Heilung

Leider wissen wir in den wenigsten Fällen, wie Heilung funktioniert. Die alte Medizin ging davon aus, der Arzt pflege lediglich und es sei überhaupt die Natur, die heile, was sich in dem alten Spruch „medicus curat, natura sanat“ ausdrückt. Die moderne Schulmedizin hat sich irgendwann zu der Idee verstiegen, sie beziehungsweise ihre Mediziner könnten heilen. So kam es zu jenen Gesundheitsfabriken, deren Betreiber angeblich Gesundheit am laufenden Band produzieren. Hildegard von Bingen wie auch Paracelsus glaubten, es sei immer der „Archeus“, der innere Arzt des Patienten, der Heilung in Gang bringe. Diese demütige Haltung lassen inzwischen auch immer mehr Naturheilkundler hinter sich. Aber selbst Chirurgen, die sich noch am ehesten für die Heilung verantwortlich fühlen könnten, werden hin und wieder von der Natur eines Besseren belehrt, wie ihr alter Spruch verrät: „Operation gelungen, Patient tot.“ Ganz offensichtlich kann man alles richtig machen, und den Patienten trotzdem verlieren.

Natürlich ist es Medizinern immer angenehm, zu wissen, was biochemisch und physiologisch bei einer Genesung passiert. Aber selbst bei vielen schulmedizinischen Mitteln wissen wir gar nicht, was sie letztlich bewirken und geben sie trotzdem im Rahmen der sogenannten Erfahrungsmedizin. In der Naturheilkunde ist das meiste Erfahrungsheilkunde, in der Psychotherapie praktisch alles. Wir haben nicht den blassesten Schimmer, auf welchem biochemischen Weg Worte heilen. Insofern ist der Schritt von der Psychotherapie zur sogenannten Geistheilung in Wirklichkeit nicht allzu weit.

Glücklicherweise kann ich sagen, dass wir in 30 Jahren Reinkarnationstherapie viele Heilungen erlebt haben, ohne wissenschaftlich sagen zu können, wie sie genau passiert seien. Mit der spirituellen Philosophie im Hintergrund, wie sie sich in meinen Buch „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben“ ausdrückt, und unserer Theorie der Reinkarnationstherapie betreiben wir aber letztlich Erfahrungsheilkunde – wie übrigens alle Psychotherapeuten und Geistheiler.

Auf der Suchen nach den Quellen wirklicher Heilung, nicht nur oberflächlicher Reparatur, lohnt es sich der alten Medizin und ihrem Geist nachzuspüren. In sehr alten Zeiten hatte auch unsere westliche Medizin noch mit der Mitte zu tun, wie noch das Wort Medizin zeigt. Es hat denselben Wortstamm wie das Wort Meditation, das von der westlichen Medizin immer noch aus der Medizin herausgehalten wird, aber integraler Bestandteil von Medizintraditionen wie der tibetischen und chinesischen war. Für mich persönlich sind Medizin und Meditation immer nah verbunden gewesen. Das hat sich seit 30 Jahren für mich persönlich und viele meiner Patienten sehr bewährt. Nicht zufällig gibt es inzwischen schon über 50 Meditations-CDs mit geführten Meditationen von mir zu allen möglichen Themen der Heilung konkreter Krankheitsbilder. Natürlich freut es mich, dass inzwischen auch die Schulmedizin nicht umhin kann, vieles aus diesem Bereich anzuerkennen. Inzwischen zeigen Studien der Psychoneuroimmunologie, wie sehr Meditation die Abwehrkraft stärkt und andere Untersuchungen belegen, wie sie hohen Blutdruck senken, den Blutzucker normalisieren und sogar die Gehirnleistung steigern kann. Es ist letztlich wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die indische, chinesische und tibetische Medizintradition ernsthaft untersucht und in der Folge akzeptiert werden müssen.

