Richtig essen und genießen

salad-498203_640In modernen Zeiten wird gesundes Essen immer komplizierter. Während unsere Vorfahren nur zu essen brauchten, was jeweils in ihrer jeweiligen Umgebung wuchs, können wir heute jederzeit zwischen allem möglichen wählen, was wo und wann immer wächst. War früher alles „von Natur aus“ vollwertig, bietet heute jeder bessere Supermarkt eine bunte Palette von biologisch dynamisch bis zu billig und minderwertig. War früher die Armut ein natürliches Korrektiv und beschränkte etwa das Fleischangebot auf den Sonntagsbraten, haben wir heute oft genug Geld, um uns fast immer fast alles zu leisten.

Ohne die Vergangenheit glorifizieren zu wollen, lässt sich doch feststellen, wie mit den Möglichkeiten auch die Probleme wuchsen. Wir können uns heute vieles finanziell  aber nicht gesundheitlich leisten.

Allmählich schwant uns, wie wichtig es ist, artgerecht zu essen, d.h. vegetarische Kost mit kleinen Fleisch- und besser noch Fischergänzungen zu wählen. Nun erweist sich, wie überlegen vollwertige Lebensmittel billiger Nahrung sind, weil sie eben statt voll eher satt machen. Wir haben gelernt, neben der Vollwertigkeit auch auf den Säure-Basen-Ausgleich zu achten und obendrein auf das richtige Verhältnis von Omega-3- zu -6-Fettsäuren. Obendrein muss das Ganze zu unserem Typ passen. Und schließlich sollte all das auch noch schmecken, denn wer den Genuss auslässt, wird bekanntlich ungenießbar.

Und es ist möglich, in dem Dschungel der Anregungen den eigenen Weg zu Geschmack und Lust zu finden. Nach 30 Jahren Beschäftigung mit Ernährungstheorien und praktischer Leidenschaft für gutes Essen, kann ich erstaunt, aber befriedigt feststellen, dass Gesundheit und Genuss weder Gegensätze sind, noch komplizierten Aufwandes bedürfen. Sie fallen uns eher einfach und einleuchtend in den Schoss beziehungsweise Bauch. Und das Ergebnis ist dann auch noch leicht verdaulich.