„Die Spuren der Seele – was Hand und Fuß über uns verraten“

footprint-762244_640Unsere Hände verraten mehr über uns, als uns oft lieb ist, wobei die Hände mehr unser Verhältnis zur Welt, die Füße unser Weltverständnis ausdrücken. Für Therapeuten ist der Blick auf Hände und Füße sogar mindestens so wichtig und enthüllend wie der ins Gesicht. Natürlich lässt sich auch aus der Physiognomie so manches lesen, deutlicher und direkter aber enthüllen Hand und Fuß, worum es bei einem Menschen geht. Diese Diagnose hat – wie der Volksmund weiß – Hand und Fuß.

Schon die Klärung, ob echter Rechts- oder Linkshänder ist viel entscheidender als wir gemeinhin annehmen. Tatsächlich sind mindestens ein Drittel der Bevölkerung linksgestrickt und viele ohne es zu wissen. Diese Polung ist entscheidend fürs Leben und reicht vom Gehirn bis in alle Körperteile. Umtrainierte Linkshänder landen oft mit zwei linken Händen und Füßen im gesellschaftlichen Abseits. Wer „zwei linke Hände“ hat, gilt als wenig zu beneidender Tollpatsch. Dabei wären Linkshänder eigentlich durchaus zu Führungsaufgaben prädestiniert, wie nicht nur der amerikanische Präsident Obama zeigt. Fast alle US-Nachkriegspräsidenten waren Linkshänder, lediglich George Bush und Jimmy Carter gingen mit rechts zu Werke und machten ihre Sache eher schlecht. Wer die Liste berühmter Linkshänder im entsprechenden Kapitel unsere Buches liest, stellt staunend fest, dass die meisten ganz großen Geister mit links zu Gange waren.

Einige ganz banale Tests könnten die Wahrheit über die Lateralität enthüllen und viele zurück auf den (für sie) richtigen Weg bringen. Wie fatal das im deutschsprachigen Bereich übliche Umtrainieren war, mag der Gedanke enthüllen, die vier Beatles wären hierzulande geboren worden. John Lennon und Paul McCartney hätten als Linkshänder gar keine Gitarren bekommen und wahrscheinlich Blockflöte lernen müssen. Noch schlimmer, als Umtrainierte hätten sie wahrscheinlich nicht einmal Mittelmaß erreicht. Hier ergibt sich schon gleich eine für die Orientierung im Leben eminent wichtige Polarisierung. Zum Glück wird heute nicht mehr bewusst umtrainiert. Die hier verborgene Problematik in Gestalt von Millionen vergewaltigter Kinder, die so zu unbeholfenen und ungeschickten Zeitgenossen verbogen wurden, ist aber längst nicht aufgedeckt. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, wo das Thema vom Zeitgeist an die Oberfläche gespült wird.

Völlig unerwartet nehmen sich dafür Universitäten inzwischen wissenschaftlich der Bedeutung der Fingerlängen an, jedenfalls was Zeige- und Ringfinger angeht. Wissenschaftler ziehen verblüffend weitreichende Konsequenzen aus diesem Längenverhältnis nicht nur im Hinblick auf auf sportliche Fähigkeiten, sondern auch auf das Finanzverständnis und sprachliche Begabungen, aber tatsächlich sogar auf die sexuelle Orientierung. Je kürzer der Zeige- und je länger der Ringfinger, desto männlicher sei der Finger-Besitzer einzuschätzen. In diesem Fall habe der Fetus mehr männliche Hormone im Mutterleib abbekommen, was ihn dazu prädestiniere, erfolgreicher in Mathematik und typischen kraftintensiven Männersportarten zu sein, dafür aber schwächer im sprachlichen Bereich. Berühmte Fußballer und Sprinter fallen durch kurze Zeigefinger und deutlich längere Ringfinger auf. Dass bei großartigen Sportlern in dieser Hinsicht die sprachlichen Qualitäten dafür eher etwas zurückgeblieben sind, veranschaulichen viele Interviews. Menschen mit dem umgekehrten Finger-Verhältnis, also langen Zeige- und kurzen Ringfingern, sind eher weiblich geprägt, mit all den Vorteilen nicht nur im sprachlichen, sondern auch musischen Bereich und im Hinblick auf die heute so hochgeschätzten Multitasking-Fähigkeiten.

