Angst

Angst ist etwas Urmenschliches. Man braucht das Phänomen der Angst keinem Kind zu erklären, es weiß vielmehr von Anfang an Bescheid. Obwohl mit sehr schlechtem Image behaftet, hat doch selbst die Angst ihre zwei Seiten und damit auch eine positive. Ohne Angst oder jedenfalls größtem Respekt vor Autos kann ein Mensch in einer Großstadt kaum überleben. Insofern ist diese Angst, aber auch die vor Feuer und tiefem Wasser für Nichtschwimmer eine lebenserhaltende. Um solch sinnvolle Angst, für die wir auch das Wort Respekt gebrauchen und die wir unseren Kindern möglichst früh beizubringen suchen, soll es in diesem Artikel nicht gehen und sie ist auch nicht das Thema des meines Buches Angstfrei leben- denn von dieser Art Respekt-Angst sollten wir gar nicht frei werden wollen.

Dann gibt es noch jene Seite der Angst, die viele Menschen fasziniert, die dazu führt, dass Millionen allabendlich vor dem Mehrheitsmedium Fernsehen hängen, wie früher an den Lippen von Geschichtenerzählern und sich an beängstigenden Szenarios von Action- und manchmal sogar Horrorfilmen ergötzen. Schon in der Ankündigung werben die Programmmacher mit der blanken oder nackten Angst, die hier zum Zuge käme. Hinter dieser (ver-)lockenden Angst steckt wohl das uralte Bedürfnis vor allem junger Menschen, auszuziehen, das Fürchten zu lernen, wie es das Märchen so deutlich sagt. In einer Gesellschaft, in der allmählich schon die Mehrheit nicht mehr erwachsen wird, sich an Kindernahrung an einschlägigen Schnellfutterstellen wie Fast-Food-Restaurants erfreut, wo Manager mit Pubertätsersatzritualen fit gemacht werden und bei jeder Gelegenheit junge „Männer“ für Kriegsspiele zu gewinnen sind, ist diese Angst Ausdruck eines Defizits an Erwachsensein und den entsprechenden Pubertätsritualen. Ausführlich habe ist das in „Lebenskrisen als Entwicklungschancen – Zeiten des Umbruchs und ihre Krankheitsbilder“ ausgeführt, und es soll hier ebenfalls nicht zentrales Thema sein.

Mit Angst im medizinisch-psychologischen Bereich ist eher die neurotische Angst gemeint, die einer Situation gar nicht adäquat ist. Tatsächlich stammt sie zumeist aus früheren Situationen, hat sich sozusagen in der Zeit verirrt, wie ja vielfach Neurosen Zeitverirrungen darstellen. Zwangssymptome sind oft auf frühere verpfuschte Rituale zurückzuführen und Psychosen meist ganz offensichtliche Zeitverirrungen. Blüher hielt die Neurose generell für ein verpfuschtes Ritual.