Im Wort Medizin schwingt neben der Mitte aber auch noch das rechte Maß mit, (dem Verb „medere“ ermessen). In früheren Zeiten ging es den Ärzten auch unserer abendländischen Medizin darum, das rechte Maß zu finden für den jeweiligen Patienten und ihn wieder zurück in seine Mitte zu bringen. Der Verlust der Mitte galt damals als das entscheidende Problem. Das Heilmittel war folglich das re-medium, was nichts anderes bedeutet, als „re“ = „zurück zur „medium“ = Mitte und heute noch im Englischen anklingt wie in der Bachblüten-Mischung rescue remedy. Bachblüten-Therapeuten verabreichen sie, wenn jemand aus seiner Mitte gefallen ist durch einen Schock oder Unfall oder ein schweres Ereignis ihn um- oder aus seiner Mitte geworfen hat. Selbst in unserem modernen Wort Heilmittel schwingt noch die Mitte mit, und so könnte es uns den Weg zu einer Medizin weisen, die erstens den Menschen in die Mitte stellt und zweitens versucht, ihn wieder in seine Mitte zu stellen oder ihn doch darin unterstützt, diese wieder zu stärken. Früher war die Suche nach der Mitte das vorrangige Ziel von Ärzten auf der Suche nach Gesundheit, während moderne Mediziner mit diesem Begriff nicht mehr viel.

Ein spannender Aspekt der modernen wissenschaftlichen Medizin ist die Placeboforschung, die die Macht der Seele bei der Heilung erkennen lässt. Selbst in einer Zeit, deren von der Pharmaindustrie abhängig gewordene Medizin suggeriert, Heilung käme aus Tuben und Döschen, Schachteln und Spritzen, wird immer wieder deutlich, wie sehr noch andere Komponenten in Heilungsprozesse hineinspielen und die Ergebnisse positiv verfälschen. Warum werden denn überhaupt Doppelblind-Studien gefordert, wenn nicht um die die Macht der Droge Arzt und die Selbstheilungskräfte des Patienten auszuschließen?

Nach seinem Rücktritt sagte ein langjähriger Vorsitzender der englischen Kassenärzte, er gehe davon aus, dass 90 % der in der Normalpraxis verordneten Medikamente als Placebos wirkten. Placebos aber sind Scheinmedikamente, die gar keinen Wirkstoff enthalten, aber für den Patienten nicht von echten Medikamenten zu unterscheiden sind. Durch diese hohe Zahl erschreckt, befragte ich befreundete Kassenärzte nach ihrer diesbezüglichen Einschätzung. Keiner hielt den Placebofaktor für so hoch, aber auch keiner schätze ihn unter 50 %. Das aber heißt immer noch, über die Hälfte der verordneten Medikamente wirken gar nicht auf Grund ihrer chemischen Inhaltsstoffe, sondern auf Grund seelischer Faktoren, die man mit dem Glauben der Patienten an Gesundung, ihrer Hoffnung auf Heilung umschreiben könnte. Das erschreckende daran ist, dass aber fast alle diese allopathischen Mittel der Schulmedizin Nebenwirkungen haben.

In der Schulmedizin hat der Verdacht, dass es oft nicht die verordnete Pharmaflut ist, die Erleichterung bringt, sondern anderes, zumeist Seelisches zu der aufschlussreichen Wortschöpfung „Droge Arzt“ geführt. Dahinter steckt nichts anderes als die Erkenntnis, dass ein guter Arzt oftmals auch ohne Medikamente Heilung bringen kann. Eigentlich kennt jede Mutter dieses Phänomen, dass sie selbst nämlich die beste Heilung für ihr krankes Kind ist. Hat ein Kind sich etwa das Bein aufgeschlagen und lässt das austretende Blut die Szene in bedrohlichem Rot erscheinen, ist der Kummer groß. Kaum aber ist es wieder in den Armen der Mutter und spricht die noch ein magisch rituelles „Heile heile Gänschen“ über dem Schaden und streicht mit ihren Händen die Aura in der Luft darüber aus, ist alles nur noch halb so schlimm. Bei Kindern ist der Zusammenhang zwischen der Droge Mutter und der Linderung unübersehbar. Warum sollte etwas von Anfang an so Erprobtes plötzlich schlecht sein. Statt die Droge Arzt abzuwerten, sollten wir lieber wieder dafür sorgen, dass mehr Ärzte von diesem Heilfaktor wissen und ihn nutzen.

