Gesundheit und Sexualität

man-372099_640Gesundheit und Sexualität gehören im Verständnis vieler Menschen gar nicht zusammen. Die großen christlichen Religionen sahen da offiziell überhaupt keinen Zusammenhang, im Gegenteil hielten sie lange Zeit Sexualität sogar für krank machend. Sobald sie sich in der Pubertät deutlicher regte, wurde Sexualität mit allen möglich abstrusen Argumenten angeschwärzt. Bis zu der irrwitzigen Position, Onanieren mache krank, verstiegen sich Priester in meiner Schulzeit. Etwas, was Ihnen verboten war, versuchten sie auch uns Jugendlichen zu verbieten und Krankheitsangst zu schüren, falls wir ihre Verbote missachteten, was wir zum Glück praktisch alle taten. Was wäre aus uns wohl geworden, wenn wir diesen kranken und krankmachenden „katholischen“ Vorstellungen gefolgt wären? Was hätte andererseits aus uns werden können, wenn wir damals nicht mit soviel Angst und schlechtem Gewissen belastet worden wären?

Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen guter Gesundheit und gelebter Sexualität entwickelte sich wohl erst durch Freuds Psychoanalyse. Insofern ist er relativ spät erkannt worden und muss – in christlichen Kulturen – gleichsam als noch neu angesehen werden. Als Hippies und später in der Studentenbewegung organisierten wir uns unsere sexuelle Befreiung selbst, weil wir das Gefühl hatten, die gepredigte Sexualität sei und mache unfrei und bleibe weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Das Ergebnis war weniger nachhaltig, als wir damals hofften. Noch immer und zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben viele Menschen ernsthafte sexuelle Probleme und viele kranken daran. Aus Sicht der Psychosomatik spricht heute alles dafür, dass Menschen mit erfüllter sinnlich erotischer Liebe, die ihre körperliche und seelische Lust in lebendiger und vitaler Sexualität ausdrücken, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gesünder sind, vor allem aber sind sie glücklicher. Und Glücksempfinden ist wiederum gesundheitsfördernd.

Das Sexual(er)leben der meisten Christen bleibt geprägt von diesem Zwiespalt von alten Ängsten und gegenteiligen modernen Erkenntnissen, die sich zunehmend über Bücher und Illustrierte verbreiten. Sowohl christliche als auch gängige bürgerliche Moral erlauben Sexualität nur mit dem einen selben Partner, mit dem darüber auch ein Vertrag im Sinne der Ehe besteht. Außerehelicher Sex ist schon ein Vergehen, es sei denn man ist unverheiratet, dann aber wird erwartet, dass dieses sexuelle Verhältnis in eine Ehe mündet. Auch wenn das mit der Ehe heute nicht mehr so eng gesehen wird, bleiben die Beziehungen ohne Trauschein doch von diesen Mustern geprägt. Und die Ehe ist eher eine Institution, die der Sexualität zu schaden scheint. Diese schläft in der Ehe geradezu regelmäßig ein oder wird auf seltene stereotype Muster reduziert. In manchen Momenten wird das besonders deutlich. Nach ausgelassenen Sylvesterfeiern mit viel Alkohol-Befeuerung entwickeln viele Bürger durchaus und unübersehbar sexuelle Lust, am Ende der Feier müssen sie aber mit denjenigen ins Bett gehen, mit denen sie keine haben, mit ihren Ehepartnern. Auf die Dauer wirkt das natürlich frustrierend. Da man sich bei Schluss der Ehe in der Regel jede sexuelle Freizügigkeit verbietet, ist das aber die logische Konsequenz.

Wer eine erfüllende Sexualität l(i)ebt, wird daran gesunden, weil er auf körperlicher und seelischer Ebene Liebe lebt, jenes Sich-öffnen und Heinlassen, das sich nicht nur so ungemein angenehm, ja euphorisierend anfühlt, sondern auch seelisch erweiternd wirkt.

