Allergien und ihr psychosomatischer Hintergrund

Individuelle Krankheitsbilder verraten Probleme und Lernaufgaben des jeweiligen Kranken. Krankheitsbilder, die große Bevölkerungsteile betreffen, enthüllen zusätzlich Probleme der Gesellschaft. Allergien haben enorme Zuwachsraten. In nur drei Jahrzehnten haben sie sich verfünffacht. Zur Zeit meines Examens waren 8 % der Bevölkerung betroffen, heute über 40 %. Ähnlich wie Entzündungen, wo Erreger eindringen und sich mit der Körperabwehr erbitterte Gefecht liefern, sind Allergien aggressive Auseinandersetzungen. Statt Erregern werden hier harmlose Stoffe, eben Allergene, vom Immunsystem bekämpft. Unterschiedlich ist die Reaktionszeit bis zur einsetzenden Gegenwehr. Bakterieninfektionen führen erst nach der sogenannten Inkubationszeit zum Kampf, bei Allergien bricht der Krieg sofort aus. Während das Abwehrsystem bei Entzündungen an den Angreifern erst Maß nimmt, um mit dieser Information in seinen Waffenschmieden Antikörper herzustellen, sind Allergiker immer schlagfertig. Hochgerüstet sind sie jederzeit kampfbereit. Beim geringsten Kontakt mit Allergenen, entfesseln sie ihr vorbereitetes Arsenal spezifischer Lenkwaffen, die sich in Kamikaze-Manier auf Allergene stürzen und mit ihnen zusammen untergehen. Im Gegensatz zu Entzündungen ist der Kampf des Immunsystems bei Allergien hoffnungslos. Millionenheere von Pollenallergiker haben keine Chance, Pollen nur minimal zu reduzieren. Nachhaltige Erfolge der Pollenallergiker wären auch das Ende jeden Frühlings, allen Pflanzenwachstums und damit Lebens. Weil der Kampf gegen Allergene aberwitzig ist, empfehlen Schulmediziner Vermeidungsstrategien. Im Frühjahr folgt auf Nachrichten und Wetterberichte Kriegsberichterstattung für Allergiker. Warnung vor Pollenflug wollen animieren, sich vor Pollen zuhause zu verkriechen. Wie in Kriegszeiten vor feindlichen Bomben sucht man Schutz vor Allergenen in Privatbunkern.

Allergiker fühlen sich bei solchen Strategien eigenartig im Recht. „Nehmen Sie die Biester weg, ich bin allergisch!“ fauchte ein Allergiepatient, weil Katzen ins Wartezimmer eingedrungen waren. Ich versicherte ihm, dass diese Biester unsere Katzen und ganz in Ordnung seien und das Problem offensichtlich und einseitig bei ihm läge. Überrascht, weil gewöhnt mit Projektionen seines Problems auf böse Katzenbiester durchzukommen, meinte er, die Therapie habe wohl schon begonnen. Tatsächlich muss erfolgreiche Allergietherapie zur Rücknahme der Projektionen führen.
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Zusammenfassung: Allergiker sind hochgerüstet und leiden – unbewusst – unter erheblichem Aggressionsstau, den sie gegen objektiv harmlose, d.h. eingebildete Feinde richten. Die Symbolik ihres zum Feind erklärten Allergens birgt den Schlüssel zum Aggressionsproblem.

Inzwischen gibt es eine fast unübersehbare Zahl von Allergenen. Das Wesen „allergischer“ Kriege enthüllt sich bei Betrachtung klassischer Allergene wie Penicillin und Äpfel, Pollen und Hausstaub, Katzenhaare und Erdbeeren. Die Lösung in Bild beziehungsweise Symbolik zu suchen, ist sogar wissenschaftlich sinnvoll, denn heute ist bekannt, dass Bilder etwa einer rauchenden Lokomotive Asthma auslösen können. Außerdem wissen wir, wie wichtig Bewusstsein für Allergieentstehung ist. Tiefe Narkose lässt die allergische Reaktionsbereitschaft schwinden wie auch tiefe Psychosen. Selbst das Immunsystem braucht das äußere Bild, die Erscheinungsform der Allergene, weil sich seine Antikörper auf Außenstrukturen der feindlichen Stoffe einstellen.

