Geldgeschichte

business-18107_640Am Ende meiner Studentenzeit begleitete ich einen Freund in eine Spielbank, weil ich noch nie in einer gewesen war. Während er nach einem System versuchte, reich zu werden, schaute ich mich um und studierte die Anwesenden. Gelassene Reiche, aber auch nervöse Spielertypen und solche, die offenbar Angst oder die Hoffnung auf eine letzte Chance oder endlich ein bisschen Glück in die Spielbank getrieben hatte. Als ich meinen Freund nach einer Stunde traf, berichtete ich von meinen psychologischen Beobachtungen und davon, dass ich genug (gesehen) hätte. Er war vom Gegenteil überzeugt und überredete mich, wenigstens 100 DM in Chips zu tauschen, um einmal mitzuspielen.

Also wechselte ich widerwillig ein Fünftel meines studentischen Monatsbudgets in kleine Getons a 10 DM und begab mich an den Roulette-Tisch. Sogleich bemerkte ich eine ganz andere Anspannung in mir. Ich setzte zögerlich und vorsichtig auf rot oder schwarz, und während ich – zu meiner Erleichterung – mehr gewann als verlor, spürte ich eine gewisse Anspannung solange die Kugel rollte, die sofort nachließ, wenn sie zur Ruhe kam. Als ich meine eingesetzten 100.- DM verdoppelt hatte, brachte ich Getons in diesem Wert in Sicherheit, was mich deutlich beruhigte. Mit dem Gewinn spielte ich etwas gelöster weiter mit dem Effekt, dass ich noch mehr Glück hatte. Offenbar galt, je höher die Angst, desto geringer die Gewinnchance. Als die vereinbarte weitere Stunde vorbei war, hatte ich über 400.- DM gewonnen.

Mein Freund, inzwischen um einiges Lehrgeld bezüglich seines Systemspiels ärmer, war noch nicht zufrieden, sondern tadelte mich wegen meiner Vorsicht und mangelnden Risikobereitschaft. Er erklärte mir, was ich gewonnen hätte, wenn ich nicht so ängstlich gewesen wäre. Er verlangte geradezu eine weitere Stunde Einsatz, in der ich etwas wagen und auf Zahlen setzen sollte. Dieses Risiko war mir aber viel zu hoch. Schließlich willigte ich ein, alles auf eine Karte und den ganzen Gewinn im Schwarz-Rot Spiel zu riskieren, was mir immerhin eine fast 50 %-ige Gewinnchance ließ. Die Anspannung wuchs sofort erheblich, und ich fühlte mich schon bei dem Gedanken an meine anstehende Entscheidung an die nervösen Typen erinnert, die offenbar um ihre nackte materielle Existenz spielten.

Ich ließ mir Zeit und erhöhte so noch meine Nervosität und hatte – angesichts des Druckes, den der Einsatz meines Monatsbudgets erzeugte – Mitgefühl mit denjenigen, die hier um noch mehr spielten. Als ich schließlich alles auf Rot setzte und die Kugel rollte, spürte ich, wie mein vegetatives Nervensystem auf all die nun schlagartig ausgeschütteten Neurotransmitter reagierte und ich für einen Moment zum Nervenbündel wurde. An diesem Punkt süchtig zu werden, war also keine Kunst, sondern eine Chance, die uns unsere Hormone bieten.

Als dann Rot kam, fiel mir der berühmte Stein vom Herzen und ich setzte mich erleichtert zur Ruhe. Mir wurde klar, wie wohl jeder sein Spiel mit dem Geld hatte, ob er es so bewusst merkte oder nicht. Der Bereich des entspannten Umgangs mit Geld war für mich damals recht klein und die Anspannung und damit die Lernaufgabe begann schon gleich an diesen engen Grenzen. So haben wohl die meisten ihre Grenze, wo Abgeklärtheit innerer Anspannung weicht.

Während ich um 800.- DM reicher geworden war, hatte mein Freund über 2000.- DM mit seinem System verloren und ich lud ihn zum Essen ein. Während er mich milde tadelte und mir vorrechnete, was ich alles gewonnen hätte – ohne meine Zögerlichkeit – gestand er, dass er sein System für einiges Geld gekauft hatte. Wie dumm dachte ich, denn wenn das System funktionieren würde, hätte sein Besitzer es wohl nicht verkauft, sondern selbst danach gespielt.

