Zen-Buddhismus und Fasten

stacking-stones-667432_640Bezeichnend für westliche Suchende ist, dass sie sich vieles erst über den Umweg des Ostens zu eigen machen. Das war mit Yoga so, das unsere Körperkultur beflügelte über das Kopieren der Yogaasanas selbst, später durch die Übernahme östlicher Systeme wie Chi Gong und Tai Chi und schließlich über die Wegbereitung für Feldenkraisübungen, Alexandertechnik, Eutonie usw.

In ähnlicher Weise ist über den Buddhismus bei uns eine Meditationskultur entstanden, die noch immer wächst. Enomya Lassalle, der Jesuitenmönch, war der erste, der die Zen-Meditation bei uns einführte und selbst Zen-Meister wurde ohne seine christliche Ausrichtung aufzugeben. Andere Jesuiten wie der Schweizer Nikolaus Brantschen folgten. Heute sind auch Ordensleute aus anderen Gemeinschaft wie Willigis Jäger mit der Zen-Meditation verbunden und geben ihr ein Zuhause weit entfernt von der ursprünglichen Heimat Japan.
Ich selbst habe Zen bei Deshimaru, Lassalle und Brantschen kennen und schätzen gelernt und es zusammen mit einem Freund mit Fasten zu einem Seminar verbunden, das wir nun schon seit 25 Jahren regelmäßig zweimal pro Jahr halten: Fasten – Schweigen – Meditieren. Die Erfahrungen auf diesem Weg waren von Anfang an und sind noch immer eindrucksvoll. Das strenge Regime des Zen mit seinem stark ritualisierten Ablauf, den Sitzperioden am Boden und dem rituellen Gehen beim Kin-Hin hat einen für westliche Menschen auf den ersten Blick schwer nachvollziehbaren ordnenden Einfluss auf den Geist. Zusammen mit Fasten, das Körper und Seele von innen heraus reinigt und das Bewusstsein klärt, erzielt dieses Rituals verblüffende Wirkungen wie folgendes Beispiel andeuten mag.

Eine Seminarteilnehmern bekam von ihrem Ehemann zu einem runden Hochzeitstag einen Wunsch frei. Während er wohl eher an ein Collier gedacht hatte, wünschte sie sich, er möge sie zum Fasten-Schweigen-Meditatieren begleiten. Etwas widerwillig und deutlich genervt von den Beschränkungen kämpfte sich der Ehemann durch die Woche. Das Sitzen auf dem Boden, das er entgegen meinem Rat unbedingt neben seiner Frau schaffen wollte, hielt er mangels Übung nicht durch und musste der Not gehorchend auf einen Stuhl wechseln. Am Ende des Seminars versicherte er mir, dass ich ihn sicher nicht mehr wieder sehen würde und er das ganze für eine Zumutung hielt. Einige Tage später rief er aber schon wieder an und erkundigte sich, ob die Flut von Ideen, die er seither erlebte, mehr mit dem Fasten oder dem Za-Zen, der Sitzmeditation, zu tun habe. Ich konnte ihm versichern, dass beides sowohl die innere Klärung fördere als auch den Fluss der Ideen und die Kreativität steigere. Bereits nach einem halben Jahr war er wieder da, hatte inzwischen das Sitzen auf dem Zaffu trainiert und gestand kleinlaut, dass er vielleicht beim ersten Versuch nicht alles verstanden habe und sich nach ähnlichen gedanklichen Höhenflügen sehne, wie er sie nach dem erstem Mal erlebt hatte. Durch die Kraft des Zen-Fasten-Rituals konnte ihm geholfen werden.

Einsatz einer Vitalkostvariante zur Verbesserung nicht nur der Stimmung.

Seit langem hören wir die Erfolgsgeschichten der letzten Antidepressiva-Generation der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Inzwischen haben sie sich nicht nur in der Psychiatrie zur Depressionsbehandlung durchgesetzt, sondern weit darüber hinaus von sich reden gemacht. Über 50 Millionen US-Amerikaner nehmen sie regelmäßig in Gestalt von Prozac (bei uns zum Beispiel Fluktin) ein. Sie wollen das Lebensgefühl unter dem Einfluss des „Wohlfühlhormons“ Serotonin nicht mehr missen. Ganz ähnlich geht es denjenigen, die auch nach zwei Tafeln Schokolade noch nicht genug haben und auch jenen, die einen ganzen Strunk Bananen vertilgen können oder beim Nüsseknabbern kein Ende mehr finden. Sie alle sind unbewusst auf der Suche nach Serotonin, wie übrigens auch die Techno-Kids und Raver, die sich MdMA oder Ekstasy genehmigen, ein Amphetamin, das alles verfügbare Serotonin auf einen Sitz ausschüttet und ein herzöffnendes Hochgefühl von Ekstase beschert. In diesem Stoff und dem von ihm vermittelten Lebensgefühl liegt die wesentliche Erklärung für das Phänomen Love-Parade, wo sich anderthalb Millionen junge Menschen friedlich für einen Tag bei ihrer Musik zu einer beispiellos friedlichen Demonstration für, ja für was eigentlich ? versammeln.

Da nun fast alle Menschen auf der Suche nach diesem zauberhaften Gefühl des Glücks sind, wäre doch die Frage, wie könnten wir uns dieses Gefühls versichern, ohne auf Chemie und Drogen zurückzugreifen. Am naheliegendsten wäre dem Geheimnis des Serotonins nachzugehen. Es entsteht im Organismus aus der Aminosäure L-Tryptophan, die als Medikament durchaus erhältlich ist, deren Einnahme – wie ich selbst ausprobierte – aber keinen überzeugenden Effekt bringt. Ähnliches gilt für die daraus synthetisierbare Vorstufe von Serotonin, das 5 HTP, das in Amerika täglich millionenfach geschluckt wird, um, z.B., den Schlaf zu begünstigen. Man könnte nun denken, da es sich um eine Aminosäure handelt, müsste man nur viel Fleisch essen. Dadurch aber fühlt man sich eher schwer und belastet und jedenfalls keinesfalls glücklich, wie so viele leider viel zu oft ausprobieren. Wer dagegen viel Rohkost ist, hat bessere Erfahrungen und besonders, wenn dies auf nüchternen Magen geschieht, was allerdings gar nicht für alle so leicht bekömmlich ist, weil Rohkost für die „kältlichen Typen“ (siehe den Typentest in R. Dahlke „Richtig essen“ Knaur 2006) nicht eben leicht verdaulich ist. Auf diesem Weg bin ich im letzten Jahr auf ein ganz erstaunliches Phänomen gestoßen, wie wir uns nämlich mit einer obendrein noch sehr gesunden und verblüffend bekömmlichen Ernährungsform essend in bessere Stimmung bringen können.
Obendrein handelt es sich hier noch um eine sehr hungerstillendes Phänomen, sodass es wirklich für sehr viele moderne Menschen die Lösung sehr vieler Probleme darstellen könnte. Das Geheimnis liegt in einer besonderen fein gemahlenen Rohkost, die reich an den bei uns wenig gebräuchlichen Pflanzen beziehungsweise den (Schein-) Getreidearten Quinoa und Amaranth und dem Knollengemüse Topinambur ist. Seit fast einem Jahr gibt es eine diesbezüglich ideal abgestimmte Mischung, die inzwischen auch zu überschaubaren Preisen käuflich ist. Das Geheimnis heißt TAKE ME Vitalkost, und ich will anschließend darzulegen, welche Überlegungen hinter dieser Mischung stecken und wie sie mein Leben verbessert hat.

Diese Vitalkost ist eine getrocknete und gemahlene, im wesentlichen basische rohe pflanzliche Nahrung. Beim Verzehr einer kleinen Mahlzeit auf leeren Magen bilden ihre feinen Faserstoffe mit zugleich und direkt danach reichlich getrunkener Flüssigkeit eine wässrige Lösung, die vom Magenpförtner ungehindert in den Dünndarm durchgelassen wird. Im basischen Milieu des Dünndarms verteilen sie sich weithin auf dem durch Auffaltungen ins Riesenhafte vergrößerten Darmepithel. Wegen ihrer gleichzeitigen Verstoffwechslung auf diesen großen Flächen landen ihre Inhaltsstoffe schon bald nach dem Verzehr ziemlich geschlossen in der Blutbahn. Da vor dem Verzehr der Magen leer war, befinden sich in der Blutbahn zu dieser Zeit sonst kaum andere Energieträger. Die Vitalkost, die in der Basis von den schon erwähnten Scheingetreiden Amaranth, Quinoa und der Wurzelknolle der Topinambur-Pflanze lebt, beinhaltet neben einer Fülle von Aminosäuren auch eine abgestimmte Mischung unterschiedlich langkettiger Kohlenhydrate. Letztere locken das Transporthormon Insulin hervor, das nicht nur Glucose in die Zellen, sondern u.a. auch die frisch im Blutstrom angekommenen Aminosäuren in die Mitochondrien der immer energiehungrigen Skelettmuskeln befördert. Auf diese Weise werden alle greifbaren Aminosäuren zur Energiegewinnung abgebaut – mit einer einzigen Ausnahme, nämlich der nicht in das Aufnahmemuster der Skelettmuskulatur passenden Aminosäure L-Tryptophan. Dieses Phänomen liegt also in der räumlichen Struktur dieser Aminosäure begründet.

L-Tryptophan ist der Hauptbaustein für die im Stammhirn erfolgende Synthese des zentralen Botenstoffes und „Wohlfühlhormons“ Serotonin. Andere, verzweigtkettige, Aminosäuren wie, z.B., Valin, Leucin, Isoleucin, Tyrosin und Phenylalanin, die dieselben Transportwege benutzen, um über die Blut-Hirn-Schranke in die Nährflüssigkeit des Gehirns, den Liquor, zu gelangen, behindern normaler Weise mit großer Effizienz das L-Tryptophan schlicht durch Verdrängungswettbewerb (vgl. Michael Hamm, Food Medizin, Knaur 2006)an den Transportschleusen. Dadurch aber, dass durch den Verzehr der TAKE ME-Mischung auf dem beschriebenen Wege die Konkurrenz der anderen Aminosäuren beseitigt wird, kann L-Tryptophan leicht in den Liquor eindringen und steht für den Aufbau von Serotonin in größerer Menge zur Verfügung. Ganz nach seinem eigenen Programm synthetisiert der Körper dann sein zerebrales Serotonin, wenn es zur Erfüllung seiner höchst umfangreichen Aufgaben oder zu seinem Einsatz als „Dirigent im Konzert der Hormone“ benötigt wird. Da die Halbwertzeit von Serotonin bei 20 Stunden liegt, sichert der nur einmalige tägliche Verzehr der TAKE ME Vitalkost eine ausreichende Verfügbarkeit des zerebralen Serotonins. Niemand muss also deswegen zum reinen Rohkostesser werden.

Eine kleine Rückbesinnung auf die Herkunft des Menschen und seiner Merkmale zeigt die Bedeutung dieses natürlichen Weges der Bildung des lebensnotwendigen Neurohormons Serotonin. Der Natur ist dieser Weg nämlich seit Äonen bekannt. Er wurde von unseren evolutionären Vorläufern, die vorwiegend Pflanzenfresser waren, tagtäglich genutzt, indem sie Blattwerk, Wurzeln und Früchte mit ihren Mahlzähnen auf das Feinste zerkleinerten und dabei kräftig einspeichelten. Die großen Menschenaffen, die nach der Beobachtung der Affenforscherin Jane Goodall zu 99 % pflanzliche Nahrung und nur zu 1 % tierische Nahrung verzehren, nutzen ihn noch heute. In der Herausbildung unseres Verdauungssystems und seiner Anbindung an zentralnervöse Steuersysteme konnte die Natur unbesorgt auf diese Abläufe und Mechanismen zurückgreifen. Wie sonst hätte sie es ohne Schaden für die Art einrichten können, dass sich das ebenfalls lebenswichtige Schlafhormon Melatonin gerade aus dem doch Tag und Nacht dringend benötigten zerebralen Serotonin aufbaut?
Da wir nach der Beherrschung des Feuers dazu übergegangen sind, hauptsächlich „gesotten und gebraten“ zu essen, haben wir den alten Weg der zuverlässigen körpereigenen Synthese des zerebralen Serotonins durch den Verzehr fein gemahlener roher Pflanzenfasern auf den leeren Magen einfach vergessen. Erst in Kenntnis der neuesten Forschungsergebnisse der Gastroenterologie, Endokrinologie, Mikrobiologie und Neurobiologie konnte er wiederentdeckt werden und bezeichnender Weise nicht von universitären Ernährungsphysiologen, sondern von einem Privatgelehrten namens Rolf Ehlers. In der langen Zeit seit wir dieses Geheimnis eines gut gestimmten Lebens vergessen haben, dürften die Menschen vermutlich täglich mit der Knappheit an zerebralem Serotonin gerungen haben, sehr viele mit einem dauernden Defizit und entsprechenden Folgewirkungen.

Hilfreich zur Förderung des Aufbaus von Serotonin im Liquor ist bekanntlich reichliche Bewegung in frischer Luft, wovon heutzutage nur wenige Menschen genug bekommen. Speisen wie Schokolade, Bananen und Nüsse enthalten viel L-Tryptophan. Ihr Verzehr bewirkt eine, leider nur kurzfristige, Erhöhung des zerebralen Serotoninspiegels. Andere natürliche Wege, den Serotoninaufbau zu fördern, sind nicht bekannt.

Was kann der Grund sein, dass sich bei körperlicher Betätigung noch am ehesten Serotonin aufbaut? Die Kenntnis der Wirkungsweise der feinen Faserstoffe der Rohkost auf leeren Magen ergibt eine Erklärung für dieses Phänomen. Es geht im wesentlichen um die Verfügbarkeit des zerebralen Serotonins, die durch das ausreichende Eindringen seines Hauptbausteins L-Tryptophan in den Liquor gewährleistet wird. Wieso wird dieser Effekt nun durch körperliche Bewegung erhöht? Wahrscheinlich ähnlich wie bei der TAKE ME-Kost. Bei körperlicher Anstrengung verbrauchen die Skelettmuskeln nach und nach alle Energieträger, die in der Blutbahn befindlich sind. Zuerst die Kohlenhydrate, dann aber auch die Aminosäuren. Je nachdem, was und wann man gerade vorher gegessen hat, wird dabei immer wieder mal L-Tryptophan seine Konkurrenz auf den Transportwegen durch die Blut-Hirn-Schranke loswerden. Der Vorgang ereignet sich wohl nicht so gezielt wie beim Verzehr von TAKE ME, aber er hilft – noch etwas besser als der Verzehr von Schokolade und Nüssen. Wer sagt uns denn, dass bei Langstrecklern, die regelrecht gierig darauf sind, sich auszupowern, wirklich so viele Endorphine ausgeschüttet werden? Ganz gewiss jedenfalls wird das Ergebnis einer auszehrenden körperlichen Betätigung sein, dass alle greifbaren Aminosäuren – außer eben L-Tryptophan – von den Muskeln zum Energieabbau verbraucht werden. Und so dürfte L-Tryptophan ungehindert, weil seiner Konkurrenz, seinen Weg ins Gehirn finden.

Eine schlüssige Erklärung für die Schokolade/Bananen – Wirkung, die ja viel geringer ist, sollte auf dieser Basis ebenso leicht fallen. Es kommt durch diese Süßigkeiten eben so viel L-Tryptophan in den Blutstrom, dass sich trotz aller Konkurrenz immer wieder mal ein wenig davon durch die Blut-Hirn-Schranke mogelt und seine bezaubernden Wirkungen entfalten kann.

