Eine Neue Medizin oder Alternativ-Medizin?

Ganz eindeutig bevorzuge ich den Ausdruck Komplementär-Medizin gegenüber Alternativ-Medizin. Die Schulmedizin braucht Komplementierung, nicht Ersetzung. Wir sollten uns da nichts vormachen, im Ernstfall will fast jeder lieber auf eine Intensivstation als ins Leichenschauhaus. Im Ernstfall vor die Frage gestellt – blind oder Hornhauttransplantation – entscheiden sich sogar lebenslange Gegner der Transplantations-Medizin dafür, weiter sehen zu können. Die Entscheidung hängt immer vom Bewusstseins-Zustand ab. Im Bewusstsein von Gesundheit will sich natürlich fast niemand ein Organ transplantieren lassen. Aber im Zustand dramatisch abnehmender Sicht, ist das eben anders oder im Straßengraben nach einem Unfall mit vielen Verletzungen. Also der Schulmedizin gebührt aus meiner Sicht natürlich ihr Platz, und sie soll keineswegs weg, sondern sich nur an der richtigen Stelle einordnen. Als Reparatur-Medizin ist sie in vielen Bereichen unschlagbar. Zu Heilung kann sie dagegen meist weniger beitragen, das ist wiederum eine Bewusstseins-Angelegenheit. Mit reparieren oder gar wegschneiden und unterdrücken, was alles in Notfällen (über)lebenswichtig sein kann, ist Heil(ung) nicht erreichbar, dazu braucht es im Gegenteil Integration von bisher Fehlendem, um eben heil(er) und vollkommen(er) zu werden.

Die Basis einer wirklich Neuen Medizin muss aus meiner Sicht deshalb das Bewusstsein sein und die neue Medizin eine Bewusstseins-Medizin. Das ist auch der Grund, warum wir, Wolfgang Maiworm und ich, unseren Kongress dem Grund-Thema Bewusstseins-Medizin widmen. Nach Linz sind wir in diesem Jahr in unserem neuen Zentrum TamanGa, und der diesjährige Kongress hat den Untertitel: Erfüllt leben.

Darum müsste es aus meiner Sicht einer Neuen Medizin vor allem gehen, wirkliche Hilfe zu einem erfüllten Leben zu leisten und damit weit über Reparatur hinauszureichen.

Nach meinen Erfahrungen – und ich bin dankbar und stolz zugleich – dass diesen viele Menschen gefolgt sind, geht es nach der Erholung von Symptomen und Krankheitsbildern darum, sein Leben auf ein sicheres, Entwicklung und Wachstum förderndes Fundament zu stellen. Dieses hat sich mir und vielen Patienten und Seminarteilnehmern in der hermetischen Philosophie ergeben. Und dieses Weltbild ist auch die große Hilfe, um noch vorhandene Symptome zu lösen und damit fertig zu werden. Es ist natürlich auch die Basis der Krankheitsbilder-Deutung ist, die eine Brücke zwischen Körper und Seele schlägt. Erst wenn die Seele mit ins Spiel kommt, wird wirkliche Heilung von Symptomen möglich, sonst bleibt es, wenn auch noch so gute und erwünschte Reparatur oder Unterdrückung. Es macht mich stolz und dankbar, dass die Krankheitsbilder-Deutung ihren Weg in viele Familien gefunden hat. Die Frage auf eine Leidensgeschichte “Hast Du schon im Dahlke nachgeschaut?“, die auf das Nachschlagewerk „Krankheit als Symbol“ zielt, zeigt wie gängig dieser Weg inzwischen ist, und das macht mich glücklich.

