Neuer Artikel zur Zeit von „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben: Polarität – Resonanz – Bewusstsein

„Wünsche/Positives Denken – Wirklichkeit“.

Positives Denken, Affirmationen, Bestellungen beim Universum und andere Abkürzungsversuche auf dem Weg?

Es ist so menschlich zu bekämpfen, was uns widerstrebt und Gegner auf allen Ebenen niederzumachen: militärisch auf den ungezählten Schlachtfeldern dieser Welt, antibiotisch allopathisch und mit Affirmationen auf denen der Medizin, mit Argumenten in Bereich der Psychologie, in Beziehungen und Partnerschaft.

Aber was hat all das gebracht? Haben die Kriege die Welt besser oder sicherer gemacht? Haben allopathische Medikamente die Gesundheit verbessert oder positives Denken und Lichtarbeit das Licht verstärkt und das Leben nachhaltig positiver gestaltet?

Immerhin haben Kriege wie er 2. Weltkrieg das Geschwür des Faschismus niedergemacht und schulmedizinische Allopathika haben in akuten Bedrohungssituationen wie allergischen Schocks schon viele Leben gerettet. An letzterem Beispiel mag das ganze Thema der Unterdrückung und Allopathie, wie auch anderer Abkürzungsversuche deutlich werden. Sie haben ihren Wert, aber es ist wichtig zu wissen, wie weit er reicht.

Auf einem Seminar zur Alternativ-Medizin in Namibia vor vielen Jahren wurde ein Teilnehmer von einem Insekt gestochen und rutsche anschließend in einen anaphylaktischen Schock. Der letzte messbare obere Blutdruckwert lag bei 80. Von den teilnehmenden Alternativ- Therapeuten bekam er umgehend homöopathisch Apis und Rescue-Remedy im Überfluss. Aber er hatte gar keine Kreislaufaktivität mehr, um die Arzneien überhaupt im Organismus zu verteilen, und während sein Gesicht dramatisch aufschwoll, wurde allen klar, dass er auf bestem Wege was, uns zu verlassen. Erst durch heroischen Einsatz schulmedizinischer den Kreislauf stabilisierender Mittel direkt ins Zentrum und hohe Dosen Kortison und Anithistaminika kam er dagegen rasch zurück und konnte am Nachmittag bereits wieder am Seminar teilnehmen. Die Schulmedizin hatte ihn aus seiner allergischen Krise gerettet und sein Leben erhalten, aber geheilt von seiner ihm bis dato unbekannten Allergie war der dadurch natürlich nicht. Das ist tatsächlich mit unterdrückenden Mitteln nicht möglich.

In ähnlichem Sinne können natürlich auch Affirmationen helfen. Bevor sich jemand aus Liebeskummer umbringt, ist es natürlich viel besser, sein Leben mit Affirmationen zu retten. Nur die Liebesproblematik ist so nicht zu lösen. Dazu bräuchte es mehr und das Gegenteil von unterdrückenden, nämlich aufdeckende Maßnahmen.

Obwohl alle großen Religionen und relevanten Philosophien darin übereinstimmen, dass in Unterdrückung keine Lösung liegt, hat sich die Antihaltung doch weitgehend durchgesetzt. Die meisten Menschen denken eher kurzfristig und da hat dieser Ansatz wie oben gezeigt, oft gute Aussichten und ist in akuten bedrohlichen Situationen sogar überlegen.

