Schmerz, Bewusstsein und Seele

Schmerz ist ein mit unzähligen Krankheitsbildern verbundenes Symptom und eigentlich nur im Zusammenhang mit dem jeweiligen Umfeld zu verstehen. Für sich allein ist Schmerz ein Warnsignal und als solches sinnvoll, wie die allermeisten Reaktionen unseres Körpers. Trotzdem wird er wie etwa auch Fieber heute immer noch häufig als Problem an sich be­kämpft. In manchen Gebieten der Medizin wie der Zahnheilkunde würde niemand auf die Idee verfallen, Zahnschmerzen zu unterdrücken, ohne vorher abgeklärt zu haben, was da­hinter steckt, Kopfschmerzen werden dagegen im allgemeinen mit Schmerzmitteln unter­drückt, ohne nach zugrundeliegenden Ursachen zu forschen.

Schmerz will zu allererst einmal Aufmerksamkeit erregen. Häufig ist er sogar schon zufrieden und legt sich wieder, wenn er diese bekommt. Viele Menschen kennen solche Erfahrungen. Angenommen man verspürt einen geringfügigen Zahnschmerz um dessent­willen man gar nicht gleich den Zahnarzt aufsucht. Wenn sich der Schmerz aber nicht legt und z.B. der Urlaub naht, wird man doch zum Arzt gehen. Dann kann es einem passieren, dass man – endlich auf dem entsprechenden Stuhl gelandet – gar nicht mehr angeben kann, wo der Schmerz genau sitzt, weil er nämlich momentan verschwunden ist. Er hat jetzt of­fenbar die notwendige Zuwendung erhalten und scheint sich damit zufrieden zurückgezo­gen zu haben.

Ähnlich ist die Erfahrung beim sogenannten Körperfühlen. Wenn man dem Schmerz – statt ihn zu unterdrücken – Aufmerksamkeit schenkt, wird er häufig nach einer kurzen Phase der Verstärkung leichter und verschwindet dann gar nicht so selten. Wertfreie Aufmerksamkeit scheint eine Art Heilmittel bei leichten Schmerzen zu sein. Forschungen aus dem Bereich der Psychoneuroimmunologie legen den Verdacht nahe, dass solche Auf­merksamkeit die Durchblutung erhöht und vielleicht über diesen Weg sanfte Heilungspro­zesse in Gang setzt. Bereits im Studium hörte ich in einer Vorlesung, Schmerz sei vor al­lem ein Hilfeschrei des Gewebes nach Nahrung. Demnach müsste es also nur wieder aus­reichend versorgt werden, um die Hilferufe einzustellen. Dieses Modell ist ja vom Klein­kind gut bekannt und funktioniert verlässlich.

Oft braucht der Schmerz aber auch nach der ersten Aufmerksamkeit weitere Zu­wendung. Es mag sein, dass er von einem Abszess herrührt und dann muss sich dessen eit­rige Last erst entladen, bevor Ruhe und Schmerzfreiheit einkehren können. Ist ein Nerv eingeklemmt, muss dieser entlastet werden, bei Wundschmerzen muss die Wunde verheilen, bevor Schmerzfreiheit möglich wird usw.

Wenn Schmerzen nicht nachlassen, liegt der Verdacht nahe, dass die Ursachen nicht behoben sind. Genau das dürfte bei chronischen Schmerzsyndromen der Fall sein. Der Körper ist intelligent und neigt nicht dazu, von sich aus Fehler oder Unsinn zu machen, auch wenn die Schulmedizin ihm das immer wieder unterstellt. Deren Trachten richtet sich ja weitgehend darauf, diese Schöpfung zu verbessern und gerade dabei richtet sie auch viel Schaden an. Sowohl in der äußeren als auch in unserer inneren Natur tun wir aus unserer männlichen Macherhaltung nicht selten Dinge, deren negative Konsequenzen sich erst später zeigen. Da wird das Fieber auf alle Fälle unterdrückt, ziemlich egal wo es herrührt, der Wurmfortsatz wird herausgeschnitten, wenn das Kind Bauchschmerzen hat, und wenn es im Hals schmerzt, müssen die Mandeln dran glauben und eh man sich versieht, sind wichtige Lymphorgane geopfert. Wenn das Fett überquillt, wird es abgesaugt, wenn der Schlaf nicht kommen will, wird chemische Bewusstlosigkeit inszeniert usw. Nach meiner Erfahrung sind wir weder im Mikrokosmos noch im Makrokosmos wirklich in der Lage, die Folgen unseres Handelns zu übersehen.