Beim Serotoninabbau sind offenbar nicht alle Menschen gleich betroffen. Bekannt ist, dass sich das zerebrale Serotonin bei Belastung und Stress sehr schnell verbraucht. Daher leiden diejenigen Menschen weniger unter einem Mangel an diesem wichtigen Stoff, die es gelernt haben, mit mentalen Techniken Stress zu vermeiden oder zu bewältigen. Dazu verhelfen Heil-Meditationen wie ich sie in großer Zahl geschaffen habe etwa mit „Vom Stress zur Lebensfreude,“ „Depression – Wege aus der dunklen Nacht der Seele“, „Ärger und Wut“. So hilfreich diese Techniken auch sind und bleiben, habe ich doch erfahren, dass sie noch viel besser funktionieren, wenn die körperlichen Grundlagen des Lebens stimmen. Ist doch das zerebrale Serotonin das einzige Neurohormon, das das Aufschaukeln der Stresshormone CDH, Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin zur gefürchteten „Stresskaskade“ verhindern bzw. beenden kann. Selbst habe ich es am eignen Leib bemerkt, als ich mich bei einem eher anstrengenden Bergwander-Fasten-Seminar in diesem Frühsommer ziemlich beansprucht fühlte. Ich “aß“ darauf hin die Vitalkost zweimal täglich, indem ich sie in die dünne Kohl-Fasten-Suppe einrührte (kalorisch ist das zu vernachlässigen). Den Rest des Seminars über fühlte ich mich – vergleichsweise – zum „Bäume ausreißen.“
Man hat unterschiedliche Serotonin-Rezeptorgene beim Menschen gefunden. Vereinfacht gesagt sind die Menschen beim Auf- und Abbau des Neurohormons Serotonin schlechter dran, bei denen die Moleküle dieser Gene verkürzt sind. Vermutlich leiden die Menschen, die die Natur mit den schwächeren Rezeptorgenen ausgerüstet hat, auch besonders häufig an psychischen Störungen. Mit einer Vitalkost wie TAKE ME könnten wir hier zumindest gegensteuern und möglicherweise eine sehr einfache und gesunde Therapie ansetzen.

Neben der Begünstigung der körpereigenen Produktion zerebralen Serotonins hat die TAKE ME Vitalkost noch weitere positive gesundheitliche Aspekte. Wegen ihrer basischen Inhaltsstoffe, Vital- und Ballaststoffe eignet sie sich im Rahmen eines Diätplans bei Maldigestion, Malabsorption, Essstörungen, Gicht und Diabetes mellitus auch als ein diätetisches Lebensmittel. Die dadurch verbesserte Versorgung des Körpers mit Vitalstoffen hat positive Auswirkungen auf den ganzen Körper, das Immunsystem und ganz besonders die Haut. So wäre aus meiner Sicht deutliche Hilfe z.B. bei Neurodermitis, Akne und Allergien zu erwarten. Das wird sich noch dramatischer zeigen, sobald diese Kost erst einmal bekannter ist. Für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es wichtig, dass die Vitalkost glutenfrei ist, laktosefrei und – in allen Sorten außer der grünen Mischung, die auch Algen enthält – zusätzlich natriumarm.

Ganz sicher tut jeder Mensch gut daran, im Interesse der Hebung der Lebensqualität seine optimale Versorgung mit zerebralem Serotonin zu sichern. Dabei geht es um die Herstellung der vollen Funktion wichtiger mentaler und körperlicher Bereiche, z.B., Belastbarkeit, Schlaf- und Wachkontrolle, Temperatur- und Schmerzkontrolle, Impulskontrolle, Gedächtnis- und Lernvermögen. Die serotoninergen Wirkungen sind von jedermann zu einem Teil sofort nach erster Anhebung des Serotoninspiegels, im übrigen nach wenigen Tagen oder Wochen deutlich zu spüren. Ich esse jetzt schon seit einigen Monaten regelmäßig, mindestens einmal am Tage die Vitalkost auf leeren Magen und genieße die dadurch erzeugte positive Grundstimmung. Ich habe inzwischen keinen Zweifel daran, dass dieses allgemeine Wohlbefinden nicht das Ergebnis einer künstlichen Stimmungsaufhellung ist, sondern der Normalzustand eines rundum richtig ernährten Menschen. Wir können daran lernen, dass zu unserer Vollversorgung auch die jederzeitige Verfügbarkeit des zentralen Funktionsstoffes Serotonin gehört. Warum denn auch nicht, ist er doch ganz offensichtlich der vielseitigste und kostbarste Stoff im menschlichen Körper!

Um die Summe der fühlbaren Wirkungen der Anhebung des zerebralen Serotoninspiegels durch die Vitalkost zu ermessen, braucht man nur wörtlich zu nehmen, was die endokrinologische Forschung dem Neurohormon Serotonin an Aufgaben zuschreibt. Einige Wirkungen sind geradezu frappierend. Legen Sie sich doch einmal des
nachmittags für mehr als eine halbe Stunde zum Schafen hin! Sie erleben unweigerlich,dass Sie danach nicht mehr richtig „auf die Beine“ kommen. Die Schlafforschung erklärt dies
mit der Wirkung des Schlafhormons Melatonin, das sich eine halbe Stunde nach dem Einschlafen verstärkt bildet. Deshalb empfehlen wir den Mittagsschlaf kürzer als eine halbe Stunde zu halten (siehe dazu mein Buch „Schlaf – die bessere Hälfte des Lebens“ (Integral Verlag)). Die Erfahrungen mit der TAKE ME Vitalkost zeigen, dass dies zu ändern ist. Denn nach dem Konsum dieser Nahrung ist fast jeder auch nach längeren nachmittäglichen Schlafperioden mit dem Wachwerden sofort hellwach und leistungsbereit. Der Grund ist die hohe Verfügbarkeit des Serotonins, die auch dann noch voll ausreicht, wenn im Schlaf aus Serotonin verstärkt das Schlafhormon Melatonin synthetisiert wurde. Das Gehirn braucht zu seiner schweren Arbeit bei Tag und Nacht Serotonin.

Das zentrale Schlüsselhormon Serotonin moduliert über seine in allen Arealen des Gehirns befindlichen Rezeptoren ja auch alle anderen Neurohormone wie das „Gedächtnishormon“ Acetylcholin, das „Glückshormon“ Dopamin, die Sexualhormone Östrogen und Testosteron und das „Liebes-„ beziehungsweise „Bindungshormon“ Oxytocin.

Eine wesentliche Auswirkung der TAKE ME kost habe ich ebenso an mir selbst erlebt. Es ist die wesentlich erhöhte Wachheit, Konzentration und mentale und körperliche Belastbarkeit. Da diese Kostform obendrein den Hunger nimmt (natürlich nicht den Appetit und die Freude am Essen) und sehr lange satt hält, lässt sich mit ihr der Alltag neu und besser einteilen. Ein besonderer Vorteil dürfte darin für Menschen mit Gewichtsproblemen liegen, die damit sicher auch leichter abnehmen könnten, bei besserer Stimmung und geringerem Hunger. Die Notwendigkeit, sich tagsüber von einer Mahlzeit zur anderen zu hangeln, entfällt. Mittags kann man eine Kleinigkeit essen, muss es aber nicht. Auch die Suche nach täglich vollwertiger Ernährung wird erleichtert. Angesichts der hohen Wertigkeit der Inhaltsstoffe der Vitalkost und ihres sicheren Übergangs in die Blutbahn ist es nur noch die Zeit vom frühen Abend an bis zum Schlafengehen, in der man darauf achten muss, verantwortungsbewusst und klug zu essen.
Dass man nicht alle paar Stunden Nahrung zu sich nehmen muss und dass unser
Körper gut in der Lage ist, längere Perioden ohne Zufuhr von Nahrung zu überbrücken, dürfte kein Thema mehr sein. Wie ich persönlich erfahren konnte, reicht es vollkommen aus, morgens eine solche Minimal-Mahlzeit auf Rohkostbasis zu konsumieren und gegen Abend ein leckeres Mahl, um bestens ernährt und leistungsfähig zu sein.
Eine einfacherer und praktikablere Alternative zur Optimierung der Verfügungbarkeit zerebralen Serotonins sehe ich im Augenblick nicht. Es gibt natürlich Tryptophan und das daraus entwickelte 5 HTP, was beides in Tablettenform geschluckt werden kann. Die Wirkungen waren aber, wie ich im Selbstversuch feststellen konnte, deutlich geringer und eigentlich zu vernachlässigen.
Die Summe der gesundheitlichen Vorteile der erst seit Anfang 2006 im breiteren Sinne verfügbaren TAKE ME-Kost, wird sich wohl erst im Laufe der kommenden Jahre in vollem Umfang zeigen. Es gibt aber keinen vernünftigen Grund, nicht alsbald in der therapeutischen Praxis mit der Nutzung zur Vorbeugung, Linderung oder Heilung der mit einem Defizit an zerebralem Serotonin einhergehenden Krankheiten zu beginnen. Auch beim Einsatz als diätetisches Lebensmittel gibt es keine Veranlassung, die zu erwartenden Vorteile nicht zu nutzen. Da es sich bei dieser Kost in der Substanz um nichts anderes handelt als um eine besondere Mischung pflanzlicher Lebensmittel, sind keine „Nebenwirkungen“ zu befürchten. Der Nutzung von neuen Arzneimitteln müssen Studien vorher gehen. Das gilt aber nicht für neue Lebensmittel und schon gar nicht für neue Kombinationen von Nahrungspflanzen. Wir wären damit wieder in der Nähe des Ahnherrn der modernen Medizin Hippokrates, der schon sagte, eure Nahrung sei eure Medizin, eure Medizin sei eure Nahrung.

Auch wenn wir definitive Aussagen zum allgemeinen Einsatz bei bestimmten Krankheitsbildern wegen der Neuheit der Vitalkost noch nicht machen können, gibt es ausreichenden Anlass, große Hilfen in verschiedenen Bereichen zu erwarten. Immerhin haben die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer bereits einen enormen Absatz gefunden, nicht ohne allerdings auch schon wieder ins Gerede zu kommen wegen ungeklärter gehäuft auftretender Suizide bei der Depressionsbehandlung. Derlei ist von Vollwertrohkost in keinem Fall zu erwarten, die positiven Auswirkungen könnten aber ganz ungewöhnlich sein und helfen, viel Leid weit im Vorfeld zu ersparen. Bei mentalen Problemen wie depressiven Verstimmungen, Stress, Angst, Zwangsverhalten, Manien, Phobien, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Schwindel, Migräne, Vergesslichkeit, Lernschwächen, aber auch Burnout und richtiggehenden Depressionen, wäre ein Versuch mit dieser besonderen Kost durchaus naheliegend.

Der verbundene Atem – als Tor zum Leben

Die Atmung ist die für unser Leben unverzichtbare Form der Kommunikation. Alles Lebendige atmet und ist dabei ständig im Austausch miteinander, nur die Frequenz und Tiefe des Atems variiert in großer Breite. Während manche Wasserschildkröten die Luft über eine Stunde anhalten, gelingt es uns Menschen nur im Minutenbereich. Unserer Atmung, die unter Sauerstoffverbrauch die lebenserhaltenden Verbrennungsprozesse im Organismus unterhält, steht die Atmung der Pflanzen gegenüber, die anstatt Sauerstoff zu verbrauchen, ihn im Gegenteil im Rahmen der Photosynthese erzeugt. Dadurch wird die sauerstoffverbrauchende Oxidation in wundervoller Weise ergänzt und Pflanzen und Menschen beziehungsweise Tiere sind in einem großen Atemkreis seit Anbeginn der Zeiten, seit sie existieren, miteinander verbunden.

Wo immer wir hinsehen, erblicken wir Verbindungen, die der Atem schafft und erhält. Sobald wir aufhören zu atmen, fallen wir aus der Verbundenheit und das Leben in der polaren Welt der Gegensätze hört auf. Laut Genesis hat Gott uns das Leben über seinen Odem eingehaucht und damit der unsterblichen Seele auf Zeit ein Heim im Körper geschaffen. Wenn sie dieses im Tode wieder verlässt, hört der Atem auf, weshalb man in alten Zeiten einen Spiegel unter die Nase hielt, um den Tod festzustellen. Wenn er nicht mehr vom Ausatem beschlug, ging man davon aus, der Seelenvogel sei endgültig ausgeflogen.

Die alten Griechen hatten aus gutem Grund nur ein einziges Wort für Hauch und Seele: Psyche. Durch das hinduistische „Atman“ klingt noch unser deutsches Wort Atem hindurch, und Inder sprechen bis heute von einem Mahatma, was große Seele und großer Atem zugleich bedeutet und verleihen diese Bezeichnung als Ehrenamen wie etwa an Mahatma Gandhi. Aber auch wir holen uns noch mit der Inspiration, wörtlich der Einatmung, Zugang zu höheren Einsichten. Tatsächlich vermittelt der Atem in mancher Hinsicht zwischen Welten, ist er doch als einzige Organfunktion gleichermaßen vom Willen wie auch vom Unbewussten steuerbar. Über die Lungenflügel, die uns zu geflügelten Wesen machen, verbindet der Atem die linke archetypisch weibliche mit der rechten männlichen Körperhälfte, wie auch den Oberkörper über die Zwerchfellbewegung mit dem Unterleib, der mit seinen Organen in einem fort sanften Massagedruck durch die rhythmische Atembewegung erfährt.

Vor allem aber ist der Atem Verbindungsglied von Körper und Seele, aber nicht nur das. Sein Einfluss reicht noch weit darüber hinaus bis zur göttlichen Sphäre der Einheit. Dadurch stellt die Atemfunktion eine einzigartige Beziehung zwischen Polarität und Einheit her, auf die einzugehen sich lohnt. Hier liegt die enorme Chance des verbundenen Atems, der leichter und beschwingter als andere Techniken, Brücken schlagen kann zwischen unserem Leben in der Polarität und seinem Ziel, der Einheit.

Der Atemstrom kommt – laut Bibel – von Gott und verbindet uns mit Gott und der Einheit. Es zeigt sich, dass in Momenten transzendentaler Erfahrung, wenn sich die Grenzen von Zeit und Raum auflösen und der Mensch reines Sein erlebt, der Atem zum Stillstand kommt, ohne dass wieder physisch sterben. Lediglich das Ego stirbt in solch begnadeten Momenten. Betroffene gelangen in die Welt jenseits des Todes, wo alle vertrauten Gesetze, die sich auf Raum und Zeit stützen, ihre Bedeutung verlieren. Entwickelte Menschen wie verschiedene Meditierende von indischen Gurus bis zu tibetischen Lamas haben solche Experimente über sich ergehen lassen. Es zeigte sich, dass der Atem in solch ekstatischen Zuständen der Transzendenz steht. Über Ein- und Ausatem bindet uns die Lungenfunktion also an die polare Welt der Gegensätze, hört sie auf, hört auch die Welt der Gegensätze für uns auf zu existieren, und es beginnt eine Dimension, der nur noch religiöse Beschreibungen gerecht werden.

