Resonanz oder wo schwinge ich mit

Eine Kursteilnehmerin, eine erfolgreiche selbständig Ärztin, klagte nach einem Urlaub, dass sie – wie ihre Freundin auch – ständig an Männer gerate, die immer nur das eine wollten: wohnen und einziehen. Drei Tage nach dem Urlaub war ihr Bekannter mit Sack und Pack angereist und wollte bei ihr bleiben, und es hatte sie die Beziehung gekostet, das zu verhindern. Dass alle Männer tatsächlich darauf aus seien, „bewiesen“ ihr die ganz ähnlichen Erfahrungen der Freundin. Tatsächlich klagen aber viel mehr Frauen das genaue Gegenteil, dass „die Männer sich entgegen anfänglichen vollmundigen Versprechen doch nie scheiden ließen und eben gerade nie einzögen“. Diese Situation betrifft allerdings genau jene Frauen, die sich nichts sehnlicher wünschen als eine verlässliche Partnerschaft. Der österreichische Kabarettist Bernhard Ludwig sagt aus der Perspektive der attraktiven gebildeten Frauen, die Männer seien wie ihre Toiletten „besetzt oder beschissen“.

Nun sind „die Männer“ offenbar weder so noch so, wie „die Frauen“ übrigens auch nicht. „Die Frauen“ gibt es so wenig wie „die Männer“. In Wirklichkeit haben verschiedene Menschen verschiedene Resonanzen. Man bekommt – einfach gesagt – immer genau, was man gerade lernen muss.

Das gilt für Partner wie für Politiker und Krankheitsbilder. Die eigenen Probleme und Symptome sind kein Zufall, sondern genau diejenigen, an denen gerade jetzt etwas zu lernen ist und die einem gesetzmäßig zufallen. Das entsprechende Gesetz ist das der Resonanz.

Nur wenn ich die „Nase voll“ habe, werde ich mir eine Erkältung einfangen, nur dann habe ich die notwendige Resonanz zu den notwendigen Erregern aus dem Clan der Rhinoviren. Der Volksmund weiß davon mehr als die Universität. „Ein Unglück kommt selten allein“, sagt er und kennt das „Gesetz der Serie“. Das ist die Erfahrung, dass man seine Erfahrungen solange zu machen hat, bis sie verstanden und verarbeitet sind und das Prinzip dahinter akzeptiert ist.

Insofern sind Pechvögel und Unglücksraben Menschen, die das „uranische“ Urprinzip nicht verstehen. Sie bleiben solange in Resonanz zu Unfällen und Katastrophen, wie sie diesem Prinzip auf anspruchsvolleren Ebenen gerecht werden. Glückskinder haben es da auf der anderen Seite leichter, sie haben dieses Prinzip verstanden und landen auf der sicheren und angenehmen Seite des Lebens, sind in Resonanz zu Glück und genießen es. So wäre es nahe liegend, die eigenen Resonanzen ehrlich anzuerkennen, die Verantwortung dafür zu übernehmen und das Anstehende zu lernen, anstatt über die Ungerechtigkeit eines Schicksals zu jammern, dessen Wirkweise man nur nicht verstanden hat. Alles macht mehr Spaß, wenn man die Regeln durchschaut und auf der glücklichen Seite mitspielt – im großen Spiel des Lebens.

Allerdings sollte man sich klarmachen, dass es neben dem Resonanz- noch andere Gesetze gibt und ersteres nicht einmal das wichtigste ist, sondern das der Polarität noch deutlich darüber steht. Hinter dem der Resonanz rangiert noch das Gesetz des Anfangs, das Herrmann Hesse so wundervoll poetisch in den Satz fasste: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Die spirituelle Philosophie geht davon aus, dass alles bereits im Anfang liegt. Alle drei Gesetze unterliegen einer Hierarchie, wie wir am Beispiel Partnerschaft leicht verstehen können.

Bei uns beginnen die meisten Beziehungen mit einer Phase der Verliebtheit, in der alles wundervoll wirkt und der jeweilige Partner in leuchtenden Farben mit einem deutlichen Rosa-Überzug erscheint. Beziehungen ereignen sich nach dem Gesetz der Resonanz, wir bekommen immer nur Partner, zu denen wir Affinität haben, wie sich schon eingangs zeigte. Ginge es nur nach dem Gesetz des Anfangs und der Resonanz, wäre und bliebe alles ideal. In Liebe nach dem Resonanzprinzip geschlossen, müssten Beziehungen ewiges Glück bringen. Tatsächlich ist das aber offensichtlich nicht der Fall. In den meisten Fällen entwickeln sich erhebliche Probleme, sobald die leichte Großhirnvergiftung der Verliebtheitsphase vorüber ist. Und genau das ist auf das Polaritätsgesetz zurückzuführen. Wenn nach einigen Jahren der bislang so überaus geliebte Partner anfängt, Seiten zu zeigen, die einem widerstehen, hat das mit eigenem Schatten zu tun, mit dem Pol, den man bei sich selbst ablehnt. Die einzige Chance für die Beziehung bestünde nun darin, sich an die eigene Nase zu fassen, statt auf den Partner loszugehen und die Ablehnung eigener Persönlichkeitsanteile, die der Partner nur spiegelt, an diesem auszulassen. Jetzt könnte Beziehung zur Eigentherapie werden und eine wundervolle Entwicklung beginnen.

Der Umgang mit dem Resonanzgesetz ist also nur dann gefahrlos, wenn sie durch die Kenntnis und Beachtung des übergeordneten Polaritätsgesetzes ergänzt wird, wie im Buch „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben“ ausführlich beschrieben.