Heute ausgebildete Mediziner lernen aber von Anfang an, sich auf „leichter objektivierbare Kriterien“ zu verlassen. Sie werden so bestenfalls zu pharmaorientierten Medizinern, schlechterenfalls zu Medizynikern und jedenfalls kaum noch zu Ärzten, die durch ihre Art, ihr Sosein, heilen.

An dieser Stelle ließe sich das wichtige Thema der Heilungsrituale abhandeln, die noch immer auch in den modernsten Praxen von großer Bedeutung sind. Würden sie bewusst eingesetzt, könnten sie sogar noch weit heilsamer wirken.

Ich persönlich habe meine erste Erfahrung mit einem bewusst eingesetzten Heilritual in einer großen rein schulmedizinisch orientierten deutschen Hautklinik gemacht. In der dortigen Ambulanz wurden routinemäßig Warzen weggeätzt, was diese allerdings nur selten hinderte, bald wieder zu erscheinen. Eines Tages kam eine Mutter mit einem Kind, das so überseht war von Warzen, dass die gängige Methode zu größeren Komplikationen geführt hätte. Stattdessen inszenierte der verantwortliche Oberarzt eine magisch mystische Atmosphäre durch Abdunkeln und verschiedenste Lichter im Hintergrund und ließ das Kind dort hinein bringen. Mit seiner Stablampe begab er sich dann auf die geheimnisvolle Suche nach der von ihm so benannten „Mutterwarze“. Schließlich war diese ge- bzw. erfunden und mit einem dicken Permanentmarker auf der Haut des Kindes markiert. Anschließend wurde sie ganz konventionell weggeätzt. Dem Kind wurde nichts weiter erklärt, als unter keinen Umständen die Farbmarkierung zu entfernen. Als Mutter und Kind nach ein paar Tagen wiederkamen, waren auch die übrigen Warzen abgefallen. Hier hatte ein Schulmediziner vorsätzlich die Grenzen der wissenschaftlichen Medizin überschritten und war zurückgegangen auf eine viel frühere Stufe der Heilkunde, die noch mit Ritualen umgehen konnte. Das Ergebnis aber war überzeugend. Er hatte dem kleinen Mädchen eine Menge Schmerzen erspart, indem er an seine magische Vorstellungskraft appelliert hatte. Natürlich wusste die Kleine, dass auch es selbst ohne seine Mama nicht überleben könnte, und gleiches nahm es automatisch von den Warzen an. Und so waren all die Warzen, ihrer Mutter beraubt, eingegangen. Nun ist diese Situation auch wieder nicht so überraschend, denn noch immer gehen besonders auf dem Land viele Menschen bei diesem Thema lieber zur Gesundbeterin oder Warzenwenderin als zum Schulmediziner, wo es zwar nichts kostet, aber meist auch nichts hilft.

Selbst in viel bedrohlicheren Situationen ist die Verbindung von Placeboeffekten mit der Droge Arzt von wundervoller Heilkraft. Carl Simonton beschrieb die Geschichte eines schwer Krebskranken, die beide Faszetten des Themas beleuchtet. Mit einer Lebenserwartung von wenigen Wochen auf den Tod erkrankt, wurde der Patient gefragt, ob er an sich ein neues Krebsmedikament erproben lassen wollte, das bisher noch nicht an Menschen getestet sei, auf dem aber große Hoffnungen ruhten. Der Patient stimmte sogleich zu und erlebte mit diesem Mittel eine Wunderheilung. Innerhalb von Tagen bildeten sich Tumor und Metastasen zurück, und er wurde schließlich als geheilt entlassen.

