Aggression als Chance

In einer Zeit, wo Krieg wieder als Mittel zur Durchsetzung offensichtlicher Machtinteressen salonfähig wird, mag ein Titel wie „Aggression als Chance“ etwas besonders Provozierendes haben. Natürlich habe ich ihn nicht in dem Sinne gemeint, Aggression als die Chance zu verstehen, seinen Einfluss auf fremde Ölquellen mit Gewalt durchzusetzen, sondern in der Richtung, die Möglichkeiten des Urprinzips Mars im positiven Sinn zu verwirklichen. Kaum irgendwo tun wir uns aber so schwer wie bei diesem Prinzip, seine lebensförderliche Seite zu erkennen – individuell wie kollektiv.

Während Politiker Situationen immer wieder bis zum Krieg eskalieren lassen, hetzen Millionen Bürger ihre Immunsysteme in erbitterte Kriege gegen harmlose Allergene im Rahmen der ständig zunehmenden Allergien. Der Zusammenhang zwischen Krieg im Außen und Krankheitsbildern wie Infektionen und Allergien im Innern wird unter dem Gesichtspunkt der spirituellen Philosophie durchschaubar und könnte ein dankbarer Ansatz für Konfliktlösungen auf beiden Ebenen werden. Als ich kürzlich in Zeiten offensichtlicher Kriegsvorbereitungen bis hin zur Kriegstreiberei das gleichnamige Buch „Aggression als Chance“ schrieb, wurde mir bewusst, wie wenig wir noch von diesem Prinzip verstanden haben, das man in der Antike dem Kriegsgott Mars unterstellte. Wir haben es so sehr vernachlässigt, dass es uns heute vor allem in seinen negativen Auswüchsen wie Krieg und Krankheit bedroht. Dieses scheußliche Gesicht des Marsprinzips wollen wir dann erst recht nicht wahr haben und verdrängen es weiter. Vor Krieg und seinem Elend verschließen wir die Augen, Krankheit und das dazugehörigen Leiden unterdrücken wir – wo immer möglich – mittels schulmedizinischer allopathischer Medikamente. Ob wir mit Antiterroreinheiten äußere Gegner jagen oder mit Antibiotika innere, bleibt sich im Prinzip gleich. Diese Art von Unterdrückung kann nie zur Lösung der Konflikte führen, sondern sie nur verdrängen, wobei sie dann weiter drängen – nur eben auf andere Ebenen.

Überall in der Welt und auch im Mikrokosmos unseres eigenen Organismus können wir diese Verschiebung heute beobachten. Solch konsequente Unterdrückung lässt aber die Aggression im Schattenbereich weiter eskalieren. So verlagert sich die Aggressionsenergie zum Urprinzip des Pluto, einer Art nach innen gerichtetem Mars. Wo das Marsprinzip für Explosionen sorgt, tendiert das Plutonische zum Implodieren, wo Mars die Aggression nach außen richtet, setzt Pluto auf Autoaggression. Von einem archetypischen Gesichtspunkt aus gehört das Marsprinzip zum Yang- oder männlichen Bereich, das des Pluto zum Yin- beziehungsweise weiblichen Bereich.

Auf diese Weise erleben wir, wie sich in der Medizin zunehmend der Schwerpunkt von Infektionen zu Allergien verschiebt und wie in der Welt Kriege alter Facon in Bürger-, Guerilla- und Terrorkriege ausarten, die die herkömmlich trainierten Militärs nachgerade hilflos machen ähnlich wie die Schulmediziner den entsprechenden Autoaggressionskrankheiten von den Allergien über Rheuma bis zur Depression eher ohnmächtig gegenüber stehen. Die militärischen Fähigkeiten der regulären Armeen waren in der Vergangenheit dermaßen gestiegen und hatten zu solcher Überlegenheit geführt, dass sich die potentiellen Gegner etwas einfallen lassen mussten und so nahmen sie – wohl intuitiv – Zuflucht zum Prinzip des Pluto, was sie unsichtbar und „hinterhältig“ werden ließ.

