Tiere und Medizin

In der heutigen Zeit machen Tiere mit uns Menschen vieles durch. Die Gegensätze in ihrer Behandlung könnten gewaltiger nicht sein. Einerseits werden gerade Hunderttausende von Rindern auf brutalste und sinnloseste Weise entsorgt, weil sie dem Marktgefüge im Wege stehen. Die Art unseres Umganges mit ihnen zeigt, wie wenig eine breite Mehrheit der modernen Gesellschaft sie als leidensfähige Geschöpfe und wie weitgehend als Gebrauchsgüter sieht. Die unzähligen nun überflüssig gewordenen Rinder wurden nach einem perversersen Prämiensystem aufgemästet, um jetzt nicht einmal gegessen, sondern durch Verbrennung entsorgt zu werden. Das aber ist kein aktueller Sonderfall, sondern seit ewigen Zeiten werden so ziemlich alle Arten von Tieren in zumeist überflüssigen Tierversuchen zum Teil bestialisch zu Tode gequält. Allein die Kosmetikindustrie „vernutzt“ auf diese Weise eine unbeschreibliche Anzahl von Tieren, von der Medizin ganz zu schweigen die meist auch keine viel besseren Argumente auf ihrer Seite hat. Die wenigen medizinisch möglicherweise zu rechtfertigenden Tierversuche müssen in der Regel als Rechtfertigung für eine Unzahl sinnloser Quälereien herhalten, bei denen Menschen sich so weit von den Ideen eines Franz von Assisi oder eines Buddha entfernt haben wie das nur überhaupt denkbar ist.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, auf der anderen werden die Haustiere der Bürger der sogenannten ersten Welt in der Regel weit menschlicher behandelt als die meisten Menschen der sogenannten dritten. Was nicht heissen soll, dass es diesen Tieren dabei gut geht. Die Oliven speisende Rassehundedame, die die Leere im Leben ihres Frauchens oder Herrchens füllen soll, ist in einer ausgesprochen erbärmlichen Lage. Selbstverständlich steht ihr alles an Hightech-Medizin zur Verfügung was eine US-amerikanische Hundeklinik zu bieten hat. Das aber ist deutlich mehr als viele Hospitäler der 3. Welt. Bis zu Schönheitsoperationen hat man sich da schon vorgewagt, warum sollte den kleinen Lieblingen verwehrt bleiben, was sich seine Besitzer selbst auch leisten.

In der sensibleren Welt der gesundheitsbewussten modernen Menschen werden die Tiere genauso selbstverständlich auf die entsprechende Behandlungsebene mit genommen. Und natürlich ist auch für eine Katze Homöopathie besser als die Unterdrückung mit Allopathie. Ich erinnere noch gut wie unser grosser Hund – eine Mischung aus Dogge und Boxer mit der Figur ersterer – von einem Hundeheilpraktiker auf vegetarische Diät gesetzt wurde wegen des etwas glanzlosen Fells. Das wirkte Wunder, Baguira war sprachlos. Er bekam recht rasch sein glänzendes Fell zurück, wurde lammfromm und gab das Bellen fast gänzlich auf. Die liebevoll bereitete Haferflocken-Vitamin-Mischung schien seine Seele mitzubehandeln, was besonders deutlich wurde als er Monate später mit dem Fleisch auch seine Sprache wiederfand. Viele dieser verhätschelten Bürgerskinder haben trotzdem ein elendes weil in keiner Weise artgerechtes Leben.

Oftmals werden sie auch als Statussymbol missbraucht oder gar als Waffe benutzt. Die Diskussion um die Kampfhunde wurde schnell auf dem Rücken aller Hunde einer Rasse ausgetragen, was für jeden Hundekenner völlig idiotisch ist, da das Verhalten eines Hundes viel mehr von der Art seines Lebens und hier vor allem seinem Umgang mit und Training durch Menschen geprägt ist als von der Rasse. Viele Haustiere werden aber auch als Spielzeuge missbraucht, schnell gekauft und dann wohlsstandsvernachlässigt – oft ähnlich wie die Kinder, für die sie kurze Zeit herhalten mussten. Jedes Jahr vor den grossen Sommerferien kann man diese armen Wesen erleben, wie sie verzweifelt herumirren, nachdem sie auf Autobahnen oder sonstwo in der Fremde ausgesetzt wurden. In einer US-Kleinstadt löste man das problem überflüssig gewordener Haustiere auf sehr funktionale Weise. An einem öffentlichen Gebäude wurden verschieden grosse Klappen angebracht für Katzen und kleine Hunde eine kleine, für mittelgrosse Tiere eine mittlere und für die grossen eine grosse Klappe. Dort konnten die ihrer Vierbeiner überdrüssig gewordenen Bürger ihre „Lieblinge“ hineingeben. Diese rutschten dann auf entsprechenden Rutschbahnen in einen grossen Auffangkäfig. Wenn dieser nach ein paar Tagen geleert wurde, waren die meisten Tiere schon tot, der Rest wurde entsorgt. Das geschieht in dem gleichen Land, wo ein einziger verirrter Waal zu Millionen-Dollar-Spenden führt, wenn er nur telegen in Szene gesetzt wird. Natürlich ist es noch nicht lange her da wurden auch die sogenannten Findelkinder anonym über entsprechende Drehtüren abgegeben. Meist lief auf das auf eine schreckliche Entsorgung der Kinder hinaus, denn bis zu 90 Prozent starben ganz kläglich. Die Frage, ob wir das Tieren antun dürfen bleibt, dadurch aber unberührt. Vielleicht sind Menschen gegenüber Menschen noch rücksichtsloser als gegenüber Tieren, aber das gibt uns keinerlei Recht gegenüber Tieren.