Nach Monaten, in denen er sich voller Gesundheit erfreut hatte, las es in einer medizinischen Zeitschrift, dass dieses Medikament gänzlich enttäuscht hätte, und in kürzester Zeit kam der Krebs zurück. Der Versuch, ihm nun wiederum – diesmal aber mit einem bewusst eingesetzten Placebo zu helfen, scheiterte und der Patient starb kurze Zeit darauf. Offenbar ist es also wichtig, dass auch Behandler an ihre Medizin glauben, um diesen inneren Heilimpuls im Patienten anzustoßen. Wenn der Placeboeffekt geringschätzig oder gar abwertend eingesetzt wird, funktioniert er nicht oder jedenfalls deutlich schlechter.

Leider wissen wir noch viel zu wenig über diese seelischen Zusammenhänge und das wird wohl auch noch lange so bleiben, da hier mit entsprechender Forschung kein Geld zu verdienen ist. Die Phramaindustrie funktioniert selbstverständlich nicht uneigennützig und erforscht kaum Dinge, die allen gleichermaßen zugute kämen. Das ist nicht einmal als Vorwurf gedacht, denn in unserem Wirtschaftssystem ist nichts anderes denkbar. An solchen Stellen wären eher die Universitäten aufgerufen, die allerdings auch in immer bedenklicherem Ausmaß von den Geldern der Industrie abhängen und so inzwischen in ihrer Forschung alles andere als frei sind. Das lächerliche Possentheater um Vogel- und Schweinegrippe hat sehr deutlich gemacht, wie der Pharmaindustrie von allen Seiten zugearbeitet wird, selbst zu lasten der Patienten.

Auch wenn wir die Kräfte von Ritualen und die damit verbundenen seelischen Möglichkeiten in der Schulmedizin kaum noch nutzen, ja sie als verdächtig betrachten auf der Suche nach objektiver reproduzierbarer Wirkung, finden sie in Praxis und Klinik laufend unabsichtlich statt. Noch immer muss ein Patient am Eingang der Klinik sein Selbstbestimmungsrecht weitgehend abgeben. Zum äußeren Ausdruck dessen muss er sich seiner normalen Kleidung entledigen und wird nun fast wie ein Kind behandelt. Mit seinem Bett wird er hingefahren, wo er ohne weiteres auch hingehen könnte, bei der Visite wird er wie zu ältesten Zeiten den (Halb)Göttern zu Füßen liegen und aus der demütigen Haltung von unten die Ratschlüsse über sein Schicksal entgegennehmen. Selbstverständlich kleiden sich selbige Götter auch wie zu allen Zeiten in strahlendes Weiß und sprechen eine Sprache, die nur Eingeweihte wirklich verstehen. Für die Farbe Weiß sprechen ausschließlich esoterische Gründe. Es ist und war immer die Farbe der Ganzheit, weswegen es auf von vielen Gurus bis hin zum Papst bevorzugt wird. In der Klinik ist es ansonsten höchst unpraktisch und wird auch sofort ausgetauscht, wenn z.B. die Patienten in Narkose sind, wie im OP. Blau oder Grün blenden hier viel weniger. Als vollkommene Farbe, die alles andere enthält, neigt Weiß wenig dazu, andere Schwingungen aufzunehmen und ist so in vieler Hinsicht tatsächlich die angemessene Farbe für die Heilberufe.

Noch immer könnte man in modernen Ärzten Schamanen entdecken. Statt geheimnisvollen Kristallen legen sie heute Stethoskope auf und statt auf die Stimme des Herzens hören sie heute auf Herztöne und Darmgeräusche. Die innere Stimme des Patienten ist ihnen nicht mehr so wichtig, aber sie forschen bis in die innersten Winkel seines Körpers mit für den Patienten noch immer äußerst okkulten Mitteln und Apparaten. Die Maßnahmen, die sie zu seinem Wohl ergreifen, wirken mitunter noch immer äußerst gefährlich und manchmal gänzlich unverständlich, was zur Not strategisch eingestreute Lateinbrocken unterstreichen.

