„Peace-Food – Essen mit Herz – für Gesundheit und Frieden“

Teil 1

raspberries-215858_640Wie komme ich dazu, solch ein Buch zu schreiben? Der Auslöser war ein anderes Buch „Die China-Study“ von Colin Campbell. Als ich diese große Studiensammlung aus den USA las, fiel es mir in verschiedener Hinsicht wie Schuppen von den Augen. Da ging es um harte Fakten. Hart, weil wissenschaftlich sehr gut untermauert, aber auch weil das Ergebnis so erschreckend und so im Widerspruch zu allen gängigen Ernährungsregeln stand. Dass Fleisch ein Problem darstellt, hatten wir geahnt, aber dass Milch(produkte) so schädlich sind, hatte sich niemand träumen lassen. Zwar hatte die TCM immer gewarnt, wegen der damit einhergehenden Verschleimung, aber die indisch-ayurvedische Medizin hatte Milch immer hochgehalten. Dort gilt sie als satvisch, also sogar der Erleuchtung förderlich. Und nun das! In großen hoch signifikanten Studien belegt Campbell, wie jedwedes tierische Eiweiß, also neben Fleisch und Milch(produkten), auch Fisch und Eier in heute noch unvorstellbarem Ausmaß schädlich ist. Nicht nur Herzkrankheiten, häufigste Todesursache bei uns, sondern auch Krebs, die zweit häufigste Todesursache, werden dadurch gefördert, wie auch Allergien und Diabetes, Osteoporose und sogar Demenz bis hin zu Alzheimer.

Ich fühlte mich schlagartig an jene Zeit erinnert, wo Mediziner weltweit Frauen vor und im und nach dem Wechsel Hormone verschrieben. Abgesichert mit kleinen und kleinsten Pharma finanzierten Studien und viel Werbung, versprachen sie ihnen dafür Freiheit von Osteoporose, Herzinfarkten, Depressionen und Alzheimer und all das ohne schädliche Nebenwirkungen. 20 Jahre hatten der Gynäkologe Professor Zahn und ich als einsame Rufer in der Wüste dagegen gesprochen, aber außer längjährigen Seminarteilnehmerinnen war uns bei dieser Skepsis kaum jemand gefolgt, zu praktisch und vielversprechend klang das Programm der Schulmediziner.

Dann kamen die beiden großen unabhängigen Studien mit über einer Million Teilnehmerinnen, eine aus den USA, die andere aus England. Eine wurde sogar von der Ethikkommission abgebrochen, weil den Frauen die Hormone nicht mehr zumutbar waren, so hoch hatten sie die Brustkrebsraten getrieben. 25 Jahre hatten Gynäkologen geradezu Brustkrebs verschrieben. Dann aber war plötzlich sang und klanglos Schluss. All die Versprechungen hatten sich als leer erwiesen, Hormone halfen weder gegen Osteoporose noch Depressionen, Alzheimer oder Infarkte, letztere steigerten sie im Gegenteil sogar.

Heute ist die Situation ganz ähnlich, nur geht es nun nicht nur um Frauen im Wechsel, sondern um praktisch alle und alles. Alles Tierprotein ist schädlich und richtet uns zugrunde, indem es angefangen von Arteriosklerose bis zu Krebs so ziemlich alle Zivilisationssyndrome fördert. Schon vor vielen Jahren hatten Studien von Prof. Leitzmann aus Gießen ergeben, wie viel länger Vegetarier leben und wie viel weniger Krebs sie bekommen. Sogar das deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg, ein Hort der Schulmedizin, hatte eine Studie mit ähnlichen Ergebnissen durchgeführt. Aber dass Milch(produkte) in diesem Ausmaß Krebs und Infarkte fördern, und nicht etwa, wie seit Jahrzehnten behauptet vor Osteoporose schützen, sondern sie im Gegenteil erst so richtig heraufbeschworen, das war und ist ein neuer großer Schock. Tatsächlich gibt es in Ländern mit geringem Konsum an Milch(produkten) wie Japan praktisch keine Oberschenkelhalsbrüche, wichtigstes Zeichen für Osteoporose, in Ländern mit noch mehr Milch(produkt)konsum als bei uns wie Finnland, ist sie eine Volksseuche.