Nach meiner Einschätzung, die wesentlich von der 30-jährigen Erfahrung mit der Reinkarnationstherapie geprägt wurde, ist eine frühe Basis unserer Angst die Erfahrung mit Enge bei der eigenen Geburt. Möglicherweise hat ein Kind auch schon frühere traumatische Erfahrungen, etwa im Rahmen von gescheiterten Abtreibungsversuchen, mit der Geburt kommt aber auf alle Fälle Angst ins Spiel (des Lebens). Kind muss die schlaraffenlandartige Situation der frühen und mittleren Schwangerschaftszeit aufgeben, wo es sich in gleichsam unendlicher Weite und wohliger Wärme um nichts zu kümmernd brauchte. Alles, was es benötigte, floss ihm über die Nabelschnur von selbst, rechtzeitig und reichlich zu. Dann aber muss es mit dem Nahen der Geburt die Weite mit zunehmender Enge tauschen und vom freischwebenden Zustand in extreme Anspannung wechseln. Spätestens mit den Senkwehen sollte es sich auf den Kopfsprung in die polare Welt der Gegensätze einstellen. Der Kopf verliert jetzt jede Bewegungsfreiheit und wird im kleinen Becken der Mutter fast wie in einem Schraubstock eingepfercht. Stanislav Grof, der tschechische Psychiater, beschreibt diese Phase der Geburt als extreme Traumatisierung, und wir erleben in der Schattentherapie, während der immer die eigene Geburt durcherlebt wird, ähnliches. Solange die mütterlichen Wehen nicht weiter produktiv sind und keinen Raumgewinn fürs Kind bringen, sondern ihre ganze Kraft bei der Eröffnung des Gebärmuttermundes erschöpfen, fühlt sich das Kind in einer aussichtslosen Situation. Es sieht im wahrsten und im (Ur)Sinn des Wortes kein Licht am Ende des Tunnels, und in dieser Situation entsteht natürlicher Weise Angst. Hinzu kommt das extreme Engegefühl, da sein Köpfchen, von allen Seiten eingespannt, und wie gegen ein Hindernis voran gepresst wird. Diese Enge ist gleichbedeutend mit der Urangst des Menschen, was bis in die Sprache hinein nachvollziehbar ist. Im Lateinischen heißt angustus eng und ist zugleich als Quelle unseres Wortes Angst auszumachen.

Wichtig ist zu erkennen, dass an dieser ersten Angst verbunden mit der Urenge niemand Schuld trägt. Sie gehört offenbar zum Leben, so wie es zum Leben gehört, Angst überwinden zu lernen. Auch jeder spätere Übergang im Leben braucht Mut und die Kraft, die Angst vor dem Neuen, noch völlig Unbekannten zu überwinden und wie das Kind bei der Geburt, den Kopfsprung ins Leben bzw. auf dessen nächste Stufe zu wagen. Auch in der Pubertät kann es im übertragenen Sinn sehr eng werden und eine schwere Geburt anstehen. Wohl aus diesem Grund inszenieren die Menschen archaischer Kulturen, die wir so fälschlich Primitive nennen, diese Engesituationen mit all der dazugehörigen Angst absichtlich in Ritualen. Jugendliche werden vorsätzlich im Rahmen von Pubertätsriten in Angst und Schrecken versetzt. Erst wenn sie mit dieser Panik fertig geworden sind, d.h. wenn sie dem Naturgott Pan Stand gehalten haben, können sie im Rahmen des rituellen Geschehens auf die andere Seite des Grabens ins Neuland der nächsten Entwicklungsstufe gebracht werden. Für uns völlig verblüffend, sind sie danach wirklich erwachsen, während wir unseren jungen Leuten solchen und möglichst auch jeden anderen Schrecken ersparen (wollen) und uns wundern, dass sie nicht erwachsen werden und auch nicht mit Angst umgehen können.

Wer die Enge der Geburt nicht bewusst verarbeiten konnte, meist weil alles zu schrecklich und unerträglich war, läuft immer wieder Gefahr, mit neuerlichen Engegefühlen konfrontiert zu werden. Man kann darin eine Gemeinheit des Schicksals sehen, einem immer gerade die Aufgaben zuzuschieben, mit denen man noch nicht zurechtkommt, es ließe sich darin aber auch ein weises Walten der Schicksalsmacht erkennen. Denn auch in der Schule konfrontieren wir Kinder immer wieder gerade mit den Aufgaben, die sie noch nicht bewältigt haben. So ähnlich kann man sich auch die Schule des Lebens vorstellen mit einem großen Lehrer oder einer entsprechenden Lehrerin, die in Weisheit darüber wachen, dass jeder lernt, was der Lehrplan für ihn vorsieht. In der Lebensschule sind die Lehrpläne allerdings so individuell gestaltet, dass wir leicht den Überblick über den Stoff verlieren und ins Werten und damit in Ablehnung der anstehenden Aufgaben geraten. Daraus resultieren dann Krankheitsbilder und Krisen. Und leider gibt es eine große Zahl von Menschen, die ihr Geburtstrauma nicht überwunden haben und damit prädestiniert für Angst sind.