Am tragischsten für uns machte den Bewußtseinsstand gegenüber Tieren der Umzug der deutschen Abgeordneten von Bonn nach Berlin. Die Herrn Abgeordneten und Ihre Familien haben in grosser Zahl ihre Haustiere einfach zurückgelassen. Nun sind Politiker ja gern und leicht vergesslich, aber ob das wirklich soweit geht. Eher hat man doch wohl das Tier, das vielleicht noch in die Provinz passte, für die neue Hauptstadt als nicht angemessen befunden. Keines der sonst so rührigen Nachrichtenmagazine hat erforscht, wer in Bonn noch ein Haustier hatte und dann in Berlin nicht mehr. Dabei hätte man auf keine Weise einfacher und direkter herausfinden können, wem man auf Grund seines Charakters und seines mangelnden Verantwortungsbewusstseins in keinster Weise Lebenwesen anvertrauen kann. Es wäre wohl ein wenig spannendes Ergebnis herausgekommen und wahrscheinlich hätten sich charakterlose Volksvertreter gleichermassen durch alle Parteien gefunden. Nachdem eine grüne Ministerin zur grössten offiziellen Tierquälaktion in der deutschen Geschichte ansetzt, muss man sich da wohl keine Illusionen machen. Nun macht es aber wenig Sinn, auf Politiker zu projizieren. Wir haben schon genau die Politiker, die wir verdienen und die wir uns ja auch gewählt haben. Aber das macht es ja gerade so schlimm. Sie spiegeln die Einstellung eines ganzen Landes in ihrer und seiner ganzen Erbärmlichkeit. Und dieses Land ist dabei wohl noch eines wo die Grausamkeit wenigstens nach strengen hygienischen Regeln und geradezu gesetzestreu durchgezogen wird. Den Eseln in Griechenland und den Pferden Indiens geht es natürlich nicht besser.

Auf diesem Hintergrund befinden wir uns, wenn wir uns Gedanken über die Therapie von Tieren machen. Dass Tiere fühlende Wesen sind, ist jedem Menschen klar, der mit ihnen in enger Nachbarschaft oder gar Beziehung lebt, aber es gibt natürlich immer mehr Menschen, die begegnen ihnen nur noch mit Messer und Gabel oder mit der flachen Hand, wenn es sich um Mücken handelt. Dass Tiere auch auf komplementärmedizinische Behandlungen gut ansprechen, hat zum einen wohl einfach damit zu tun, dass sie uns entwicklungsgeschichtlich sehr nahe sind. Ein Schimpanse unterscheidet sich in weniger als 1% in seinem Erbgut von uns. Das ist ja auch der Grund, der immer wieder für die Tierversuche herhalten muss. Tiere, die in derselben Umwelt leben, werden natürlich auch unter denselben oder jedenfalls ähnlichen Umweltgiften leiden. Aber sie leiden inzwischen sogar unübersehbar unter denselben psychosomatischen Krankheitsbildern. Die Zahl der Allergiker unter Hunden nimmt in beachtlichen Ausmass zu wie ja auch die der menschlichen.

Aus der Krankheitsbilder-Deutung im Sinne von „Krankheit als Symbol“ folgt, dass dahinter Aggressionsprobleme stecken. Nun nehmen diese bei Hunden nachweislich zu, was an den ständig steigenden Zahlen der Hundebissverletzungen in einer Grossstadt wie München deutlich wird. Aber auch die Menschen werden immer bissiger, nur zeigen sie es eher in übertragener Hinsicht. Bei Tieren hat die Verhaltensforschung das Geheimnis dahinter längst aufgeklärt.

Gibt man zwanzig Ratten in ein ausreichend grosses Gehege, wo sie genügend Lebensraum und Nahrung finden, werden sie sich reichlich vermehren und untereinander Frieden halten. Ab einer bestimmten Zahl allerdings, wenn es zu eng wird in ihrem Gehege, werden sie untereinander aggressiv, beissen sich, fressen sich gegenseitig die Jungen auf usw. Ihr Vorteil ist immerhin, dass auch ihre Fruchtbarkeit allmählich nachlässt. Alles spricht dafür, dass Menschen in zunehmender Enge ebenfalls aggressiver werden. Wer mit einer Katze, einem Hund oder Pferd längere Zeit zusammengelebt hat, kann nicht den geringsten Zweifel haben, dass sein tierischer Partner psychosomatisch reagiert. Ja es spricht sogar einiges dafür, dass sie noch weit sensibler als Menschen reagieren.