Wir haben uns also dramatisch geirrt und jetzt gilt es mit aller Kraft umzukehren und die Fehler zu korrigieren, auch wenn das schwerfällt und mit dem Überwinden vieler alter Gewohnheiten verbunden ist. Angeregt von den Ergebnissen der China-Study und von den hoffnungsvollen Forschungen Caldwyn Esselstyns, eines anderen renommierten US-Schulmediziners, die zeigen, wie schon verschlossene Herzkranzgefäße nach dem völligen Verzicht auf Tiereiweiß wieder aufgehen können, begann ich „Peace-Food – wie Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt“ zu schreiben, um diese Ergebnisse in leicht verständlicher Form zu verbreiten.

Drei Jahrzehnte habe ich mich mit einigem Erfolg für die Anerkennung von seelischen Ursachen bei körperlichen Krankheitsbildern eingesetzt, wie in „Krankheit als Symbol“ dargestellt, das jedem Symptom seine seelische Bedeutung und vor allem die darin liegenden Aufgabe zuordnet. Das bleibt gültig und stellt die eine – mir sogar weiterhin wichtigere – Seite der Medaille dar. Aber die andere Seite ist doch der Körper mit seinen Bedürfnissen. Auch um ihn müssen wir uns kümmern, damit die Seele gern in ihm wohne, wie Theresa von Avila formulierte. „Peace-Food“ weist obendrein schmackhafte Wege in diese Richtung.

„Peace-Food – Essen mit Herz – für Gesundheit und Frieden“ Teil 2

Eine Wende in der Ernährung weg von Tiereiweiß hin zu gesunder pflanzlicher Vollwertkost könnte den Hunger auf der Welt besiegen. Denn noch immer sterben jeden Tag weit über 5000 Kinder und ungleich mehr Erwachsene an Hunger in armen Ländern, aus denen wir große Kalorienmengen hochwertiger Kohlenhydrate importieren, um kleine Kalorienmengen minderwertigen Tiereiweißes produzieren, die uns dann Herzkrankheiten, Krebs und viele Scheußlichkeiten mehr bescheren. Diesen schrecklichen Teufelskreis der Kalorienvernichtung zu unterbrechen, wäre eine große Chance für uns selbst, um uns vor den schlimmsten Krankheitsbildern zu bewahren, für Millionen hungernde Menschen in den ärmsten Ländern und für 450 Milliarden Tiere, die mehrheitlich unter qualvollsten Bedingungen in Tier-Zucht-Häusern zum Schlachtgewicht gequält werden, um dann unter unbeschreiblichen Bedingungen zu sterben. Während sie nämlich ihrem sicheren Tod ins Auge sehen, müssen sie noch miterleben, wie viele Artgenossen vor ihnen dran kommen und schütten dabei an Angst- und Stresshormonen aus, was sie haben und das landet über ihr Blut in ihrem Fleisch. Da Angst- und Stresshormone bei Säugetieren, zu denen auch wir Menschen bio-logisch gehören, identisch sind, essen Alles-Esser buchstäblich Angst. Kein Wunder, dass mit der Massenproduktion von Tieren und der Massenschlachtung im Akkord in Großschlachthöfen Panikattacken als Krankheitsbilder entstanden sind und Angstsyndrome auf den Vormarsch gelangten. Hier könnten wir mit einer Entscheidung von Herzen für uns selbst, die Menschen und die Tiere enorm viel Gutes bewirken.

Diesen Schritt ohne wenn und aber zu machen, sollte angesichts solcher Fakten nicht so schwer fallen. Auch Fleisch von Bio-Betrieben bietet keinen Ausweg, denn erstens werden auch diese Tiere nicht zu Tode gestreichelt und zweitens ist auch ihr Fleisch aus schädlichem Tierprotein. Auch für Eier kann es keine Ausnahme geben. Gerade hat eine Studie gezeigt, dass Männer, die nur 2,5 Eier pro Woche essen, ihr Risiko Krebs zu bekommen gegenüber jenen Männern, die mit einem Ei in zwei Wochen auskommen, um über 80 % steigern. Ganz abgesehen davon, dass Millionen männliche Kücken als Abfall bei der Legehennenproduktion entstanden, lebendig verhäkselt werden, weil alles andere zu teuer wäre.

Und Fische sind erst recht kein Ausweg. Sie stehen am Ende der Nahrungskette und konfrontieren uns schon von daher mit mehr Gift und Ablagerungen als andere Tiere. Ein einziges Thunfisch-Filet enthält schon die maximale Quecksilber-Dosis fürs Jahr. Hinzu kommt, dass – wegen der Überfischung der Meere – die heute gefangenen Wildfische aus Tiefengewässern stammen und meist über 100 Jahre alt sind, was das Problem weiter verschärft. In der Zucht andererseits werden die armseligen Kreaturen, von denen bis zu einem Viertel während des kurzen Lebens in der qualvollen Enge der Zucht-Becken und wegen unnatürlicher Bedingungen zugrunde geht, mit denselben Tiermehlen gefüttert, die schon für BSE verantwortlich waren.