Das Schicksal hat für jeden, der es sehen will, ziemlich offensichtlich die Tendenz, uns so lange mit Unbewältigtem zu konfrontieren bis wir nachgeben und lernen. Erst wenn wir die Lektion geschafft haben, kehrt bzgl. dieses Themas Ruhe ein und das nächste kommt auf uns zu. Wir haben lediglich die Wahl, ob wir freiwillig oder gezwungenermaßen lernen. Menschen, die sich für erstere Lösung entscheiden, haben ein subjektiv erfreuliches und vor allem erfülltes Leben, letztere ein subjektiv schreckliches. Dabei kann es gut sein, dass beide genau die gleichen Aufgaben bewältigen müssen.

Die Überwindung der Enge und Angst ist uns also von Anfang an Aufgabe. Gelingt uns das schon bei der Geburt nicht, werden wir es weiterhin mit dem Engethema zu tun bekommen. Nun ist das Schicksal bei seinen Inszenierungen durchaus nicht nur auf die physische Ebene angewiesen, sondern wird sehr wohl auch auf seelische und soziale Engpässe setzen. Wer mit der unverarbeiteten Grundangst der Geburt im Leben unterwegs ist, kann nicht nur in Straßenstaus und engen U-Bahnschächten, Liften und Drängeleien in engen Kaufhausgängen therapiert werden, für ihn mag es auch partnerschaftlich immer wieder eng werden oder im beruflichen Umfeld. Wer gelernt hat, die erste Enge des Geburtskanals auszuhalten und zu bewältigen, wird dagegen auch in diesen Situationen Ruhe bewahren und folglich eher zu den Siegern gehören. Wenn ein Abteilungsleiter seinen 45 Mitarbeitern mitteilt, im Laufe des nächsten Jahres würden 20 von ihnen „freigestellt“, haben einige die innere Sicherheit, gewiss nicht dazu zu gehören, während andere sich sofort angesprochen fühlen in ihrer immer lauernden Angst bzgl. Engesituationen. Das hat natürlich gar nichts mit der Ausbildung oder den Fähigkeiten zu tun, die man in die bedrohte Arbeitssituation einbringen kann. Allerdings wird ein ausgeprägtes Urvertrauen auch die Fähigkeit, im richtigen Augenblick, das richtige zu tun, deutlich erhöhen und so schon von daher die Chancen verbessern.

An diesem Punkt spielt das Thema Ur- und Selbstvertrauen herein, das sich in der eigenen Selbstsicherheit spiegelt. Wer gutes Urvertrauen hat, wird für Enge und Angstsituationen weniger empfänglich sein als jemand, der auf wenig bis keine Selbstsicherheit zurückgreifen kann. Urvertrauen entsteht im allgemeinen noch vor der Angst. In der schon angedeuteten Situation im Mutterleib, wo das noch Ungeborene in der weiten Freiheit der Fruchtblase schwerelos schwebt und automatisch alles bekommt, was es braucht, kann sich dieses Urgefühl von Vertrauen bilden, falls diese Situation nicht von außen gestört wird. Solche Störquellen können von so gravierenden Dingen wie Abtreibungsversuchen und -gedanken bis hin zu so scheinbar harmlosen wie Geschlechtswünschen der Eltern reichen. Wenn beide Eltern sich einen Stammhalter wünschen und ein kleines Mädchen weiß neun Monate lang, dass es bei der Geburt ihre große Enttäuschung sein wird, kann es kein oder kaum Urvertrauen entwickeln, es fühlt sich vielmehr falsch bzw. mindestens am falschen Ort.