Der Einbezug der Seelenebene ist dabei zwingend, denn auf den Körper reduzierte „Liebe“ ist ihres Inhaltes beraubt und muss sich als leere körperliche Form erschöpfen. Im krassesten Fall sind häufige Bordellbesuche nicht gesund, weil Quantität niemals Qualität ersetzen kann. Das Freudenhaus kann wahrscheinlich sinnliche Freuden ermöglichen, aber solange die Seelenebene nicht hinzukommt, wird das Verbindende Heilende nicht hinzukommen. Die Verwechslung von Quantität und Qualität ist leider bei uns zum verbreiteten Gesellschaftsspiel geworden.

Seit dem Sündenfall im Paradies hat der Mensch eine große Wunde, dort wo ihm seine „andere Seite“ fehlt, die „bessere Hälfte“. Diese muss – wie alle Wunden in der Medizin – verbunden werden. Dazu braucht es die Verbindung mit einem Partner, der auch an der eigenen verwundeten Seite ausharrt, damit diese Wunde sich schließen und heilen kann. Insofern ist Partnerschaft die heute verbreitetste Schattentherapie. Allerdings landen die meisten – ohne Kenntnis von „Schicksalsgesetzen“ und „Schattenprinzip“ – auf der Opferseite und erleben hilflos, wie sich ihre heiße Liebe in kalten Hass verwandelt.

In Bezug auf die große Wunde des Ungeliebten, hat mich die Jahrzehnte lange Arbeit mit „Krankheit als Symbol“ geleert, wie sehr die körperliche Ebene immer Ergänzung durch die seelische sucht und braucht, damit Heilung stattfinden kann. So tendiert fast jeder zu Partnerschaft, um seine Wunde zu heilen und eins mit dem Schatten zu werden. Auch wenn diese beiden Wünsche heute weniger bewusst sind, beherrscht dieses Muster die Welt und die Betten sind die Spielwiesen. Sexualität ist die Ebene, wo es uns klar und deutlich werden kann.

Sexualität als körperlicher Aspekt der Liebe braucht und sucht also die Erweiterung durch die seelische Ebene, um gesund und heilsam zu wirken. In dieser erweiterten Form, wenn der Inhalt zur Form kommt, wirkt sie sich sehr heilsam, weil verbindend und integierend aus. Diese Erfahrung haben die meisten Menschen und der Volksmund drückt sie in seiner direkten Art aus. Nach einem sinnlich-erotischen Liebesfest wird man sich ausgeglichen und wohl fühlen, die folgenden alltäglichen Kontakte mit anderen Menschen werden problemlos und zugewandt sein. Gut drauf, ist man hilfsbereit und freundlich, (immer noch) liebevoll und fördernd. Umgekehrt sagt der Volksmund von Menschen und besonders frech von Frauen, die all diese Eigenschaften vermissen lassen, dass sie ein sexuelles Defizit hätten, beziehungsweise „schlecht“ oder „nicht ausreichend gevögelt“ seien.

