkennen kann, hat sie keine Chance Ihren (gut-)gläubigen Anhängern Rat zu geben, wie sie sich verhalten sollten, um bestimmte Krankheitsbilder zu vermeiden. Das bleibt der archetypischen Medizin vorbehalten, wie sie in dem Nachschlagewerk „Krankheit als Symbol“ zum Ausdruck kommt. In ihrer Not, keine wirkliche Vorbeugung gewährleisten zu können, verstärkt die Schulmedizin Ihre Anstrengungen der Früherkennung und gibt diese frech als Prophylaxe oder Vorsorge aus.

Nun ist Früherkennung natürlich viel besser als Späterkennung, sofern sie nicht schadet. Und hier entlarvt die ebm eine Vielzahl von Missständen. Auch wenn in Deutschland Straßenzüge weise Frauen zur Mammographie genötigt werden, ist diese durch eine schwedischen Studie als gefährlich entlarvt. 12 Jahre lang wurden in zwei Gruppen je 1000 gefährdete Frauen mit und ohne Mammographien untersucht. In der Mammographie-Gruppe konnte einer durch diese Früherkennung das Leben gerettet werden, fünf aber starben in dieser Gruppe mehr an der Strahlenbelastung. Diese ist auch keinesfalls mit einem Interkontinentalflug zu vergleichen, wie einige Medizyniker im Arztkittel behaupten. Selbst diese müssten wissen, dass bei der Mammographie relativ weiche Röntgenstrahlung verwendet werden muss, die im Gewebe absorbiert wird. Insofern ist sie weder mit einer Röntgenaufnahme des Knochens noch einem Flug zu vergleichen.

In England wurde die männliche Vorsorgeuntersuchung der Prostata längst abgeschafft, da ihr Nutzen in keinem Verhältnis zu den Schäden steht, weil sie zu viel zu vielen falsch positiven Krebsdiagnosen und damit unnötigen Operationen führte.

Bei der weiblichen Vorsorge-Untersuchung hat die ebm ebenfalls einiges ans Licht gebracht, was Pap-Abstrich in ein sehr schräges Licht rückt. Um 40 Gebärmutterhals-Carzinome zu finden, muss man 600 000 Frauen ein Frauenleben lang untersuchen. Aber man findet nur 25, die übrigen 15 entziehen sich dieser Diagnostik in jedem Fall. Während das aber geschieht, wird bei fast 100 000 Frauen, also fast einem Sechstel, eine falsch positive oder Überdiagnose gestellt. Diese Frauen werden darauf hin konisiert oder operiert. Die daraus resultierenden Schäden und Nebenwirkungen dürften aber so gewaltig sein, dass auch dieses Verfahren zu überdenken und wohl abzuschaffen wäre.

Jene 100 000 (von 600 000) Frauen, denen ein Krebs mittels Pap-Test angedichtet oder dessen Ausmaß übertrieben wurde, gelten anschließend natürlich auch noch als geheilt, wenn sie nicht an Komplikationen Schaden oder schlimmeres genommen haben. Auf diese Weise Erfolge zu verzeichnen, gehört sicher zu den unärztlichsten aller Möglichkeiten.

Gynäkologen wissen natürlich längst um die Schwäche ihres Pap-Testes und geben sie im kleineren Kreis durchaus zu. Da kam die Impfung gerade recht. Zu einem einzigartig hohen Preis in Deutschland an die Mädchen gebracht, ist sie sicher das beste Geschäft der Pharma-Industrie seit langem. Sie ist natürlich ungeprüft und kein Mensch kann etwas über ihre Landzeitwirkung sagen. An wem hätten denn die Prüfungen wann geschehen sollen? In Österreich warnte dann auch schon zu Beginn ein Virologie-Professor davor.