Während die Grundangst in bewusstem neuerlichen Durchleben der Geburt noch recht gut angegangen werden kann im Rahmen von Therapien, die diesem Thema Raum geben, ist es mit dem Nachbereiten von Urvertrauen nicht so einfach. Das Kind erlebt sich in den ersten Monaten seines Lebens noch eins mit der Mutter und hat so Einheitserfahrungen, Grof spricht in diesem Zusammenhang von ozeanischen Gefühlen, wir erleben in der Therapie in dieser Zeit oft ekstatische Empfindungen und rauschhafte Erlebnisse von Einssein mit allem. Später ist es natürlich auch noch möglich, solche Erfahrungen zu machen, aber leider bei unserer Lebensform nicht so naheliegend. Alle sogenannte Gipfelerlebnisse (peakexperiences nach Maslow) gingen in diese Richtung und könnten zum Urvertrauen beitragen. Aber auch jede Form von Einheitserfahrung, die sich im Rahmen von Meditationen oder Exerzitien ereignen oder beim Versinken in ekstatische Sport- oder Musikerlebnisse, können nachträgliches Urvertrauen schaffen.

Opfer von Angst werden also bevorzugt Menschen, die weder mit gesundem Urvertrauen gesegnet sind, noch ihr Geburtstrauma bewusst verarbeiten konnten. Mit der Zeit kann sich, gleichsam gespeist aus dem Energiereservoir der Grundenge, das Angstgefühl auf die verschiedensten Situationen übertragen. Dass immer Enge mit im Spiel ist, lässt sich daran erkennen, wie sich der Atem verändert und es zumeist schwieriger wird Luft zu bekommen, eben weil sich die Luftwege tendenziell verengen. Besonders deutlich wird das bei Asthma bronchiale. Man könnte Angst fast über diese Atemstörung definieren. In der Angst stockt einem der Atem oder es verschlägt einem den Atem oder man muss bewusst tief durchatmen, um mit etwas fertig zu werden. Wo man dagegen frei atmen kann, ist keine Angst. Der indische Mahatma, was zugleich große Seele und großer Atem heißt, hat im allgemeinen keine neurotische Angst, sondern lebt eine beeindruckende Offenheit, die sich vor allem seelisch zeigt, aber eben auch in seinem großen und freien Atem. Das mag einer der Gründe sein, warum die indische Tradition die Atemschulung auf dem Entwicklungsweg so betont. Auf diesem Weg gilt es natürlich auch, die Ängste hinter sich zu lassen.

Eine in meiner Arbeit und in unserer Lebensschule wichtige Erfahrungsebene bietet dazu die Atemtherapie des verbundenen Atems. Sie ist u.a. die Kehrseite eines mit Angst verbundenen Krankheitsbildes, nämlich der Hyperventilationstetanie. Bei dieser Symptomatik beginnt ein Mensch in einer Situation, die ihm Angst macht, mehr zu atmen, als ihm auf den ersten Blick gut tut. Nach kurzer Zeit wird er auf Grund der sich ändernden Stoffwechsellage, wie die schulmedizinische Erklärung lautet, in Krämpfe fallen. Von außen betrachtet erkennt man oft sehr deutlich die Angst in den Augen der Betroffenen und eine eigenartige Körperhaltung, die an die Stellung des Embryos kurz vor der Geburt erinnert. Tatsächlich nimmt der erwachsene Körper diese lange zurückliegende Haltung ein beim Versuch, noch einmal und jetzt erfolgreicher die Urenge der Geburt zu durchleben.

Während meines Studiums, also lange bevor ich mich mit deutender Medizin beschäftigte, habe ich in einem Flugzeug solch eine Situation erlebt. Die einschlägigen schulmedizinischen Medikamente waren nicht an Bord und den Versuch der Rückatmung in eine Plastiktüte machte der völlig verängstigte Fluggast in seiner Panik mit letzter Kraft zunichte. So blieb mir nichts anderes übrig, als neben ihm sitzend beruhigend auf seinen Ausatem einzuwirken. Mein „Patient“, ein großer voluminöser Mann, hatte sich inzwischen völlig in die Embryohaltung eingerollt und atmete in seinen Krämpfen maximal. Erst nach längerer Zeit hatten meine Anstrengungen Erfolg und plötzlich fielen innerhalb von Sekunden alle Krämpfe von ihm ab und er wechselte aus seiner Haltung der Enge und dem Gefühl des Unglücks in eine beeindruckende Entspannung. Auf seinem Gesicht spiegelte sich ein mir damals völlig unerklärliches Glücksgefühl. Ohne es noch zu verstehen, war ich Zeuge einer Atembefreiung geworden. Der Fluggast hatte sich selbst therapiert. Indem er durch das Engegefühl hindurch geatmet hatte, war sein Geburtstrauma ein gutes Stück gelöst worden. Hätte ich ihn mittels Kalzium- oder Valiumspritze aus dieser Situation „befreit“, wäre er körperlich weiterhin stecken geblieben, und die Situation wäre bei jeder Gelegenheit wieder aufgetreten. Das ist ja leider auch die Erfahrung der Schulmedizin bei ihren Behandlungen der Hyperventilationstetanie, die aus einer anderen Perspektive als Selbstbefreiungsversuch des Organismus aus dem Geburtstrauma zu sehen ist.

