Schattenarbeit im Beziehungs-Alltag

Im Anfang liegt alles, sagt ein wichtiges unter den „Schicksalsgesetzen“. Dafür spricht viel, und es ist ein großes Glück, was Beziehungen angeht. Denn in der Regel beginnen sie wundervoll, d.h. unsterblich verliebt. Mann sieht eine Frau und ihr Anblick trifft ihn wie ein Blitz und er weiß und fühlt mit jeder Faser seines Herzens, dass er der glücklichste Mensch auf Erden wäre, wenn er sie bekäme. Ist das Schicksal gnädig oder gemein genug, bekommt er sie, und ein mustergültiger Weg tut sich vor ihm auf. Im Anfang ist alles wundervoll und der Himmel hängt voller Geigen. Möglicherweise trauen sich beide, falls es ihr ähnlich ergeht, in dieser als unsterblich gefühlten Liebe vor den Traualtar und schlagen alle Warnungen des Priesters in den Wind. Er hat spricht von guten und schlechten Zeiten, aber sie kennen natürlich nur gute und glauben ihm nicht recht. Auch der Satz „bis dass der Tod euch scheidet“ schreckt sie nicht, unsterblich verliebt, glaubt niemand ans Sterben.

Aber leider oder zum Glück macht mit der Zeit und dank der Polarität der Partner Schatten deutlich. Obwohl beide fest entschlossen waren, ihre heiße Liebe über alle Zeiten und Hürden zu bringen, geraten nicht wenige in die Falle der Projektion. D.h. alles was sie an sich selbst nicht leiden können und jetzt am Partner erleben, schieben sie ihm in die Schuhe und Schuld wird geboren.

Projektion ist heute das beliebteste Gesellschaftsspiel, Eigenverantwortung kommt ganz aus der Mode. Kaum rutscht jemand im Winter aus, fragt es sich nicht, warum er ausgerechnet an so einem Tag solche Schuhe angezogen hat, sondern wer da wohl streupflichtig war und wie man ihn zur Verantwortung ziehen, das heißt für das eigene Unglück haftbar machen könnte. Juristisch führt das zu einem gesellschaftlich unproduktiven Boom an juristischen Fakultäten. Mit Projektion und Streitereien lässt sich nach US-Vorbild vortrefflich Geld verdienen. Welcher Qualität dieses ist, fragt heute kaum noch jemand. Die Qualität der Dinge ist längst zugunsten der Quantität in den Schatten gesunken. Hauptsächlich viel Geld, egal ob Schwarz- oder Blutgeld, ehrlich ver-dientes oder raffiniert ertrotztes, durch Spekulation erspieltes oder einfach bewusst ergaunertes. Aber die Seele ist alt und geht nicht so locker mit der Wahrheit um wie diese Zeit.

Auf dem Boden gegenseitiger Projektion enden in heißer Liebe geschlossene Ehen nicht selten in kaltem Hass vor dem Scheidungsrichter. Das ist Ergebnis der Unkenntnis des wichtigsten Schicksalsgesetzes der Polarität und Blindheit gegenüber dem „Schattenprinzip“. Analysieren wir das „unsterblich verliebt“ des Anfangs und suchen noch andere Worte dafür, fallen uns auch solch unerlöste wie „irrsinnig“ oder „Hals über Kopf verliebt“ und andere Umschreibungen für „irrational“ ein. Tatsächlich zeigt sich mit der Zeit in allen möglichen Paarbeziehungen aber auch denen von Firmen zu ihren Mitarbeitern und Kirchen zu ihren Gläubigen dieselbe Entwicklung. Wie begeistert man vom neuen Chef und Arbeitsplatz am Anfang auch war, mit der Zeit wird auch hier Schatten deutlich und beide Seiten werden ihn in der Regel aufeinander projizieren. Was war die christliche Kirche in ihrem Anfangsstadium für eine beeindruckende Gemeinschaft von Gottessuchern? Und wie lauthals und bös wird heute projiziert? Überall dasselbe Bild: Am Anfang wundervoll, mit der Zeit schwierig und irgendwann unerträglich.