Vieles spricht dafür, dass sogar bei Operationen der Placeboeffekt eine große Rolle spielt. Bei einem Vergleich von zwei Arten von Knieoperation stellte sich heraus, dass die nur zum Schein operierte Kontrollgruppe die gleichen Verbesserungen hatte. Ähnliches geschah sogar bei Herzoperpationen. Larry Dossey, ein amerikanischer Internist, konnte mit einer einfachen Doppelblindstudie inzwischen sogar belegen, dass Beten signifikante Verbesserungen für diejenigen bringt, für die gebetet wurde. Das und viele ähnliche Erfahrungen lassen den Schluss zu, dass inzwischen viel Psychotherapie mit dem Skalpell betrieben wird.

Auch in Praxis läuft noch viel Rituelles ab, von der Wartezimmerprozedur, die einen erst zum Geduldigen macht, denn nichts anderes heißt ja das Wort Patient, über die Kürze der Zeit, die man im Allerheiligsten zugestanden bekommt, bis hin zu jenen für Laien unentzifferbaren Hieroglyphen, die der moderne Schamane auf ein kleines Dokument als Abschluss des ganzen Rituals kritzelt. Niemand außer ihm und jenem anderen Weißkittel, der dann unter ca. 100 000 Möglichkeiten, die richtige herausfindet, kann solche Zeichen deuten. Viele Patienten werden auf Grund solcher Rituale noch immer gesund, vielleicht nicht 90 %, aber doch viele.

Der Schulmedizin wäre dringend zu raten, diese Reste einer alten Tradition eher sorgsam zu bewahren und wieder verstehen zu lernen, als sie der wissenschaftlichen Transparenz und Reproduzierbarkeit zu opfern. Die Frage wäre dann nämlich, was noch heilen soll, wenn all diese Heilfaktoren wegfallen. Zum Glück gelingt das beabsichtigte Überbordwerfen dieser uralten Ritualbestandteile sowieso kaum.

Solche Überlegungen könnten zumindest die betroffenen Patienten und das sind über kurz oder lang doch die meisten, zum Umdenken bringen. Nichts spräche dagegen, sich Ärzte und Heiler zu suchen, die mit einem auch ausführlich und einfühlsam sprechen und Verständnis für diese innerseelischen Prozesse aufbringen, die offenbar das Heilsamste am ganzen Praxisritual sind. Es wäre auch denkbar, sich Ärzte zu suchen, die sich nicht nur Zeit nehmen, sondern die auch selbst gesund wirken und so auch Gesundheit ausstrahlen und vermitteln können. Dass rauchende Mediziner bezüglich dieses Problems im allgemeinen wenig bewegen können, hat sich längst herumgesprochen. Das aber ließe sich auf alle anderen Probleme übertragen. Wer Zugang zu seiner inneren Heilkraft hat, wird erstens selbst eher zu Gesundheit tendieren und kann diese Kraft auch noch am ehesten weitergeben. Wer dagegen zu seiner eigenen inneren Kraft keinen Zugang findet, wird solchen auch nur schwer vermitteln können. Was nicht heißen soll, dass gute Ärzte nicht krank sein dürften, aber sie sollten dann immerhin Mittel und Wege finden, sich aus dieser Situation auch wieder selbst zu befreien bzw. das Beste daraus zu machen. Wer ginge schon zu einem Autohändler, der selbst nur eine klapprige Kiste fährt, die dauernd ausfällt.

Darüber hinaus gäbe es natürlich ein ganze Reihe von Möglichkeiten, die eigenen Heilkräfte auch in eigener Regie zu nutzen, am besten lange bevor Symptome und Krankheitsbilder dazu zwingen. Auf solch eine Medizin zur Selbsthilfe zielen fast alle meine Veröffentlichungen. Besonders sei an dieser Stelle nochmals auf die einfache Möglichkeit der geführten Meditationen hingewiesen, wie sie in einem Kapitel des Buches „Aller guten Dinge sind drei“ in ihren verschiedenen Aspekten vorgestellt sind. Dass solche Schritte zum inneren Arzt oder unserer inneren Stimme heilsam sind, konnte sogar schon in wissenschaftlichen Versuchen aus dem Bereich der Psychoneuroimmunologie gezeigt werden.