Die Krankheitsbilder-Deutung geht seit ein paar Wochen, noch einen Schritt einfacher. Auf der Internet-Plattform www.mymedworld.cc haben wir seit drei Jahren eine Möglichkeit geschaffen, sich den Computer bei der Deutungs-Arbeit zu Nutze zu machen. Seit Anfang dieses Jahres hat damit die Krankheitsbilder-Deutung noch eine neue Dimension gewonnen. Man kann seine akuten, aber auch die Symptome des ganzen bisherigen Lebens in eine persönliche Akte eintragen und der Computer errechnet einem daraus in Windeseile, die Ur- oder Lebensprinzipien-Anteile, die – wie dieser Artikel noch darlegen wird – entscheidend für wirkliche Heilung und Vorbeugung sind. Das wäre auf dem alten Weg eine immens mühsame Arbeit und Aufgabe. Obendrein kann das Rechnerhirn noch feststellen, ob insgesamt mehr archetypisch weibliche oder männliche Probleme vorliegen und welche Elemente vorrangig betroffen sind. Sobald ich weiß, welche das sind, lässt sich nicht nur ungleich sinnvoller therapieren, sondern sogar der Urlaub ließe sich danach planen. Denn welches Element mich am meisten herausfordert, spuckt der Computer noch nebenbei aus. Steht das Wasser im Vordergrund könnte mich das ans Meer führen, beim Feuer nach Island, der Erde könnte ich in der Wüste begegnen und dem Luftelement beim Fallschirmspringen oder Segelfliegen… Für mich ist klar, dass eine neue Medizin sich auch der neuen Medien und Möglichkeiten bedienen muss, wenn sie die moderne Menschen und Patienten dort abholen will, wo diese stehen.

Dass diese ganze Sichtweise nun über die Ausbildungsreihe Integrale Medizin auch über die Patienten- und Heilpraktikerebene in die Medizin Eingang findet, empfinde ich als wundervolle Bestätigung dieses Weges der Bewusstseins-Medizin. Ich freu mich in Zukunft sehr darauf, Kollegen für den Zusatztitel „Arzt für Naturheilkunde“ auszubilden.

Tatsächlich meine ich eine natürliche Medizin, die unsere eigene Natur berücksichtig und die äußere Mutter Natur nutzt und möglichst natürliche Therapieverfahren einsetzt. Vor allem aber schwebt mir damit wiederum eine Bewusstseins-Medizin vor, die dem eigenen Leben und dem der Patienten ein sicheres Fundament vermittelt. Das besteht darin, die Spielregeln des Lebens zu lernen, wie sie sich in den „Schicksalsgesetzen“ ausdrücken. Entscheidend ist auch, sich des, aus dem wichtigsten der Gesetze, dem der Polarität, ergebende „Schattenprinzips“ bewusst zu werden. Es drückt sich in jedem Symptom und Krankheitsbild aus, aber auch in allen anderen Problemen. Therapie und damit jede Form von Medizin ist eigentlich immer auch „Schattenarbeit“. Nur sollte das beiden Seiten, Therapeuten wie Patienten, bewusst sein, um das Optimum zu ermöglichen. Das dritte Bein der Trilogie des Wissens stellen die „Lebensprinzipien“ dar, die uns ermöglichen, das Prinzipielle in Problemen zu erkennen und statt auf der unerlösten Seite des jeweils Urprinzips zu leiden, lieber bewusst auf die erlöste zu wechseln. So können wir aus dem Kampf- und Kriegsgeschehen einer Entzündung das Aggressions- oder Marsprinzip herauslesen und auf dessen entwickelte Seite wechseln, wo wir Mut finden und Konfrontationsbereitschaft, Entscheidungsfreude und die Kraft, die heißen Eisen in unserem Leben in Angriff zu nehmen, an- und zuzupacken. So werden Symptome nicht unterdrückt, sondern ihre Energie auf eine sinnvollere Ebene transformiert. So geschieht in meinen Augen Heilung: Wir transformieren die negative Seite des Marsprinzips in seine positive und integrieren die Aggressions oder Marsenergie bewusst in unser Leben. Das ist leicht, denn wer hätte schon etwas gegen Mut und Kraft, (Zivil)Courage und Energie ?