Was Gifte angeht wie Dioxine, die wir über Ernährung zu uns nehmen, stammen über 80 % aus Tiereiweiß wie eben besonders Fisch, aber auch Eiern, Fleisch und vor allem Milch. Nur knapp 20 % kommen von pflanzlicher Nahrung. Würde wir bei dieser auf Vollwertigkeit und Bio-Anbau achten, könnten wir die augenommene Giftmenge weiter verringern.

Wir könnten den wichtigsten Krankheitsbildern mit pflanzlicher Kost das Wasser abgraben und sie zum Verschwinden bringen, würden wir noch den seelischen Aspekt im Sinne von „Krankheit als Symbol“ hinzunehmen.

Krankheitsbilder wie Diabetes I könnten wir nur damit besiegen. Es gibt praktisch keinen Diabetiker, der nicht Antikörper gegen Kuhmilchprotein im Blut hat. In Ländern mit geringem Milchverzehr wie Japan ist Diabetes I fast unbekannt, je höher aber der Milch(produkte)konsum, desto höher auch die Diabetes-I-Zahlen.

Es gibt also viele Gründe, auf pflanzliche Kost umzusteigen: Ex-US-Präsident Bill Clinton hat dieselben Studien gelesen, die mich zu „Peace-Food“ animiert hatten und sich schon vor Monaten seinem Herzen und seiner Gesundheit zu Liebe und nach vier vergeblichen Bypass-Operationen zum veganen Leben entschlossen. Sein Ex-Vice Al Gore propagiert den Verzicht auf Fleisch aus ökologischen Gründen, denn es wäre auch ein enormer Gewinn für unser bedrohtes Klima.

Was uns hindert ist lediglich, das gefährliche und geradezu absurde Verlangen nach billigem Fleisch. So stimmen wir täglich mit dem Portemonnaie in der Hand darüber ab, wie es uns und anderen ergehen wird … wie rasch und elend wir sterben, wie viele Menschen weiterhin an unserem Lebensstil verhungern müssen, welches Tierelend wir uns leisten und wann wir ernst machen wollen mit dem Respekt vor dem Leben – dem eigenen und dem der anderen.

„Peace-Food – Essen mit Herz“ Teil 3

Die Frage: „Welche Tiere wollen wir essen?“ läuft auf die noch wichtigere hinaus: „Welche Menschen wollen wir sein?“ Vor vielen Jahren hatte ich auf einer philippinischen Insel einem Kind geholfen und zum Dank gab es für unsere Gruppe ein Essen beim Clan-Chef mit dem Nationalgericht, einem Eintopf. Alle, außer mir als Vegetarier, waren mit Appetit dabei. Aber als sich herausstellte, dass in dem Eintopf eine Ziege verarbeitet war, die einige persönlich gekannt hatten, war deren Betroffenheit groß. Die Frau des Clan-Chefs merkte, wie ungünstig diese Bemerkung gewesen war und wollte sie ihren Fehler wieder korrigieren. Sie sagte, das meiste Fleisch ja sowieso Hund. Jetzt übergab sich eine Frau der Gruppe spontan, eine Hundebesitzerin, während andere erbleichten. Das Essen war vorbei, allen war jedweder Appetit vergangen.

Warum eigentlich? Was ist an Hund schlimmer als an Kalb? Eine wissenschaftliche Studie belegt, wie Allesesser, die niemals Hund essen würden, andere Tiere auf Bewusstseinsebene herabstufen als primitiv oder schmutzig wie etwa Schweine, um sie problemlos essen zu können.

Aber sehen wir die Wirklichkeit: Schweine sind ausgesprochen sauber und mindestens so intelligent wie Hunde – jedenfalls viel reinlicher als wir gemeinhin glauben. Ein Schwein würde sich in der freien Natur niemals in Kot legen, das geschieht nur in der Not unter den unsäglichen Bedingungen von Tier-Zucht-Häusern. Tatsächlich stammen heute von den 60 Millionen Schweinen, die Deutsche pro Jahr verzehren, über 99 % aus solchen Verhältnissen. Die wenigen von der Wiese, deren Namen die Bäuerin noch kennt, sind Auslaufmodelle, die allerdings im großen Stil von der Werbung missbraucht, um Konsumenten in einer von der Wirklichkeit längst ad absurdum geführten Sicherheit zu wiegen.

