Die Farbe weiß

Die Farbe Weiß bildet den Gegenpol zu Schwarz und damit zum Schatten. Dabei trägt sie auch in sich schon das Schattenthema, denn sie ist in Ländern wie Indien auch die Totenfarbe. Für Hindus ist der Tod die Rückkehr in die Einheit und damit die Vollkommenheit, für moderne westliche Menschen dagegen das Ende der Welt. Weiß enthält alle anderen Farben und symbolisiert die Ganzheit. Schwarz ist dagegen nach der Goethe´schen Lehre die Abwesenheit von Farbe und damit ein Mangelzustand. Hier liegt der Grund, warum sich Gurus vielfach und Päpste immer weiß gewanden als Zeichen ihrer Vollkommenheit. Boten aus himmlischen Welten wie Engel werden mit weißen Flügeln und Gewändern bedacht.

In der Medizin ist weiß die Farbe der Ärzte, die sich gern auch als Halbgötter in weiß geben und Patienten gegenüber mit einer gewissen Unfehlbarkeit kokettieren. Für sie hat diese vollkommene Farbe noch zusätzlich den Vorteil, keine anderen Schwingungen aufzunehmen, da sie ja schon alle enthält. Das ist auch der Grund, warum weiße Autos im Sonnenschein so deutlich kühler sind als schwarze. Letztere nehmen alle Sonnenenergie auf, erstere reflektieren das Licht. Aus all dem folgt eine gewisse Vorliebe für Weiß und das Licht und eine entsprechende Abwehr gegen schwarz und den Schatten. Kinder Angst vor dem schwarzen Mann, aber niemand fürchtet sich vor strahlend weißen Bräuten. Im Gegenteil, sie sollen Glück bringen. Interessanter Weise wählt die Mode weiß fast nur für Hochzeitskleider und tendiert ansonsten zum eleganteren und ehrlicheren Schwarz. Männer können kaum weiß tragen, ohne aufzufallen, und selbst Frauen fallen darin auf und erinnern an Bräute. Bei diesen soll Weiß als Farbe der Vollkommenheit und Einheit offensichtlich diesen Zustand verdeutlichen, während der Bräutigam in der Regel schwarz, die Farbe von Mangel und Bedürftigkeit trägt. Zusammen ergeben sie die Polarität und bilden eine Einheit. Frauen bringen als farblich die Fülle und Männer Mangel ins Eheleben.

Der schwarze Mangel will wachsen und entspricht dem „Schattenprinzip“, das tatsächlich unseren größten Schatz und die Hoffnung auf Einheit darstellt. Über Deutung und Verständnis von Krankheit kommen wir zu Gesundheit, und nur über den Schatten zum Licht.