Wir müssen davon ausgehen, dass überall in der Natur, der inneren wie der äußeren, Gleichgewichte existieren. Durch unser Eingreifen, stören wir diese nicht selten und mer­ken das erst spät und oft zu spät. In der äußeren Natur wird uns das allmählich klarer, wenn wir etwa nicht mehr so recht wissen, ob wir auf eine Treibhaussituation oder eine neuerliche Eiszeit zusteuern, ob wir den Himmel über uns zu einem einzigen Ozonloch machen und an seiner kosmischen Strahlung zugrunde gehen, oder vorher schon an mittels Gentechnologie heraus gezüchteten Viren. Da alles mit allem zusammenhängt, ha­ben wir schon längst keinen Überblick mehr und wenn wir ehrlich wären, könnten wir uns eingestehen, dass wir eigentlich noch nie einen hatten, sondern immer mehr oder weniger erfolgreich an einzelnen Details herumlaboriert haben, ohne das Ganze zu überblicken.

Diesbezüglich unterscheidet sich die Situation in Mikrokosmos nicht, im Gegenteil müssen wir immer mehr davon ausgehen, dass Paracelsus recht hatte und Mikro- und Ma­krokosmos sich entsprechen. Lediglich wird uns in der Umwelt deutlicher bewusst, wie sehr die Dinge außer Kontrolle geraten als im Mikrokosmos unseres eigenen Organismus, wo die Medizin noch immer und trotz besserem Wissen Optimismus verbreitet. Auch hier sind die Zusammenhänge so unendlich kompliziert vernetzt, dass die einfachen mechanisti­schen Erklärungsmodelle ihnen nicht gerecht werden. Es könnte schon einen enormen Fortschritt bedeuten, wenn wir uns in größerem Stil zum Zusammenhang von Körper und Seele bekennen und uns eingestehen, wie sehr beide einander ergänzen. Eigentlich bedürfte es dazu keiner neuer Erkenntnisse, denn wir bräuchten uns ja nur auf das Wissen zurückzubesinnen, über das Paracelsus und Hildegard von Bingen bereits verfügten.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Körper keinen Unsinn macht und als Mikro­kosmos genauso sinnvoll funktioniert wie der Organismus der Erde als Makrokosmos, liegt der Verdacht nahe, dass bei therapieresistenten Schmerzen die Ursache nicht behoben ist, sondern weiterbesteht. Wenn keine körperlichen Gründe zu finden sind, müsste sich der Verdacht eines primär seelischen Problems aufdrängen. Da aber Schulmedizin und leider auch weite Teile der naturheilkundlichen Medizin die Seele ignorieren, wird nun oft mit einem ganzen Arsenal von Waffen auf eine Ebene ge­schossen, die gar nicht im Spiel ist. So entbrennen Stellvertreterkriege. Das ist dann wie bei Mulla Nasruddin, der seinen Schlüssel unter der Laterne sucht, wo er ihn zwar nicht verloren hat, wo es aber wenigstens Licht zum Suchen gibt.

Und damit sind wir symbolisch beim Thema. Es geht hier um Aggres­sion. Der Patient könnte schreien vor Schmerz. Wenn er es denn täte, erleichterte das nicht selten seine Situation. Klassische Schmerzsyndrome wie die Trigeminusneuralgie enthül­len die seelische Komponente bereitwillig. Schreckliche Schmerzen, die einem das Gesicht zu verreißen drohen, führen zur begründeten Angst, das Gesicht zu verlieren. Es wird nun durch die Schmerzen zur Qual, weiterhin gute Miene zum bösen Spiel zu machen und das gut antrainierte Keep-smiling zu wahren. Mit jedem Schmerztag wird es anstren­gender und Nerven aufreibender, die geordnete Fassade aufrechtzuerhalten und die Ge­fahr, die Kontrolle zu verlieren, steigt. Genau darauf aber zielt das Symptom. Das lange gehegte Pokerface ist nicht mehr aufrecht zu erhalten. Oft zeigt sich, wie zurückgehaltene Schläge und insbesondere Ohrfeigen bei einem selbst hängengeblieben sind und nun zu­rückschlagen. Wo hätten sie auch sonst hinsollen? Sie schlagen sich nun auf entsprechend archetypisch marsische Weise auf den eigenen Wangen nieder wie sie das seinerzeit auf fremden Wan­gen hätten tun wollen. Der Patient wäre also gut beraten, nach uneingestandenen Aggres­sionen zu fahnden und den drohenden Wut(Schmerz-)anfall hinter seiner nur noch mühsam stabilisierten Maske zu erkennen. Das Symptom zwingt ihn, die Schmerzen be­wusst zu spüren, die es bereitet, keine Miene zu verziehen, wenn einem zum Schreien ist.