Schweine sind erstaunlich feinfühlig, ausgesprochen frech und neugierig, ja sogar (vor)witzig und geschickt. Sozial gut organisiert, helfen sie einander geschickt, etwa bei Ausbruchversuchen. Ein Film wie „Schweinchen Babe“ kommt der Wirklichkeit näher als die Vorurteile vom „dreckigen Schwein“. Schweine sind von ihrem Sensorium sogar feinfühliger als Menschen, schließlich können Trüffel-Schweine diese edlen Pilze sogar unter der Erde orten. Sie haben den besseren Riecher als Menschen, und ihre wie auch die Ahnungen anderer Tiere sind sprichwörtlich. Wenn Tiere eine Gegend fluchtartig verlassen, sollte der Mensch lieber auch gehen, denn Tiere spüren drohendes Unheil früher und deutlicher. So haben sie durch ihr Vorbild schon viele Menschen vor Tsunamis und Vulkanausbrüchen bewahrt. Tatsächlich verlassen Ratten nicht nur sprichwörtlich das sinkende Schiff – im letzten Hafen vor dem Untergang. Weil Tiere so viel sensibler sind, werden sie also sogar zu Lebensrettern. Sie helfen als Blindenhunde mit beeindruckender Feinfühligkeit und die Epileptikerhunde, können ihre kranken Besitzer sogar vor kommenden Anfällen warnen, weil sie die Aura davor schon viel eher spüren. In Korea hat man Hunde darauf trainiert nicht nur Rauschgift zu riechen, sondern ungleich sinnvoller und wichtiger auch Krebs.

Zu argumentieren, Tiere spürten das ihnen in Schlachthöfen drohende Unheil nicht, ist eine leicht durchschaubare Rationalisierung. Sie wissen lange vorher, was Menschen mit ihnen vorhaben und geraten in Panik. Diese Angst und Panik, noch gesteigert wenn sie in den Großschlachthöfen zusehen müssen, wie viele Artgenossen vor ihnen dran glauben müssen, führt vor dem Schlachten zur Ausschüttung von Angst- und Stresshormonen, die über das Blut ins Fleisch gelangen – auch der Allesesser. D.h. diese essen geradezu Angst, denn die Stress- und Angsthormone sind identisch bei Säugetieren, zu denen bio-logisch eben auch wir gehören.

Und auch Tiere vom Bio-Bauernhof werden nicht zu Tode gestreichelt, um auch noch mit diesen Rationalisierungen aufzuräumen.

Wenn Menschen schlechte Gewohnheiten nicht ändern wollen, schrecken sie vor keiner Rationalisierung zurück. Die Tiere, die sie esse, hätten ihr Leben gern für sie gegeben, teilte mir eine Esoterikerin kürzlich mit. Gern würde ich sie einmal in einen Großschlachthof einladen. Aber da kommen wir aus gutem Grund nicht hinein.

Die Rationalisierungen der Wahrheit könnten nicht peinlicher sein. Kürzlich konnte sich der Redner nach mir nicht zurückhalten, vom weißen Blut des abgeschnittenen Salatkopfes zu schwadronieren. Letztlich doch nur, damit er weiter das rote Blut von Tieren für sich vergießen lassen kann und seine Essgewohnheiten nicht ändern muss. Ein bekannter Redner der Eso-Szene bemüht ähnliche Übersensibilität und „Hochgrad-Esoterik“ in Bezug auf das Feingefühl der Pflanzen, wohl auch nur, um das unmenschliche Treiben abzusichern, das seinen gewohnten Speisezettel sichert. Ansonsten könnte er problemlos auf reife Früchte und Gemüsepflanzen zurückgreifen.

Menschen im wahrsten Sinne des Wortes nach dem Mund zu reden, ist beliebt und war immer ein gutes Geschäft. So hat Atkins sich selbst und viele Amerikaner mit der Empfehlung seiner Eiweiß-Mast-Diät zugrunde gerichtet. Umdenken ist unbequem, aber nichts ist so heilsam und entwicklungsförderlich, im Fall von Tiereiweiß ist es obendrein gesund und lebensrettend für so viele, angefangen vom Esser selbst über die Hungernden der Welt bis zu den Tieren.