Das ist der Punkt, an dem östliche Atemübungen wie Pranayama ansetzen. Die Philosophie des Ostens spricht der Atemfunktion über die reine Versorgung mit Sauerstoff und damit Brennstoff hinaus, die Fähigkeit zu, den Organismus mit feinstofflicher Energie zu versorgen, mit der Lebensenergie Prana. Allerdings bedarf es einer hohen Entwicklungsstufe, um allein von Prana leben zu können. Neben zahlreichen Beispielen aus dem Osten wäre für uns im Westen und speziell in Deutschland an Therese Neumann von Konnersreuth zu denken, die ausschließlich von dieser Energiequelle lebte, wie die Überwachung in der Nazizeit sicherstellte. Inzwischen gibt es eine Fülle von Lichtnahrungsanhängern, die auch im Westen auf diese Energien zurückgreifen. Etwa durch den Film „Am Anfang war das Licht“ gut belegte Beispiele aus den spirituellen Traditionen der Völker zeigen, dass es dieses Phänomen des ausschließlichen Lebens von Prana praktisch überall gibt.
Auch die moderne medizinische Wissenschaft kann uns heute einige Atemgeheimnisse entschlüsseln. Jahrhunderte nach Paracelsus können wir inzwischen dessen Analogie-Gleichung „Mikrokosmos (Mensch) = Makrokosmos (Erde)“ am Beispiel der Lungen von Mensch und Welt gut nachvollziehen. Nicht nur in der symbolischen Be-Deutung, sondern auch in der Funktion entsprechen die inneren Lungenbäume in unseren Brustkörben den äußeren Bäumen der Vegetation. Der menschliche Bronchialbaum steht lediglich auf dem Kopf. Sein Stamm, die Luftröhre, teilt sich in der Tiefe der Brust in die beiden Hauptstämme des Bronchialbaumes, deren Bronchialäste sich dann wie bei jedem Baum immer mehr auffächern bis zu den feineren Verzweigungen der Bronchien, um schließlich in filigrane Bronchiolen zu münden. Den Blättern des grünen Baumes entsprechen die Lungenbläschen oder Alveolen bis in anatomische Details und bis zur Funktion. Beide arbeiten gleichermaßen nach der Methode der Oberflächenvergrößerung und holen Sauerstoff herein im Austausch gegen Kohlendioxid, das sie an die äußere Atmosphäre abgeben. Den Sauerstoff holen sie im Fall der Blätter aus der Luft (jenen, den wir ausgeatmet haben), im Fall der Alveolen aus dem Blut. Würde man die Lungenbläschen einer Lunge alle in eine Ebene ausbreiten, ergäbe das immerhin die Fläche eines Fußballfeldes, die Blätter eines Baumes würden dem kaum nachstehen.

Allein schon die wissenschaftlich belegte Tatsache dieses Atemkreises, der alles organische Leben des Planeten einschließt, mag zeigen, dasss die östliche Weisheitslehre nicht zu weit geht, wenn sie behauptet, alles Leben stünde miteinander in ständiger Verbindung. Wir sitzen mit den Tieren in einem Boot und dieses schwimmt auf jenem Sauerstoffmeer, das uns die grüne Vegetation der Pflanzen zur Verfügung stellt. In dieser Hinsicht könnte uns der Atem Achtung lehren vor dem verbindlichen und empfindlichen Gewebe des Lebens.
Aber nicht nur der lebensnotwendige Gasaustausch hängt vom Atem ab, auch der zwischenmenschliche Kontakt was die Sprache angeht, ist ein Kind des Atems. Sprache ist nichts anderes als die Modulation des Ausatemstromes. Wir atmen alle dieselbe Luft und teilen uns einander über Schwingungsveränderungen unserer Atemluft mit. So ist das urprinzipielle Thema der Lunge Kommunikation und Kontakt.
Der Fluss unseres Atems in der Sprache verrät viel über unsere seelische Lebenssituation, was nicht verwundert, wenn wir bedenken, wie uns die Seele einst über den Atem eingehaucht wurde und Psyche´ im griechischen eben auch Windhauch heißt. Moderne Geräte, sogenannte Voice-analyser können einiges über den Besitzer der jeweiligen Stimme verraten. Besonders das Angstniveau entlarvt sich in der Stimme, aber auch im stimmlosen Atem. Nur wer ohne Angst ist, kann frei durchatmen und sprechen. Ansonsten kommt der Atem eher gepresst gegen Widerstand heraus, der seinerseits Symbol für den Widerstand ist, den man im Leben erlebt. Wo der Atem stockt, sind Angst und Schrecken meist nicht fern. Wenn man nicht dieselbe Luft mit jemandem atmen will, steckt meist Ablehnung und oft auch Angst vor dem anderen dahinter. „Angustus“ heißt lateinisch eng und verrät noch vom Sprachbild die Angst, die dabei mit im Spiel ist. Wenn es eng wird im Leben, kann der Atem nicht mehr frei fließen.

Hinzu kommt noch, dass der Beginn des Atems in der polaren Welt untrennbar mit der Enge des Geburtskanals verbunden ist. Der erste Atemzug war für die meisten von uns, die das Licht der Welt erblickten, bevor Frederic Leboyer die Geburt von beängstigenden Zwängen und Schikanen befreite, ein denkbar schreckliches Angsterlebnis. Kaum waren wir der Enge des Geburtskanals entronnen, wurde unsere noch pulsierende Nabelschnur gekappt. Damit aber wurden wir in ein existentiell bedrohliches Erstickungstrauma geschickt. Die Lungenflügel mussten sich in diesem Panikgefühl des Erstickens ruckartig entfalten, was mit einem überwältigenden brennenden Schmerz erlebt wurde. Das Gefühl war in der Regel so entsetzlich, dass die meisten der solcherart zur Begrüßung gequälten Seelen zeitlebens nie mehr einen solch tiefen Atemzug wagten. Ergebnis ist jenes Geatme, was wir bei vielen Erwachsenen erleben, die sich nur noch einen geringen Teil jener Energie nehmen, die ihnen eigentlich zustünde.

Auf der anderen Seite kann die spätere Begegnung mit dem eigenen vollen Atem, wie sie die Therapie des verbundenen Atems ermöglicht, zu ganz unglaublichen Energiephänomenen führen, die zeigen, wie anders wir eigentlich gemeint sind. Bei dieser Atemtechnik wird ohne Unterbrechung Ein- und Ausatem zu einer Art Atemkreis verbunden, wodurch deutlich mehr Sauerstoff beziehungsweise Prana hereingeholt und deutlich mehr Kohlendioxid abgeatmet wird. Das Ergebnis ist eine bewusste Überschwemmung des Organismus mit Energie. Dieser Überfluss kann nicht nur in einem fließenden und vibrierenden Gefühl von Lebendigkeit in allen Körperregionen spürbar werden, sondern sich auch in einem ungewohnt mächtigen Energiestrom äußern, der an Barrieren und Blockaden brandet und hier zu unangenehmen Sensationen von Enge und Verkrampfung führt. Lassen die Betroffenen jedoch ihren Einatemstrom kontinuierlich weiter fließen, wird seine Kraft immer stärker und kann schließlich die Blockaden wegspülen, was Erfahrungen von Befreiung und Erleichterung mit sich bringt und bis in transzendente Bereiche führen kann. Keine andere Therapieform verbessert nach meinen Erfahrungen in so kurzer Zeit mit so relativ geringem Aufwand die energetische Situation so nachhaltig wie der verbundene Atem. Der Atem wird so geradezu zum Königsweg.

Den befreienden Erfahrungen auf der körperlichen Ebene entsprechen ähnlich lösende Erlebnisse im seelischen Bereich. Knoten, die energetisch aufweichen, verschwinden erfahrungsgemäß auch körperlich und können seelisch leichter losgelassen werden. Selbst spirituelle Erfahrungsebenen werden über den verbundenen Atem zugänglich, und nicht selten ergeben sich Gipfelergebnisse und Lichterfahrungen auf diesem Weg. Dass solchen transzendenten Erlebnissen auf der körperlichen Ebene ein verblüffend langes Stillstehen des physischen Atems entsprechen kann, ist nach den eingangs erwähnten Zusammenhängen wenig verwunderlich und hat sich über drei Jahrzehnte als ebenso ungefährlich wie wundervoll erwiesen. Für den Erlebenden sind diese Momente unbeschreiblich und entziehen sich unserem an polare Sinneswahrnehmung gebundenen sprachlichen Darstellungsmöglichkeiten, zumal Raum und Zeit in diesen Bereichen nicht mehr im üblichen Sinn existieren. Was dem äußeren Betrachter – etwa dem Atemtherapeuten als eine Minute erscheint – kann für den Transzendierenden eine zeitlose Erfahrung von Einheit und Unendlichkeit sein.

Wie sich die Tiefenpsychologie der mythologischen Assoziationen der Antike bediente, um ihre Erfahrungen mit Bildern beziehungsweise Archetypen zu umschreiben, ist der verbundene Atem analog ein Mittel der Höhenpsychologie, um Vorgriffe auf die himmlischen Sphären unseres letztendlichen Lebenszieles, die Befreiung oder Erleuchtung, zu ermöglichen. Insofern möchte ich den verbundenen Atem als Mittel und Weg in meinen Seminaren nicht mehr missen. Wo wir mit Werkzeugen der Tiefenpsychologie Schatten erfahren und verarbeiten, brauchen wir als Gegengewicht die Leichtigkeit des verbundenen Atems, der uns – nachdem entsprechende Barrieren durchatmet sind – in die lichten Höhen unserer eigentlichen Bestimmung führt, wenn wir uns auf ihn einlassen.
In einem Energiesystem, das gar nicht mehr oder jedenfalls nur noch selten wahr und wichtig genommen wird, wirkt der Überfluss an Lebenskraft beziehungsweise Prana machmal wie eine Revolution, in anderen Fällen wie eine sanfte, aber bestimmte Reformation und Neuordnung der Energieverhältnisse. Niemanden aber lässt der verbundene Atem unberührt. Selbst hartgesottene Realisten und Materialisten sind nach wenigen Minuten verbundenen Atems in der Regel in anderen Umständen und Welten wo Energien und Seelenbilder bestimmend sind und Kritik und Ratio zurücktreten.

Im Anschluss an solch eine Sitzung ist dann immer noch Zeit für rationale Erklärungen, die wissenschaftliche Forschung heute anbietet. Diese reichen allerdings nicht sehr weit, da die Schulmedizin solche Atemprozesse zumeist schon im Anfangsstadium abwürgt. Wenn sich etwa äußere Anzeichen von Verkrampfungen zeigen, die meist lediglich die Signatur des Embryos kurz vor der Durchtrittsphase der Geburt abbilden, spricht man im schulmedizinischen Lager bereits von Hyperventilationstetanie, Hyperkapnie usw. und unterdrückt den Prozess mittels Calzium- oder Valiumgaben. Dabei handelt es sich offensichtlich nur um einen Selbstheilungsprozess des Organismus, mit dem dieser eine ursprünglich nicht verarbeitete Enge-Situation durch nochmaliges bewusstes Durchleben zu überwinden und zu integrieren sucht.
Das unglaubliche Gefühl von Freiheit nach solch einem Erleben, die Möglichkeit (be-)frei(t) (durch)atmen zu können, die unbeschreibliche Leichtigkeit des Seins lassen für den Erlebenden jeden Zweifel an der Sinnhaftigkeit solchen Erlebens schwinden. Es ist die existentielle Erfahrung mittels der eigenen Lungenflügel zu einem geflügelten, wenn nicht himmlischen Wesen zu werden, das sich seiner eigentlichen Bestimmung nähert.

Dass dieselbe Situation, die wir und andere Therapeuten wie früher Stan Grof aus oben beschriebenen Gründen absichtlich einleiten, von vielen Schulmedizinern noch immer als behandlungswürdiges Problem missverstanden wird, ist eine eigentümliche Stilblüte unserer an Gegensätzen reichen Zeit, der es offenbar im medizinischen Bereich an Kommunikation mangelt. Zwar mag es ärgerlich sein, dass die gleiche Sache von der einen Seite als sinn- und sogar wundervolle Therapie, von der anderen aber als therapiewürdiges Symptom bezeichnet und abgerechnet wird, vor allem aber ist es ein inhaltlicher Skandal, weil so für einen großen Teil der Bevölkerung unübersehbare Chancen vergeben werden. Die Therapie mit dem verbundenen Atem ist z.B. eine wundervolle und mit wenig Aufwand verbundene Möglichkeit, sein eigenes Geburtstrauma zu klären. Sie wäre von daher die beste denkbare Geburtsvorbereitung, könnte sie doch verhindern, dass Geburtstraumata und die damit zusammenhängende Angst von Generation zu Generation weitergegeben werden. Solange aber die Schulmedizin hier entgegen jahrzehntelangen Erfahrungen von einer schwerwiegenden Symptomatik ausgeht, werden weder Hebammen noch Gynäkolog(inn)en diese Chance im Sinne der Schwangeren zu nutzen wagen. In die verschiedensten Psychotherapierichtungen hat die Methode dagegen inzwischen Eingang gefunden und leistet ausgesprochen gute Dienste bei der energetischen Aufarbeitung von Blockaden und emotionalen Behinderungen.

Eine Fülle von Krankheitsbildern, die mit gestörten Atemfunktionen zusammenhängen, könnten hier ebenfalls eine Lösung oder jedenfalls Erleichterung finden. Der Asthmatiker, der in der Regel den Einatem überbetont und deshalb gar nicht mehr zum Ausatmen kommt, könnte im harmonischen Fließen-lassen des verbundenen Atems gleichsam ein Ritual zur Heilung seiner Einseitigkeit finden. Die zeitlose biblische Weisheit, dass Geben seliger ist als Nehmen, macht dieses Krankheitsbild in eindrucksvoller Weise deutlich und der verbundene Atem ist bei der Umsetzung dieser Erkenntnis in die Praxis von großer Hilfe.
Bei diesem und verschiedenen anderen Krankheitssymptomen liegt das Erfolgsgeheimnis – wie so häufig in der Medizin- im homöopathischen Ansatz dieses Weges: der Enge der Angst wird mit dem neuerlichen Durchleben (z.B.) der (Geburts-)Angst homöopathisch die Spitze genommen. So ist der verbundene Atem sowohl Selbstheilungsversuch des Organismus als auch wichtiges therapeutisches Mittel, um energetische Hindernisse zu beseitigen und das eigene volle Potential zu verwirklichen.
Wie wir im allgemeinen atmen, reicht zum Überleben. Leben aber ist mehr, und der verbundene Atem kann uns die Tür dazu öffnen. Er wird so zu einem wundervollen Tor zur Fülle des Lebens. Seit Jahren veranstalte ich jeden Herbst unsere Atem- und Energie-Woche – in diesem Jahr in unserem neuen Zentrum TamanGa – und darf dabei miterleben, wie die Lebensenergie sich befreit und den Körper als Haus der Seele in verblüffender Weise regeneriert und belebt.

Vegan – der neue Lebensstil oder „Peace-Food“ – die Ernährung die Zukunft

Als mir vor fünf Jahren die China-Study erstmals in die Hände fiel, konnte ich es kaum fassen. Seit 30 Arztjahren hatte ich Müttern von Allergiekindern geraten, Milch(produkte) wegzulassen mit oft verblüffend gutem Erfolg. Ich wusste aus der TCM wie sehr Milch(produkte) verschleimten und bis hin zur Krebsgefahr. Selbst hatte ich seit dem späten Abstillen keine Milch mehr getrunken und Eier ekelten mich. Trotzdem hatte ich – seit 40 Jahren Vegetarier aus tierfreundlichen Gründen – den entscheidenden Schritt zu vegan nicht gemacht. Ich dachte, wenn ich zum Weglassen von Fleisch riet, sei das schon genug Zumutung und Umstellung für meine Patienten.
Also ich während der Lektüre der China-Study zu recherchieren begann, stieß ich auf immer mehr Studien, die mit geradezu erdrückender Beweislast für eine pflanzlich-vollwertige Ernährung sprachen. Meine Partnerin stellte sich sofort auf pflanzlich-vollwertig um und ich folgte nach weiteren eindeutigen Studienergebnissen. Ich wollte und musste diese Ernährungsirrtümer, die wir Ärzte so lange nicht durchschaut und richtig gestellt hatten, korrigieren. Tatsächlich hatten wir – wie sich jetzt herausstellte zum Glück – nur wenig über Ernährung im Studium gelernt. Zum Glück, weil was wir gelernt hatten, sich nun als falsch erwies.