Die moderne Schulmedizin ist so über weite Strecken zu einer Art „Antimedizin“ geworden, die sich die Bekämpfung allen möglichen Übels zum Ziel gesetzt hat. Mit Antibiotika versucht sie, der Unzahl an Bakterien Herr zu werden, mit Antihypertensiva hohem Blutdruck Paroli zu bieten, Antidepressiva bekämpfen die Depression und hellen die Stimmung auf, Antihistaminika unterdrücken Juckreiz, Antikoagulantien hindern das Blut am Verklumpen, Antiepilektika reduzieren die Krampfbereitschaft und Antirheumatika sollen die Volkskrankheit Rheuma besiegen. Die Kette der Anti-Mittel ließe sich fast beliebig verlängern. Ergänzt durch verschiedenste Hemmer und Blocker, von Säurehemmern gegen überschießende Magensäure bis zu Betablockern gegen heraufdrängende Emotionen, ist das moderne Arsenal ebenso eindrucksvoll wie das Heer der Symptome. Wo die Schulmedizin es nicht schafft, zu unterdrücken, versucht sie wenigstens noch Stillstand zu erreichen etwa mit Virostatika gegen allfällige Viren. Diese Kriegs- und Antihaltung ist inzwischen so verbreitet, dass alte Bezeichnungen wie Heilmittel entsprechend antiquiert wirken. Heil hat mit Ganzheit und Vollständigkeit zu tun, das Wort Mittel trägt noch die Mitte in sich, das alte lateinische Remedium wollte noch ausdrücklich zurück zur Mitte bringen.

Moderne Menschen scheinen für solch aufwendige Konzepte, die homöopathisches Denken und Handeln notwendig machen, weder Zeit noch Geduld zu haben und das gilt auch für die Esoterik-Szene. Und natürlich gibt es auf dem Gegenpol auch eine wachsende Zahl von Menschen, die langfristiger und nachhaltiger denken und handeln.

Bedenkenswert wäre in dieser Situation, dass der Versuch eines Direktfluges ins Heil unter Umgehung der Aussöhnung mit dem Schatten in keiner Tradition bekannt oder gar vorgesehen ist. Christus macht uns zur Aufgabe, die Feinde zu lieben, statt sie zu bekämpfen, zu hemmen oder zu blockieren. Allopathischer Kampf gegen die Feinde im Innern und Äußeren ist demnach nicht nur ein „unchristlicher“ Ansatz, er ist auch letztlich, was das Heil angeht, völlig ver-kehrt, führt er doch über Verdrängung zu Ausschluss und damit Unheil.

Tatsächlich funktionieren aber eben allopathische, d.h. kämpferische Anti-Konzepte kurzfristig sehr gut und erfreuen sich deshalb ungebrochener Beliebtheit. Stört ein Ausschlag auf der Haut, ist er mit Kortisonsalbe am schnellsten „beseitigt“. Schon dieses Wort könnte uns aber darauf hinweisen, wie kurzsichtig der Ansatz ist. Beseitigtes ist eben nicht aus der Welt, sondern nur zur Seite geschoben. Alles so Verdrängte wird irgendwann zu drängen beginnen und Aufmerksamkeit fordern. In diesem Fall des Hautausschlages wird das von der Oberfläche der Haut weg gedrängte Geschehen, sich auf innere Organe, in dieser Situation auf die Lungen schlagen.

Unangenehme seelische Erscheinungen lassen sich mit allopathischen Mechanismen natürlich ganz ähnlich, aber ebenfalls nur kurzfristig verdrängen, allerdings auch nur, um sich langfristig in tieferen Schichten der Seele bemerkbar zu machen. Trotzdem setzten sich diese Verdrängungsspiele in der Esoterik-Szene weitgehend durch und allenthalben verbreiten Verlage Positives Denken und Affirmationsakrobatik unter der Rubrik Esoterik. Allopathisches Denken, das auf Gegnerschaft setzt, funktioniert kurzfristig einfach zu gut, um sich von nachhaltigen Ansätzen ablösen zu lassen.

Gefährlich wird der kurzfristige Ansatz, wo wir ihm unsere Zukunft opfern. Letztlich lässt sich Schicksal auch durch noch so raffinierte Tricks nicht betrügen, jedenfalls ist bisher kein einziger diesbezüglicher Fall, weder in der religiösen noch in der profanen Geschichte, bekannt geworden. Denn wenn wir alles Negative in Körper und Seele mit noch so gut gemeinten positiven Affirmationen zudecken, wird langfristig das Elend allmählich draußen Gestalt annehmen. Für diese Entwicklung steht das Polaritätsgesetz, wie ich es in „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben“ dargestellt habe.