Statt den Placeboeffekt, die Droge Arzt und die letzten Rituale zu verbannen, wäre es sinnvoll, hier im Gegenteil selbst positive Schritte zu unternehmen, die eigenen Heilkräfte zu mobilisieren und sich selbst auf den Weg zu machen. Niemand hindert uns, aus jeder Morgentoilette ein tiefgehendes Reinigungsritual zu machen, die Sitte des Händewaschens vor dem Essen, in ein bewusstes Ritual der kurzen inneren Vorbereitung auf den Akt des sinnlichen Essgenusses zu wandeln. Die praktischen Anwendungsmöglichkeiten sind hier völlig unbegrenzt, die Konsequenzen in der Praxis wirklich wundervoll. Natürlich wäre es auch möglich, durch einfache Übungen wie etwa sein eigenes inneres Lächeln durch die verschiedenen Regionen und Organe des Körpers zu schicken, einen besseren weil lebendigeren und bewussteren Bezug zum eigenen Körper zu gewinnen. Darauf aufbauend könnte über weiterführende Reisen nach Innen ein Bezug zur eigenen inneren Stimme und daraus folgend dann auch zum eigenen Inneren Arzt gefunden werden. Dieser aber hat immer Zeit für einen, wann immer man sich Zeit für sich nimmt. Er kennt einen auch ungleich besser als jeder äußere Arzt, selbst wenn der sich noch soviel Zeit nimmt und Mühe gibt.

Persönlich hat es sich für mich immer bewährt, die seelischen und energetischen Heilkräfte zumindest zusätzlich zu nutzen. Fast 30 Jahre saß ich als Psychotherapeut neben Patienten, die durch meine Resonanz über Bücher wie „Krankheit als Symbol“ oft auch körperlich krank waren. Ihnen zusätzlich die Hände aufzulegen, bot sich einfach an. Als ich vor 25 Jahren die Reiki-Grade dazu bekam, wurde ich dadurch noch immer kein großer Heiler, aber über all diese Jahre hat sich durch die tägliche Praxis auch bei mir die Heilkraft verstärkt. Als ich vor Jahren die Deeksha-Einweihung bekam, war ich erst verblüfft, dass es nichts anderes war als der hinduistische Segen. Aber inzwischen bin ich sehr dankbar, denn Leute wie ich müssen offenbar erst nach Indien fahren, um so einfache alte biblische Rituale wieder zu entdecken. Ich musste sogar das Fasten in Indien entdecken und hätte es doch soviel leichter gleich hier zuhause und in der Bibel finden können. Aber so sind wir eben. Heute bin ich froh, diese Wege überhaupt gefunden zu haben. Sie haben mich im Übrigen auch nie gehindert, die wissenschaftliche Medizin weiter zu verfolgen und ihre besten Aspekte in meine deutende Medizin von „Krankheit als Symbol“ zu integrieren.

Heilung und ihre Hintergründe

Heiler sind wir letztlich alle, und wir könnten es sogar wissen. War nicht schon unsere Mutter eine großartige Heilerin, die uns in der frühen Kindheit mittels „heile-heile-Gänschen“ und vergleichbaren Sprüchen und durch Auflegen ihrer ebenso beruhigenden wie heilend streichelnden Hände von einigem Leid erlöste. Wer es aber nicht mehr weiß, kann es sich von der Schulmedizin beweisen lassen. Diese besteht heute im Hinblick auf ihre wissenschaftlichen Forschungen auf sogenannten Doppelblind-Studien, was bedeutet, dass weder behandelnder Arzt noch Patient wissen dürfen, womit sie da gerade behandeln beziehungsweise behandelt werden. Das sei unbedingt notwendig, sagen Wissenschaftler, um objektive Ergebnisse zu erhalten, anderenfalls werden diese nämlich erheblich durch die Selbstheilungskräfte des Patienten und die heilende Kraft der Droge „Arzt“ beeinflusst.

