„Schenken“ und/oder „Innovative Produkte“

Es ist eine schöne Sitte, sich zu beschenken, die wir zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder zum Geburtstag schätzen und die bereits ein Zeichen menschlicher Kultur ist, denn ursprünglich waren mit dem Überleben beschäftigte Menschen dazu wohl kaum in der Lage. Allerdings erleben wir heute bereits wieder eine Gegenbewegung von bewussten Menschen, denen der Konsumrummel etwa zu Weihnachten zu weit geht und vor allem zu weit am ursprünglichen Thema dieses Festes vorbei. Beim alten heidnischen Julfest ging es – jedenfalls in unseren Breiten – darum, zur Zeit der tiefsten Dunkelheit im Jahr dem Wiedererstarken des Lichtes ein Fest der Freude auszurichten. Zu diesem Zweck wurde ein immergrüner Baum wie die Tanne mit Lichtern oder leuchtenden Dingen (heute Lametta) und den süßen Kuchen des Lebens, eben Lebkuchen, geschmückt, um diesen Siegeszug des Lichtes und des Lebens zu symbolisieren. Dazu wurde die Weihnachtsgans der germanischen Totengöttin Hel, die wir aus dem Märchen besser als Frau Holle kennen, geopfert, um es sich in dieser dunkelsten Zeit des Jahres besonders gut gehen zu lassen. Wenn sie gerupft wurde, fielen die Schneeflocken auf die Erde, wie noch alle Kinder wissen. Heute haben wir dagegen ein wahres Schlachtfest von Weihnachtsgeflügel, die alte Totengöttin ist vergessen beziehungsweise auf ihre Gans reduziert, der vom Weihnachts- zum Christbaum gewandelte immergrüne Baum, aus Gründen der Sparsamkeit heute eher eine Fichte, wird aber immerhin noch geschmückt. Am heiligen Abend der inzwischen die ziemlich profanen Züge einer Geschenke-Demonstration angenommen hat, breitet er dann seine Äste über all das, was wir uns leisten können und der Einzelhandel so hergibt.

Vorbei die Zeiten, von denen wir noch singen und manchmal auch träumen, wo es um Geschenke der Natur wie Nüsse und später dann so exotisches wie Orangen und Mandarinen ging, auch Schokolade ist längst überholt und moderne Kinder würden sich schön beklagen, wenn sie eine Tafel Vollmilchschokolade bekämen. Heute ist eher High-Tech-Elektronik akzeptabel. Ein Handy, das zugleich DVD-Spieler und Musikanlage, Kamera und Agenda, GPS und Lexikon ist und einen mit der ganzen Welt der Elektronischen Gegenschöpfung verbindet, ist das mindeste.

Nun gäbe es auf die moderne Situation, die sich so weit vom eigentlichen Thema von Weihnachten entfernt hat, verschiedene bewusste Antworten. Natürlich könnte man die Geschenk-Orgie schlicht verweigern und jedenfalls unter Erwachsenen einstellen, was immerhin Nerven spart, weil man den Weihnachts-Einkaufs-Trubel, der eigentlich schon längst vor allem Stress ist, vermeidet. Andererseits verkommt dann die schöne Idee des Schenkens, denn nur selten werden die eingesparten Geschenke bewusst an anderen Zeiten und Orten des Jahres nachgeholt.

Der Charme der Geschenke lebte natürlich auch davon, dass die Menschen im Mangel lebten und über die Geschenke wirklich Dinge bekamen, die sie nicht hatten, aber gut brauchen konnten. Heute haben auf der materiellen Ebene viele alles, was sie brauchen, weil sie es sich schlicht kaufen. Natürlich sind diese schwer zu beschenken und man muss schon auf ausgefallenen und oft fragwürdigen Luxus ausweichen, der oft auch keine rechte Freude bei den Beschenkten aufkommen lässt. Bei solchen Freunden, die schon alles Not-wendige haben, könnte man von der materiellen auf die seelische oder Bewusstseinsebene umschwenken, wo ihnen sicher noch einiges fehlt.

Heute wäre es bei vielen eher an der Zeit dieselbe zu schenken, denn viele von den Menschen, die das jetzt lesen, werden deutlich mehr Geld als Zeit zur Verfügung haben, so dass sie sich schon alles gekauft haben, was sie sich wünschen aber nicht wissen, wo sie die Zeit hernehmen sollen, all das zu genießen oder überhaupt nur auszuprobieren. In vieler Hinsicht sind wir in einer fast lächerlichen Situation, die schönsten Wellness-Oasen in den schönsten 5-Sterne-Hotels stehen leer, weil diejenigen, die sich solche Hotels leisten können, gar keine Zeit haben, um deren Angebot auszunutzen. Die Zeit dafür hätten im Überfluss die Arbeitslosen, aber denen fehlt das Geld für diese Hotels.

Aus dieser und ähnlichen Situationen könnten wir den Schluss ziehen, anders zu schenken, also zum Beispiel gleich ganz direkt Zeit zu geben im Sinne von: ich mache einen Tag etwas ungefährliches und wunderschönes mit Deinen Kindern und schenke Dir diesen freien Tag. Oder ich schenke Dir dieses Buch und einen Tag, an dem ich Dir das oder jenes abnehme, damit Du es auch lesen kannst.