Ich begann „Peace-Food“ zu schreiben und währenddessen wurden mir dessen und unsere Chancen bewusst, die weit über Gesundheit hinausgehen. Tatsächlich gibt es wohl auch keine vergleichbare Maßnahme mit solch positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und zur Therapie und Vorbeugung der Hauptgeißeln der Moderne: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, Allergien und Rheuma, Gicht und beiderlei Diabetes bis hin zu Demenz, Alzheimer und Angst. Aber auch in humanitärer Sicht, was die Hungerkatastrophe auf dieser Erde angeht, die ökologische Katastrophe und die ethisch-moralische im Hinblick auf Massentier-Zucht-Häuser, Großschlachthöfe und die damit verbundene Grausamkeit. Zusammenfassend und zugespitzt auf unser Verhältnis zu Tieren lässt sich sagen: Wir nehmen Milliarden Wildtieren den Lebensraum, weil wir Platz für Milliarden Nutztiere brauchen, die wir so schlecht behandeln, dass wir elend krank werden von ihrem Fleisch und ihren Produkten. Deswegen töten wir Millionen Versuchstiere, um Medikamente zu finden, die wir gar nicht bräuchten, wenn wir keine Tiere essen würden.

Aus diesem Teufelskreis können und müssen wir raus und der Weg ist einfach: „Peace-Food“ und das meint etwas mehr als vegan. Weißmehl und –zucker, Whiskey und Vodka sind vegan, aber nicht gesund, es geht hier also ausdrücklich um pflanzlich-vollwertig.

Seit „Peace-Food“ herauskam, hat sich eine rasch wachsende Vegan-Welle entwickelt, aus der schon bald ein Trend wurde, dem sich nicht einmal die Mainstream-Medien, die sonst ziemlich strikt ihren Werbepartnern aus der Ernährungsbranche zuarbeiten und –schreiben, ganz verschließen konnten. Mit ca. 200 000 Exemplaren haben die „Peace-Food“-Bücher dazu erheblich beigetragen, was mich freut und stolz macht im Hinblick auf so viele verschonte Menschen und Tiere und bezüglich unseres Weltklimas, des konkreten aber auch des geistig-seelischen. Ich animierte meine Lieblingsköche dazu, ihre besten Rezepte zusammenzustellen und „Peace-Food – das vegane Kochbuch“ kam heraus und fand seinen Weg in viele Küchen. Eine vegane Kochbuch-Welle kam in Gang, die den Mangel an veganen Profi-Köchen rasch wett machte. Viele meiner Seminarteilnehmerinnen stiegen leicht von vegetarisch auf vegan um, fanden damit aber oft nur schwer Zugang zu den Mägen und Herzen ihrer männlichen Partner. So entstand „Vegan für Einsteiger“, ein Vier-Wochen-Umstiegs-Programm, bei dem mann die Umstellung kaum merkt, weil es inzwischen schon sehr viele – und darunter auch gute – Ersatz-Produkte gibt. Es hat ebenfalls durchschlagenden Erfolg, brachte mir aber auch Kritik von Hardcore-Veganern ein wegen zu viel Fleischersatz. Wo aber ist das Problem? Natürlich essen wir selbst auch nicht so, sondern viel mehr frisches Gemüse und Obst, aber ist es nicht legitim, Noch-Nicht-Veganern eine (goldene beziehungsweise gesunde) Brücke zu bauen?
Hier sehe ich überhaupt das Hauptproblem für den nächsten Schritt, den ich mir wünsche und für den ich arbeite, von der Welle über den Trend nun ein neues veganes Lebensgefühl zu etablieren: pflanzlich-vollwertige Ernährung im Sinne von „Peace-Food“ hat das Zeug dazu, die Ernährung der Zukunft zu werden und dieselbe dadurch in wundervoller Weise zu verbessern. Dazu müssen wir aber weg von der Verzichts-Mentalität, von dem besserwisserisch erhobenen Zeigefinger. Wir haben die bei weitem bessere Ernährung, die braucht keinen zurechtweisenden Zeigefinger, sondern ein ansteckendes leichtes, gesundes und beglückendes Lebensgefühl. Diesem neuen pflanzlich-vollwertigen Lebensstil habe ich „Peace-Food – vegano-italiano“ auf den Leib geschrieben. In den letzten 25 Jahren hatte ich jeweils ein Vierteljahr in Italien gearbeitet und dabei Land und Leute und ihren leichten und lockeren genussfreundlichen Lebensstil kennen, schätzen und lieben gelernt. So habe ich also meine italienischen Lieblingsköche animiert, ihre kulinarischen Schätze zusammenzustellen und „Peace-Food – vegano-italiano“ geschrieben, um den veganen Trend aufgreifend, dem neuen locker leichten Lebensstil eine Grundlage zu geben. Wenn wir diesem Lebensgefühl ein Feld bereiten, ist unglaublich viel geschafft, und die Zeit ist reif dafür. Bei so viel Schwere in unserer gierigen modernen Welt kann uns lockere Leichtigkeit nur gut tun.

Das größte Hindernis ist der eigene Schatten, beziehungsweise der einiger ideologischer Veganer, die sich darauf spezialisieren, ihre in der Ernährung nicht mehr gelebte Aggression gegen Mischköstler zu richten und auf ihnen herumhacken, statt ein mutiges Vorbild für ein besseres Leben zu geben. Sie liefern weiterhin Nahrung für das Vorurteil vom verhärmten, ewig zeternden, alles miesmachenden und besserwissenden Veganer. Dabei macht es so viel mehr Freude, das neue Lebensgefühl einfach zu genießen und in vollen Zügen zu leben und auf andere überschwappen zu lassen.

Es geht bei den „anderen“ um Mischköstler, nicht um Alles(fr)esser – so blöd, alles zu essen, ist doch niemand. Und die Mischköstler von heute sind die „Peace-Food“-Anhänger von morgen. Wir waren doch praktisch alle vorher Mischköstler, wer hätte denn gar kein Fleisch in seinem Leben gegessen. Manchmal befürchte ich, eifernde Veganer bekämpften ihr eigenes schlechtes Gewissen bezüglich ihrer Vergangenheit an Mischköstlern. Natürlich haben die meisten von denen inzwischen auch schon ein schlechtes Gewissen, aber oft ist es nicht eingestanden und wird durch Diffamierungen noch schlechter, was aber nicht zur Umkehr, sondern zu Widerstand animiert. Wenn wir aus dem Trend den neuen Lebensstil machen wollen, müssen wir ihnen im Gegenteil Brücken bauen und dazu haben wir in pflanzlich-vollwertiger Kost das Zeug beziehungsweise das beste Baumaterial. Helfen kann uns die Erkenntnis, dass es kaum Populationen gibt, die kontinuierlich seit ewigen Zeiten vegan leben. Wir sind Teile eines sehr modernen und zukunftsträchtigen Trends, der in eine neue und weitere Dimension wachsen kann und will.
Tatsächlich gibt es aber eine seit Generationen vegan lebende Bevölkerung, die zusätzlichen Mut machen kann: die Adventisten in Kalifornien in und um die Stadt Loma Linda. Ein Teil von Ihnen lebt seit Generationen pflanzlich-vollwertig. Kein Wunder, stellen sie heute die gesündesten und langlebigsten Menschen. Sie haben all die Okinawa und Kreter längst überholt, in dem Maße wie die sich zunehmend der modernen (Misch)Kost öffneten. Die wirklich moderne Kost wird pflanzlich-vollwertig sein, wenn wir das sich schon abzeichnende neue Lebensgefühl zum neuen Lebensstil machen. Vielleicht ist dieser Artikel schon ein Mosaikstein auf diesem Weg.

Wissend, dass wir (fast) alle aus dem Fleischreich kommen, könnten wir mit denen, die dort noch festhängen und sich vor allem selbst gefährden, gnädig(er) umgehen und sie einladen und animieren, sich Kostproben jenes anderen leichteren Lebensgefühls zu gönnen, das so verlockend und anmachend ist und dem ich mit viel Liebe und Engagement „Peace-Food – vegano-italiano“ geschrieben und zusammengestellt habe und das in diesem Herbst herauskommen wird. Natürlich muss es nicht italienisch sein, aber wir könnten uns damit tatsächlich essend Urlaubsgefühle und Genuss holen, der auf der Zunge zergeht und jederzeit zu erneuern ist. Täglich Urlaub und gute lockere Stimmung bei jedem Essen und natürlich weit darüber hinaus.

Säulen der Gesundheit -oder Das Gesundheits-Programm

meditation-609235_640„Gesundheit sei das höchste Gut“ behauptet der Volksmund, und Deutsche geben sie unter den Neujahrswünschen zu vorderst an. Erstaunlich nur, wie wenig sich das in ihrem Gesundheitsverhalten widerspiegelt. Christian Morgenstern formuliert diesen Widerspruch treffend: „Das Gesundheitsinteresse ist riesig, das Gesundheitswissen ist mäßig, das Gesundheitsverhalten ist miserabel“. Die Erfahrung vieler Seminare zu den „Säulen der Gesundheit“ bestätigt einerseits die Erkenntnis von Morgenstern, andererseits haben sich mit der Zeit in der Praxis bewährte Auswege aus dem Dilemma und den vielen Teufelskreisen in diesem Bereich ergeben.

Gesundheit und auch Gesundheitsverhalten müssen Spaß machen, um überhaupt langfristige Chancen zu haben. Was vernünftig und über alle Maßen gesund ist, wird deswegen noch lange nicht ernst genommen oder gar angewandt. Vollwerternährung wird z.B. erst dort zur wirklichen Alternative, wo sie auch besser schmeckt als die mit Geschmacksverstärkern aufgepeppte Konkurrenz. Bewegung wird nur durchgehalten, wenn sie Freude macht. Wer sie empfiehlt, um damit irgendwelche zeitlich entfernten Gesundheitsresultate zu erzielen, wird kaum Resonanz finden.

Obendrein müssen sich die propagierten Maßnahmen in Formen kleiden, die in die jeweilige Zeit passen und zumindest nicht mit dem Zeitgeist kollidieren. Von zentraler Wichtigkeit ist es, die Betroffenen dort abholen, wo sie wirklich sind, dort wo man sie gern hätte oder wo sie eigentlich sein sollten, eröffnen sich gar keine Chancen. Die Vorstellungen von Pfarrer Kneipp und Turnvater Jahn sind zwar noch immer richtig und gesund, sie finden deshalb auch auf gar keinen Widerspruch, aber auch kaum noch Anhänger.

Schließlich müssen die Konzepte leicht, rasch verständlich und logisch einfach nachvollziehbar sein – wir geben uns und entsprechenden Maßnahmen immer weniger Zeit. Selbst Dinge, die wir über Jahrzehnte verbockt haben, wollen wir in von Spezialisten in Kürze behoben sehen.

Auch wenn wir heute auch alles neu machen wollen und davon ausgehen, daß nur das Neueste auch gut sein kann, sind andererseits die alten Ideale noch immer gültig und spuken in unserem Unterbewußtsein herum, etwa das der Antike vom gesunden Geist in einem gesunden Körper. Erst wo Gleichgewicht herrscht zwischen körperlicher und geistiger Entwicklung und wo die Seele gern im eigenen Körperhaus wohnt, kann jene Zufriedenheit einkehren, aus der Glück erwächst. Der Weg zum Glück kann dabei überall beginnen, aber er muß irgendwo anfangen. Jede der „Säulen der Gesundheit“ kann zum Dreh- und Angelpunkt eines neuen Lebens werden, ob die der Ernährung, die der Bewegung, der Entspannung, des Umweltbewußtheit oder des Bewußtseins, eine aber müßte es sein. Und wenn es nicht die der Bewußtheit selbst ist, muß sie sich immer mit dieser verbinden, denn sonst bleibt alles – heute leichter denn je – in der Zersplitterung und damit in der Einseitigkeit hängen.

Das antike Ideal zerfällt heute wie alles andere auch in immer mehr Einzelteile: Das Mehrheitsmedium Fernsehen präsentiert uns uralte äußerlich fit wirkende, innerlich leere US-Greise, deren einziges Ziel Altwerden ist, was sie dann aber gar nicht sein wollen, da sie alles mögliche unternehmen, um ihr wahres Alter zu vertuschen. Oder auf Idealfettwerte getrimmte seelisch verarmte Sportwesen, deren Lebensstimmung sich auf der Fettwaage entscheidet. Oder Ernährungsapostel und Gesundesser, deren moralinsaure ungesunde Ausstrahlung ihr eigenes Programm Lügen straft und die Frage provoziert, wofür sie um Gottes willen überhaupt so gesund sein wollen, bei einem Leben, das sich so mühsam und freudlos dahin quält. Oder schließlich die modernen sogenannten Couchpotatoes, die angesichts der Aussichtslosigkeit all dieser Ansätze gar nicht mehr mitmachen. Desillusioniert reicht ihr Engagement nicht mehr zur Teilnahme am Leben – sie gehen nicht mehr selbst hin, sondern lassen das Leben via Fernsehen zu sich auf die Couch kommen.

All diese Versuche enthüllen, daß Ergebnisse in Einzelbereichen zu kurz greifen, während tief innen der alte Wunsch weiterlebt und darauf wartet, daß ein gesunder Geist in einem gesunden Körper leben und zur Ruhe kommen möge. Wünschen allein aber reicht nicht, man müßte auch einiges in eigener Regie unternehmen, um sich diesem Ziel zu nähern. Die „Säulen der Gesundheit“ tragen jede für sich und alle zusammen das Dach unseres Körperhauses. Sie unterstützen sie sich dabei und machen einander die Last erträglicher, d.h. wer mit einer Säule gut zurecht kommt, wird auch leichter Zugang zur Essenz der anderen finden.

Eine typgerechte gesunde Ernährung fördert z.B. die Bewegungsfähigkeit und -lust, sorgt für genügend Energie im Körper und belastet ihn nicht über Gebühr, sondern hebt das Lebensgefühl und die -stimmung spürbar. Sie erhöht darüber hinaus die Sensibilität des Körpers, sodaß er rascher spürt und meldet, was er braucht, etwa Entspannung, Bewegung oder eine verträglichere Umweltsituation.

Vernünftige Bewegung erleichtert ihrerseits die Verdauung, zum Beispiel indem sie die Atmung anregt und damit den Massageeffekt, der vom Zwerchfell als Hauptatemmuskel auf die Därme ausgeübt wird. Zudem erhöht sich dadurch die rhythmische Anspannung der Bauchmuskeln, was die Verdauung obendrein verstärkt. Natürlich steigert Bewegung vor allem aber die Stoffwechselaktivität und damit den Grundumsatz, was entscheidend dazu beiträgt, den Organismus in die für ihn stimmige Form zu bringen, da jetzt überschüssiges (Fett-)Gewebe verbrannt werden kann. Vor allem kann die persönlich richtige Bewegungsart enorm viel Spaß machen und damit die Motivation für jedes Gesundheitsprogramm insgesamt heben. Hinzu kommt, daß nur ein Bewegungsprogramm, die Gesundheit fördert, daß einen fordert, ohne den Organismus zu überfordern. Zu wenig und zu viel, ist des Narren Ziel, weiß wiederum der Volksmund und hat wie so oft recht. Wer sich sportlich überfordert, erreicht gerade keine Fettverbrennung, denn zuviel Bewegung führt ins Sauerstoffdefizit, was an der hechelnden Atmung deutlich wird. Ohne Sauerstoff gibt es aber keine Verbrennung und der Organismus schaltet auf Kohlenhydratverwertung. Leere Kohlenhydrat beziehungsweise Glykogenspeicher – mit andere Worten Unterzucker – fühlt sich aber wie Heißhunger und Gereiztheit an und wird entsprechend beantwortet. So werden gerade diejenigen, die sich so furchtbar plagen und ihren Körper überstrapazieren, weil sie unbedingt abnehmen wollen durch ihre ungeschickte Bewegung eher noch immer dicker.
Regenerierende Entspannung fördert ihrerseits nicht nur die Verdauung („nach dem Essen sollst du ruhen oder 1000 Schritte tun“), sondern im Anschluß auch wieder die Lust auf Bewegung und erleichtert diese auch, weil sie auf ganz andere Weise wie Bewegung die Durchblutung fördert und natürlich damit auch den Geist befruchtet, der ja ebenfalls auf gute (Gehirn-)Durchblutung angewiesen ist, was wiederum in idealer Weise durch Ausdauerbewegung im Sauerstoffgleichgewicht zu erreichen ist. Einfache geführte Meditationen, die die Aufmerksamkeit zum Beispiel mit einem inneren Lächeln in bestimmte Regionen des Körpers lenken, erhöhen dort – inzwischen von der Psychoneuroimmunologie sogar meßbar – die Durchblutung und damit nicht nur die Entspannungtiefe, sondern auch die Regeneration – und somit die Heilungschancen. Die Bewegungsfähigkeit nimmt auch zu, sobald die Entspannung Dehnungselemente einschließt. Die solcherart gesteigerte Flexibilität macht Bewegungsübungen leichter und fließender und vor allem genußvoller und reduziert damit zugleich das Verletzungsrisiko.

