Gott sei Dank, ich werde alt??

Alt werden ist relativ – am Anfang freuen wir uns über jedes Jahr. Das kleine Kind sagt: „Ich bin schon vier einhalb.“ Der 15 Jährige meint, er sei schon fast 18. Aber keine 37-jährige würde sich als 37 einhalb bezeichnen oder sagen „ich bin schon fast 40“, es sei denn sie ist zusätzlich depressiv. Erst im ganz hohen Alter ändert sich das dann wieder, und der 98-Jährige sagt vielleicht wieder „98 einhalb“ oder fast „100.“ Wer gar über 100 ist – und das werden immer mehr – ist schon wieder stolz und gibt die halben Jahre mit an.

Persönlich hab ich erlebt wie relativ Alter ist. Als Teil jener etwas arroganten Hippie-Bande, die die Parole ausgab „traue niemandem über 30“ musste ich erleben wie ich – eigentlich wider erwarten – dann doch 30 wurde und das ging dann weiter so. War mit 20 Jahren 30 schon alt, war es mit 30 dann erst 40. Allmählich wurde mir klar, dass „alt“ für mich ein ziemlich fließender Begriff war. Alt war mein Alter + 10 Jahre. Heute mit 60 empfinde ich also 70 als schon ziemlich alt. Aber ich brauch keine Angst mehr vor 70 zu haben, denn dann wird mir 80 alt vorkommen.

Natürlich ist dieser banale Trick keine Lösung für eine Gesellschaft, in der alle alt werden wollen und keiner alt sein will. Da wir es heute mehrheitlich schaffen, ziemlich alt zu werden, fühlen wir uns dann automatisch auch sehr unglücklich.

Dieses Dilemma muss jeder für sich angehen und über die Endlichkeit seines Lebens und dessen Sinn nachdenken. Es ist nie zu spät, die „Schicksalsgesetze“ zu lernen, um solche Fallen zu vermeiden und das Alter, das mit seinen Krankheitsbildern zu einem Schatten unserer Gesellschaft geworden ist, aus dem Schattenreich zu befreien.

Die Angst vor Demenz und ihrer verschärften Form Alzheimer, die kürzlich Gunther Sachs in den Selbstmord trieb, ist heute für viele moderne Menschen mit dem Alter verbunden. Im Sinne von „Krankheit als Symbol“ ist Alzheimer wie auch Demenz die in den Körper und damit in den Schatten gesunkene Umkehr auf dem Lebensweg und das „Wieder werden wie die Kinder“. Statt kindisch zu werden, könnten wir uns rechtzeitig dem inneren Kind zuwenden und wieder die staunenden großen Augen des kleinen Prinzen entwickeln.

Weise werden, aus dem aufgesammelten Wissen Weisheit machen –

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