Aber auch der Gegenpol zur rein sexuellen „Liebe“ im Sinne von Prostitution, ist möglich. Folgende Geschichte zeigt, was geschieht, wenn Liebe entsteht, die sich ihren körperlichen Ausdruck, die Sexualität, verweigert. Eine Bankangestellte, Mutter von zwei Kindern, gläubige Katholikin, tritt auf Grund der Versetzung ihres Ehemannes ihre neue Arbeitsstelle in der örtlichen Bankfiliale an. Ihrem Mann war sie seelisch widerwillig, wegen des drohenden Verlustes ihres Freundeskreises, aber äußerlich selbstverständlich in die entfernte andere Stadt gefolgt. Gleich beim Betreten ihres neuen Arbeitsfeldes verliebt sie sich aus heiterem Himmel und wie vom Blitz getroffen in den dortigen Abteilungsleiter. Auch dieser ist wie vom Donner gerührt und kann den Blick nicht mehr von ihr wenden. Sie gestehen sich sogleich ihre Liebe und erklären sie zugleich für unmöglich, weil katholischerseits verboten, da sie jeder in einer guten mit Kindern gesegneten Beziehung leben. Der betroffene Mann wird ein Jahr später mein Patient. Er sieht die Frau zwar täglich, hat sie aber selbstverständlich nie berührt. Stattdessen hat er angefangen von ihr zu träumen, nicht nur tagsüber, da kann er sich dagegen wehren, sondern vor allem nachts. Die Angst im Schlaf zu sprechen, hat seine Nächte in Mitleidenschaft gezogen und seinen Schlaf zerrüttet. Anfangs hat er gleichsam pflichtbewusst noch mit seiner Frau geschlafen, das aber – mangels Lust und mit wachsendem schlechten Gewissen, weil er dabei an die andere dachte – zunehmend reduziert. Inzwischen ist er völlig impotent mit seiner Frau, dafür hat er nächtliche Schweißausbrüche und erheblichen Bluthochdruck entwickelt. Seine Frau sorgt und kümmert sich rührend um ihn, was sein schlechtes Gewissen und seine Schuldgefühle noch verstärkt. Seine Abwehr jeder weiterer Sexualität hat die Beziehung in eine tiefe anhaltende Krise gestürzt. Sie hält ihn für krank, ahnt aber nicht, wie liebeskrank er ist. Beide fühlen sich unglücklich und drückt das auch aus. Zusammen suchen sie Trost in der Religion. Aber eine Religion, die die Basis dieses Elends legt, hat – jedenfalls in ihrem Fall – keine Chance, es zu lindern.

Zu der illegal Angebeteten hat er von sich aus seit über einem Jahr keinen Kontakt mehr gesucht und sie nicht mehr angesprochen. Sie hatte das anfangs einige Male versucht, war dabei aber so auffällig errötet und von „hektischen Flecken“ heimgesucht worden, dass es niemandem verborgen bleiben konnte. Er vermutet, dass sie es deswegen ebenfalls unterlassen hat. Aber natürlich sehen sie sich andauernd, was zumindest seine Schuldgefühle immer weiter intensiviert und bei ihr seltsame Vermeidungsstrategien hervorbringt.

Auf meinen Rat nimmt er Kontakt zu der Frau auf und gesteht ihr dabei seine innere Not, wobei der erfährt, dass es um sie mindestens so schlecht steht. Nachdem ihre Versuche von weiteren Aussprachen mit ihm gescheitert waren, hatte sie versucht, die Stelle zu wechseln. Das scheiterte ausgerechnet am Widerstand ihres Mannes, der gleichsam verlangte, sie müsse bei der Bank bleiben, bei der sie schon so lange sei, weil die Familie nicht auf die sich daraus ergebenden finanziellen Vorteile verzichten könne. Daraus hatte ich Wut auf den Mann entwickelt und das Verhältnis zu ihm sei immer schlechter geworden. Sie hatte keinerlei sexuelle Lust mehr auf ihn, sei inzwischen frigide, ihre Beziehung sei auf dieser Ebene eingeschlafen. Stattdessen hatte sie eine Reihe von Symptomen entwickelt, die ihr Leben zur Qual machten und auch das Verhältnis zu ihren Kindern erschüttert hatten. In ihrer Familie war allen klar, dass der Umzug in die neue Stadt alles zerstört habe, weil sie sich nicht in die neue Umwelt einfügen könne. Das wiederum führte zu Vorwürfen des Mannes und immer mehr auch der Kinder. Die Frau war nach anfänglichen verzweifelten Beichtversuchen dabei auch an der Religion zu verzweifeln. Sie habe die meiste Zeit während des Gespräches nur geweint. Als er sie deshalb in den Arm nahm, hatte sie stark gezittert und ihm war der Schweiß in Strömen ausgebrochen. Zum Schluss hatte sie – aus heiterem Himmel – gesagt, „lass uns weggehen von hier.“ Das hatte ihn in totale Panik versetzt und er hatte versucht, ihr zu erklären, wie unmöglich das sei. In dieser aussichtslosen Lage waren sie ohne Lösung auseinandergegangen. Trotzdem fühlte er sich danach kurzzeitig etwas besser, die Frau war tagelang nicht mehr in die Arbeit gekommen. Als sie zurückkehrte sah sie schlecht aus und vermied jeden Blickkontakt.