Für viele psychosomatisch Interessierte ist inzwischen selbstverständlich, daß bewußt gesteigerte körperliche Beweglichkeit auch die geistige Anpassungsfähigkeit erhöht, ganz ähnlich wie zunehmende Durchblutung und Belebung der Muskulatur die Hirndurchblutung mit steigert, was wiederum die vielen guten Ideen etwa beim Laufen erklärt. Entspannung hilft natürlich und vor allem auch unserem Geist, seine Möglichkeiten auszuschöpfen.

Ein regelmäßig in tiefe, genußvolle Entspannung abtauchender Mensch wird damit aber auch seine Möglichkeiten verbessern, die anstehenden Lebensaufgaben zu verdauen, was sich wiederum positiv auf die Verdauung im Magen-Darm-Trakt auswirkt. Wer etwas nicht verdauen kann, und sich das nicht eingesteht, wird das bald an seiner körperlichen Verdauung spüren wie die Erfahrungen mit „Krankheit als Symbol“ gezeigt haben. Jeder einzelne Atemzug im Rahmen entsprechender Übungen massiert über das Zwerchfell nicht nur sanft und bestimmt die Verdauungsorgane, sondern die Atmung profitiert natürlich ihrerseits, wenn die Verdauung ungestört verläuft und nicht etwa ein überblähter Darm nach oben gegen das Zwerchfell drückt und es in seinem Bewegungsspielraum einengt.
So viele lohnende Möglichkeiten, die sich gegenseitig befruchten, fördern und verstärken, müßten eigentlich schon genug verlocken, nähmen wir die Säulen „Umweltbewußtheit“ und „Bewußtsein“ noch hinzu, wären es noch weit mehr. Die meisten Menschen nutzen aber nur einen geringen Prozentsatz ihrer Möglichkeiten. Dabei wäre es so einfach beim Körper beginnend, die andere Bereiche unserer Möglichkeiten zu beleben und so unser ganzes Potential zu befreien. So wie wir normaler Weise essen, reicht das zwar zum Überleben, aber mit leben hat das noch wenig zu tun. So wie wir normaler Weise atmen, reicht auch das zum kurzfristigen überleben, aber was die wirklichen Chancen des Atems sind, erfährt, wer einmal in den Prozeß des verbundenen Atems eingetaucht ist, und erlebt hat, wie es ihn atmet und er Teil des Ganzen ist, das Ganze aber auch Teil von ihm ist. Die magere Art, wie wir uns bewegen, reicht ebenfalls notdürftig zum Überleben, hat aber offensichtlich noch nichts mit Leben und den Möglichkeiten unserer begnadeten Körper zu tun. Die bescheidenen 10 Prozent, die wir laut Neurophysiologen von unserem Gehirnpotential benutzen, reichen für eine gewisse Zeit zum Überleben, mit Leben im eigentlichen Sinn, wie es etwa östliche oder auch manche westlichen spirituellen Traditionen beschreiben, hat das aber noch lange nichts zu tun. Der Sufilehrer Gurdieff, der vor allem durch seinen Schüler Ouspensky bekannt wurde, sagte dann auch folgerichtig, der Mensch müssen sich sein Menschsein erst erarbeiten und verdienen, die längste Zeit davor sei er eigentlich nur ein Automat, der sein von Gewohnheiten bestimmtes beschränktes Leben weit unterhalb des Niveaus führe, was uns bestimmt und möglich sei.

So sehr die hier angedeuteten Möglichkeiten auch faszinieren mögen, alles beginnt immer mit einem kleinen ersten Schritt. Und der springende Punkt ist und bleibt, daß man die Anfangshürde nimmt und einen eingefahrenen Teufelskreis durchbricht. Sobald das geschafft ist, ergibt sich ein Zusammenspiel der einzelnen Säulen, das einen selbst und die Umgebung begeistern wird. Dann kann man erleben, daß Gesundheit mindestens so ansteckend ist wie Krankheit. Jetzt werden sich die Freunde und Kolleginnen zu interessieren beginnen, warum man an keiner Grippewelle mehr teilnimmt, essen kann, wozu man Lust verspürt, ohne dick zu werden, warum man am Abend frischer ist als sie am Morgen und insgesamt mehr und Besseres leistet, vor allem aber, warum man das Leben in allen Phasen und selbst wenn es scheinbar schwer ist, in vollen Zügen genießt. Bis dorthin ist der Weg gar nicht so weit, aber dafür umso ungewohnter. Deutlich mehr Eigeninitiative und -verantwortung sind gefragt als wir gewohnt sind, in unsere Gesundheit und Entwicklung zu investieren. Wer aber einmal von der prickelnden Energie und fließenden Bewegungslust gekostet hat, wer die Möglichkeiten tiefer Entspannung erlebt und das Glück umfassender Gesundheit erlebt hat, den braucht man nicht weiter zu motivieren, der lebt jeden Tag gern, und das bedeutet für ihn, sich mit Hingabe zu bewegen, genußvolle und tief zu atmen, sich danach zu dehnend und in die eigene Mitte versinkend zu entspannen, der wird gut und gern essen und dabei selbstverständlich in seiner Form bleiben. Er wird es nicht mehr erstaunlich finden, daß ihn entsprechende Bewußtseinsgymnastik in jeder Phase seines Lebens intelligenter machen kann, daß seine Körperintelligenz ebenso und ganz nebenbei zunimmt, daß deshalb Ernährungsfehler und Entspannungsprobleme bald der Vergangenheit angehören. ohne daß er sich noch um solche Dinge sorgen müßte. Er wird auch keinen Arzt mehr brauchen, weil sein innerer Arzt, jene Instanz die schon Paracelsus als Archeus ansprach, längst ganz sanft und unbemerkt das Kommando übernommen hat und es gar nicht mehr bis zu den gewohnten Problemen kommen läßt. Dort lösen sich die Probleme und Fragen von selbst. Die brennende Frage aber ist, wie kommt er dahin?

Natürlich kann man – gerade durch die Lektüre gut motiviert – mit allen Säulen der Gesundheit gleichzeitig anfangen, das Problem ist aber gar nicht das Anfangen, sondern das Durchhalten bis man Ergebnisse spürt – dann erst ist alles gewonnen. Insofern gilt es, sich zu Beginn richtig einzuschätzen und die eigene Energie und Disziplin gut einzuteilen.

Jeden Tag eine halbe Stunde im Sauerstoffgleichgewicht zu laufen, wäre eine wundervolle Möglichkeit, aber wenn jemand abnehmen und schnell in Form kommen will, dauert es doch lange – nämlich Monate – bis der gewünschte Effekt eintritt. Die erste halbe Stunde Laufen bringt ihm zum Abnehmen nämlich kaum etwas, er muß seinem Körper die Fettverbrennung erst wieder beibringen, die dieser in faulen Jahren verlernt hat. Zum Glück verlernt der Körper aber nicht nur schnell, er lernt auch genauso schnell. Wer einmal ein Körperglied aus einem Gipsverband zurückbekommen hat, kennt das. Der Organismus paßt sich dem Ruheprogramm an und baut nicht benutzte Muskulatur ab. Genauso reduziert er die entsprechenden Fettverbrennungsmöglichkeiten, wenn jemand seinen Stoffwechsel einschlafen läßt. Nun dauert es Wochen und manchmal Monate bis eine effektive Verbrennung wieder in Gang kommt und das Abnehmen klappt. Dann allerdings kann man sich auch im Liegestuhl räkeln und wird sogar dabei abnehmen, denn nun arbeiten die kleinen Kraftwerke andauernd und in großer Zahl und Effizienz. Voraussetzung hierfür ist natürlich, daß man richtig läuft, nicht zu schnell, um keine Sauerstoffschuld einzugehen, aber auch nicht zu wenig, um überhaupt einen wirksamen Reiz zu setzen. Wo man gerade noch genug Luft durch die Nase bekommt, ist in der Regel der passende Bereich und der goldene Mittelweg wie immer der beste.

Wer sich und seine Disziplin kennt und weniger zu langem Durchzuhalten neigt, muß auch bezüglich einer Ernährungsumstellung vorsichtig sein und sollte nicht zu schnell zu viel erwarten, denn auch hier kann es Monate dauern, bis die positiven Auswirkungen spür- und sichtbar werden.

Glücklicherweise gibt es eine Reihe einfacher, zeitlich überschaubarer und trotzdem wirksamer Ein- und Umstiegsmöglichkeiten, es kommt nur darauf an, die für einen selbst ideale Methode herauszufinden und dann am besten sofort zu beginnen. Besonders einfache Möglichkeiten, weil man leicht auf vorgegebene Hilfen zurückgreifen kann, bieten die geführten Meditationen. Der regenerierende Effekt ist ähnlich wie bei einem Mittagsschlaf. Zudem kann man sie überall – im Liegen wie auf dem Bürosessel – durchführen, und es gibt reichlich Themenangebote. Selbst jedes noch so kleine Krankheitssymptom kann Anlaß zu solch einem Heilungsritual werden und die Umkehr einleiten.
Eine andere wirksame Möglichkeit für eine Umkehr in Richtung Gesundheit und um aus verschiedenen Teufelskreisen auszubrechen, ist eine Fastenwoche. Fasten, das nicht mit Nulldiät zu verwechseln ist – letztere ist wirklich in der Regel nullwertig – ermöglicht in ihrem Anschluß die Umstellung der Ernährung auf leichte Art. Solch eine Woche ist ein idealer Neuanfang. Selbst ein bereits süßigkeiten-, alkohol- oder drogenabhängiger Organismus findet dadurch meist relativ rasch zurück zu seinen ursprünglichen gesunden und natürlicheren Instinkten und Bedürfnissen, die zu befriedigen, Freude macht. Eine bewußte Fastenzeit außerdem tatsächlich die einfachste und billigste Methode zum Entzug von Tabak-, Alkohol und Drogen, die alle und jedes auf seine Art den Weg zur Gesundheit behindern. Der Organismus wird dabei obendrein und ganz von sich aus Lust auf Bewegung entwickeln und dazu auch leichter in der Lage sein. Entspannung fällt beim Fasten ebenfalls nicht nur leichter, sie paßt bestens dazu und vertieft die gesamte Erfahrung.

Wem auch eine Woche – wie zum (ersten) Fasten notwendig – noch zuviel ist, könnte immer noch auf den „verbundenen Atem“ bauen. In einer ca. zweistündigen Atemreise erreicht man eine ungewohnt tiefe Entspannung. Dermaßen verblüffende Regenerationserfahrungen, die noch dazu auf naturheilkundlicher Seite viel bringen, wird man sich gerne gönnen. So wird der Organismus geradezu mit dem Lebenselexier Sauerstoff überschwemmt. Ein weiterer unübersehbarer Vorteil: Atmen kann jeder, der noch lebt – hier gibt es also schon gar keine Ausrede.

Wichtig ist bei all diesen wie auch den übrigen Vorschlägen in „Säulen der Gesundheit“, dort anzufangen, wo man wirklich ist und sich nicht gleich von Anfang an zu überfordern. Wir haben versucht, beim Schreiben darauf Rücksicht zu nehmen und trotzdem wird jeder das Buch anders lesen und verstehen. Seine vielen Angebote lassen uns aber hoffen, daß jeder seinen individuellen Weg daraus ableiten kann. Gehen muß er ihn natürlich selbst, wobei wir auch dazu noch viele Hilfsmittel, Einführungen und Unterstützungsprogramme anbieten.

„Selbstheilung durch Meditation“

Kaum ein Thema ist mir so nahe wie dieses, seit mehr als 40 Jahren übe ich Meditation und seit über 30 Jahren bin ich als Arzt um Heil-ung meiner Patienten und meiner selbst bemüht. Medi-zin und Medi-tation haben nicht zufällig denselben Wortstamm, in dem die Mitte mitschwingt. Heil-mittel hießen früher Re-medium, was nichts anderes als „zurück zur Mitte“ bedeutet. Früher sollte Medizin tatsächlich jene, die ihre Mitte verloren hatten, zurück in dieselbe bringen. Da alle Meditationen die Mitte anstreben und wir in dieser heil sind und Heil erfahren, zielen sie auch alle auf Heilung.

Allerdings gibt es eine große Fülle von Meditationen und nicht alle sind gleich geeignet, auf raschem Weg Heilung bei jedem Symptom zu fördern. Persönlich übe ich Za-Zen, was z.B. bei Rückenproblemen eher nicht zu empfehlen ist. In Bezug auf Unterstützung bei Krankheitssymptomen sind die geführten Meditationen, wie Wurzeln auch in der christlichen Kultur haben, am besten geeignet. Bei Patienten hab ich mit ihnen beste Erfahrungen gemacht. Da sie in jeder Position, mit Vorteil auch im Liegen möglich sind, überfordern sie nie, auch Kranke nicht. Außerdem bieten sie – wie keine andere Technik – die Chance, sich gezielt mit Symptomen und Problemen auseinanderzusetzen. Da jeder Mensch träumt und zumindest als Kind seine Träume auch erinnert hat, kann auch jeder in die Seelen-Bilder-Welten zurückfinden, in die geführten Meditationen begleiten. Wenige Wege führen überdies so rasch in tiefe Entspannung und mit der Zeit sogar in (Heil-)Trance. Von mir sind in den letzten 30 Jahren über 40 CDs mit geführten Meditationen zu verschiedenen Krankheitsbildern und Problemen entstanden, die sich in der Praxis sehr bewährt haben. In einer Studie konnte der amerikanische Arzt Carl Simonton sogar belegen, wie sich die Überlebenszeit bei Krebspatienten mittels dieser einfachen Meditationstechnik mehr als verdoppeln lässt. Programme wie „Ganz entspannt“ dienen dem Einstieg in diese Meditationsart, „Innerer Arzt“ wird allgemein die Heilkraft steigern, „Selbstliebe“ die Abwehr, „Angstfrei leben“ kann Ängste abbauen, anstatt sie zu steigern wie bei der gerade inszenierten Schweinegrippe-Panik. Mit der CD „Selbstheilung“ lässt sich jede Symptomatik in eigener Regie deuten. Wer aber den Sinn seiner Symptome verstehen und annehmen kann, kommt seiner Mitte, dem Ziel von Meditation und Heilung, wieder näher.

Richtig essen und genießen

salad-498203_640In modernen Zeiten wird gesundes Essen immer komplizierter. Während unsere Vorfahren nur zu essen brauchten, was jeweils in ihrer jeweiligen Umgebung wuchs, können wir heute jederzeit zwischen allem möglichen wählen, was wo und wann immer wächst. War früher alles „von Natur aus“ vollwertig, bietet heute jeder bessere Supermarkt eine bunte Palette von biologisch dynamisch bis zu billig und minderwertig. War früher die Armut ein natürliches Korrektiv und beschränkte etwa das Fleischangebot auf den Sonntagsbraten, haben wir heute oft genug Geld, um uns fast immer fast alles zu leisten.

Ohne die Vergangenheit glorifizieren zu wollen, lässt sich doch feststellen, wie mit den Möglichkeiten auch die Probleme wuchsen. Wir können uns heute vieles finanziell  aber nicht gesundheitlich leisten.

