Das Geld-Spiel – ein modernes Drama

Konservative Politiker, über Jahrzehnte geübt, alles was Gewinn versprach, zu privatisieren, verstaatlichen nun Großbanken, wie Kommunisten es immer wollten. Ist das nun staatsmännisch und verantwortungsbewusst? Oder sanieren sie mit Steuergeldern nur die Spielschulden von Investment-Bankern?

Die Manager der belgischen Dexia-Bank, die diese ruinierten, sodass die belgischen Steuerzahler sie mit Milliarden-Krediten retten durften, feierten diese, ihre Rettung, mit einer 150 000 Euro-Party im mondänen Hotel de Paris in Monaco. Der Champagner floss in Strömen zum Trinkspruch: „Auf alle, die ihr Geld verloren haben!“

Kredit“ kommt von glauben. Wer aber mag solchen Bankern noch glauben oder Politikern, die mit ihnen so gut zusammen spielen? Was für ein Spiel ist das, das da (mit uns) gespielt wird? Wieso spielt unser Staat da mit? Wieso werden die Verantwortlichen nicht einmal gesucht, wo doch sonst Eigentumsdelikte so schwer wiegen?

Kommt das Wort Gemeinwesen am Ende doch von gemein? Viele Bürger kennen die harte Linie von Staatsstellen, wenn es um Schulden geht und jetzt dieser sanfte Umgang mit Spitzenverdienern, die sich in besseren Zeiten skrupellos bereichert haben. Wie sagte noch Bert Brecht: Was ist schon der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer solchen? Die Einbrüche der Banken haben mittlerer Weile die Einbrüche in Banken verdrängt.

Die Polarität garantiert, dass jeder Schrecken auch eine Kehrseite hat. Wie wäre es, jene Positionen, die jetzt wie faule Früchte in Staatshand fallen, nie mehr in die Hände privater Spekulanten zu geben und den noch frei tätigen Investment-Geiern jetzt Grenzen zu setzen – für eine Welt, die statt auf Spekulation auf menschliche Entwicklung setzt.

Was wäre zu gewinnen gewesen, wenn wir all diese unglaublichen Milliardensummen, die jetzt so locker von jenen Politikern locker gemacht werden, die vorher für Familienförderung und Entwicklungshilfe fast nichts übrig hatten, für Projekte wie Bildung oder Aufbauhilfe im Sinne der Grameen-Bank genutzt hätten, für Umwelt-, Arten- oder gar Kinderschutz? Das Thema Terrorismus hätten wir über eine weltweite Bildungs- und Entwicklungshilfe-Offensive nebenbei und nachhaltig erledigt.

Aber in Projektion auf Politiker und Banker liegt natürlich keine Lösung, denn wir haben genau die Politiker und Banker, die wir verdienen und uns gewählt haben. Also müssen wir uns entwickeln, um reif für ein menschlicheres System zu werden. Dazu gehört, unser persönliches Verhältnis zu Geld zu überdenken. Das kleine, wie zur Krise erschienene Buch „Die Psychologie des Geldes“ bietet die Chance, die eigenen Geldthemen zu klären und die Spielregeln des Geldes zu lernen, ohne es zu verteufeln, aber auch ohne dass es zukünftig wieder zum Teufel geht.