Vom alten zum Neuen – Gedanken zum Jahreswechsel

Nicht zufällig heißt so eines meiner liebsten Seminare, das ich nach vielen Jahren nun mit diesem Jahreswechsel beende. Weil Neues in meinem Leben ansteht, muss Altes weichen. Das entspricht dem Rhythmus des Lebens, den der Vorsokratiker Heraklit mit seinem „panta rei – alles fließt“ unübertroffen beschrieben hat. Viele Menschen neigen dazu, sich gegen den Wechsel zu sträuben, dabei läge in jedem Übergang auch eine große Chance. Beim Jahreswechsel künden schon die Rauhnächte, dass solch ein Übergang nicht nur harmlos ist. Aber im Sterben des alten Jahres zu Sylvester und im Neuanfang zu Neujahr liegen auch große Chancen. Diese versuchen wir mit guten Wünschen und Vorsätzen zu erhaschen.

Der Jahreswechsel soll Neues und Besseres bringen. Daher gibt es eine Fülle von guten Vorsätzen, mit denen sich nicht nur ganz Österreich, sondern eigentlich die Welt retten ließe. Nur leider sind sie Mitte Januar meist wieder vergessen, weil sie nicht funktioniert haben. Nur selten klappt es mit der Umsetzung, wenn man zufällig die richtigen Urprinzipien ins Spiel brachte. Der Vorsatz, statt die Kindern anzubrüllen, in Zukunft den Schreibtisch aufzuräumen, klingt toll, allein er hat keine Chance, weil das Urprinzip Mars, zu dem Herumbrüllen gehört, nicht durch das Urprinzip Saturn, dem die Ordnung zuzurechnen ist, ersetzbar ist. Besser wäre es, anstelle mit den Kindern zu brüllen, mit ihnen regelmäßig Squash zu spielen, denn zwischen den verschiedenen Ebenen des Marsprinzips lässt sich gut hin und herwechseln. In diesem Sinn könnte man – mit etwas Urprinzipien-Verständnis – die Vorsätze zum Funktionieren bringen, wie die Erfahrungen aus 12 Jahren Seminaren zum Jahreswechsel gezeigt haben. Wenn man sie noch mit alten Ritualen verbindet oder in neue kleidet, steht ihrem Erfolg erfahrungsgemäß wenig im Weg. Obendrein können solche Rituale sogar große Freude machen, wenn man sich ihre eigentliche Bedeutung wieder zu Gemüte führt.

Das Alte mit Donnerschlägen zu vertreiben und das neue mit bunten Lichtsternen, die man hochfliegenden Träume gleich zum Himmel schickt, kann wieder Sinn bekommen und nicht nur Kindern Freude schenken. In diesem Sinn feiern wir noch einmal gern diesen Übergang – in unserem Fall mit einem Seminar, das aus dem Wechsel ein Fest und aus dem kommenden Neuen Chancen macht, denen man mit Orakeln vom Bleigießen bis zum Sternegucken schon einmal ihr Wesen entlocken kann.