Glückliches Essen

Überall auf der Welt versuchen Menschen ihre Stimmung zu verbessern. 50 Millionen erwachsene US-Amerikaner schlucken Prozac, eine Antidepressivum, das den Serotoninspiegel im Gehirn erhöht, indem es seine Wiederaufnahme verhindert. Überall auf der Welt werfen Disco-Kids Ekstasy ein, ein Amphetamin, das etwas ganz ähnliches bewirkt, indem es alles verfügbare Serotonin ausschüttet. Dieses zauberhafte Hormon, im Zeitschriftenwald als Glückshormon bezeichnet, ist auch der Grund, dass Naschkatzen nicht genug Schokolade bekommen können und andere von Bananen leben. Beides erhöht – unter Umständen – ebenfalls den Serotoninspiegel im Gehirn und vermittelt so angenehme Empfindungen. Nun sind medizinische und illegale Drogen nicht jedermanns Sache, große Mengen Schokolade und Bananen auch nicht, guter Stimmung aber wäre jeder gern.

Biochemisch gesehen wird Serotonin vom Organismus aus der Aminosäure L-Tryptophan hergestellt vor allem im Darm und im – für die Stimmung entscheidenden – Gehirn. Aminosäuren sind ein Bestandteil von Eiweiß von daher könnte man versuchen, sich über Fleisch glücklich zu essen. Aber jeder weiß, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Auch das Einnehmen von L-Tryptophan (als Medikament im Handel) brachte mir persönlich nichts.

Wenn ich meine Stimmung beobachtete, fiel mir auf, dass Ausdauersport eine förderliche Rolle spielt und Rohkosternährung – mit allerdings eiweißreichen Pflanzen. Durch einen glücklichen „Zufall“ lernte ich einen Privatgelehrten kennen, der diesem Thema auf der Spur war, ausgelöst durch eine Mittel, das er in China kennen gelernt hatte. Er hat kombinierte geeignete Pflanzenarten, die Süßkartoffel Topinambur, die Scheingetreide Amaranth und Quinoa mit Früchten oder Rohkakao und erzielte damit verblüffend „(hoch-)stimmige“ Ergebnisse bei Freunden und sich selbst.

Mit der Zeit verstanden wir auch das Geheimnis und den Mechanismus dieser angenehmen leicht stimmungsaufhellenden und Hunger reduzierenden Mischung. Das in Nahrung enthaltene L-Tryptophan kann nämlich meist gar nicht ausreichend ins Gehirn gelangen, weil es in Konkurrenz mit anderen Aminosäuren beim Transportsystem an der so genannten Blut-Hirn-Schranke den Kürzeren zieht. Nimmt man aber zusätzlich etwas Kohlenhydrat zu sich, wie bei der „TAKE ME“ genannten Rohkostvariante, wird dadurch Insulin ausgeschüttet und das schafft nicht nur Glucose in die Zellen, sondern auch Aminosäuren in die Skelettmuskulatur, alle außer L-Tryptophan – auf Grund seiner räumlichen Struktur. Dadurch wird es konkurrenzlos am Transporter im Gehirn. Hier liegt auch der Grund, warum sich Ausdauersport förderlich auf die Stimmung auswirkt, denn er holt ebenfalls die konkurrierenden Aminosäuren in die Muskeln und L-Tryptophan kann ins Gehirn gelangen und gute Stimmung verbreiten.

Der Trick ist einfach: 2 Esslöffel TAKE ME-Rohkost – in Saft verrührt – nüchtern mit viel Flüssigkeit trinken und ca. eine Stunde nichts anderes essen. Nach fast einem Jahr Erfahrung möchte ich diese ebenso wirksame wie billige Methode nicht mehr missen.