Heute gibt es schon sogenannte tierische Modelle, die das nutzen. Hunde werden darauf trainiert, den epileptischen Anfall ihres Frauchens, den sie schon kommen „sehen“, wenn Frauchen noch keine Ahnung haben, auch zu melden. Sprichwörtlich sind die Erfahrungen, dass Ratten das Schiff im letzten Hafen verlassen, bevor es sinkt, dass Tiere vor Vulkanausbrüchen und Erdbeben die Gefahr spüren, sie haben noch einen Nase für die wichtigen Dinge des (Über-)Lebens und wohl auch einen 6. Sinn. Letzteren hat der englische Biologe Rupert Sheldrake, der Entdecker der Morphogenetischen Felder, in seinen jüngsten Arbeiten so gut wie belegt. Wenn also Tiere uns in so vielem ähnlich sind und darüber hinaus noch weit sensibler, liegt es nahe, sie auch mit sensibleren Heilmethoden zu betreuen. Sie werden eher noch besser als Menschen darauf ansprechen, wohl auch, weil ihre Energiesysteme in der Regel weniger blockiert sein dürften als die menschlichen.

Tiere sind sogar auch die sensibleren Therapeuten für Menschen. Der US-amerikanische Psychophysiologe James Lynch empfiehlt Hochdruckpatienten einen Hund als Therapie. Mit ihm haben sie in der Regel kein Autoritätsproblem wie mit den allermeisten Menschen, können also auf einer gleichen Ebene und ohne Druck kommunizieren, ausserdem werden sie ein Gefühlsband entwickeln und zusätzlich mehr gerade für sie überaus gesunde Bewegung machen.

Von Delphinen wird immer mehr bekannt, dass sie wundervolle Therapeuten für (geistig) behinderte Kinder sind. Delphine haben scheinbar genau das umgekehrte Wertesystem wie Menschen. Sie wenden sich – bei freier Auswahl – zuerst geistig behinderten Kindern zu, dann schwangeren Frauen und Kindern, dann Frauen und erst wenn ihnen gar nichts (anderes) mehr übrig bleibt Männern. Ob das an ihrem – im Verlgeich zum Menschen – grösseren und differenzierteren Grosshirn liegt ist noch unklar.

Aber selbst im kleinsten Rahmen konnten wir beobachten, dass unsere vier Katzen immer die Nähe der Patienten im Wartezimmer suchten und sich bevorzugt auf Stellen niederliessen, wo Probleme bestanden. Wer es einmal erlebt hat, wie angenehm sich die sanfte Vibration vom Schnurren einer Katze auf einem gequälten Bauch anfühlt, hat keinen Zweifel an der Wirksamkeit dieser Therapie. Im übrigen sollen ja sogar die Felle von toten Katzen bei Rheuma helfen, um wieviel wirksamer müssen dann erst die lebendigen von quietschvergnügten Katzen sein.

Schliesslich zeigen uns Tiere auch noch die wirkungsvollste Form der Therapie: die Liebe. Tiere gehen für ihre menschlichen Partner im wahrsten Sinne des Wortes durchs Feuer und manchmal halten sie ihnen die Treue bis über den Tod hinaus. Wie stark die Liebe sein kann wird gerade in der Beziehung zu Tieren deutlich, denn je grösser die Kluft ist, die die Liebe überwindet, desto grösser ihre Kraft. Romeo und Jullia liebten sich über gesellschaftliche Abgründe hinweg und die Legende weiss, dass diese Liebe stärker war als der Tod. Kinder aber lieben ihre Tiere oft über eine noch viel grössere Kluft hinweg, nämlich von einem Naturreich zum nächsten. Man muss schon das Kind in sich töten, um Tieren so zu begegnen, wie das Erwachsene in der modernen Welt tun. Fast alle Kinder denken nicht daran sie zu verspeisen oder zu quälen, sie wollen sie streicheln, füttern und liebhaben. Auch diesbezüglich sollten wir wieder werden wie die Kinder. Sie scheinen noch zu spüren, dass wir von der gleichen Art sind und als die älteren Schwestern und Brüder Verantwortung für die jüngeren, die Tiere, haben. Buddhismus und franziskanisches Christentum entsprechen dem vollkommen und kommen so der Aufforderung wieder zu werden wie die Kinder nahe.

Es gibt demnach keinen Grund Tiere weniger achtsam oder sonstwie schlechter zu behandeln als sich selbst. Im Gegenteil sollte man Schutzbefohlenen gegenüber eher noch verantwortlicher handeln. Auch das aber spricht eindeutig für eine möglichst sensible Therapie für hochsensible Wesen. Wobei wir es nicht so weit treiben sollten, den Tieren nun Psychotherapie zuzumuten. Besser und sinnvoller wären da schon die Herrchen und Frauchen zu therapieren und das wäre auch für deren Tiere ein segen. Nichts spricht aber gegen die Schwingungstherapie von Tieren. Wer einmal erlebt hat, wie verletzte Tiere auf Reiki oder andere Formen der Geistheilung reagieren, hat einen weiteren Beleg für deren noch grössere Sensibilität.