So können wir auch wirklich Vorbeugung verwirklichen und anstelle der Früherkennungsmaßnahmen der Schulmedizin setzen. Tatsächlich muss eine Neue Medizin Vorbeugung bieten. Der Etikettenschwindel der Schulmedizin ist bestenfalls peinlich. Wer ständig mammographiert, wird damit niemals Brustkrebs vorbeugen, sondern diesen sogar provozieren, wie eine Studie der evidence based medicine belegt. Früherkennung ist sicher besser als Späterkennung, aber Vorbeugung ist etwas grundsätzlich Anderes. Mit ihrer Hilfe können wir lernen, uns so zu verhalten, dass bestimmte Krankheitsbilder gar nicht mehr auftreten. Sobald wir das Prinzip oder die Lebensprinzipien-Mischung in einem Krankheitsbild erkennen, lässt sich aus diesem unerlösten Urprinzipien-Muster zu einem erlösteren wechseln. Konkret können wir – in Bezug auf Krebs – durch geistig-seelisches Wachstum, körperliches überflüssig machen.

Schließlich lassen sich mit Hilfe der Ur- oder Lebensprinzipien auch Vorsätze zum Funktionieren bringen. Die Bevölkerung hält ja bereits Gesundheit für das Allerwichtigste, wie bei jeder Sylvester-Umfrage neuerlich herauskommt. Sie weiß nur noch nicht, ihre Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Da sind auch die best gemeinten Vorsätze schon Mitte Januar vergessen, weil sie in der Regel einfach nicht funktionieren. Ist aber das Lebensprinzip in einem Problem erkannt, wird sich daraus – wie beim Symptom – dessen erlöste Seite erkennen lassen. Wird diese in anspruchsvoller Art und weise verwirklicht, kann der Vorsatz gelingen, statt wie bisher zu schreien und zu schlagen, couragiert und entscheidungsfreudig zu leben und viel Energie ein- und umzusetzen, um weiter beim Aggressionsprinzip zu bleiben.

Neben ganz gezielten Vorbeugungsmaßnahmen zu spezifischen Krankheitsbildern, hat eine Bewusstseins-Medizin auch den Lebensstil mit einzubeziehen und so allgemeine Vorbeugungsmaßnahmen ins Auge zu fassen, wie Fasten und auf dem Gegenpol Ernährung. Das erfordert oft auch unpopuläre Maßnahmen, wie ich sie vor anderthalb Jahren mit „Peace-Food“ ins Leben rief. Aus medizinischer und durchaus auch schulmedizinischer Sicht müssen wir heute dringend zu vollwertiger pflanzlicher Kost wechseln, um der Fülle der Zivilisationskrankheiten das Terrain zu verderben. Die Arbeiten des renommierten US-Chirurgen und Ernährungs-Mediziners Caldwyn Esselstyn zeigen, dass bereits verschlossene Herzkranzgefäße unter vollwertiger pflanzlicher Kost wieder aufgehen können. Aber genauso wichtig sind die positiven Effekte dieser Ernährung auf Krebs, Osteoporose, Rheuma und Gicht, Allergien, Diabetes II, Alzheimer und viele andere… Selbstverständlich gibt es in TamanGa ausschließlich „Peace-Food“. Hier können Sie sich auch jederzeit und vielleicht schon beim Kongress „Bewusstseins-Medizin: Erfüllt leben“ überzeugen, dass dieses Ernährungsform nicht nur besser schmeckt, sondern auch erleichtert und belebt und ein frischeres Lebensgefühl mit sich bringt.

Und natürlich muss eine neue Medizin auch die humanitäre Situation auf unserem Heimatplaneten und seine Um- und Tierwelt im Auge behalten, wie es „Peace-Food“ tut. Auf unserem Kongress wird uns zum Beispiel Amelia Kinkade die Kommunikation mit Tieren nahe bringen, wofür sie weltbekannt ist. Aber natürlich geht es auch und noch mehr um das Verhältnis zu den Mitmenschen und die Muster, in denen wir leben und in die wir oft verstrickt sind. Insofern freue ich mich besonders, den Vater der (Familien)Aufstellungen , Bert Hellinger, auf unserem Kongress begrüßen zu dürfen. Wir kennen uns seit Jahrzehnten und so wie ich es genossen habe, beim Kongress zu seinem 85. zu sprechen, freue ich mich jetzt und danke ihm sehr, nun zu unserem ersten Kongress und quasi zum 1. Geburtstag unseres Zentrums TamanGa zu kommen.