Persönlich hab ich zum Beispiel schon viel mehr Bücher geschenkt bekommen als ich je lesen kann und praktisch nie bekam ich die Zeit dazu, das auch zu tun. Besonders durch meine Zeit als Herausgeber bekomme ich noch heute Manuskripte, die zu lesen ich manchmal sogar Lust hätte, aber für deren Lektüre ich kaum Zeit bekomme.

Wir könnten noch einen Schritt weitergehen und uns selbst schenken. Das wäre besonders wichtig, wenn wir besonders wichtig sind oder uns doch dafür halten. Mit Kindern machen wir das sowieso schon manchmal, sie wollen und bekommen noch am ehesten unsere ungeteilte Aufmerksamkeit und Offenheit. Anderenfalls protestieren sie. Auf der Karriereleiter verhalten wir uns ähnlich bei den Aufgaben, die uns wirklich wichtig sind, wir geben alles, wie wir sagen und meinen damit uns selbst und ganz.

Daraus könnten sich die heutzutage wertvollsten Geschenke ergeben. Wir könnten sogar noch einen Schritt weitergehen und uns und den jeweiligen Augenblick schenken. Also jemandem eine bestimmte Zeit mit uns, in der wir versprechen, ganz für ihn da zu sein und damit auch für uns und diesen Augenblick. Das wäre dann schon ein sehr spirituelles Geschenk. Ich schenke mich und verführe Dich in diesen Augenblick, wo das viel besungene Hier und Jetzt zum größten aller Geschenke werden würde. Das ist es eigentlich, was spirituell ausgerichtete Therapeuten anbieten, einen Schritt in Richtung oder eine Erfahrung in der Nähe des Augenblicks, um unser Einssein mit allem zu erleben. Hier wird schon deutlich, dass solche Geschenke immer sowohl Geschenke für den Beschenkten, wie aber auch für die Schenkenden sind.

Wer doch nicht auf die Materie-Ebene verzichten will, weil diese von so vielen immer noch für wichtiger als die Zeit- oder Seelenebene erachtet wird, könnte sich bemühen, wenigstens etwas zu schenken, was dem Beschenkten gut täte, was er sich aber selbst aus Unwissenheit oder Schlendrian oder wegen eins übermächtigen inneren Schweinehundes vorenthält.

Tatsächlich wünschen sich ja bei Neujahrsumfragen und wohl auch bei Geburtstagen die meisten Menschen Gesundheit, die sie nämlich – laut einschlägiger Erhebungen – für das mit Abstand wichtigste Gut erachten. Erstaunlicher Weise verhalten sie sich dann aber ganz anders, oft beinahe so, als sei Ihnen Gesundheit gar nichts wert. Meist liegt es wohl an Zeitmangel und einem Missverhältnis zwischen Motivation und Ausreden. Denn ist die Motivation auch noch so hoch, wenn die Ausreden ein noch höheres Niveau erreichen, passiert natürlich nichts.

Wie aber könnten wir Motivation schenken, so dass ein Freund oder Verwandter wirklich etwas für sich tut, etwas, dass seine Gesundheit erhält oder gar wiederherzustellen hilft? Auch da gäbe es schöne Ansätze. Wenn seine Motivation gut, aber der innere Schweinehund mit entsprechenden Ausreden immer wieder dazwischen funkt, könnten wir ein Gegengewicht schaffen, indem wir einfach mitmachen und ihn persönlich zu unserer regelmäßigen Joggingrunde im Sauerstoffgleichgewicht abholen, oder zum Saunabesuch mit den zugehörigen Ruhezeiten, in denen wir auch Ruhe geben, damit er welche bekommt.

Auch eine gemeinsame Fastenzeit wäre ein gutes Geschenk für jemanden, der lange nicht mehr für Ordnung in seinem Körperhaus gesorgt hat. Wichtiger als ein Buch oder eine CD wäre auch hier wieder die Woche, die so viele so dringend bräuchten und angeblich nicht haben. Wenn ich sie jemandem organisiere, schenke ich auf einer sehr modernen und zeitadäquaten Ebene.

Oder wir besorgen ein Buch und schenken gleich das Gespräch dazu, um uns auszutauschen und den Stoff wirklich zu vertiefen und in uns auf zu nehmen. So könnten wir uns natürlich auch Meditationen schenken, die wir zusammen erleben – in jener Stille, zu der wir fähig sind oder geführte Meditationen auf CD, allerdings mit der entsprechenden Zeit, die wir uns gemeinsam dafür nehmen, um miteinander zu wachsen. Und was könnten wir Schöneres schenken als seelisches und spirituelles Wachstum?