Letztlich ist natürlich jede Heilung immer Selbstheilung. Die alte Medizin wusste noch „medicus curat, natura sanat“ – der Arzt pflegt, die Natur heilt. Und welche Natur sollte das sein, wenn nicht die eigene? Auch die bedeutendsten Geistheiler, wenn sie sich nicht gerade auf dem Ego-Trip sind, wissen um diese Selbstverständlichkeit. Heiler und Therapeuten können immer nur Rahmenbedingungen schaffen, in denen Heilung möglich wird, beziehungsweise der Patient seinen Selbstheilungskräften erlauben kann, das gerade anstehende Problem zu lösen. Seit fünf Jahren arbeiten wir im Heil-Kunde-Zentrum in Johanniskirchen mit einem russischen Geistheiler zusammen, der sich nicht einmal so nennen will, aber Rahmenbedingungen für Heilung herstellen kann, die verblüffend sind und sich meinem ärztlichen Verständnis entziehen. Letztlich ist es aber sogar egal, ob man davon ausgeht, göttliche Kräfte würden durch einen hindurch fließen und Heilung ermöglichen oder glaubt, es seien eigene Kräfte und Energien, die solches bewirkten. Da nach christlicher Auffassung das Himmelreich Gottes in uns liegt, könnte es also auch die göttliche Kraft aus dem eigenen Innern sein, die heilende Wirkungen entfaltet. Vajrajana-Buddhisten etwa machen noch weniger Unterschied zwischen Außen- und Innenwelt und halten beide für völlig identisch, wodurch sich gar nicht erst eine Polarisierung ergibt. Insgesamt lässt sich feststellen, dass es für die Entwicklung des Heilers oder Therapeuten selbst einen erheblichen Unterschied macht, ob er Gott oder eine höhere Energie oder sich selbst für die Quelle der Heilung hält. Auf letzterem Weg gibt es meist vom sich aufblähenden Ego ausgelöste Komplikationen. Insofern wäre unbedingt zu raten, sich lieber als Werkzeug denn als Quelle und Macher der Heilung zu erkennen.

Wie Heilung letztlich funktioniert, weiß weder die Schulmedizin noch die Naturheilkunde genau, es gibt lediglich Umschreibungen und Erklärungsmodelle. Die Quantenphysik, die gründlich mit unserem alten Weltbild aufräumt und Raum und Zeit in Einsteins Sinne relativiert, kann dafür die besten Erklärungen geben, ist nur leider so schwer zu verstehen. Was wir heute immerhin ahnen, ist die Möglichkeit über den Eintritt in dem Augenblick des viel besungenen Hier und Jetzt an diese ungeheuren Möglichkeiten der Wandlung und damit auch Heilung heranzukommen. In der Gegenwart des Momentes gibt es keine Hindernisse mehr und alles wird möglich. Dass das ganze Universum ständig neu im Augenblick entsteht, belegt uns die neue Physik, warum also nicht auch unsere Organismus neu und gesund wiedererstehen lassen. Hier allerdings spielt das Zusammenwirken von Körper und Seele herein und letztere erlaubt ersterem nicht so ohne weiteres im Augenblick die Karten völlig neu zu mischen. Insofern ist dabei immer auf die Seele zu achten. Das hat mir auch die Krankheitsbilder-Deutung wie sie sich in dem umfassenden Nachschlagewerk „Krankheit als Symbol“ niederschlägt immer wieder vor Augen geführt.

Am plausibelsten für die Erklärung von Heilungsphänomenen ist also noch die Vorstellung, dass der Organismus und die Seele in Stand gesetzt werden, sich selbst zu helfen und aus eigener Kraft wieder für Ordnung zu sorgen. Zum Beispiel lässt man die Abwehrkraft erstarken und diese sorgt dafür, das der Konflikt vom Immunsystem gelöst wird oder man hilft der Seele eine Situation zu durchschauen und darüber hinauszuwachsen, sodass ein vormaliges Problem sich – wie von selbst – löst. Für diese Selbstheilungstendenz sprechen auch die verblüffenden Heilungserfolge während des Fastens, wo Körper und Seele einfach Ruhe zur Regeneration bekommen. Seit 30 Jahren bestaune ich in meinen vier großen Fasten-Seminaren pro Jahr diese ungeheure Kraft der Regeneration, die wir allein dadurch freisetzen, dass wir aufhören zu essen.