Der unbewusste Mensch wechselt nun den Partner, die Arbeitsstelle und sogar die Kirche. Der Volksmund aber weiß, wer sonst nichts dabei lernt, „kommt vom Regen in die Traufe“. D.h. alles wird noch schlimmer oder anders ausgedrückt, das Schicksal erhöht den Druck und die Lernchancen steigen, aber meist auch das Leid und oft der Widerstand. Wer sich der Erkenntnis des „Schattenprinzips“ auf Dauer verweigert, wird mehr Lerndruck bekommen.

Was aber wäre der Ausweg? Wer sich des Wirkens des „Schattenprinzips“ von Anfang an bewusst ist, der kann derlei Eskalationen vermeiden. Da es unausweichlich ist, dass der Partner, Chef oder Papst einem irgendwann Schatten spiegelt, solange man selbst noch welchen hat, könnte sich jeder noch nicht völlig verwirklichte Mensch, grundsätzlich auf diese Erfahrung einstellen und seinen Partner als Schattenspiegel für seine Psychotherapie nutzen.

Wer dagegen projiziert hat zum Schluss lauter Schuldige und Feinde und sich herum, er selbst ist im Recht und wird einsam und meist verbittert mit und an einem Rucksack voller Projektionen zugrunde gehen. Auf die Dauer kann das niemand tragen, es ist tatsächlich unerträglich.

Der andere bewusste Weg dagegen ist anspruchsvoll, aber über die Maßen lohnend, verlangt aber große Bewusstheit und enorme Disziplin. Statt auf andere zu schimpfen, braucht es den ständigen Griff an die eigene Nase und den mutigen Schritt zur Eigenverantwortung.

Insofern ließe sich schon von Anbeginn an darauf achten, wo der Partner anfängt zu nerven, zu stören, lästig zu werden und sogar wütend zu machen. Eine schöne Übung wäre diesbezüglich gleich ein Schattentagebuch zu führen, in das all diese Momente eingetragen werden, ruhig auch alles andere, was in der Umwelt nervt und stört. Und natürlich auch all die so häufig anfallenden Selbstbeschimpfungen. All das ließe sich in einer Übung dann sogar noch deutlich übertreiben, sodass die grundlegenden Anklagen noch deutlicher werden. Im dritten Teil wäre dann zu der schwerste Schritt fällig: sich klar zu machen, dass all diese Dinge nur stören können, weil man sie auch in sich trägt. Das ist ein anfangs schwieriges und ungewohntes Unterfangen, das mit der Zeit aber immer lohnender wird und schließlich in ein befreiendes Spiel münden kann. Was immer uns stört, hat mit uns zu tun, sonst wäre es uns gleichgültig und wir kätten keine Ladung darauf.

Was immer unser Lebensglück verhindert, was immer uns als Symptom, Unglück, Krankheit, Unfall oder Fehlleistung in die Quere kommt, ist mit dem Schatten verbunden. Davon lebt die ganze Krankheitsbilder-Deutung im Sinne von „Krankheit als Symbol“. All das können wir nutzen, um zu wachsen und Schatten zu integrieren.

Das oben beschriebene Prinzip der Wertschätzung all dessen, was uns zuwider ist, lässt sich nun auf alles Mögliche, von Beruf bis Hobby, von Filmen zu Witzen und von Politikern auf Verwandte ausweiten. Wer oder was uns stört kann zum Dünger der Schattenintegration werden und uns wachsen lassen im Sinne von Selbstverwirklichung.