Wie praktisch die Auswirkungen solcher Studien bereits sind, enthüllt folgendes Forschungsprojekt: der finanzielle Erfolg von Börsenmak(l)ern lässt sich demnach am Verhältnis der Längen dieser beiden Finger ablesen. Bei einer Untersuchung von 50 Londoner Börsenmaklern ergibt sich, dass die Hälfte mit den kürzen Zeige- und längeren Ringfingern 6 mal profitabler spekuliert und deutlich länger ihrem Job treu bleibt, als die mit dem weiblicheren Finger-Verhältnis. Wer hier also ein wenig Bescheid weiß und anderen auf die Finger schaut, wird daran sehr rasch erkennen, in wie gute Hände er sein Geld im Hinblick auf dessen Vermehrung legt.

Ob dagegen die eigene Hand bei einem Partner in guten Händen ist, lässt sich noch viel weitgehender mit Wissen über Hand-Deutung entscheiden. Auch hier mag es nicht uninteressant sein, die Geschlechtsbetonung zu kennen. Von einem sehr männlichen Mann ist natürlich anderes zu erwarten als von einem eher weiblichen, und entsprechend bei einer Frau.

Viel weitgehender enthüllt aber die Elemente-Zuordnung der Hände, ob sie zusammen und ineinander passen. Wer seine Feuerhand mit langem Handteller und kurzen Fingern in eine Wasserhand mit zusätzlich noch langen Fingern legt, muss sich nicht wundern, wenn sein Feuer öfter ausgelöscht wird. Auf der Ebene der Hand ist das Wasser psychologisch stärker und neigt dazu, seiner einfühlsam sanften Macht zur Oberhand zu verhelfen. Sie gleicht dem Wasser der Natur, das sich seiner Natur gemäß immer durchsetzt, wie es ein Fluss zeigt. Weder Feuer noch Erde und erst Luft können ihn aufhalten.

Auch eine Erdhand, mit kurzem Handteller und Fingern kann sich da nur zurückziehen – diese beiden Hände – alles kurz bei der Erde – und alles lang beim Wasser – mögen sich gar nicht recht. Mit der Lufthand – kurzer Handteller, lange Finger – kann die tiefgründig sensible Wasserhand besser, aber oft sind ihr Lufthand-Besitzer zu oberflächlich. Eine Wasserhand müsste Anpassung lernen, wie es ihr Element, das Wasser, so wundervoll vormacht. So lassen sich auf diese einfache Weise allein mit den vier Typen der Hände schon einige Beziehungsvarianten ausmachen.

Wer obendrein noch die fünf Finger und zwei wesentlichen Handtellerberge den klassischen 7 Urprinzipien zuordnen kann, wird noch ungleich mehr erkennen. Verletzungen eines Fingers, lassen sich auf der Basis des betroffenen Prinzips deutlich besser deuten und einordnen. Verbiegungen des Fingers zeigen auch solche des zugehörigen Prinzips an, Knoten sprechen von Staus.

Die Aufteilung der einzelnen Fingerglieder zwischen Körper, Geist und Seele zeigt die Bedeutung dieser Bereiche im Leben des Besitzers. Ob Mens sana in corpore sano – der gesunde Geist im gesunden Körper überhaupt eine Chance hat, lässt sich am Längenverhältnis vom ersten und zweiten Fingerglied ablesen. Die Fingerendglieder verraten etwas über die Seelentiefe und welche Bedeutung das Seelische überhaupt im Leben spielt.

Entscheidend wichtigen Einblick bieten auch noch die Fingerspitzen, die durchaus nur selten spitz sind und verraten, wie wir die Welt und unser Leben in den Griff nehmen. Wir können uns mit runden abgeschmirgelten, sozusagen diplomatischen Fingerenden den Dingen nähern, oder aber mit eckig kantigen. Sie drücken dann auch aus, wie wir mit Ecken und Kanten im Leben unterwegs sind und deutlich kompromissloser zupacken. Wer dagegen mit spitzen Fingern zu- und angreift, ist in Gefahr zu explodieren auf Grund langen vorherigen Gefühlsstaus oder auch andere, die auf diese Weise „angestochen“ werden, zur Explosion zu bringen.