Für die Gesundheit wäre es sinnvoller, die Maske bewusst fallen zu lassen, den Schmerz hinausschreien, den gestauten Aggressionen Luft zu machen und die lange zurückgehaltenen Empfindungen so offen wie möglich auszudrücken. Statt Vermeidungs­strategie wäre Konfrontation angesagt und Selbstbehauptung ohne Maske zu üben. Die früher zurückgehaltenen Schläge, sollten bewusst gemacht und die bis in die Gegenwart festgehaltenen Energien auf erlösteren Ebenen eingesetzt werden. Mutig, die heißen Eisen im eigenen Leben anzupacken, das Leben in Angriff zu nehmen und die Herausforderungen zu konfrontieren wäre angesagt.

Ein Beispiel, das die über den physischen Körper hinausgehenden Zusammen­hänge noch deutlicher macht, ist der sogenannte Phantomschmerz. Dabei treten Schmer­zen an längst verlorengegangene Gliedmaßen auf, aber auch bereits gerissene Zähne, kön­nen weiter höllische Schmerzen verursachen. Zum Leiden kommt hier noch hinzu, dass Betroffene häufig eine lange Odyssee hinter sich bringen müssen, bevor sie ernst ge­nommen werden. Immerhin tut ihnen etwas weh, was gar nicht mehr vorhanden ist. Das sprengt bis heute oft die Vorstellungskraft mechanistisch eingestellter Ärzte, also der meisten Schulmediziner. Dabei müsste hier eigentlich sogar hartgesottenen Materialisten klar werden, wie eng solche Weltsicht ist. Stattdessen wird oft der Patient diskriminiert.

Der Hintergrund des Phantomschmerzes ist das weiter Existieren der verlorenen Strukturen im Bewusstsein – wo sonst? Solange ihr Bild im Energiekörper nicht gelöscht ist, lassen sie sich auch spüren. Dummerweise hat die Schulmedizin aber keine Vorstellung von einem Energiekörper, was diesen aber mit Nichten daran hindert, sich schmerzhaft bemerkbar zu machen.

Glücklicherweise ist es heute leichter denn je auch im Westen über Dinge wie den Energiekörper zu sprechen, nachdem eine Fülle von Therapieformen wie die Akupunktur und alle Methoden der bioelektronischen Funktionsdiagnostik (EAV, Mora bis zur Radionik usw.) sich mit Erfolg darauf stützen. Selbst Schulmediziner lachen kaum noch über Meridiane und Na­dis. Mit dem Phantomschmerz hätten sie eigentlich einen unübersehbaren Hinweis, der sie über die Welt des rein Materiellen hinausweist.

Nach diesen Grundannahmen ist die Lösung naheliegend. Es ist notwendig, das Erlebnis des Verlustes noch einmal bewusst nachzuerleben. Das ist praktisch fast immer möglich, da selbst das Geschehen während Operationen unter Vollnarkose z.B. mit den Techniken der Reinkarnationstherapie wieder bewusst gemacht werden kann. Nach einem bewussten Durchleben des Verlustereignisses, kann das physisch längst fehlende Glied häufig auch auf der Bewusstseinsebene losgelassen werden, wodurch es auch im Energie­körper oder im Feld des Patienten gelöscht wird und die Schmerzen verschwinden.