„Schattenarbeit im Beziehungs-Alltag“

Im Anfang liegt alles, sagt ein wichtiges unter den „Schicksalsgesetzen“. Dafür spricht viel und es ist ein großes Glück, was die Beziehungen angeht. Denn in der Regel beginnen sie wundervoll, d.h. unsterblich verliebt. Mann sieht eine Frau und ihr Anblick trifft ihn wie ein Blitz und er weiß und fühlt mit jeder Faser seines Herzens oder wie immer die blumigen Umschreibungen lauten, dass er der glücklichste Mensch auf Erden sein wird, wenn er sie bekommt. Ist das Schicksal gnädig oder gemein genug, bekommt er sie, und ein mustergültiger Weg tut sich vor ihm auf. Im Anfang ist alles wundervoll und der Himmel hängt voll der berühmten Geigen. Möglicherweise trauen sich die beiden, wenn es ihr ähnlich ergeht, in dieser als unsterblich gefühlten Liebe vor den Traualtar und schlagen alle Warnungen des Priesters in den Wind. Er hat spricht von guten und schlechten Zeiten, aber sie kennen natürlich nur die guten und glauben ihm nicht. Auch der Satz „bis dass der Tod euch scheidet“ kann sie in ihrer unsterblichen Liebe nicht schrecken, unsterblich verliebt, glaubt niemand ans Sterben.

Aber leider oder zum Glück macht – dank der Polarität – das jeweilige Gegenüber den eigenen Schatten deutlich. Obwohl beide fest entschlossen waren, ihre heiße Liebe über alles Zeiten und Hürden zu retten, geraten nicht wenige in die Falle der Projektion. D.h. alles was sie an sich selbst nicht leiden können und jetzt am Partner erleben, schieben sie ihm allen Ernstes in die Schuhe und schieben es als Schuld zu ihm hinüber.

Projektion ist überhaupt das beliebteste Gesellschaftsspiel geworden. Eigenverantwortung wird dagegen immer unpopulärer. Kaum rutscht jemand im Winter aus, fragt es sich nicht mehr, warum er ausgerechnet an so einem Tag solche Schuhe angezogen hat, sondern vielmehr wer da wohl streupflichtig war und wie man ihn Zur Verantwortung ziehen, das heißt für das eigene Unglück haftbar machen könnte. Juristisch führt das zu einem völlig unproduktiven Boom an den juristischen Fakultäten. Mit Projektion und Streitereien lässt sich nach US-Vorbild vortrefflich Geld verdienen. Und welcher Qualität das Geld ist, fragt heute kaum noch jemand. Die Qualität aller Dinge ist längst zugunsten der Quantität in den Schatten gesunken. Hauptsächlich viel Geld, egal ob Schwarz- oder Blutgeld, ehrlich ver-dientes oder raffiniert ertrotztes, durch Spekulation erspieltes oder einfach bewusst ergaunertes. Unsere Seele ist aber alt und geht lange nicht so locker wie diese Zeiten mit der Wirklichkeit um.

Auf dem Boden gegenseitiger Projektion enden in heißer Liebe geschlossene Ehen nicht selten in kaltem Hass vor dem Scheidungsrichter. Das ist Ergebnis der Unkenntnis des wichtigsten Schicksalsgesetzes der Polarität und Blindheit gegenüber dem „Schattenprinzip“. Analysieren wir das „unsterblich verliebt“ des Anfangs und suchen noch andere Worte dafür, fallen uns auch solche wie „irrsinnig“ verliebt, „Hals über Kopf verliebt“ und andere Umschreibungen für „irrational“ ein. Tatsächlich zeigt sich mit der Zeit in allen möglichen Beziehungen von Paaren aber auch Firmen zu ihren Mitarbeitern und Kirchen zu ihren Gläubigen diese selbe Entwicklung. Wie begeistert man vom neuen Chef und Arbeitsplatz am Anfang auch sein mag, mit der Zeit wird auch in dieser Beziehung Schatten deutlich werden und beide Seiten werden ihn in der Regel aufeinander projizieren. Was war die christliche Kirche in ihrem Anfangsstadium für eine beeindruckende Gemeinschaft von Gottessuchern, und wie lauthals und bös wird heute projiziert. Überall dasselbe Bild: Am Anfang wundervoll, mit der Zeit schwierig und irgendwann unerträglich. Der unbewusste Mensch wechselt dann den Partner, die Arbeitsstelle und sogar die Kirche und der Volksmund weiß, dass wer sonst nichts dabei lernt, „vom Regen in die Traufe kommt“. D.h. es wird alles noch schlimmer oder anders ausgedrückt, das Schicksal erhöht den Druck und die Lernchancen steigen, aber meist auch das Leid und oft der Widerstand. Wer sich der Erkenntnis des „Schattenprinzips“ auf Dauer verweigert, wird mit Sicherheit in Leid und Unglück landen. Das ist eine reine Zeitfrage.

