Bewusst Fasten – für Körper, Geist und Seele

Wer denkt bei Reinigung nicht zuallererst an die materielle Ebene? Unsere Wohnungen reinigen wir regelmäßig von Schmutz, aber kaum von schlechten Schwingungen oder unguten Energiefeldern. Gleiches gilt für unseren Körper, dem wir täglich Pflege und Reinigung angedeihen lassen. Auf die Reinhaltung des Körperinnern dagegen legen wir weniger Wert und mit der Reinigung unseres Seelenbereichs wissen wir gar nicht mehr viel anzufangen.
Es sind aber vor allem die inneren Verunreinigungen der Seele, welche unser Leben belasten und erschweren. Es kann unangenehm werden, wenn wir den Schmutz und Staub des Tages ignorieren und äußerlich sozusagen Patina ansetzen. Schlecht verdaute Nahrung im Sinne einer Verstopfung nicht mehr loszuwerden, ist aber ungleich problematischer. Wo gar das Bindegewebe voller Ablagerungen ist, die sich irgendwann in Form rheumatischer Beschwerden Gehör verschaffen, sitzt das Problem noch eine Etage tiefer und ist entsprechend bedrohlicher. Wo die Belastung schließlich bis in die Tiefen der Seele vordringt, wird das Leben insgesamt in Mitleidenschaft gezogen, nur stellt der moderne Mensch oft den Bezug zur Ursache gar nicht mehr her.
Auch praktische Erfahrungen mit Entgiftungsmaßnahmen bestätigen die Wichtigkeit der tieferen Ebenen. Wer das Bindegewebe lediglich mittels Elektroakupunktur entschlackt, die Darmflora über Symbioselenkung verbessert oder Muskelverhärtungen durch Massagen löst, stellt nicht selten fest, dass die Knoten und Ablagerungen, Verschlackungen und Blockaden relativ rasch zurückkehren. Wird hingegen das dazugehörige Bewusstseinsproblem aufgedeckt und gelöst, kann man wirklich mit dem Thema fertig werden.
Da alle Religionen und spirituellen Traditionen die Bewusstseinsebene als dem Körper übergeordnet beschreiben, liegt es nahe, dieses Konzept als Erklärung zu übernehmen. So heißt es beispielsweise im Johannesevangelium: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott“ und erst später „ward das Wort Fleisch“ und verkörperte sich. Übersetzen wir „Wort“ mit „Bewusstsein“, so wäre es folglich bei allen Reinigungsmaßnahmen sinnvoll, die „Treppe von oben nach unten zu kehren“ und im Bereich des Bewusstseins zu beginnen.
Die wirksamste Entgiftung müsste demnach auf Geist und Seele zielen. Diesbezüglich wäre zu fragen, was die Seele bedrückt und verschließt, was sie belastet und verdunkelt. Wann immer wir z.B. beleidigt sind, belastet das vor allem uns selbst und macht uns das Herz schwer. Der Begriff allein sagt sehr deutlich, dass wir das Leid haben und nicht derjenige, dem wir beleidigt sind. Ganz ähnlich verhält es sich, wenn wir jemandem etwas nachtragen. Wir selbst tragen daran schwer, nicht der andere. So wäre es nahe liegend, sich zu fragen, ob derjenige, dem wir etwas nachtragen, uns diese Mühe überhaupt wert ist. Nichts wäre demnach nahe liegender als alles das, was wir anderen nachtragen, selbst loszulassen.
Begleitet von solchen seelischen Reinigungsschritten werden die Ergebnisse von Entschlackungskuren wie etwa Fasten auch im Körper spürbar wirksamer und nachhaltiger. Eine bewusste Fastenzeit hat zudem den Vorteil, sowohl die Körperebene, als auch die der Seele und des Geistes einzuschließen. Von bewusstem Fasten können wir nur sprechen, wenn neben dem Hosenbund auch das Bewusstsein weiter wird. Deshalb empfehlen es auch alle Religionen. Da große Weisheits- und Menschheitslehrer wie Christus oder Buddha allen Menschen solche Zeiten der Besinnung und Reduktion empfahlen, ist es mehr als mutig, wenn manche Schulmediziner und einige Ärzte, die ihre Naturheilkunde seltsam eng interpretieren, ganze Konstitutionsgruppen von diesen Empfehlungen ausnehmen. Besonders Frauen, die sehr vom archetypisch weiblichen Pol geprägt sind und deren Lebensaufgabe genau in diesem Bereich liegt, können vom Fasten profitieren, auch wenn sie sich dabei naturgemäß schwerer tun, weil sie mit Erstverschlimmerungen rechnen müssen. Genau wie in der Homöopathie zeigen diese aber ziemlich sicher an, auf dem richtigen Weg zu sein.
Beim bewussten Fasten wird automatisch das Bindegewebe sauberer, die Seele freier und der Geist klarer. Es hat obendrein den Vorteil, dass es die Eigenverantwortung stärkt, den eigenen inneren Arzt anspricht und uns so auf Dauer unabhängiger von äußeren Ärzten macht. Jener Archeus, wie Paracelsus den inneren Arzt nannte, kennt uns viel besser und hat alle Zeit der Welt für uns. Mit ihm in guten Kontakt zu kommen, ist die beste Voraussetzung für ein gesundes Leben.
So wünsche ich Ihnen den Mut und die innere Kraft, zu einer Frühjahrskur auf allen Ebenen. Gut gereinigt kann das Jahr besser gelingen: Unsere Erfahrungen werden tiefer, unser Bewusstsein weiter, wir können höher hinauskommen und uns selbst dabei näher sein.