Sie ist nicht nur teuer und wahrscheinlich gefährlich, wie ein Todesfall und mehrere Erkrankungen nach Impfung allein in Oberösterreich zeigten, sondern auch völlig überflüssig. Wir wissen aus der Epidemiologie, die Krankheitshäufigkeiten in der Bevölkerung untersucht, dass katholische Klosterfrauen praktisch nie daran erkranken wie auch israelische und palästinensische Frauen. Erstere haben keinen Geschlechtsverkehr, bei den beiden letzteren Gruppen sind die Männer beschnitten. Aus der Virologie wissen wir, dass die verschiedenen in Frage kommenden Papilloma-Viren das Smegma, den „Gestank unter ungepflegter männlicher Vorhaut“, zum Gedeihen brauchen. Daraus würde eigentlich schon alles Weitere folgen. Da Beschneidung auch nicht ideal ist, wäre eine Waschkampagne die logische Konsequenz. Schon kleine Jungen müssten angeleitet werden, sich einmal am Tag entsprechend gründlich mit Seife zu waschen. Mädchen müssten lernen die entscheidende Frage zu stellen: „Wollen wir Liebe machen oder Krebs, hast du dich heute schon richtig gewaschen?“ Aber wer sollte an einer solchen Aufklärungs- und Waschkampagne verdienen? Stattdessen haben wir eine unverantwortliche Kampagne für eine sündteure Impfung, von der sich das übliche Kartell aus Pharma-Industrie und Medizinern profitiert. Genau dieselben, die mit der Erfindung der Vogel-Grippe-Gefahr schon so formidablen Erfolg hatten. Wobei man zu Ehren der Mediziner sagen muss, dass Ihnen hier jeweils nur die Handlangerrolle zukommt. Aber auch an der kann man sich die Hände schon schrecklich schmutzig machen und sein Arztsein verraten.

Wissenschaftlich gesehen wäre aus den Ergebnissen der Epidemiologie die sich aufdrängenden Konsequenzen zu ziehen und diese möglicherweise gefährliche, in jedem Fall aber unnötige Impfung aus dem Verkehr zu ziehen oder jedenfalls nicht zu fördern. In Österreich gelang es, aufgrund des Todes einer jungen Frau durch die Impfung, diese wenigstens aus dem offiziellen Impfprogramm herauszuhalten und die schon geimpften Frauen einer genauen Überwachung zu unterziehen.

Wenn die ebm sich aller Methoden der Schulmedizin angenommen haben wird, dürfte im sogenannten Vorsorgebereich nicht viel übrig bleiben, in den anderen Bereichen wird wohl auch viel diesen neuen Erkenntnissen zum Opfer fallen müssen. Wissenschaftliche Untersuchungen, die den eigenen Interessen zuwider laufen, zu ignorieren, ist im tiefsten Sinne unwissenschaftlich, aber die Methode der Wahl der Schulmedizin. Insofern ist gar nicht als wissenschaftlich einzustufen. Würde sie die Kriterien der Naturwissenschaft wirklich auf sich anwenden, hätten sie und die verbündete Pharmaindustrie ein Fiasko zu erwarten, das dem der Banken kaum nachstehen würde. Hinter unglaublich viel Schaumschlägerei, Übertreibung und Schönfärberei kämen aber auch wichtige und erhaltenswerte Bereiche zu Tage. Vieles in der Schulmedizin ist nicht haltbar, vieles ist reine Erfahrungsmedizin und einiges ganz unverzichtbar. So wie wir ja auch Banken brauchen, sind auch Schulmedizin und Pharma-Industrie notwendig. Aber es bräuchte eine Radikalsanierung, wie sie der ZDF-Film schon nahe legte. Die Einführung der Naturwissenschaftlichkeit, könnte der Weg sein. Wissenschaftsgläubigkeit mag aus den anfangs zitierten Gründen immer problematisch sein, im Bereich der momentanen Schulmedizin ist sie wirklich (lebens-)gefährlich.

Wenn wir den Entwicklungsweg einer wirklichen Naturwissenschaft wie der Physik betrachten, fällt auf, dass sich der Kreis wieder schließt. Der eingangs zitierte

Werner Heisenberg sagte es sinngemäß sehr direkt: Wer aus den Becher der Naturwissenschaft trinkt, wird Atheist, aber wer ihn bis zum Boden leert, findet dort Gott. Heute sind wir diesbezüglich noch viel weiter. Was mit Fritjof Capras „Tao der Physik“ begann, findet in der modernen Quantenphysik erstaunliche religiös anmutende Äußerungen, die eher die Grundaussagen des Buddhismus bestätigen, als atheistisch anzumuten.