Urprinzipielles Verständnis entlarvt Allergene: Blütenpollen sind als männlicher Pflanzensamen Befruchtungsmaterial. Katzen, deren Fell häufig allergische Reaktionen heraufbeschwört, sind bekannt als Schmuse- und Wildkatzen. „Falsche Katze“ hat zusätzlichen negativen Beigeschmack. Kuscheltiere für Kinder sind ohne weiches Fell wirkungslos. Animalisch erotische Ausstrahlung kommt auch in Pelzmänteln zum Tragen. Ginge es um Schutz vor Kälte, wie oft behauptet, wäre das Fell – wie von Eskimos – nach innen zu tragen. Ist bei Katzen die venusisch-verspielte Komponente im Vordergrund, geht es bei Hundefell um marsisch-aggressive Energie, während Pferde Triebhaftigkeit symbolisieren, die Reiter zwischen ihren Schenkeln beherrschen. Symbolisch gehören auch Früchte wie Kirschen und Erdbeeren in den Bereich des geschlechtlich-sexuellen. Ihre pralle auffällige venusisch-marsische Farbe verrät es. Manches Früchtchen lebt weniger von botanischer als erotisch-frecher Symbolik und liefert Stoff für Zitate wie von Francois Villon: „Ich bin so wild auf deinen Erdbeermund….“

Bei Penicillinallergie ist Betroffenen nicht bewusst, dass sich dahinter der Schimmelpilz Aspergillus penicillinum verbirgt. Selbst Kleinkinder können schon darauf reagieren. So lassen sich symbolisch Allergene zwanglos unter „Schmutz“ und unterweltliche Kräfte zusammenfassen. Besonders deutlich ist Hausstaub als Kot von Milben. Psychotherapien enthüllen wie Betroffene in Symbolen ihr Thema bekämpfen. Den Zusammenhang nicht bewusst zu durchschauen, sondern ihn sogar vehement zu bestreiten, ist typisch. Themen sinken erst in den Körper, wenn sie aus dem Bewusstsein verdrängt wurden. Unser Unbewusstes arbeitet keineswegs logisch und nicht einmal chronologisch, sondern analogisch und orientiert sich an Symbolik. So wird das Thema Schmutz auch im Gegenpol „Waschpulver“ erkannt, da für das Unbewusste Gegensätze zwei Seiten dergleichen Medaille sind.

Das ist auch die Brücke zur Erklärung vieler neuerer Allergien. Vor 20 Jahren, als Lebensmittel noch nicht wirksam auf Schadstoffe kontrolliert wurden, kannten wir kaum Lebensmittelallergien. Heutzutage mit strikten Kontrollen gibt es dagegen viele entsprechende Allergien. Inzwischen herrscht breites Bewusstsein für Schadstoffe in Nahrungsmitteln. Das ist die Grundlage der Allergieentstehung. Ähnlich bei Arzneimitteln, wo es nunmehr zunehmend Allergien gibt. Die Luftverschmutzung in Großstädten war ebenfalls vor 30 Jahren stärker, heute aber gibt es gerade hier Heuschnupfen, nicht auf dem heureichen Land. Pollen sind nicht nur Samensymbole, sondern auch Staub- und Schmutzfänger. Ähnlich bei Farben und Lösungsmitteln, die – inzwischen vergleichsweise harmlos – trotzdem immer mehr allergische Probleme heraufbeschwören, weil als Gefahr bekannt. Im Nachschlagewerk „Krankheit als Symbol“ finden sich die Be-Deutungen weiterer Allergene.

Entscheidend ist das herrschende Bewusstsein, das sich keineswegs auf den einzelnen Bürger zugänglichen Wissensspeicher beschränkt. Schatten-Psychtherapien zeigen die Verbindung vom Unbewussten zum kollektiven Wissen.

Art und Lokalisation der Allergie sind ebenso deutlich. Asthma bronchiale ist deutlich von Neurodermitis unterschieden. Während ersteres mit überblähtem Brustkorb und Überbetonung des Einatems Machtthematik verkörpert und den Versuch vor lauter Nehmen das Geben zu vergessen, geht es bei letzterer um (Ab-)Grenzkonflikte. Beide Krankheitsbilder betreffen unsere Kontaktorgane, Haut und Lunge – eine Gemeinsamkeit fast aller allergischen Symptome. Ein weiteres zentrales Thema ist Kontakt, denn auch Lebensmittelallergien treffen mit Schleimhaut noch Haut, wenn auch innere. Bei jeder Allergie ist darüberhinaus zu hinterfragen, wann sie zuerst auftrat und was damals im Leben anstand. Wichtig ist weiter, bei welchen Gelegenheiten sie heute vorkommt, was sie im Leben verhindert, wozu sie zwingt und folgende Fragen: „Warum passiert gerade das, gerade mir, gerade jetzt?
Selbst wenn es keine zwei gleichen Allergien gibt, haben doch alle als Grundthema verdrängte Aggression, die sich unbewusst im frustranen Kampf gegen den Schmutz dieser Welt austobt. Vergeblich ist dieser Kampf, weil Dunkelheit genauso zur Welt gehört wie Helligkeit und erst Ganzheit ermöglicht. Dass die Bekämpfung der Geschlechtlichkeit keinen Sinn macht, liegt auf der Hand. Würden die Allergiker gegen ihre Allergene siegen, würde alles Wachstum der Natur ausfallen und die Menschheit aussterben.

Als wundervolle Unterstützung bei Allergien hat sich die Umstellung auf „Peace-Food“, wissenschaftlich begründete pflanzlich-vollwertige Kost erwiesen.