Selbst im sozialen Umfeld lässt sich noch das eine oder andere mit Affirmationen niederzwingen. Langjährige Erfahrung zeigt aber, wie irgendwann die gutgemeinten Sprüche versagen. Oft ist es dann aber leider schon recht spät für Kurskorrekturen. Werden etwa eigene Schattenaspekte in paranoider Bedrohung durch Fernsehsprecher, Mafiosi, FBI-Agenten oder Freimaurer akut und nicht mehr als eigene Kreationen erkannt, kann es für jede Hilfe zu spät sein. Zumal sie am falschen Ort, etwa bei Polizei und Staatsorganen gesucht wird. Die zu Hilfe gerufenen Polizisten können in solchen Fälle nie helfen, aber auch die übernehmenden Psychiater bleiben fast immer machtlos.

Psychiater entwickeln deshalb mit einem gewissen Recht wachsende Wut auf eine Esoterikszene, die so leichtfertig Verdrängung predigt, publiziert und lehrt, ohne in der Lage zu sein, mit den heraufbeschworenen Schatten fertig zu werden. Da die Psychiater auch ihrerseits damit nicht wirklich fertig werden, ist ihr Unmut verständlich. Sie versuchen die paranoiden Vorstellungen mit Psychopharmaka wieder zurück unter die Oberfläche ins Schattenreich zu verbannen. Das spannende Buch „Berichte aus entrückten Welten“ vom amerikanischen Psychiater und Buddhisten Edvard Podvol gewährt faszinierende Einblicke in diese Schattenwelten des Wahnsinns. Solch extreme Entwicklungen machen jedenfalls deutlich, dass auch noch so gut gemeinte Verdrängung auf dem spirituellen Weg keinen Platz haben kann, außer in akuten Notsituationen, um das Überleben sicher zu stellen.

Der bezüglich positiven Denkens grundlegendste Text, zugleich (Ideen-)Quelle der meisten heutigen Positivdenker, ist alt und stammt von Prentice Mulford: „Vom Sinn und Unsinn des Lebens und des Sterbens“. Bei Mulford hat das ganze seinen Witz und Charme. Lange vor seinen modernen Nachfolgern setzte er bereits auf physische Unsterblichkeit, um dann selbst relativ jung zu sterben. In dieser Hinsicht hat er seine Lehre gleich selbst relativiert und richtig gestellt. Tatsächlich kann über das Resonanz-Gesetz positives Denken wirken. Da aber – wie in „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben“ ausführlich belegt, das Polaritätsgesetz noch wichtiger ist und über dem der Resonanz steht, führt dieser Ansatz langfristig statt zum anvisierten Ziel meist eher ins Schattenreich.

Mit Prentice Mulford sei auch keinesfalls die ganze Flut entsprechender Folgebücher empfohlen. Im Gegenteil ginge es am ehesten darum, sich durch dieses eine ursprüngliche den übrigen Rest zu sparen. Das übergeordnete Polaritätsgesetz sorgt aber auch dafür, dass selbst negative Entwicklungen noch einen Lichtblick in sich tragen. Und so ist nicht zu übersehen, wie viele Suchende über den Umweg Positiven Denkens auf ihren spirituellen Weg kamen. Auch Umwege sind Wege.

Wie der Gautama Buddha davon ausging, alles Leben sei Leid, haben praktisch alle anderen Stifter großer Religionen Leid als Möglichkeit der Reifung erkannt und aufgefordert, es als Aufgabe zu sehen, der es sich zu stellen gilt. In der Bagavad Gita des Hinduismus wird der Held Arjuna von Gott Krishna selbst aufgefordert, sich dem Kampf und dem daraus hervorgehenden Leid zu stellen, als Christen sind wir aufgerufen, unsere Feinde zu lieben. Außer in der Esoterikszene wird im spirituellen Bereich fast überall davon abgeraten, Leid zu unterdrücken, zu ignorieren und zu übergehen. Herbert Fritsche ging so weit, die sogenannte „Leidvermeiderei“ als Wurzel des Scheiterns der modernen Medizin zu sehen und „Leidvermeider“ als grundsätzlich Uneingeweihte.