Auch die moderne schulmedizinische Tendenz, schwerstkranke ins künstliche Koma zu versetzen, wirkt wohl auf diesem Weg. In solchen Zeiten völliger Ruhe, kann der Organismus offenbar am besten seine Selbstheilungskräfte mobilisieren.

Ob man also Probleme durch zunehmendes Wissen und Erkenntnis löst, dem Organismus Ruhe verordnet, dass er sich erholen und seine Abwehr stärken kann oder Energie kanalisiert und stabilisiert, oder sogar schulmedizinisch Symptome unterdrückt, letztlich ist es immer die Selbstreparatur- oder Selbstheilungstendenz die für Ordnung und Regeneration sorgt. Diesbezüglich ist kein Unterschied zwischen Schulmedizin, Naturheilkunde, Psycho- und spiritueller Therapie.

Tatsächlich wissen wir in den wenigsten Fällen von Heilung wie das konkret funktioniert hat. Die alte Medizin war mit ihrem „medicus curat, natura sanat“ der Wahrheit wenigsens noch nahe. Erst die moderne Schulmedizin ist irgendwann dem Irrtum aufgesessen, dass sie beziehungsweise ihre Mediziner heilen könnten, und so kam es zu Gesundheitsfabriken, in denen angeblich Gesundheit am laufenden Band produziert wird. Hildegard von Bingen, aber auch noch Paracelsus glaubten, dass es immer der „Archeus“, der innere Arzt des Patienten, sei, der Heilung in Gang bringt. Diese demütige Haltung haben inzwischen auch viele Naturheilkundler verlassen. Aber selbst Chirurgen, die sich noch am ehesten für die Heilung verantwortlich fühlen könnten, werden manchmal von der Natur eines Besseren belehrt, wie ihr alter Spruch verrät: „Operation gelungen, Patient tot.“ Ganz offensichtlich kann man alles richtig machen, und der Patient stirbt trotzdem.

Natürlich ist es uns Ärzten immer angenehm, wenn wir wissen, was biochemisch und physiologisch bei einer Genesung passiert. Aber auch bei vielen schulmedizinischen Mitteln wissen wir es nicht, und geben sie trotzdem im Rahmen von Erfahrungsmedizin. In der Naturheilkunde ist das meiste Erfahrungsheilkunde, in der Psychotherapie praktisch alles. Wir haben nicht den blassesten Schimmer, auf welchem biochemischen Weg Worte heilen. Insofern ist der Schritt von der Psychotherapie zur sogenannten Geistheilung in Wirklichkeit nicht allzu weit.

Glücklicherweise kann ich sagen, dass wir in über 30 Jahren bei der Reinkarnationstherapie viele Heilungen erlebt haben, aber wie sie genau passiert sind, wissen wir nicht. Wir haben die spirituelle Philosophie im Hintergrund und eine Theorie der Reinkarnationstherapie, die wir sogar lehren, aber – wie übrigens alle Psychotherapeuten – betreiben wir Erfahrungsheilkunde.

Mit Hilfe der Krankheitsbilder-Deutung im Sinne des erwähnten „Krankheit als Symbol“ habe ich viele Heilungen erlebt, aber auch bei Menschen, die die Schicksalsgesetze verstanden und sich danach richteten und vor allem „Das Schattenprinzip“ durchschauten und Frieden machten mit ihren dunklen Seiten. Sich einzuordnen in diese Schöpfung und ihre Spielregeln und Gesetze zu akzeptieren und auf sich und seine Umgebung anzuwenden, ist sicher ein entscheidender Schritt in Richtung Heilung.