Zum Beispiel könnten wir unsere Umgebung so wählen, dass die entsprechende gewünschte Resonanz entsteht. Wenn wir erkannt haben, nicht in einem Chaos, sondern in der Schöpfung, einem wundervollen Kosmos zu leben, der eine innere Ordnung hat, ist es intelligent, sich in Resonanz zu dieser Ordnung zu begeben, was am einfachsten geschieht, wenn wir uns nach den herrschenden Spielregeln richten. Dann wird uns Lila, das kosmische Spiel, wie die Hindus das Leben nennen, Freude machen und wir können uns darin erfolgreich und glücklich ausdrücken und es genießen. Insofern wäre es ideal, sich nach den „Schicksalsgesetzen“ auch mit dem „Schattenprinzip“ intensiv vertraut zu machen. Der Schatten ist unser größter Schatz, in ihm liegen unglaubliche Energien verborgen, die wir nur zu heben brauchen. Und tatsächlich sind alle Krankheitsbilder und Probleme Botschaften aus dem Schattenreich. Wer sich das „Schattenprinzip“ zu eigenen Macht, wird also nicht nur weniger Probleme mit sich und der Welt haben, ihm fließen auch ungeahnte Energien zu, die bisher gebraucht wurden, um den Schatten unter der Oberfläche zu halten.

Schließlich müssten wir uns noch mit den „Lebensprinzipien“ einlassen, die uns etwa ermöglichen, wirklich zu heilen, anstatt nur zu unterdrücken und zu reparieren wie die Schulmedizin. Damit wird auch echte Vorbeugung möglich, nicht zu verwechseln mit der Früherkennung der Schulmedizin, die natürlich besser ist als Späterkennung, aber doch nichts mit Vorbeugung zu tun hat, denn dazu muss ich das Wesen des Krankheitsbildes oder Problems verstehen, um mich freiwillig und rechtzeitig beugen zu können, bevor das Schicksal mich beugt. Schließlich bringt uns die Kenntnis der „Lebensprinzipien“ noch in die Lage, Vorsätze zum Funktionieren zu bringen. Eigentlich ließe sich mit den Sylvestervorsätzen bereits jedes Jahr die Welt retten, nur leider sind sie Mitte Januar in aller Regel wieder vergessen. Würden sie aber stimmig auf dem Boden der Lebensprinzipien gefasst, können sie sehr wohl funktionieren wie sich in dem Seminar „Vom Alten zum Neuen“ zeigte, das ich zwölf Jahre lang über die Rauhnächte und Sylvester gehalten habe und jetzt in TamanGa wieder anbiete. Insgesamt ist die Resonanz zu den Spielregeln des Lebens die wichtigste, für die wir uns entscheiden können.

Und auch in Bezug auf Ernährung können wir die für uns und die Welt ideale Resonanz wählen. Wollen wir auf dieser Ebene das Optimum für die eigene Gesundheit erreichen im Hinblick auf Vermeidung von Herz-Kreislauf-Problemen und Krebs, Allergien und Diabetes, Altersproblemen wie Osteoporose und Alzheimer, müssen wir uns für eine Tierprotein freie Kost entscheiden, die uns obendrein – bei geschmeidiger Beweglichkeit – älter werden lässt und Erfahrungen von innerer Ruhe und Frieden ermöglicht. Große neue wissenschaftliche Studien zeigen wie in „Peace-Food“ dargestellt, wie wir dadurch auch eine wundervolle Resonanz zur übrigen Welt herstellen, indem wir das Beste uns mögliche für die Hungernden dieser Erde tun, das Optimum für die Umwelt erreichen und noch nebenbei unvorstellbares Tierleid vermeiden.

Wir können das Resonanz-Thema aber auch auf die Umwelt ausdehnen und uns in Harmonie und folglich Resonanz zu ihr bringen. In TamanGa, unserem neuen Seminarzentrum in der Südsteiermark, haben wir das verwirklicht. Nachdem ich nach 50 Jahren genug von schlechtem Wetter hatte, haben wir uns mit Gamlitz einen der südlichsten Orte Österreichs gesucht – auf dem gleichen Breitengrad wie Meran – mit mediterranem heißem Sommerwetter bei himmlischer nächtlicher Abkühlung – nicht zufällig spricht man von der steirischen Toskana. In dieser hügeligen Weingegend haben wir ein altes Weingut – Weinregionen haben eine ganz andere Resonanz als etwa Biergegenden – von Grund auf restauriert und neue Häuser gebaut – aus bestem Holz und Lehm, nach allem was wir über Ökologie und Energie in den letzten drei Jahrzehnten gelernt haben. Nicht nur haben wir Solar, Photovoltaik und Hackschnitzelheizung im Einsatz, die Fußbodenbretter sind mit den Schwingungen von Kraftorten informiert, das Wasser mit den von bedeutenden Heilquellen und über allem schweben die Wellen. Möbel und vor allem Betten sind aus reinen Naturmaterialien.

Mit dem pflanzlichen Essen aus dem großen eigenen Biogarten, indem nicht einmal Maschinen eingesetzt werden, um die Pflanzenwesen, die Devas, nicht zu stören, haben wir eine Resonanz zu einem naturgemäßen Leben geschaffen, wo allein das Ferienmachen schon heilsame Qualität hat. Sobald wir in solch eine gesunde naturnahe Atmosphäre eintauchen, gehen wir automatisch in Resonanz zu innerem Frieden, der ja immer auch in uns angelegt ist. Dass innerer und äußerer Frieden auf Resonanz beruhen ist offensichtlich.