Allmählich schwant uns, wie wichtig es ist, artgerecht zu essen, d.h. vegetarische Kost mit kleinen Fleisch- und besser noch Fischergänzungen zu wählen. Nun erweist sich, wie überlegen vollwertige Lebensmittel billiger Nahrung sind, weil sie eben statt voll eher satt machen. Wir haben gelernt, neben der Vollwertigkeit auch auf den Säure-Basen-Ausgleich zu achten und obendrein auf das richtige Verhältnis von Omega-3- zu -6-Fettsäuren. Obendrein muss das Ganze zu unserem Typ passen. Und schließlich sollte all das auch noch schmecken, denn wer den Genuss auslässt, wird bekanntlich ungenießbar.

Und es ist möglich, in dem Dschungel der Anregungen den eigenen Weg zu Geschmack und Lust zu finden. Nach 30 Jahren Beschäftigung mit Ernährungstheorien und praktischer Leidenschaft für gutes Essen, kann ich erstaunt, aber befriedigt feststellen, dass Gesundheit und Genuss weder Gegensätze sind, noch komplizierten Aufwandes bedürfen. Sie fallen uns eher einfach und einleuchtend in den Schoss beziehungsweise Bauch. Und das Ergebnis ist dann auch noch leicht verdaulich.

„Peace-Food – Essen für inneren und äußeren Frieden“

Ständig verhungern im armen Teil dieser Welt mehr Menschen als wir in ihrem satten Teil wahr haben wollen. Tatsächlich haben wir uns an dieses Elend schon weitgehend gewöhnt. Die großen Medien berichten längst nicht mehr über die mehr als 5000 Kinder, die jeden Tag verhungern. Es sei zu deprimierend und wir könnten sowieso nichts daran ändern! Soweit die resignierten Vorurteile.

Tatsächlich können wir sogar viel daran ändern, denn über unsere Ernährung sind wir sogar deutlich mehr daran beteiligt und folglich mitverantwortlich, als wir uns meist eingestehen. Denn selbst aus Hunger-Ländern werden noch ständig Futtermittel zu uns exportiert werden, um hier zuerst Schlachttiere und dann Menschen damit zu mästen. Im Klartext bedeutet das, große Kalorien-Mengen hochwertiger Kohlenhydrate werden verfüttert, um kleine Kalorien-Mengen minderwertigen Tierproteins zu produzieren. Dass diese exportieren Kalorien in den Entwicklungsländern fehlen, liegt auf der Hand und kostet viele Leben, die Fleischesser hier bei uns zu verantworten haben – und das ahnen sie auch. Anders jedenfalls kann ich mir die Abwehr allein schon gegen die Diskussion dieser Thematik nicht erklären.

Aber es kommt auch für uns noch viel schlimmer. Denn inzwischen zeigen wissenschaftliche Studien an großen Bevölkerungsgruppen, wie sehr wir damit nicht nur den Menschen dort und den Tieren überall, sondern auch uns hier gesundheitlich schaden. Forschungsergebnisse vor allem von US-Professor Colin Campbell belegen, in welchem Ausmaß Fleisch und Milch(produkte) die gefährlichsten Krankheitsbilder unserer Zeit fördern: Die beiden häufigsten Todesursachen moderner Industrieländer, Herzkrankheiten und Krebs, aber auch Diabetes I und II, wie auch Allergien bis hin zu den typischen Alterskrankheiten Alzheimer und Demenz. Tierisches Eiweiß richtet uns zugrunde und das lässt sich jetzt auch noch wissenschaftlich belegen! Hier enthüllt sich ein besonders düsterer Schatten unseres Wohlstandslebens in ebenso deutlicher wie erschreckender Form.
Und natürlich ist es auch furchtbar jetzt zu erfahren, dass Milch(produkte) nicht nur den Weg zu Krebs bereiten, sondern auch den in die Osteoporose. Wie viele Frauen haben extra Milch getrunken, um genau das zu verhindern?
Es ist eine Situation wie vor Jahren als alle möglichen Mediziner Hormone in den Wechseljahren propagierten, um Frauen Gutes zu tun. Sie wurden darin von kleinen Pharma-finanzierten Studien bestärkt. Dann aber kamen zwei große unabhängige Studien mit Millionen Teilnehmerinnen und wischten das alles vom Tisch, indem sie aufzeigten, wie viel Brustkrebs auf diesem Weg entstand.
Heute ist die Lage im Ernährungsbereich ähnlich. Wir haben mit China-Studie und der Arbeit des renommierten US-Schulmediziners Caldwyn Esselstyn eindeutige Belege dafür, wie schädlich Fleisch, aber vor allem auch Milch(produkte) für unsere Gesundheit sind. Harte Fakten, weil so gut belegt und so schwer für viele zu akzeptieren. Natürlich ist der Widerstand der einschlägigen Industrie enorm und ich sehne mich manchmal nach den Auseinandersetzungen mit der Pharmaindustrie zurück, die dagegen geradezu fair war.

Aber es ist nie zu spät, umzudenken und umzukehren, wenn Indizien so massiv sind wie in „Peace-Food“ ausgeführt. In Ländern fast ohne Milchkonsum wie Japan blieb Osteoporose praktisch unbekannt, in Ländern mit noch höherem als hierzulande wie etwa in Finnland hat sie sich zur Volksseuche ausgewachsen. Typ I oder jugendlicher Diabetes scheint ohne Milch(produkte) gar nicht vorzukommen.
Wir können uns ab jetzt all das ersparen und dabei noch ungeheuer gewinnen, Verzicht ist tatsächlich gar nicht das Thema. Anstatt viele hochwertige Kohlenhydrate an Tiere zu verfüttern, um wenig gefährliches Tiereiweiß zu produzieren, ließe sich durch Umstellung auf pflanzliche Nahrung unser Leben unglaublich verbessern. Sobald wir aufhören, die Angst mitzuessen, die im Fleisch gequälter und unter Todespanik geschlachteter Tiere steckt in Gestalt all der kurz vorm Schlachten ausgeschütteten Neurotransmitter und Stresshormone, werden wir sofort angstfreier und uns leichter und vor allem erleichtert fühlen.

Aber auch die Qual, die Schlachttiere in ihrem kurzen Leben ertragen müssen, bei dem ihnen nur die Alternative zwischen Wahnsinn und Lethargie und Apathie bleibt, steckt noch im Fleisch und wird mitgegessen. Beim Schreiben meines letzten Buches „Seeleninfarkt – zwischen Burn- und Bore-out“ fiel mir auf, wie viele Menschen heute in Lethargie und Apathie landen. Das sind tatsächlich nicht nur die Millionen Depressiven, sondern auch die – allein in Deutschland – angeblich 9 Millionen Burnout-Opfer, von den Bore-out-Patienten ganz zu schweigen. Tatsächlich kann man sich nicht nur zu Tode schuften, sondern auch langweilen. Die schrecklichen gesundheitlichen Konsequenzen fördern wir erheblich durch die falsche tierische Nahrung. Was wir essen, tragen wir anschließend natürlich auch in uns. Östliche Lehrer lassen daran keinen Zweifel und wenn wir ehrlich sind, ahnen wir das auch.

Persönlich meide ich seit 40 Jahren Fleisch und fühle mich leistungsfähig, energiegeladen und froh, dass ich an all dem Elend in Tier-Zucht-Häusern, bei Tiertransporten und in Schlachthöfen keinen Anteil mehr habe und den Hunger in der Welt nicht mehr fördere und folglich mitverantworten muss. Seit fast drei Jahren lebe ich nun auch ohne Tiereiweiß und genieße die daraus folgenden Geschenke. Es wird bei veganer Kost viel leichter, sein Ideal-Gewicht zu halten, Bewegung in frischer Luft macht ungleich mehr Freude und die Lust darauf wächst wissenschaftlich bewiesen, unangenehme Körperausdünstungen lassen nach und werden angenehmer, man hat mehr und bessere Energie, was sich leicht anfühlt und gehobene Stimmung mit sich bringt.

Seit wir in unserem neuen Zentrum TamanGa südlich von Graz, vollwertige Pflanzenkost aus dem eigenen großen Bio-Garten bekommen, merken wir erst, was uns früher gefehlt hat. In TamanGa werden – wie einst in Findhorn – Maschinen beim Anbau vermieden, um die Pflanzenwesen nicht zu stören oder gar zu vertreiben. Das Schöne ist, auch wer noch keinen Kontakt zu solchen Wesenheiten findet, ja selbst wer nicht daran glaubt, kann den Unterschied schmecken. Und wenn das Essen besser duftet und schmeckt, schmeckt auch das Leben besser und natürlich jeder Kuss.
Selbstverständlich bleibt die Seele bei der Entstehung von Krankheitsbildern im Sinne von „Krankheit als Symbol“ wichtig, und ich stehe selbstverständlich voll und uneingeschränkt zur Krankheitsbilder-Deutung. Aber die andere Hälfte der Medaille ist der Körper, das Haus in dem unsere Seele leben will und muss. Warum nicht auf beide Seiten achten in einem bewussten Leben? Wir sollten folglich gut zum Körper und zu uns sein. Ganz nebenbei helfen wir so noch so vielen anderen fühlenden Wesen. Und das Schönste, es ist gar kein Verzicht, und die Geschenke überwiegen bei weitem alle anfänglichen Unbequemlichkeiten. Peace-Food – Essen für den Frieden ist nicht nur einfach, sondern auch höchst wirksam. Ex-US-Präsident Bill Clinton hat die in „Peace-Food“ dargestellten großen Studien ebenfalls gelesen und verstanden und sich diesem Trend zu pflanzlicher Kost schon vor Monaten angeschlossen. Er ist zu Tierprotein freier Ernährung gewechselt, um – wie er bekennt – seine Enkel noch zu erleben. Neben solchen gesundheitlichen gibt es noch viele andere wesentliche Argumente für einen Schwenk zur Friedensnahrung. Von humanitären war zu Beginn die Rede, aber es gibt auch ganz wesentliche ökologische Gründe und Clintons Ex-Vize propagiert Fleischverzicht aus Gründen des Klimaschutzes. Hier könnten wir sogar viel leichter viel mehr erreichen als mit der Energie-Wende, wobei das zum Glück keine Alternative ist und wir beides tun sollten. In TamanGa haben wir beides problemlos kombiniert. Auf ökologischen Überlegungen fußende Gebäude mit bester Energie-Bilanz – kalorisch, aber auch im spirituellen Sinn – und beste vollwertige Pflanzenkost. Beim Vergleich bewirkt letztere ungleich mehr für die Energie-Bilanz.

Schließlich sind es auch nicht zuletzt spirituelle Gründe, die für den Schwenk zum veganen Leben sprechen: ein besseres Leben für sich und andere Menschen, die Tiere schonend und der Erde helfend. Die Tiere werden schon bald die Angst vor Ihnen verlieren, wenn Sie diesen Schritt gehen und zu wirklichen Freunden werden, wir selbst werden Freunde der Menschen und der Erde und zu einem Werkzeug des Friedens wie es Franz von Assisi schon vor Jahrhunderten empfohlen hat. Und natürlich werden Meditation tiefer und erfüllender, wenn sie von innerem Frieden getragen sind, der die einzige tragfähige Basis äußeren Friedens ist.
Und selbstverständlich ist veganes Essen noch nicht automatisch gesund, dazu muss es noch vollwertig und ausgewogen sein, wie in „Peace-Food“ dargestellt. Es ist auch nicht in jedem Fall die Lösung auf Fleischersatz auszuweichen, jedenfalls nicht, wenn dieser aus Soja hergestellt wird. Denn die Gen-Soja-Produktion in Amazonien kostet nicht nur Regenwald, sondern auch vielen Indianern das Leben. Tatsächlich ist Fleischersatz eine Alternative und für den Umstieg jener von engagierten Frauen mitgezogenen Ehemänner, sogar unverzichtbar. Aber dann wäre darauf zu achten, Gentechnik freies Soja zu wählen oder ganz sicher zu gehen mit Saitan aus Weizen oder Dinkel.
Es gibt jedenfalls keinen mir bekannten Weg, der so effektiv und nachhaltig uns selbst, der in Teilen hungernden Menschheit, den Tieren und unserem Heimatplaneten Erde helfen kann.

Von Peace-Food bis zu grünen Smoothies – der bessere Weg zu anmachender Gesundheit