Ähnlich ergeht es uns bei den inneren Kriegen der Infektionen durch Erreger. In dem Maße wie wir – in den Antibiotika und Antimykotika – immer bessere Waffen fanden, wandelten sich die Erreger und damit die Probleme. Selbst die Bakterien und Pilze, die einzigen gegen die schulmedizinische Waffen wirklich durchschlagende Wirksamkeit haben, wurden durch Umbau ihres Innenlebens vielfach resistent. Zunehmend traten auch andere Feinde auf den Plan wie Viren und in letzter Zeit auch Brionen. Vor allem aber verschob sich der Schwerpunkt in Richtung Autoaggression. Wir wissen heute, dass wir durch Antibiotikagaben in den ersten beiden Lebensjahren das Allergierisiko bei den solcherart Behandelten um mehr als 50 % erhöhen. Wenn solche frühen Behandlungen nicht auf lebensbedrohliche Situationen beschränkt bleiben, handelt es sich also eher um Mis-handlungen in des Wortes ursprünglichem Sinn. Was all die 5 und 6-fach Impfungen diesbezüglich anrichten, lässt sich kaum abschätzen, denn selbstverständlich werden die Folgen des Impf(un)wesens in dieser Hinsicht nicht untersucht. Die Schulmedizin müsste die Ergebnisse fürchten und könnte in keinem Fall davon profitieren.

Nun lohnt es aber nicht, auf irgendwen zu projezieren, sondern es geht – wie im gleichnamigen Buch – vielmehr darum, Wege zu einem neuen tieferen Verständnis von Aggression aufzuzeigen. Natürlich wäre es soviel leichter, auf die anderen in den oberen Rängen von Medizin, Politik oder Wirtschaft zu projezieren als sich an der eigenen Nase zu fassen. Allerdings bietet nur letzteres wirkliche Chancen.

Schauen wir uns die Ausgangslage für Patienten an. Wer seine Allergiesymptome mittels schulmedizinischer Mittel wie Antihistaminika und Kortison unterdrückt, hat zwar kurzfristig seine Ruhe, aber er bekommt mittel- bis langfristig erhebliche Probleme auf Grund der Nebenwirkungen dieser Medikamente. Wer dagegen sein Aggressionsproblem löst, hat nicht nur seine Ruhe vor den Symptomen, er setzt auch all die im allergischen Geschehen gebundenen Energien frei und kann sie für konstruktive Einsätze nutzen.

Die jetzige Jahreszeit des Frühlings ist die beste Zeit, um die positiven Aspekte des Aggressionsprinzips kennen und schätzen zu lernen. Es ist die Zeit, wo die Knospen ihre Hüllen „sprengen“, die Säfte steigen und die Bäume „ausschlagen“. Der Salat „schießt“ sogar, und niemand nimmt es ihm übel, obwohl es doch reichlich aggressiv ist. Wer würde hier die üblichen Wertungen benutzen und etwa behaupten, Millionen aggressiver Keimlinge durchbohrten auf bösartige Weise die unschuldige Mutter Erde.

Wenn wir nicht gerade Pollenallergiker sind, genießen wir die marsischen Kräfte des Frühlings als die Geburtswehen eines neuen Jahres. Alles neue braucht diese Marskräfte zum Durchbruch. Ohne sie kann kein Kind geboren werden und auch kein Tier das Licht der Welt erblicken. Viele Berufe wie etwa der des Unternehmers leben von der Marsenergie und dem Mut, der dazu gehört, etwas neues anzufangen. Aber auch Rechtsanwälte, die sich von Berufs wegen streiten müssen, leben von dieser Energie, wie auch Zahnärzte, die mit spitzen, scharfen und einschneidenden Werkzeugen an unseren Waffen im Mund tätig werden. Und es ist natürlich gut, wenn ihre Spritzennadeln spitz und die Skalpelle der ebenso auf Mars angewiesenen Chirurgen scharf sind. Alles andere würde ungleich mehr weh tun und Mars auf eine noch weniger akzeptable Ebene ausweichen lassen, denn natürlich gehören auch die Schmerzen in sein Ressort. Im Sport verrät schon die martialische Sprache der Reporter, wie sehr hier das Prinzip der Aggression im Mittelpunkt steht. Da wird ein guter Tor“jäger“ als Bomber bezeichnet und sein „Schuss“ als „Bombe“, da wird angegriffen und verteidigt und es kommt reichlich zu Verletzungen – nicht nur beim Boxen, das fast ausschließlich von Marsenergie lebt.