All das vermehrte seine Schuldgefühle weiter, jetzt fühlte er schon das zerstörte Lebensglück von zwei Familien auf sich lasten und fand bei Beichte und Messe keinen Trost mehr, sondern verachtete sich als charakterschwachen Sünder. So etwas hätte einem anständigen Mann einfach nicht passieren dürfen.

Auch meine Hinweise, dass er doch gar nichts gemacht hätte, ihm keinerlei Vorsatz anzulasten sei und er selbst vor Gericht mildernde Umstände bekommen hätte, nützten wenig. Sein eigenes religiöses Über-Ich war ein gnadenloser Richter und verurteilte ihn ohne Bewährung zur Höchststrafe. Dabei hatte er das sechste Gebot im Sinne der mosaischen Gesetze nicht einmal gebrochen. Im Sinne der christlichen Auslegung in der Bergpredigt natürlich schon, so wie es aber fast alle täglich brechen, wenn sie an jemand anderen denken.

Dass das Vermeiden jener Sexualität, die zur seelischen Liebe als körperliche Ergänzung gehört, macht jedenfalls krank, dafür gäbe es noch unzählige Beispiele. Migräne entsteht – im Sinne von „Krankheit als Symbol“ – überhaupt erst so. Sexualität wird unbewusst als schlecht erlebt und der ganze Unterleib als böse und somit für alle Lebendigkeit blockiert. Die Energie kann aber nicht aus der Welt geschafft, sondern nur „beseitigt“ werden. Statt auf die Seite wird sie tatsächlich in den Kopf verschoben, wo sie sich wie ein Orgasmus im Kopf auswirkt.

Die Trennung von Sexualität und Sinnlichkeit einerseits und seelischer Liebe andererseits führt zu gesundheitlichen Störungen, ihre Verbindung und leidenschaftliches Ausleben führt zu Gesundheit. Verlieben folgt offensichtlich unserer Natur wie auch der dabei entfachte Hormon-Cocktail vermuten lässt und drängt in Richtung Vereinigung und damit zur Sexualität. Unsere Kultur erklärt das in den meisten Fällen für schlecht, Religion verbietet es nur zu gern. Im ständigen Aufeinanderprallen von Natur und Kultur gewinnt meist die Natur. Allerdings gerät auch dann die Seele oft in eine Zerreißprobe, weil sie – aus kultureller Richtung indoktriniert – sich selbst unter Druck setzt.

Die oben beschriebene Geschichte imponiert ja besonders durch die Strenge beider Beteiligter gegen sich selbst, sie verzichten auf jede Sexualität und das Ausleben ihrer Gefühle und werden stattdessen krank, weil die nicht gelebten Energien irgendwo hinmüssen und wie so häufig drücken sie sich im Sinne von „Krankheit als Symbol“ in körperlichen Symptomen aus. Mit der Zeit sind beide wohl noch kränker geworden, weil jedenfalls er weder bereit war, seiner Frau reinen Wein einzuschenken, deren Leben er auch völlig blockierte, noch sich der entstandenen Liebe physisch zu stellen. Ein Sieg der Kultur gegen die Natur – wie hier -, ist aber der heute eher seltene Fall. Ungleich häufiger gewinnt die Natur und es entstehen Seitensprünge und Verhältnisse, die ebenfalls mit Schuldgefühlen belegt werden. Schuldgefühle sind jedenfalls nicht gesund und keinesfalls heilsam.

Die Lösung läge in der Erkenntnis, dass Sexualität und Sinnlichkeit so natürlich sind wie unsere Sinne und so notwendig wie unsere Kinder, die ja nur über Sexualität entstehen können. Dann könnte sie Freude bringen und die immer wiederkehrende, auch symbolisch so überaus wesentliche Erfahrung der Vereinigung von Getrenntem vermitteln. Wer lebendige genussvolle Sinnlichkeit lebt, ist lebensfroher und erfüllter, wenn er Sexualität als stärksten Aspekt der Sinnlichkeit erkennt, akzeptiert und lebt, umso mehr. Ob dabei der Weg der Zweierbeziehung gewählt wird oder eine offene Lebensform, ist gar nicht entscheidend. Natürlich können tantrische Elemente und wachsende sinnliche Fähigkeiten den Genuss an Sexualität steigern. Nur schon wenn sich Partner trauen, sich gegenseitig die Welt ihrer Phantasien zu öffnen, eröffnet sich damit meist schon eine neue Welt. Auch das wäre eine Möglichkeit, Neues und damit auch Fremdes zu integrieren und es macht natürlich nicht annähernd soviel Angst wie die konkrete Ebene.