smoothies-785680_640Erstmals seit 15 Jahren stetigem Anstieg ist der Fleischkonsum in Deutschland deutlich rückläufig. Laut Albert-Schweitzer-Stiftung sind 2012 bereits 160 000 Tonnen weniger Fleisch verarbeitet worden. Das sind Millionen Tiere, die nicht sterben mussten, Tausende Menschen, die durch Umstellung auf vegane Ernährung  gesunden werden. Das bedeutet, wenn sich dieser Trend hält und weiter verstärkt, viel weniger Hungertote in armen Ländern, da weniger Tierfutter von dort exportiert wird. Es bedeutet auch weniger klima-schädliche Gase und weniger Kotgebirge und Gülleseen. Letztlich kann sich so eine Spirale der Entlastung und Gesundheit und die Chance auf Frieden entwickeln. PeaceFood beginnt mit einer Entscheidung im Herzen, einer Weichenstellung in eine andere Welt, wo wir anstatt auf Kosten der Erde und zu Lasten unserer Mitgeschöpfe mit ihnen gesünder und nachhaltiger leben.
Der praktische Schritt ist einfach. Eine Phalanx von guten und sogar ausgezeichneten Köchen machen es uns leicht und hat Bücher vorgelegt, denen zu folgen, Freude macht. Attila Hildmann hat in Deutschland eine Welle mit „Vegan und Fit“ ausgelöst und Roland Rauter in Österreich. Aber auch eine starke Damenriege mit Dorothea Neumayr, der Drei-Hauben-Köchin aus Salzburg, Gabriele Ländle und Hildegard Biller haben im „Peacefood-Kochbuch“, das im August erscheinen wird, ihre Koch-Geheimnisse gelüftet und uns Steilvorlagen zu einem gesünderen und geschmackvolleren Leben gegeben. Es ist ein kleiner Schritt für den Einzelnen und ein großer für die Menschheit, von Fleisch zu Pflanzen zu wechseln. Und es ist so viel wichtiger als den Mond zu betreten. Wir können es schaffen, diese Bewegung zum Besseren in Gang zu halten und in uns und um uns wachsen zu lassen. „In plants we trust“ sagt der hinduistische Elefantengott Ganesha auf einem T-Shirt, das ich kürzlich bekam. Natürlich müssen wir ein Auge darauf haben, dass den Pflanzen nicht ähnliches widerfährt wie den Tieren in der Massenproduktion, aber das ist machbar und da sind wir auf gutem Weg.
Parallel zur veganen Bewegung ergeben sich wundervolle Hilfen wie der Schritt zu den grünen Smoothies. All das „Grünzeug“, das früher weggeworfen und nicht beachtet wurde, ist plötzlich, durch den Anstoß von Victoria Boutenko, als wertvoll und hilfreich erkannt. Zuerst erlebte ich in meinen Fasten-Seminaren wie dieses grüne Wunder Fastende belebt und beflügelt. Sie gewannen Energie und Motivation, mehr Lebensfreude und –spaß. Rasch wollten wir diesen Energie-Schub nicht mehr missen und so gehören die grünen Smoothies von Anfang an zu unserem gesundheitlichen Rüstzeug in TamanGa, unserem noch neuen Seminar-Zentrum in der Südsteiermark. Smoothies passen ideal in die PeaceFood-Strategie: mit kleinen, selbstverantwortlichen Schritten Großes bewirken.
Ein paar Worte zu Victoria Boutenko, der Mutter der grünen Smoothies. Es ist sicher kein Zufall, dass eine Frau diese Entdeckung gemacht hat. Die ganze vegane und Peace-Food-Bewegung ist von Frauen getragen. Insofern bin ich auch froh für das PeaceFood-Kochbuch vier Köchinnen neben einem Koch gewonnen zu haben. Das ist ein realistisches Verhältnis gemessen an der veganen Wirklichkeit. Es ist eine archetypisch weibliche Bewegung, die ruhig und relativ im Hintergrund von den großen Medien bestenfalls unbeachtet, oft behindert und verunglimpft,  um sich greift und wächst und wächst, weil schmeckt und hilft, was da so unspektakulär hinter den Kulissen zubereitet wird. Wenn sich Vegetarier gegen Veganer stellen und diese wiederum gegen Rohköstler, stecken meist Männer hinter diesen Grabenkriegen. Vorangebracht und getragen wird die Bewegung aber von Müttern und Frauen, die das Beste wollen für ihre Familien. Ein schönes Zeugnis davon liefert Jumana Mattukat in ihrem „Mama, ist das vegan?“ Es sind Frauen und Mütter, die sich auf ihre eher stille und besonnene Art um Frau Welt und Mutter Erde kümmern. So passt es gut, dass die grünen Smoothies in Viktoria Boutenko eine Mutter haben. Noch weiter im Vorfeld könnten wir an Hildegard von Bingen denken, die in der Viriditas, der Grünkraft, schon eine entscheidende Hilfe zu Gesundheit und Vitalität sah. Übrigens ist die „Heilige Hildegard“ erst kürzlich vom männlichen Klerus als „heilig“ anerkannt worden, ihre weiblichen Anhänger hatten sie schon vor Jahrhunderten heilig gesprochen. Es könnte uns ein Zeichen sein, dass es auch ohne alte Männer geht.
Es ist also eine Frau aus Mütterchen Russland, die für die wachsende Popularität der grünen Gemüse-Obst-Mischung aus dem Mixer steht. Und das ist erst der Anfang, sagt die Hoffnung in mir. Frau Boutenko hat gar keinen großen Wirbel geschlagen, sondern eine wundervolle Idee in die Welt gesetzt, die sich herumgesprochen hat – wiederum vor allem unter Frauen – und deren leiser klammheimlicher Siegeszug weiter anhält. Es wird nicht mehr lange dauern, und jeder wird wissen, was grüne Smoothies sind. Wahrscheinlich haben wir noch einen langen Weg vor uns bis die unsägliche Schulmilch, die in der Kindheit jugendlichem Diabetes und Allergien Vorschub leistet und im Alter der Osteoporose – um nur drei Elendspunkte zu nennen – durch grüne Smoothies ersetzt sein wird. Aber was für ein Segen wird sich verbreiten, wenn dieser Schritt erst einmal geschafft ist! Wir könnten uns und den Kindern so viel Leid ersparen und der Gesellschaft obendrein viel Geld. Zu verdanken haben wir den ersten Anstoß Frau Boutenko und all den Frauen, die ihr folgten, es ausprobierten und für gut befanden. Die Idee der grünen Gesundheits-Nahrung aus echten Lebensmitteln verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Darin liegt heute unsere Chance. Auch „PeaceFood“ ist vor allem von Frauen an der täglichen Ernährungsfront durchgesetzt worden. Zuerst haben sie es als richtig gefühlt, dann ausprobiert und schließlich weitergesagt und verbreitet. Und es geschieht weiter und das macht mich so zuversichtlich, dass sich hier etwas Neues, Wundervolles ereignet, das diese Welt so viel notwendiger braucht als all die Politiker mit ihren chronisch erfolglosen Klima- und Umweltkonferenzen. Die sollen sie ruhig weiter abhalten, dann machen sie wenigstens ansonsten keinen gröberen Unfug. Dem Sperrfeuer all der großen Medien zum Trotz – manchmal sogar der Frauenpresse – konnten sich die vegane Bewegung und zeitlich fast gleichzeitig die grünen Smoothies von keinem Konzern und keiner Universität gefördert, von Politikern bestenfalls ignoriert, ihren Platz schaffen. Und dieser Prozess ist längst nicht zu Ende und ihr Platz ist die Erde. Konzerne kaufen sich heute Medien, Wissenschaftler und Politiker, um für ihre Produkte gute Stimmung zu schaffen und alles andere zu behindern. Aber da gibt es dieses wachsende Heer von Frauen, die sich ihre eigenen Gedanken machen, ihre Ernährung umstellen und ihre Familien mitnehmen und grüne Smoothies aus den früheren Gemüse-Abfällen machen und ihren Männern so ein bisschen Obst und Salat unterjubeln. „Schmeckt gar nicht so schlecht“ ist manchmal schon das höchste Kompliment, das sie bei ihren „Göttergatten“ dafür ernten. „Das Zeug gibt es bei uns zu Haus jetzt auch, schmeckt aber ok“ ist so ein Satz, den ich kürzlich von einem wichtigen Mann hörte. Schauen wir noch ein wenig auf die parallelen Erfolgsstorys veganer Kost und grüner Säfte. In ihrem Buch „Green for Life“ beschreibt Victoria Boutenko wie sie selbst, ihr Mann und die Kinder krank waren und die Schulmedizin nicht helfen konnte. Sie litt an Ödemen und Herz-Rhythmusstörungen, er an Arthritis und die Kinder an Allergien. Die Umstellung auf Rohkost brachte rasche Besserung, aber es fehlte ihnen noch etwas. Schließlich waren es unsere nahen Verwandten aus der Evolution, die Schimpansen, die sie auf die Spur brachten. Zu über 98 Prozent mit dem gleichen Erbgut ausgestattet wie wir, leben sie von 50 % Obst und 40 % Rohkost aus Blättern und kennen keine unserer zahlreichen Zivilisationskrankheiten. Ihre Kost nachahmend entstanden erste grüne Smoothies. Die Mischung von Obst und grünem Blattgemüse, im Mixer aufgeschlossen, brachte verschiedene Vorteile: die feste Zellstruktur des Blattgrüns wurde aufgebrochen und dadurch viel besser verdaulich. Der süßen Obst-Anteil sorgte für den guten Geschmack und nahm die Bitterkeit heraus und plötzlich waren auch größere Mengen gut trinkbar.
Letztlich war es auch die eigene Erfahrungen mutiger Ärzte, die in Selbstversuchen bei der veganen Kost vorangingen wie Dr. Henrich, der Herausgeber von ProVegan. Aber erst mutige Wissenschaftler brachen das Eis, weil sie wagten gegen den Strom zu schwimmen wie in Deutschland Prof. Claus Leitzmann und in USA Dr. Caldwyn Esselstyn und Prof. Colin Campbell, die veganer Kost den Weg als effektivste Gesundheitsmaßnahme ebneten. Aber in beiden Fällen waren es Mütter und Frauen, die die Umsetzung in die eigenen Hände nahmen.
Aus Verantwortung für die Gesundheit – die persönliche und die der Menschen und Erden: PeaceFood: In plants we trust – wir vertrauen auf Pflanzen – und die sind grün wie die Smoothies.

 

Gerade verhungern wieder deutlich mehr Menschen als wir gewohnt sind – diesmal in Ostafrika. Im satten Teil dieser Welt haben sich die Satten an dieses Elend schon weitgehend gewöhnt. Über die mehr als 5000 Kinder, die jeden Tag verhungern, berichten die großen Medien gar nicht mehr. Es ist zu deprimierend und wir können sowieso nichts daran ändern! Soweit die resignierten Vorurteile.
Tatsächlich können wir aber sogar viel daran ändern, denn über unsere Ernährung sind wir sogar deutlich mehr daran beteiligt und folglich mitverantwortlich, als wir uns in der Regel eingestehen. Schon weil aus diesen Hunger-Ländern ständig Futtermittel exportiert werden, um hier bei uns zuerst Schlachttiere und dann Menschen damit zu mästen. Das bedeutet im Klartext, große Kalorien-Mengen hochwertiger Kohlenhydrate werden zu uns gebracht, um hier kleine Kalorien-Mengen minderwertigen Tierproteins zu produzieren. Dass diese exportieren Kalorien in den Entwicklungsländern fehlen, liegt auf der Hand und kostet dort viele Leben.
Aber es kommt auch für uns noch viel schlimmer. Denn inzwischen zeigen wissenschaftliche Studien an großen Bevölkerungsgruppen, wie sehr wir damit nicht nur den Menschen dort und den Tieren überall auf der Erde, sondern auch uns hier gesundheitlich schaden. Forschungsergebnisse vor allem von US-Professor Colin Campbell belegen, in welchem Ausmaß Fleisch und Milch(produkte) die gefährlichsten Krankheitsbilder unserer Zeit fördern: Unsere beiden häufigsten Todesursachen Herzkrankheiten und Krebs, aber auch Diabetes I und II, wie auch Allergien bis hin zu den typischen Alterskrankheiten Alzheimer und Demenz. Tierisches Eiweiß richtet uns zugrunde und das lässt sich jetzt sogar wissenschaftlich belegen. Hier enthüllt sich ein besonders düsterer Schatten unseres Wohlstandslebens in ebenso deutlicher wie schrecklicher Form.
Und Natürlich ist es auch erschreckend jetzt zu erfahren, dass Milch(produkte) nicht nur den Weg zu Krebs bereiten, sondern auch den in die Osteoporose. Wie viele Frauen haben extra Milch getrunken, weil sie genau das verhindern wollten.
Das ist eine Situation wie vor Jahren als alle möglichen Mediziner Hormone im Wechsel propagierten, um den Frauen Gutes zu tun. Sie waren darin von kleinen Pharma-finanzierten Studien bestärkt worden. Dann aber kamen zwei große Studien und wischten das alles vom Tisch, indem sie aufzeigten, wie viel Brustkrebs dadurch entstand.
Heute ist die Lage im Ernährungsbereich ähnlich. Wir haben mit der China-Studie eindeutige Belege dafür, wie schädlich Fleisch, aber vor allem auch Milch(produkte) für unsere Gesundheit sind.
Aber es ist nie zu spät, umzudenken und zu kehren, wenn Indizien so massiv sind wie in „Peace-Food“ angeführt. In Ländern fast ohne Milchkonsum wie Japan blieb Osteoporose praktisch unbekannt, in Ländern mit noch höherem als hierzulande wie etwa in Finnland hat sie sich zur Volksseuche ausgewachsen.
Wir können uns ab jetzt all das ersparen und dabei noch ungeheuer gewinnen, Verzicht ist tatsächlich gar nicht das Thema. Anstatt viele hochwertige Kohlenhydrate an Tiere zu verfüttern, um wenig gefährliches Tiereiweiß zu produzieren, ließe sich durch Umstellung auf pflanzliche Nahrung unser Leben unglaublich verbessern. Sobald wir aufhören, die Angst mitzuessen, die im Fleisch gequälter und unter Todespanik geschlachteter Tiere stecken bleibt in Gestalt all der kurz vorm Schlachten ausgeschütteten Neurotransmitter und Stresshormone, werden wir sofort angstfreier und uns leichter und vor allem erleichtert fühlen.
Persönlich meide ich seit 40 Jahren Fleisch und fühle mich leistungsfähig, energiegeladen und froh, dass ich an all dem Elend in Tier-Zucht-Häusern, bei Tiertransporten und in Schlachthöfen keinen Anteil mehr habe und den Hunger in der Welt nicht mehr fördere und folglich mitverantworten muss. Seit fast zwei Jahren lebe ich ganz ohne Tiereiweiß und genieße die daraus folgenden Geschenke. Es wird bei veganer Kost viel leichter, sein Ideal-Gewicht zu halten, Bewegung in frischer Luft macht ungleich mehr Freude, unangenehme Körperausdünstungen lassen nach und werden angenehmer, man hat mehr und bessere Energie, was sich leicht anfühlt und gehobene Stimmung mit sich bringt.
Die Seele bleibt bei der Entstehung von Krankheitsbildern im Sinne von „Krankheit als Symbol“ wichtig und ich stehe selbstverständlich voll und uneingeschränkt zur Krankheitsbilder-Deutung. Aber die andere Hälfte der Medaille ist der Körper, das Haus in dem unsere Seele leben will und muss. Wir sollten folglich gut zum Körper und zu uns sein. Ganz nebenbei helfen wir so noch so vielen anderen. Der nur anfangs kurz notwendige Verzicht wird durch die Geschenke bei weitem überwogen. Essen für den Frieden ist nicht nur einfach, sondern auch höchst wirksam. Ex-Präsident Bill Clinton hat die in „Peace-Food“ dargestellten großen Studien ebenfalls gelesen und verstanden und sich diesem Trend schon vor Monaten angeschlossen. Er ist zu völlig Tierprotein freier Ernährung gewechselt, um – wie er bekennt – seine Enkel noch zu erleben. Neben solchen gesundheitlichen gibt es noch viele andere wesentliche Argumente für einen Schwenk zur Friedensnahrung. Von humanitären war zu Beginn die Rede, aber es gibt auch ganz wesentliche ökologische Gründe und Clinton Ex-Vize propagiert Fleischverzicht aus Gründen des Klimaschutzes. Hier könnten wir sogar viel leichter viel mehr erreichen als mit der Energie-Wende, wobei das zum Glück keine Alternative ist und wir beides tun sollten. Schließlich sind es auch nicht zuletzt spirituelle Gründe, die für den Schwenk zum veganen Leben sprechen: ein besseres Leben für sich und andere Menschen, die Tiere schonend und der Erde helfend. Die Tiere werden schon bald die Angst vor Ihnen verlieren, wenn Sie diesen Schritte gehen und zu wirklichen Freunden werden, wir selbst werden Freunde der Menschen und der Erde und zu einem Werkzeug des Friedens wie es Franz von Assisi schon vor Jahrhunderten empfohlen hat.
Und veganes Essen ist noch nicht automatisch gesund, dazu muss es noch vollwertig und ausgewogen sein, wie in „Peace-Food“ ausführlich dargestellt. Es ist auch nicht die Lösung auf Fleischersatz auszuweichen, jedenfalls nicht, wenn dieser aus Soja hergestellt wird. Denn die Gen-Soja-Produktion in Amazonien kostet nicht nur Regenwald, sondern auch vielen Indianern auf grausame Art das Leben. Tatsächlich ist Fleischersatz eine Alternative, aber dann wäre darauf zu achten, auf Gentechnik freies Soja zu setzen oder ganz sicher auf Saitan aus Weizen. Auf alle Fälle gibt es keinen mir bekannten Weg, der so effektiv uns selbst, der Menschheit, den Tieren und unserem Heimatplaneten Erde helfen kann.

„Peace-Food – Essen mit Herz – für Gesundheit und Frieden“

Teil 1

raspberries-215858_640Wie komme ich dazu, solch ein Buch zu schreiben? Der Auslöser war ein anderes Buch „Die China-Study“ von Colin Campbell. Als ich diese große Studiensammlung aus den USA las, fiel es mir in verschiedener Hinsicht wie Schuppen von den Augen. Da ging es um harte Fakten. Hart, weil wissenschaftlich sehr gut untermauert, aber auch weil das Ergebnis so erschreckend und so im Widerspruch zu allen gängigen Ernährungsregeln stand. Dass Fleisch ein Problem darstellt, hatten wir geahnt, aber dass Milch(produkte) so schädlich sind, hatte sich niemand träumen lassen. Zwar hatte die TCM immer gewarnt, wegen der damit einhergehenden Verschleimung, aber die indisch-ayurvedische Medizin hatte Milch immer hochgehalten. Dort gilt sie als satvisch, also sogar der Erleuchtung förderlich. Und nun das! In großen hoch signifikanten Studien belegt Campbell, wie jedwedes tierische Eiweiß, also neben Fleisch und Milch(produkten), auch Fisch und Eier in heute noch unvorstellbarem Ausmaß schädlich ist. Nicht nur Herzkrankheiten, häufigste Todesursache bei uns, sondern auch Krebs, die zweit häufigste Todesursache, werden dadurch gefördert, wie auch Allergien und Diabetes, Osteoporose und sogar Demenz bis hin zu Alzheimer.