Oder wir schenken eine Verbindung von Wohlgefühl und Gesundheit in Form einer Dose der Rohkostvariante TAKE ME, allerdings mit der notwendigen Erklärung dazu. Am besten nachdem wir selbst schon die Erfahrung gemacht haben, dass gute Stimmung auch eine ausreichende biochemische Grundlage in Gestalt von genug Serotonin braucht. Diesen Neurotransmitter bekommen moderne Menschen im heutigen Stress kaum noch ausreichend und er wäre so leicht mit einem Löffel dieses feinvermahlenen Gemüsepulvers zu beschaffen. Wo sich aber die Stimmung verbessert – und 75 % der Menschen können das so leicht und nebenbei schaffen – wird sich auch viel anderes verbessern. Auf der Gesundheitsebene noch der Schlaf und längerfristig die Haut, im seelischen Bereich aber eine Vielzahl von Bereichen und auch natürlich im Geist. Ein kleines Geschenk von einer Dose voller besonderem Gemüse, preiswert obendrein, und doch für viele eine beeindruckende Wende zum Besseren auf so vielen Ebenen. Aber wieder ist es nicht die Dose, sondern das Gespräch, das eigene Beispiel – ich hab es sozusagen für Dich ausprobiert und es hat mir gut getan und mein Leben verändert – willst Du es nicht auch einmal probieren Dir und mir zu Liebe?

Oder wir könnten aus dem Bereich neuer Erfindungen des Gesundheitsmarktes etwas schenken, das leicht und wirksam in den Lebensablauf einzubauen ist, wie etwa ein Schüttelgerät, wie sie sich aus der russischen Raumfahrtforschung ergeben haben. Ursprünglich sehr teuer, sind inzwischen sehr gute Geräte für € 400.- zu haben – ohne Strukturvertrieb und mit der EU-üblichen Garantie. Auch das ist wichtig, damit Geschenke nicht zum Ärgernis werden. Da sowieso fast jeder am Morgen 10 Minuten oder mehr im Bad verbringt, kann man auch gleich auf so einem Gerät stehen, das den ganzen Körper durchvibriert. Das hat nicht nur bei den Kosmonauten Osteoporose verhindert, es lockert auch die Muskulatur und trainiert sie moderat. Natürlich kann man derlei inzwischen als Powerplate auch für viel Geld haben oder dazu ins Fitness-Studio gehen, aber es geht auch so viel einfacher und günstiger zuhause.

Vor allem dem Genuss dienen die Kundalini-Wiegen oder Chi-Maschinen, die schon nach 10 Minuten wiegenlassen (der Beine) spürbare Energie-Effekte entlang der Wirbelsäule erzeugen. Auch diese Geräte gibt es inzwischen spottbillig. Wer aber ein langzeit verlässliches möchte, ist mit einem ähnlichen Betrag wie beim Rüttler dabei.

Das neueste auf diesem Markt innovativer Gesundheits-Geräte ist eine verblüffende Maschine mit einer beweglichen Fussplatte, auf der man steht und sein Gewebe durchbewegen und -schütteln lässt. Man fühlt sich fast an die Kundalini-Meditation von Osho erinnert. Persönlich stehe ich nun abwechselnd auf dem Rüttler und der Schüttel-Maschine, kann mir dabei die Zähne putzen und mich rasieren und ohne Zeit zu verlieren – meiner Bequemlichkeit entgegenkommend – geschieht etwas für Gesundheit und Fittness praktisch ganz ohne mein Dazutun. Ich brauche keine Zeit dafür und fühle mich trotzdem hinterher spürbar gelockert und aufgeräumt.

Und dann gibt es da noch jene Gesundheitsprodukte, die den wissenschaftlich nachvollziehbaren Bereich verlassen. Auf ein Ausnahme-Produkt möchte ich hier besonders hinweisen, das mich seit langem auf jede Reise begleitet, die Welle von Geowave, die bei uns in keinem Seminar mehr fehlt. Wie ein guter Stern hängt sie an höchster Stelle des Kursraumes. Im Gegensatz zu vielen Angeboten aus diesem Bereich hat sie beeindruckend viele seriöse Wissenschaftler als Fürsprecher und eine Reihe von Studien auf ihrer Seite, die sich sehen lassen können. Sie verbessert inzwischen das Klima in einigen österreichischen Kliniken und bei uns zuhause.

Das waren schon die wesentlichen Dinge, die mir aus diesen 30 Jahren Arztsein in der Eso- und Gesundheitsszene geblieben sind. Ich hab viel ausprobiert, und es ist nicht sehr viel geblieben – meine erste Mind-machine vor vielen Jahren hat mich begeistert, aber wenn der Effekt schon nach zwei, drei Sitzungen völlig verschwindet, möchte ich diese erste Erfahrung zwar nicht missen, kann aber so ein Teil nicht empfehlen.

Die erwähnten Erfindungen aber waren für mich eine Bereicherung und so kann ich mir gut vorstellen, dass sie auch andere bereichern und hab das auch schon erfahren. Ich verschenke sie gern und kann das auch empfehlen. Natürlich ist eine Bergwanderwoche oder gemeinsame Fastenzeit, eine gemeinsame Frühjahrskur oder Reise noch das größere und persönlichere Geschenk, wenn ich mich mitgebe und mir die Zeit nehme und sie jemandem ganz persönlich schenke.