Die von Kultur und Religion ständig eingeforderte Reinheit des Denkens und der Beziehung müsste sich dabei gar nicht unbedingt auf Verzicht und ständige Kontrolle reduzieren, sondern könnte sich durchaus auch in einem erweiterten körperlichen Sinn ungleich sinn- und genussvoller ausdrücken. Wer auf körperliche Reinheit setzt – sicher auch eine große Hilfe im Hinblick auf Sexualität – ist natürlich nicht auf äußere Wasch-Rituale beschränkt, sondern könnte sich um innere Reinheit bemühen. Nicht umsonst sagen wir, man ist, was man isst. Was wir uns körperlich einverleiben, wird Teil von uns – das macht ja Sexualität so geheimnisvoll und besonders. Aber das gilt natürlich ganz ähnlich auch für Essen, das wir uns ganz konkret in Fleisch und Blut übergehen lassen. Was wir essen, wird ganz augenscheinlich Teil von uns. Wenn wir uns sexuell mit jemandem einlassen, ihn in uns einlassen, weil wir ihn zum Fressen gern haben, machen wir ihn oder sie auch – über den Moment hinaus – zum Teil von uns. Natürlich teilen wir dabei auch aus und teilen mit, wer und was wir sind. Wir tauschen Säfte aus und wollen eins werden. Je mehr Bewusstheit wir in diesen Wunsch legen, desto wunder-voller das Erleben. Wird es zu einem Ritual des Einswerdens, kann es – wie jedes Ritual – auf die Dauer seine Wirkung nicht verfehlen. Wir werden dabei automatisch achtsamer und bewusster im Hinblick auf den Austausch, was wir nehmen und war wir geben.

Bei Essen und Verdauung könnten wir das auf einer noch viel körperlicheren Ebene erleben. Wenn wir weitgehend bewusstlos alles wahllos in uns hineinfressen, vom Schweinebraten bis zu Froschschenkeln, dazu Kette-rauchen und Bier Eimer weise saufen, werden wir entsprechend „beisammen sein“ und das sowohl ausstrahlen als auch ausdünsten. Der Schweiß wird „animalisch“ stinken wie auch der Urin, und der Stuhl wird das Elend anrüchig zeigen. All das würde sexuell Resonanz zu einer weniger bewussten, eher animalischen Ebene herstellen, wo Lust nicht auf Einheit, sondern auf Selbstbefriedigung am anderen zielt.

Mit großer Bewusstheit auf der anderen Seite, auf Vergiftungswirkungen wie durch Nikotin und Alkohol verzichtend, stattdessen Tier freier pflanzlich veganer Ernährung werden die Ausdünstungen von Jahr zu Jahr reiner wie auch die Körpersäfte. Menstruationsblut, Samenflüssigkeit und Urin verlieren alles Ekelhafte und der Schweiß – besonders in den sekundären Geschlechtsbereichen – verbindet sich mit dem eigenen Duft und kann so geradezu anmachend werden. Mit dieser Art von Reinheit könnten wir uns und den sexuellen Liebespartner beschenken und wären zugleich auf den Spuren von Franz von Assisi und damit sogar im Sinne der eigentlichen Aussagen unserer christlichen Religion unterwegs. Wir können dann immer mehr den nächsten lieben, wie uns selbst, weil wir uns selbst annehmen und uns für unser Selbst öffnen. So könnten Sinnlichkeit und als ihr spezieller Ausdruck Sexualität zu einem spirituellen Exerzitium werden mit unglaublich viel Lust auf dem Weg und dem Ziel der Einheit.