Ich fühlte mich schlagartig an jene Zeit erinnert, wo Mediziner weltweit Frauen vor und im und nach dem Wechsel Hormone verschrieben. Abgesichert mit kleinen und kleinsten Pharma finanzierten Studien und viel Werbung, versprachen sie ihnen dafür Freiheit von Osteoporose, Herzinfarkten, Depressionen und Alzheimer und all das ohne schädliche Nebenwirkungen. 20 Jahre hatten der Gynäkologe Professor Zahn und ich als einsame Rufer in der Wüste dagegen gesprochen, aber außer längjährigen Seminarteilnehmerinnen war uns bei dieser Skepsis kaum jemand gefolgt, zu praktisch und vielversprechend klang das Programm der Schulmediziner.

Dann kamen die beiden großen unabhängigen Studien mit über einer Million Teilnehmerinnen, eine aus den USA, die andere aus England. Eine wurde sogar von der Ethikkommission abgebrochen, weil den Frauen die Hormone nicht mehr zumutbar waren, so hoch hatten sie die Brustkrebsraten getrieben. 25 Jahre hatten Gynäkologen geradezu Brustkrebs verschrieben. Dann aber war plötzlich sang und klanglos Schluss. All die Versprechungen hatten sich als leer erwiesen, Hormone halfen weder gegen Osteoporose noch Depressionen, Alzheimer oder Infarkte, letztere steigerten sie im Gegenteil sogar.

Heute ist die Situation ganz ähnlich, nur geht es nun nicht nur um Frauen im Wechsel, sondern um praktisch alle und alles. Alles Tierprotein ist schädlich und richtet uns zugrunde, indem es angefangen von Arteriosklerose bis zu Krebs so ziemlich alle Zivilisationssyndrome fördert. Schon vor vielen Jahren hatten Studien von Prof. Leitzmann aus Gießen ergeben, wie viel länger Vegetarier leben und wie viel weniger Krebs sie bekommen. Sogar das deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg, ein Hort der Schulmedizin, hatte eine Studie mit ähnlichen Ergebnissen durchgeführt. Aber dass Milch(produkte) in diesem Ausmaß Krebs und Infarkte fördern, und nicht etwa, wie seit Jahrzehnten behauptet vor Osteoporose schützen, sondern sie im Gegenteil erst so richtig heraufbeschworen, das war und ist ein neuer großer Schock. Tatsächlich gibt es in Ländern mit geringem Konsum an Milch(produkten) wie Japan praktisch keine Oberschenkelhalsbrüche, wichtigstes Zeichen für Osteoporose, in Ländern mit noch mehr Milch(produkt)konsum als bei uns wie Finnland, ist sie eine Volksseuche.

Wir haben uns also dramatisch geirrt und jetzt gilt es mit aller Kraft umzukehren und die Fehler zu korrigieren, auch wenn das schwerfällt und mit dem Überwinden vieler alter Gewohnheiten verbunden ist. Angeregt von den Ergebnissen der China-Study und von den hoffnungsvollen Forschungen Caldwyn Esselstyns, eines anderen renommierten US-Schulmediziners, die zeigen, wie schon verschlossene Herzkranzgefäße nach dem völligen Verzicht auf Tiereiweiß wieder aufgehen können, begann ich „Peace-Food – wie Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt“ zu schreiben, um diese Ergebnisse in leicht verständlicher Form zu verbreiten.

Drei Jahrzehnte habe ich mich mit einigem Erfolg für die Anerkennung von seelischen Ursachen bei körperlichen Krankheitsbildern eingesetzt, wie in „Krankheit als Symbol“ dargestellt, das jedem Symptom seine seelische Bedeutung und vor allem die darin liegenden Aufgabe zuordnet. Das bleibt gültig und stellt die eine – mir sogar weiterhin wichtigere – Seite der Medaille dar. Aber die andere Seite ist doch der Körper mit seinen Bedürfnissen. Auch um ihn müssen wir uns kümmern, damit die Seele gern in ihm wohne, wie Theresa von Avila formulierte. „Peace-Food“ weist obendrein schmackhafte Wege in diese Richtung.

„Peace-Food – Essen mit Herz – für Gesundheit und Frieden“ Teil 2

Eine Wende in der Ernährung weg von Tiereiweiß hin zu gesunder pflanzlicher Vollwertkost könnte den Hunger auf der Welt besiegen. Denn noch immer sterben jeden Tag weit über 5000 Kinder und ungleich mehr Erwachsene an Hunger in armen Ländern, aus denen wir große Kalorienmengen hochwertiger Kohlenhydrate importieren, um kleine Kalorienmengen minderwertigen Tiereiweißes produzieren, die uns dann Herzkrankheiten, Krebs und viele Scheußlichkeiten mehr bescheren. Diesen schrecklichen Teufelskreis der Kalorienvernichtung zu unterbrechen, wäre eine große Chance für uns selbst, um uns vor den schlimmsten Krankheitsbildern zu bewahren, für Millionen hungernde Menschen in den ärmsten Ländern und für 450 Milliarden Tiere, die mehrheitlich unter qualvollsten Bedingungen in Tier-Zucht-Häusern zum Schlachtgewicht gequält werden, um dann unter unbeschreiblichen Bedingungen zu sterben. Während sie nämlich ihrem sicheren Tod ins Auge sehen, müssen sie noch miterleben, wie viele Artgenossen vor ihnen dran kommen und schütten dabei an Angst- und Stresshormonen aus, was sie haben und das landet über ihr Blut in ihrem Fleisch. Da Angst- und Stresshormone bei Säugetieren, zu denen auch wir Menschen bio-logisch gehören, identisch sind, essen Alles-Esser buchstäblich Angst. Kein Wunder, dass mit der Massenproduktion von Tieren und der Massenschlachtung im Akkord in Großschlachthöfen Panikattacken als Krankheitsbilder entstanden sind und Angstsyndrome auf den Vormarsch gelangten. Hier könnten wir mit einer Entscheidung von Herzen für uns selbst, die Menschen und die Tiere enorm viel Gutes bewirken.

Diesen Schritt ohne wenn und aber zu machen, sollte angesichts solcher Fakten nicht so schwer fallen. Auch Fleisch von Bio-Betrieben bietet keinen Ausweg, denn erstens werden auch diese Tiere nicht zu Tode gestreichelt und zweitens ist auch ihr Fleisch aus schädlichem Tierprotein. Auch für Eier kann es keine Ausnahme geben. Gerade hat eine Studie gezeigt, dass Männer, die nur 2,5 Eier pro Woche essen, ihr Risiko Krebs zu bekommen gegenüber jenen Männern, die mit einem Ei in zwei Wochen auskommen, um über 80 % steigern. Ganz abgesehen davon, dass Millionen männliche Kücken als Abfall bei der Legehennenproduktion entstanden, lebendig verhäkselt werden, weil alles andere zu teuer wäre.

Und Fische sind erst recht kein Ausweg. Sie stehen am Ende der Nahrungskette und konfrontieren uns schon von daher mit mehr Gift und Ablagerungen als andere Tiere. Ein einziges Thunfisch-Filet enthält schon die maximale Quecksilber-Dosis fürs Jahr. Hinzu kommt, dass – wegen der Überfischung der Meere – die heute gefangenen Wildfische aus Tiefengewässern stammen und meist über 100 Jahre alt sind, was das Problem weiter verschärft. In der Zucht andererseits werden die armseligen Kreaturen, von denen bis zu einem Viertel während des kurzen Lebens in der qualvollen Enge der Zucht-Becken und wegen unnatürlicher Bedingungen zugrunde geht, mit denselben Tiermehlen gefüttert, die schon für BSE verantwortlich waren.

Was Gifte angeht wie Dioxine, die wir über Ernährung zu uns nehmen, stammen über 80 % aus Tiereiweiß wie eben besonders Fisch, aber auch Eiern, Fleisch und vor allem Milch. Nur knapp 20 % kommen von pflanzlicher Nahrung. Würde wir bei dieser auf Vollwertigkeit und Bio-Anbau achten, könnten wir die augenommene Giftmenge weiter verringern.

Wir könnten den wichtigsten Krankheitsbildern mit pflanzlicher Kost das Wasser abgraben und sie zum Verschwinden bringen, würden wir noch den seelischen Aspekt im Sinne von „Krankheit als Symbol“ hinzunehmen.

Krankheitsbilder wie Diabetes I könnten wir nur damit besiegen. Es gibt praktisch keinen Diabetiker, der nicht Antikörper gegen Kuhmilchprotein im Blut hat. In Ländern mit geringem Milchverzehr wie Japan ist Diabetes I fast unbekannt, je höher aber der Milch(produkte)konsum, desto höher auch die Diabetes-I-Zahlen.

Es gibt also viele Gründe, auf pflanzliche Kost umzusteigen: Ex-US-Präsident Bill Clinton hat dieselben Studien gelesen, die mich zu „Peace-Food“ animiert hatten und sich schon vor Monaten seinem Herzen und seiner Gesundheit zu Liebe und nach vier vergeblichen Bypass-Operationen zum veganen Leben entschlossen. Sein Ex-Vice Al Gore propagiert den Verzicht auf Fleisch aus ökologischen Gründen, denn es wäre auch ein enormer Gewinn für unser bedrohtes Klima.

Was uns hindert ist lediglich, das gefährliche und geradezu absurde Verlangen nach billigem Fleisch. So stimmen wir täglich mit dem Portemonnaie in der Hand darüber ab, wie es uns und anderen ergehen wird … wie rasch und elend wir sterben, wie viele Menschen weiterhin an unserem Lebensstil verhungern müssen, welches Tierelend wir uns leisten und wann wir ernst machen wollen mit dem Respekt vor dem Leben – dem eigenen und dem der anderen.

„Peace-Food – Essen mit Herz“ Teil 3

Die Frage: „Welche Tiere wollen wir essen?“ läuft auf die noch wichtigere hinaus: „Welche Menschen wollen wir sein?“ Vor vielen Jahren hatte ich auf einer philippinischen Insel einem Kind geholfen und zum Dank gab es für unsere Gruppe ein Essen beim Clan-Chef mit dem Nationalgericht, einem Eintopf. Alle, außer mir als Vegetarier, waren mit Appetit dabei. Aber als sich herausstellte, dass in dem Eintopf eine Ziege verarbeitet war, die einige persönlich gekannt hatten, war deren Betroffenheit groß. Die Frau des Clan-Chefs merkte, wie ungünstig diese Bemerkung gewesen war und wollte sie ihren Fehler wieder korrigieren. Sie sagte, das meiste Fleisch ja sowieso Hund. Jetzt übergab sich eine Frau der Gruppe spontan, eine Hundebesitzerin, während andere erbleichten. Das Essen war vorbei, allen war jedweder Appetit vergangen.

Warum eigentlich? Was ist an Hund schlimmer als an Kalb? Eine wissenschaftliche Studie belegt, wie Allesesser, die niemals Hund essen würden, andere Tiere auf Bewusstseinsebene herabstufen als primitiv oder schmutzig wie etwa Schweine, um sie problemlos essen zu können.

Aber sehen wir die Wirklichkeit: Schweine sind ausgesprochen sauber und mindestens so intelligent wie Hunde – jedenfalls viel reinlicher als wir gemeinhin glauben. Ein Schwein würde sich in der freien Natur niemals in Kot legen, das geschieht nur in der Not unter den unsäglichen Bedingungen von Tier-Zucht-Häusern. Tatsächlich stammen heute von den 60 Millionen Schweinen, die Deutsche pro Jahr verzehren, über 99 % aus solchen Verhältnissen. Die wenigen von der Wiese, deren Namen die Bäuerin noch kennt, sind Auslaufmodelle, die allerdings im großen Stil von der Werbung missbraucht, um Konsumenten in einer von der Wirklichkeit längst ad absurdum geführten Sicherheit zu wiegen.

Schweine sind erstaunlich feinfühlig, ausgesprochen frech und neugierig, ja sogar (vor)witzig und geschickt. Sozial gut organisiert, helfen sie einander geschickt, etwa bei Ausbruchversuchen. Ein Film wie „Schweinchen Babe“ kommt der Wirklichkeit näher als die Vorurteile vom „dreckigen Schwein“. Schweine sind von ihrem Sensorium sogar feinfühliger als Menschen, schließlich können Trüffel-Schweine diese edlen Pilze sogar unter der Erde orten. Sie haben den besseren Riecher als Menschen, und ihre wie auch die Ahnungen anderer Tiere sind sprichwörtlich. Wenn Tiere eine Gegend fluchtartig verlassen, sollte der Mensch lieber auch gehen, denn Tiere spüren drohendes Unheil früher und deutlicher. So haben sie durch ihr Vorbild schon viele Menschen vor Tsunamis und Vulkanausbrüchen bewahrt. Tatsächlich verlassen Ratten nicht nur sprichwörtlich das sinkende Schiff – im letzten Hafen vor dem Untergang. Weil Tiere so viel sensibler sind, werden sie also sogar zu Lebensrettern. Sie helfen als Blindenhunde mit beeindruckender Feinfühligkeit und die Epileptikerhunde, können ihre kranken Besitzer sogar vor kommenden Anfällen warnen, weil sie die Aura davor schon viel eher spüren. In Korea hat man Hunde darauf trainiert nicht nur Rauschgift zu riechen, sondern ungleich sinnvoller und wichtiger auch Krebs.

Zu argumentieren, Tiere spürten das ihnen in Schlachthöfen drohende Unheil nicht, ist eine leicht durchschaubare Rationalisierung. Sie wissen lange vorher, was Menschen mit ihnen vorhaben und geraten in Panik. Diese Angst und Panik, noch gesteigert wenn sie in den Großschlachthöfen zusehen müssen, wie viele Artgenossen vor ihnen dran glauben müssen, führt vor dem Schlachten zur Ausschüttung von Angst- und Stresshormonen, die über das Blut ins Fleisch gelangen – auch der Allesesser. D.h. diese essen geradezu Angst, denn die Stress- und Angsthormone sind identisch bei Säugetieren, zu denen bio-logisch eben auch wir gehören.

Und auch Tiere vom Bio-Bauernhof werden nicht zu Tode gestreichelt, um auch noch mit diesen Rationalisierungen aufzuräumen.

Wenn Menschen schlechte Gewohnheiten nicht ändern wollen, schrecken sie vor keiner Rationalisierung zurück. Die Tiere, die sie esse, hätten ihr Leben gern für sie gegeben, teilte mir eine Esoterikerin kürzlich mit. Gern würde ich sie einmal in einen Großschlachthof einladen. Aber da kommen wir aus gutem Grund nicht hinein.

Die Rationalisierungen der Wahrheit könnten nicht peinlicher sein. Kürzlich konnte sich der Redner nach mir nicht zurückhalten, vom weißen Blut des abgeschnittenen Salatkopfes zu schwadronieren. Letztlich doch nur, damit er weiter das rote Blut von Tieren für sich vergießen lassen kann und seine Essgewohnheiten nicht ändern muss. Ein bekannter Redner der Eso-Szene bemüht ähnliche Übersensibilität und „Hochgrad-Esoterik“ in Bezug auf das Feingefühl der Pflanzen, wohl auch nur, um das unmenschliche Treiben abzusichern, das seinen gewohnten Speisezettel sichert. Ansonsten könnte er problemlos auf reife Früchte und Gemüsepflanzen zurückgreifen.

Menschen im wahrsten Sinne des Wortes nach dem Mund zu reden, ist beliebt und war immer ein gutes Geschäft. So hat Atkins sich selbst und viele Amerikaner mit der Empfehlung seiner Eiweiß-Mast-Diät zugrunde gerichtet. Umdenken ist unbequem, aber nichts ist so heilsam und entwicklungsförderlich, im Fall von Tiereiweiß ist es obendrein gesund und lebensrettend für so viele, angefangen vom Esser selbst über die Hungernden der Welt bis zu den Tieren.