Was aber wäre der Ausweg? Wer sich des Wirkens des „Schattenprinzips“ von Anfang an bewusst ist, der kann derlei Eskalationen vermeiden. Da es unausweichlich ist, dass der Partner, Chef oder Papst einem irgendwann Schatten spiegelt, solange man selbst noch welchen hat, könnte sich jeder noch nicht völlig verwirklichte Mensch, von Anfang an auf diese Erfahrung einstellen und seinen Partner als Schattenspiegel für eine wundervolle Psychotherapie nutzen. In diesem Sinne ist in der katholischen Kirche die Ehe auch ein Sakrament, also ein Weg zum Heiligen und zum Heil. Ob man Christus als Spiegelfläche wählt wie die Nonnen und Mönche oder einen weltlichen Partner, es bleibt ein anspruchsvoller Weg für diejenigen, die sich ihm stellen. Wer dagegen projiziert hat zum Schluss lauter Schuldige und Feinde und sich, er selbst hat immer recht und wird einsam und meist verbittert mit einem Rucksack voller Projektionen zugrunde gehen. Auf die Dauer kann das niemand tragen, es ist tatsächlich unerträglich.

Der andere bewusste Weg dagegen ist anspruchsvoll, aber über die Maßen lohnend, verlangt aber große Bewusstheit und enorme Disziplin. Statt auf andere zu schimpfen, braucht es den Griff an die eigene Nase und den mutigen Schritt zur Eigenverantwortung.

Insofern ließe sich schon von Anbeginn an darauf achten, wo der Partner anfängt zu nerven, zu stören, lästig zu werden und sogar wütend zu machen. Eine schöne Übung wäre diesbezüglich gleich ein Schattentagebuch zu führen, in das all diese Momente eingetragen werden, ruhig auch alles andere, was in der Umwelt nervt und stört. All das ließe sich in einer Übung dann sogar noch deutlich übertreiben, sodass die grundlegenden Anklagen noch deutlicher herauskommen. Und im dritten Teil wäre dann zu der schwerste Schritt fällig: sich klar zu machen, dass all diese Dinge nur stören können, weil man sie auch in sich trägt. Das ist ein anfangs schwieriges und ungewohntes Unterfangen, das mit der Zeit aber immer lohnender wird und schließlich in ein befreiendes Spiel münden kann. Was immer uns stört hat mit uns zu tun, so einfach, so wäre es uns gleichgültig und es käme keine Ladung zustande.

Was immer unser Lebensglück verhindert, was immer uns als Symptom, Unglück, Krankheit, Unfall oder Fehlleistung in die Quere kommt, hat mit unserem Schatten zu tun. Davon lebt meine ganze Krankheitsbilder-Deutung im Sinne von „Krankheit als Symbol“. All das können wir nutzen, um zu wachsen und Schatten zu integrieren.

Das oben beschriebene Prinzip der Wertschätzung all dessen, was uns zuwider ist, lässt sich nun auf alles Mögliche, von Beruf bis Hobby, von Filmen zu Witzen und von Politiker bis zu Verwandte ausweiten. Was uns stört kann zum Dünger der Schattenintegration werden und uns wachsen lassen im Sinne von Selbstverwirklichung.