Ich nahm die Erkenntnis mit, dass wir beide alles andere als frei vom Geldthema waren und war froh über meinen Gewinn, der mich daran erinnerte, dass ich nach Aussagen meiner Mutter bereits als Baby beim ersten Versuch den Hauptgewinn bei einer Tombola gezogen hatte.

Einer der Grundsätze der hermetischen Philosophie, dass nämlich im Anfang alles liege, bestätigte sich für mich. Ich hatte oft Glück gehabt, als hätte ich es gepachtet. Und selbst wenn es einmal anders aussah, revidierte sich dieser Eindruck später meist wieder. Der Freund dagegen hat – trotz eines ziemlichen Aufwandes in Geldangelegenheiten – damit schon früh und dann auch weiterhin Pech gehabt.

Wir können also die Zeichen früh erkennen, sofern wir sie zu lesen verstehen. Und wir könnten solche frühen Prägungen ändern, wenn wir die herrschenden Gesetze und Archetypen kennen, wozu mein Buch „Die Psychologie des Geldes“ beitragen will. An wenigem können wir uns so gut erkennen, wie an unserem Umgang mit Geld, das zu einem entlarvenden Spiegel unser Gesellschaft und ihrer Mitglieder geworden ist.

Heute liegt meine Anspannungs- oder Schmerzgrenze deutlich höher als damals, einerseits weil mein Einkommen erheblich gestiegen ist, andererseits weil mir so einiges über Geld und vor allem über die Regeln, denen es gehorcht, klar geworden ist.

Lernchancen und das Geldspiel

Geld macht nicht glücklich, aber es macht oft unglücklich. Insofern sollten wir achtsam mit dem Thema Geld umgehen und sein gefährliches Potential kennen. Wie viele andere Spielwiesen ist die des Geldes geeignet, auf ihr zu lernen und sich zu entwickeln. Nur wenige Menschen schaffen es, von Anfang an wirklich bewusst zu lernen und auf lange Umwege zu verzichten. Beim Geld wird das nur besonders deutlich. Das Schicksal bietet uns viele Ebenen zum Lernen und Wachsen. Viele Menschen lernen über Krankheitsbilder, andere über Partnerschafts- und Beziehungsprobleme und wieder andere über Berufs- und Geldthemen. Jeder findet nach seiner Resonanz die für ihn richtige Lern-Ebene und die meisten arbeiten mehr oder weniger bewusst sogar an verschiedenen Ebenen gleichzeitig. Vielleicht ist es ja sogar angenehmer am Geld zu kranken als krank zu werden. Noch besser ist es aber natürlich, Krankheitsbilder und Geldprobleme gleichermaßen zu deuten und daran zu wachsen.  

Wie kann der Einzelne sich besser in einer Welt von Geld zurecht finden, mehr von sich und seinem Wert lernen? Die beste Chance, der ich in dem Buch „Die Psychologie des Geldes“ auch gefolgt bin, liegt darin, die Gesetze nicht nur des Geldes, sondern des Lebens zu verstehen wie das der Polarität und der Resonanz. Wir wissen eigentlich oder ahnen zumindest, dass Geld zu Geld will bzw. „der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt“, wie schon der Volksmund verkündet. Sich danach zu richten, erhöht die eigenen Chancen im Geldspiel beträchtlich. Kommt noch die Erkenntnis des Polaritätsgesetz hinzu, dass wir nämlich ständig mit dem Gegenpol rechnen müssen und etwa aus heißer Liebe geschlossene Ehen überhäufig in kaltem Hass vor dem Scheidungsrichter enden, nehmen die Chancen, im Leben auf vielen Ebenen reicher zu werden, noch weiter. Goethe legte diesbezüglich Mephisto die zeitlosen Worte in den Mund „ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“

Es kommt tatsächlich darauf an, die „Die Psychologie des Geldes“ zu verstehen und die eigenen seelischen Bedürfnissen damit in Übereinstimmung zu bringen. Wer etwa erkennt, dass Zeit nicht Geld ist, weil man am Ende für Geld keine Zeit bekommt, erspart sich viele leere Kilometer auf dem Lebensweg. Zu all dem und noch vielen anderen Geldthemen gebe ich in dem eben erschienenen Buch „Die Psychologie des Geldes“ Anleitung und Tipps. So etwa auch dazu, auf der Geldkurve herauszufinden, wo ich darauf angekommen bin, ob etwa Geld noch zusätzliche Lebensqualität bringt und in welchem
Ausmaß oder ob ich schon viel verdienen muss, nur um den Lebensstandart zu halten oder sogar schon erhebliche Summen aufbringe, um meine Lebensqualität zu vermindern.