Wer mutig lebt und die heißen Eisen seines Lebens in Angriff nimmt, wer zupackt und Widerstände als willkommene Herausforderungen erlebt, hat gute Chancen von der Marsenergie zu profitieren und sich im Leben durchzusetzen. Nichts spricht gegen schnelle Reaktionen, rasche Entscheidungen und mutige Schritte in Neuland. Wie lähmend der Mangel an Marsenergie sich auswirkt, sehen wir an der deutschen Wirtschaftssituation der letzten Jahre, die unter einem eklatanten Mangel an Entscheidungen litt. Ent-scheidung meint aber nichts anderes als das Schwert – im übertragenen Sinne – aus der Scheide zu ziehen und loszulegen.

Die gespenstisch rasch zunehmenden Allergien verdeutlichen uns den Übergang vom Krieg zum Bürgerkrieg und damit vom Mars- zum Plutoprinzip. Während bei der Infektion noch potentiell gefährliche Erreger von der körpereigenen Abwehr attackiert werden, zielt der Kampf bei den Allergien auf zumeist harmlose Allergene, die lediglich symbolisch gefährlich für die Betroffenen sind. Hier sind die Hauptschäden auch nicht durch potentielle Feinde sondern durch die eigene Abwehr verursacht. Das eigene Immunsystem gefährdet mit seiner überzogenen Reaktion das ganze System – vergleichbar einer sich gegen das eigene Volk wendenden Armee, die einen Bürgerkrieg vom Zaun bricht. Beim Asthma bronchiale macht die eigene Reaktion das Leben eng und bedroht es oft sogar. Die Hustenstöße verdeutlichen, wie sehr die Betroffenen ihrer Umwelt „etwas husten“ wollen. Bei der Neurodermitis zeigt der „Ausschlag“, dass es auch hier darum geht, Aggression zu äußern und aggressive Inhalte auszudrücken. Im Sinne von „Krankheit als Symbol“ muss der Körper immer dann einspringen, wenn die Seele die Auseinandersetzung mit einem Thema verweigert.

Die Pollenallergiker machen körperlich klar, wie sehr sie die Nase voll haben, wenn die vitalen Kräfte des Frühlings auch in ihnen zunehmen wollen. Sie machen gegenüber der Neugeburt des Jahres dicht und bekämpfen die Speerspitzen des neuen Lebens in Gestalt der Pollen bis aufs Blut. Der sogenannte Heuschnupfen richtet sich gegen die Fruchtbarkeitssymbole der Natur und verbirgt nur schwach die unbewusste Aversion der Betroffenen gegen die Tiefen des geschlechtlichen Lebens. Reife Früchte wie Erdbeeren zu bekämpfen, zeigt ähnliche Bestrebungen, geht es doch auch hier um den symbolischen Hintergrund. Wer eine Lolita ein „Früchtchen“ nennt, hat ebenfalls weniger Botanisches als Menschliches im Auge. Und all jene Allergiker, die Tiere und deren Haare bekämpfen, zielen dabei auf die animalisch-erotische Wirkung von Fell. Würde es bei Pelzmänteln wirklich um Wärme gehen, müsste man das Fell auch nach innen tragen wie es Eskimos tun.

Eine weitere Eskalationsstufe des Aggressionsprinzips sind jene Autoaggressionskrankheiten, die auch von der Schulmedizin so genannt werden und bei denen das Immunsystem eigene Körperstrukturen als fremd einstuft und bis auf den Tod bekämpft. Hier ist das Plutoprinzip voll in seinem Element – der Organismus zerstört sich selbst von innen heraus. Die Hilflosigkeit der Medizin bei Krankheitsbildern aus diesem Bereich wie etwa MS und Lupus, aber auch Rheuma entspricht der der Politiker gegenüber dem aktuellen Terrorismus.

Sowohl Medizin als auch Politik könnten enorm davon profitieren, die beiden Prinzipien Mars und Pluto bis in deren Tiefen zu verstehen, wo auch ihre erlösteren Seiten deutlich würden. Das Buch „Aggression als Chance“ hilft, mit beiden Prinzipien und den sich aus ihnen ergebenden Problemen auf anspruchsvolleren Ebenen fertig zu werden, das heißt Lösungen zu finden, die diesen Namen verdienen.