Eine scheinbar mildere Variante des Themas treffen wir bei den Wunsch- und Bestell-Büchern an. Natürlich dürfen wir uns alles Mögliche wünschen und beim Universum bestellen, wir sollten nur nicht übersehen, dass den Bestellungen letztlich Beschwerden beim Universum zugrunde liegen. Die eigentliche Aufforderung der Weisheitslehren und großen Religionen lautet, sein Schicksal zuerst einmal anzunehmen, im christlichen Bereich am deutlichsten in dem Vater-unser-Satz „Dein Wille geschehe“. Natürlich denken viele, wenn sie diesen Satz beten, stattdessen „Lieber Gott, ich hätte da ein paar Vorschläge, bitte richte es so…“. So werden aus Bitten und Bestellungen Beschwerden, denen grundsätzliche Kritik an der Schöpfung zugrunde liegt. Betrachten wir Entwicklungen und Lebenswege, ist Einverstandensein mit dem Kosmos entwicklungsförderlicher als Kritik am scheinbaren Chaos. Aber natürlich haben – nach dem Polaritätsgesetz – auch Kritik und Widerstand wieder ihren (Stellen)Wert, etwa in einer unmenschlichen Diktatur. Aber selbst da wäre für den Aufständischen zuerst einmal Akzeptanz der wenn auch unmenschlichen Unterdrückungsmaßnahmen angesagt, denn ansonsten geht er sofort unter.

Es spricht also nichts gegen Wünsche und Bestellungen, man sollte sich nur ihre Basis bewusst machen und die Geisteshaltung dahinter durchschauen – und vor allem bereit sein, alles Bestellte langfristig auch zu bezahlen. Da gelten dieselben Regeln wie bei jedem Restaurant-Besuch oder Bestellkatalog. Grundsätzlich können wir alles bestellen, sofern wir bereit sind, zum Schluss die offene Rechnung zu begleichen.

Schon im Faust wird das von Goethe exemplarisch deutlich gemacht. Faust will Macht und bekommt sie, was im Pakt mit Mephisto besiegelt wird. Als er dann nicht zahlen will, ist Mephisto mit seiner Forderung durchaus im Recht und Faust muss zahlen und hinab in seine Unterwelt und das Reich der Mütter. Bezeichnender Weise lesen wir diesen 2. Teil des Faust heute nicht mehr in den Schulen und führen ihn auch kaum noch auf.

Wir bezahlen alle nicht mehr gern, leben auf Pump und kaufen in Ratenzahlungen, auch nichts anderes als eine Art Pakt mit einer Bank oder einem Geschäft. Je weniger wir bereit sind, sofort zu bezahlen, desto mehr müssen wir langfristig berappen. Wer sein Haus nicht gleich, sondern über 30 Jahren abzahlen will, zahlt dafür oft das Mehrfache. Die Rechnungen gleich zu begleichen, wäre also durchaus geschickt. Wenn suggeriert wird, bei geschicktem Wünschen, kämen später keine relevanten Rechnungen, handelt es sich schlicht um Bauernfängerei. Dieses Geschäft wird manchmal auch von Bankleuten und anderen Geldverleihern betrieben, und nicht nur von esoterischen Wunschaposteln, die es an sich gut meinen. Aber – wieder das Polaritätsgesetz: das Gegenteil von „gut“ ist eben nicht unbedingt „böse“, sondern oft auch „gut gemeint“. Und die Wirklichkeit schaut eben anders aus, sie wirkt einfach und schert sich nicht darum, wie Menschen sie sehen und interpretieren wollen. Insofern ist es auch an diesem Punkt am besten, rechtzeitig die Spielregeln von Lila, dem kosmischen Spiel zu lernen, die die Inder das Leben nennen.