Dieses Beispiel könnte uns auch den Schritt zu der Erkenntnis erleichtern, dass Schmerzen letztlich im Bewusstsein empfunden werden, wo immer sie auch ihren Ursprung haben. Therapeuten ist sehr wohl bekannt, wie individuell Patienten reagieren. Der eine ist überempfindlich und der andere viel weniger irritierbar, was die Medizin dann als „indolent“ bezeichnet. Diese Unterschiede sind offenbar in der verschiedenen psychischen Struktur begründet.

Wir sind also gut beraten, wenn wir Schmerzen nicht nur als Warnsystem der Körpers, sondern des ganzen Organismus von Körper, Geist und Seele anerkennen und ernst nehmen. Die aus der Schulmedizin bekannte Methode, sobald körperlich nichts gefunden wird, nur mit desto größerer Macht auf dieser Ebene loszuschlagen und aus schierer Verzweiflung die stärksten Waffen einzu­setzen, wird anschaulich illustriert durch Redewendungen wie mit Kanonen auf Spatzen schießen. Allerdings hinkt selbst dieser Vergleich noch, da Seelenvögel auch mit noch so gewaltigen materiellen Kanonen nicht erreichbar sind. So wie wir den Hilferuf strangu­lierten Gewebes nach Durchblutung oder Entlastung ernst nehmen, oder eingeengte Lei­tungsbahnen entlasten sollten, müssten wir bei seelischen Schmerzen der gequälten Seele Erleichterung verschaffen. Hinter Entzündungsschmerz dürften wir nach aggressiven Konflikten fahnden, bei Wundschmerz auf Grund physischer Verletzungen zumindest seelische Mitverletzungen in Erwägung ziehen. Wie sehr Schmerz ein Bewusstseinsphänomen ist, müsste eigentlich jedem klar sein, denn offensichtlich empfinden Bewusstlose keinen Schmerz, wie jede Narkose zeigt.

Wie sehr Schmerz ein neuropsychologisches Phänomen ist, erlebe ich in unseren fünf bis 6 Fasten-Wochen pro Jahr. Früher war ich es als Fastenarzt geradezu gewohnt, nachts aufstehen zu müssen, meist weil irgendein Schmerz irgendwem den Schlaf raubte. Heute empfehle ich allen Teilnehmern ABON VITAL oder verordne es sogar. Ein Löffel dieser an sich banalen Rohkost, ändert vieles. Die Hauptinhaltsstoffe Quinoa und Amaranth extrem fein vermahlen, erlauben dem Organismus, aus L-Tryptophan das notwendige Serotonin zu bilden. Dieser auch als Wohlfühlhormon bekannte Neurotransmitter führt auch zu einer Reduktion der Schmerzempfindlichkeit. Dahinter verbirgt sich die seelische Einschätzung des Schmerzes, die ja zum Beispiel auch bei den Geschlechtern völlig verschieden ist. Was viele Frauen als Lappalie erleben, ist für nicht wenige Männer schon ein schweres schmerzhaftes und schwer zu ertragendes Trauma. Wenn nun das Wohlgefühl durch den nüchtern genossenen, in Saft gelösten Löffel der speziellen Rohkost zugleich mit der Schmerzschwelle steigt, verläuft das Fasten noch leichter und meine Nächte bleiben störungsfrei. So könnte man sich natürlich das ganze Leben störungs- und schmerzfreier machen, indem man sich – wie ich das seit drei Jahren tue – ständig genug Serotonin leistet. Dazu braucht es eben nicht einmal ein Nahrungsergänzungsmittel, sondern lediglich diese billige Rohkostvariante ABON VITAL, die noch deutlich günstiger und besser als ihre Vorläufer erlaubt, sich stimmungsmäßig besser zu fühlen und weniger an Schmerzen zu leiden. Dieser Vorteil sollte aber nicht dazu führen, die oben geschilderte Bedeutung des seelischen Hintergrundes gering zu schätzen, im Gegenteil sie ist entscheidend.

Meist wird sich Körperliches und Seelisches parallel zeigen, manchmal steht das eine und manchmal das andere mehr im Vordergrund. Immer aber ist es sinnvoll beide Seiten und noch besser das Ganze im Auge zu behalten. Die Seele braucht Achtsamkeit, der Körper die entsprechenden Grundstoffe, um sich und sein Nervensystem auf einem optimalen Stand zu halten.