Daraus ergibt sich allein über die Hauptstrukturen von der Lateralität über die vier Elemente, die sieben Urprinzipien und die drei verschiedenen Finger-Enden-Typen schon eine große Fülle von Deutungsmöglichkeiten.

Der für mich aber mit Abstand faszinierendste Aspekt sind die vier Fingerabdruckmuster, die sich wiederum den vier Elementen zuordnen lassen. Aus den vier Mustern, Schlaufe, Kreis, Baum und Hügel ergibt sich die Lebensaufgabe durch einfaches Abzählen ihrer jeweiligen Häufung. Mir ist kein vergleichbares auch nur annähernd so aussagekräftiges und dabei so einfaches Mittel bekannt, das Lebensthema zu finden. Dass wir dieses Muster schon im Mutterleib auf den Fingerbeeren tragen, macht deutlich, wie sehr wir mit vorgegebenen Aufgaben in dieses Leben kommen.

Unsere Füße zeigen dagegen wie wir im Leben stehen und wie gut geerdet wir sind. Sie verraten, wie es um uns steht und wie wir vorwärtskommen. Die Fußspitzen zeigen beim Gehen unsere Ausrichtung und damit die Richtung, in der es mit uns vorangeht und ob überhaupt. Zielstrebig voran kommt, wessen Zehenspitzen auch nach vorn weisen. Wer dagegen auswärts watschelt, lässt von den richtungsweisenden Zehen andeuten, wie viel Energie ihm nach außen und zu den Seiten verloren geht. Solch ein Gang spricht von Energieverschwendung und von einem Leben, in dem einiges vergeudet und verschlampt wird.

Besonders spannend schon auf den ersten Blick ist bei den Füßen der Zehenbogen, denn er verrät, in wieweit wir den Bogen heraus haben und ob wir einen Anspruch an Harmonie im Leben stellen. Sind die Zehen wie die Saiten einer Harfe harmonisch aneinandergereiht, haben die Besitzer den dringenden Wunsch, in Harmonie mit allem zu kommen. Sie leiden unter jeder Dysharmonie und sind bestrebt, alles in Einklang und Balance zu bringen. Entweder sie sind in Harmonie oder ringen darum.

Wo dagegen die Großzehen aus dieser Phalanx zurückgenommen sind und sozusagen zurückweichen und sich verstecken, tendieren meist auch ihre Besitzer dazu, und nehmen sich jedenfalls zurück. Das wäre also die ideale Fußform für Untergebene. Wagen es andererseits die Großzehen vorauszugehen, gehören sie zu Menschen, die selbst gern vorauspreschen und oft und gern die eigene Meinung äußern und wenig andere(s) gelten lassen. Sie müssten dafür sorgen, die angestrebte Führungsposition auch auszufüllen.

Auch an den Füßen sprechen die Einzelzehen Bände und stehen jeder für ein großes Thema unseres Menschseins vom kleinen Angstzeh Linksaußen über die großen Kummer- und Freudenzehen bis zum Respektzeh Rechtsaußen. Auch hier sind die berühmten Zehenspitzen meistens keineswegs spitz, sondern eher rund und damit diplomatisch oder auch eckig und gehören dann zu eckigen und kantigen Menschen.

So wäre es nicht schlecht, seinen Mitmenschen und vor allem sich selbst ab und zu auf die Finger zu blicken und auch mal einen Blick unter den Tisch zu werfen. Gelegenheiten gibt es so viele, vom Begrüßen bis zum Anstoßen, vom Badeausflug bis zum Saunagang. Wir könnten so leicht herausfinden, mit wem wir es jeweils zu tun haben. Und am wichtigsten wäre es natürlich entdecken, wer wir selbst sind und welche Aufgaben uns schicksalsmäßig gestellt sind. Denn nur dort, wo uns das Schicksal hinschickt, können wir auch geschickt sein und nur dort wird es uns zum geschickten Heil (lat. sal = heil).