Hätte der Fluggast seine Angst vor der Enge des Flugzeuges, vor dem Start oder dem Fliegen ganz allgemein z.B. gegenüber einer Stewardess angesprochen und damit ausgedrückt, wäre ihm die Situation wahrscheinlich erspart geblieben. So aber hatte er versucht, sie zu überspielen, hatte einen Drink bestellt und an seinen mitgebrachten Akten zu arbeiten begonnen. Nun war das Schicksal aktiv geworden und hatte der unterdrückten Angst Raum verschafft. Nachdem er sich in die Krämpfe hinein geatmet hatte, bekam die jetzt unübersehbare Angst Anerkennung, die soweit ging, dass über Lautsprecher im Flugzeug nach einem Arzt gefahndet wurde. Die meisten Zahnärzte kennen diese Situation und gehen mit ihr routiniert um. Während Psychotherapeuten oft Probleme haben, Angstpatienten in der Therapiesituation mit ihrer Angst zu konfrontieren, gelingt das den Zahnärzten zumeist ganz nebenbei. Sie lassen die Patienten nun aber nicht bis in eine Tetanie hinein atmen, sondern sprechen die Angst an und geben ihm so eine Möglichkeit, sie auszudrücken und damit von der Körperbühne fernzuhalten. An solchen Beispielen lässt sich besonders gut zeigen, wie rasch der Körper zur Bühne für im Bewusstsein nicht akzeptierte Themen wird. Krankheit kann uns also als Sprache der Seele und als Symbol auch die Angst entschlüsseln helfen.

Angstsymptome und insbesondere sogenannte Phobien sind geradezu ein klassischer Beleg für die Symbolkraft der Symptome. Wer mitten in Deutschland Angst vor Spinnen hat, ist offensichtlich irgendwie nicht gut informiert, denn offensichtlich gibt es hier überhaupt keine gefährlichen Spinnen. Es ist vielmehr das Wesen der Spinne, das hier Angst hervorruft. Die Spinne erinnert in ihrer aus Menschensicht unguten, ja hinterhältigen Art des Fallensstellens an das eigene verdrängte Spinnenwesen, und das macht Angst, solange es einem unbewusst ist. Ähnlich wäre die fast ebenso unlogische Schlangenphobie einzuschätzen. Die letzten verhärmten bayrischen Kreuzottern sind wirklich keine Bedrohung für uns, sondern fliehen bei jeder Gelegenheit. Trotzdem haben nicht wenige Menschen bei uns panische Angst vor Schlangen. Auch hier wird das eigene, nicht eingestandene Schlangenwesen, das Verführerische und Unehrliche, ängstlich unterdrückt, und die Schlange in ihrer Symbolik lässt dieses bereits biblische Thema wieder auftauchen. Hier wird Krankheit direkt als Symbol erfahrbar, und der Lösungsweg zeichnet sich im Sinne der deutenden Medizin ab. Wo ängstliche Enge herrscht, müsste Weite und Offenheit einkehren. Wenn ich mich meinem eigenen Spinnen- oder Schlangenwesen oder welchem unterdrückten Thema auch immer öffne, kann ich die entsprechende dazugehörige Angst loslassen. Wo ich aber das Grundproblem der Enge, die Geburt bewältige, kann ich meiner Grundangst die Basis entziehen.