Tatsächlich zeigen die Erfahrungen mit „Krankheit als Symbol“, dass die Neigung zu Infektionen abnimmt, wenn die Betroffenen anfangen, mutiger und offensiver zu leben und sich ihren Lebensaufgaben zu stellen. Wo die heißen Eisen angepackt und alle Aspekte des Lebens in Angriff genommen werden, wird der Körper von Auseinandersetzungen und Kriegen entlastet. Die Seele nimmt ihm diese Aufgabe wieder ab und stellt sich selbst neuerlich im „Lebenskampf“. Wer sich vom Leben in all seinen Facetten erregen lässt, ist tatsächlich vor Erregern bedeutend sicherer. Wir haben tatsächlich die Wahl, auf welcher Ebene wir uns auseinandersetzen wollen, auf der Bewusstseins- oder der Körperebene. Ersteres braucht Mut, Letzteres bringt Leid.

Bei plutonischen Problemen wird die Aufgabe noch herausfordernder, denn nun geht es um radikale und grundsätzliche Wandlungen im Sinne der alten Begriffe der Metamorphose oder Metanoia. Die tiefste Reue, die mit letzterem Begriff gemeint ist, kann zu Wandlungen wie der des Christenmörders Saulus zum wichtigsten Verbreiter des Christentums in Gestalt des Paulus führen. Die Praxis der Krankheitsbilder-Therapie, die mit den Mitteln der Reinkarnationstherapie sich vier Wochen einem Problem widmet, hat in den letzten 20 Jahren ergeben, dass solche radikalen Wandlungsschritte im Bereich plutonischer Probleme sogar das Leben retten können wie wir es bei Krebspatienten schon erleben durften. Krebs hat ebenfalls mit unserem Thema der Aggression zu tun. In seinen frühen Stadien ist er aggressiv offensiv im marsischen Sinn, um dann immer selbstzerstörerischer das Plutoprinzip hervorzukehren. Die Gefahr ist dabei, dass die Krebsgeschwüre zum Schluss jenes Körperland in dem und von dem sie selbst leben, zu Grunde richten.

Die Parallelen zur äußeren Situation sind so deutlich, dass Politiker den neuen Terrorismus auch eine Plage und Seuche und den Krebs der Welt nennen. In urprinzipieller Hinsicht haben sie damit recht. Schade nur, dass sie den gemeinsamen Hintergrund beider Probleme gar nicht stehen wollen. Dann würde auch für die Politik schnell klar, was Ärzte – wenn auch widerwillig – in den letzten Jahrzehnten lernen mussten und Naturheilkundler seit langem propagieren und erfolgreich anwenden. Die Chance bei Entzündungen und Seuchen liegt viel eher in der Sanierung des Terrains als im Kampf gegen die Erreger. So ist es viel besser, den Körper selbst in die Lage zu versetzen, mit den Herausforderungen fertig zu werden, als ihm den Kampf gänzlich abzunehmen. Ersteres stärkt seine Abwehr, letzteres schwächt sie auf die Dauer und führt so unweigerlich in weitere schlimmere Probleme.

Wer sich das ganze Ausmaß der Einflüsse des Aggressionsthemas über die Gesundheitssituation hinaus klar macht, erkennt, dass hier der Schlüssel zu den aktuellen Problemen unserer Welt liegt. In der Medizin fallen auch noch all die Schmerzprobleme in diesen Bereich, aber auch Krankheitsbilder wie Rheuma und die Hyperaktivität, die zunehmend Eltern, Lehrern und vor allem den Kindern selbst das Leben zur Hölle macht. Bei vielen weiteren Krankheitsbildern verbindet sich das Aggressionsprinzip mit anderen Prinzipien. So ist es grundsätzlich bei allen akuten und auch allen mit Hitze und Fieber einhergehenden Symptomen mit im Spiel, aber auch bei jenen, die wie die Kinderkrankheiten mit roten Ausschlägen einhergehen.

„Aggression als Chance“ zu begreifen, ist bei all diesen und den entsprechenden Symptomen in der äußeren Welt die bessere Alternative. Die Wahl, ob wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen, haben wir überhaupt nicht, wir können lediglich die Ebene wählen. Wie alle Archetypen haben auch die der Aggression neben ihren dunklen entsprechend lichte Seiten. Die darin liegenden Chancen zu erkennen und zu ergreifen, will das entsprechende Buch lehren und könnte so selbst zur Chance zu einem runderen Leben werden.

Literatur: Krankheit als Symbol

Depression

Aggression als Chance